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Chris Robinson Brotherhood: Live in München, Muffathalle (28.07.)

Zwischen Dope und Räucherstäbchen

Hatte man sich die Tage zuvor noch unter erbarmungsloser Hitze in diverse Konzertlokalitäten gekämpft, so schlittert man heute im strömenden Regen durch große Pfützen in die Muffathalle. Drinnen müssen aus Nässe-technischen Gründen erst einmal die Schuhe zum Trocknen ausgezogen werden und sofort ist man schon etwas mehr drin in diesem Gefühl, das Chris Robinson auf seiner vorletzten Platte so wunderbar als „barfuß im Kopf“ beschrieben hat. Die Sohlen berühren den warmen Holzboden der Halle und in diesem geerdeten Zustand lässt man die (wohl nach einem Song von The Who benannte) Vorband Magic Bus ihre erweiternden Klänge über sich ergießen.

Selten wurde man von einem Support-Act so perfekt auf den kommenden Star des Abends vorbereitet: Das sympathische Quintett aus Devon in England entführte die Gedankenkreise seines Publikums ab den ersten Tönen zurück in die 60er Jahre. Nicht nur die verspielten, teils blumigen, teils etwas schwereren Arrangements trugen dazu bei, sondern vor allem auch der nach Leon Russell aussehende Herr an der Orgel, der seinem Instrument mal spacige Hawkwind-Allüren, mal zarte Piano-Passagen und dann wieder pulsierend-warmen Hammondsound entlockte. Zurecht wird die bunte Truppe nach circa 40 Minuten unter großer Jubelei verabschiedet.

Nach kurzer Umbaupause folgt dann der unaufgeregt zauberhafte und über zwei Stunden dauernde Auftritt von Chris Robinson. Eine bereits aus diversen Videos bekannte, große Holzeule ziert den Amp des Bassisten und fungiert als hübsche Räucherstäbchen-Halterung. Der diesen typische Geruch durchdringt die Halle langsam und untermalt das zur Schau gestellte Happening olfaktorisch nochmals eindringlich. Seh-, Hör- und Geruchssinn sind jetzt besetzt von dem losgelösten Hippie-Flair, das der ehemalige Black-Crowes-Sänger mit seiner Bruderschaft heraufbeschwört. Mit den Worten „Keine Sorge, wir spielen jetzt all unsere Hits“ steigt der bärtige Frontmann kichernd in sein Set ein und tritt einen sympathischen Jam-Abend der Extraklasse los.

Dabei pflügt er einmal querbeet durch seine bisherige Brotherhood-Diskografie. Alle Mitglieder seines Clans sind mit Glitzersternchen markiert: Er selbst trägt einen als Bindi – also als energetisches drittes Auge – auf der Stirn, drei blonde Damen neben mir kommen ebenfalls mit Glitzer übersät aus dem Backstage-Bereich und feiern ihre oben stehenden Bekannten/Freunde/Partner/Väter (man weiß es nicht genau) ausgelassen. Mit jedem neuen Song steigern sich die Improvisationseinlagen weiter, bis man sich irgendwann inmitten eines massiv-hippiesken Monster-Jams widerfindet, der zwischen Blues, Folk, Funk, Soul, Psychedelic- und Classic Rock umherpendelt und dem schätzungsweise unter Marihuana-Einfluss stehenden Star (seine Äuglein verraten es) offensichtlich größten Spaß bereitet.

Jeder der Beteiligten beherrscht die Kunst der Improvisation natürlich perfekt: Von Bass über Slide-Gitarre bis hin zu Orgel und den Drums sitzt jede Note an der richtigen Stelle und wirkt doch so frei wie ein Vogel auf dem Weg ins Nirgendwo. Auch wenn Robinson – übrigens immer mit Gitarre statt nur solo am wundervollen Gesang wie damals bei den Crowes – nicht allzu viel direkt mit seinem Publikum kommuniziert, so fühlt sich die Verbindung zwischen vor und auf der Bühne doch verdammt intensiv an. So intensiv, dass der Künstler nach seiner Zugabe mit verdienten Ovationen eines ausgewählten Publikums in eine bestimmt noch nicht endende Nacht entlassen wurde.

Video der Woche: Free live mit ›All Right Now‹

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Happy Birthday, Simon Kirke! Zu Ehren des Schlagzeugers gibt es heute einen Live-Mitschnitt von Free zu sehen.

Im August von 1968 bis 1970 fanden in England jeweils die ersten Ediotionen des Isle Of Wight Festivals statt. 1969 und 1970 waren auch Free mit an Bord. Im Sommer 1970 präsentierten Fraser, Kossoff, Kirke und Co. an dem legendären Festival ihre gerade erst erschienene Nummer ›All Right Now‹, welche bis heute ihr größter Hit bleibt.

Zum heutigen Geburtstag von Drummer Simon Kirke zeigen wir hier einen Videoauschnitt von ihrem Auftritt damals am Isle Of Wight.

Free live mit ›All Right Now‹:

Live & Interview: Thundermother, Rose Tattoo, Raygun Rebels

Der Rock’n’Roll kennt kein Hitzefrei…

Erstmals seit der Aufzeichnung des deutschen Wetters liegt die Temperatur in Deutschland bei 42,6 Grad. Das ist eine Zahl, die man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen muss. Auch wenn es in München vielleicht 5 Grad kühler sein dürfte, so richtig frisch geht anders.

Man selbst schleppt sich nur äußerst mühsam zum Free&Easy-Festival ins Backstage und hat prophylaktisch schon mal Mitleid mit den drei Bands, die an diesem Abend das Backstage Werk bespielen dürfen, sollen, müssen. Vor allem der Gedanke „Hoffentlich steht der Angry das durch“ dominiert für einige Zeit das im eigenen Saft köchelnde Hirn. Man geht davon aus, dass sich die Location binnen kürzester Zeit in einen brodelnden Hexenkessel verwandeln wird – es ist restlos ausverkauft, bereits vor dem Eingang drängen sich schwitzende Menschen nebeneinander – und man sollte natürlich Recht behalten.

Doch bevor es in die Venue hineingeht, trifft man sich erst noch mit einer gut gelaunten Filippa Nässil auf ein alkoholfreies Getränk im Biergarten. Die Bandleaderin von Thundermother erwartet mich in Shorts und Shirt, entspannt nuckelt sie an ihrer E-Zigarette, während wir unverbindlich über ihre neueren Bandmitglieder, ein kommendes Album, das verdammte Wetter und ihren herrlich erfrischenden, fast aber nicht nachvollziehbaren, Optimismus sprechen.

Wie schlägst du eigentlich die Zeit auf Tour tot?
Wie jede Band weiß, werden wir für das Warten zwischendurch bezahlt, die Show abends ist nur für das Vergnügen. Wir alle entspannen uns natürlich anders, aber aktuell lernen wir Sprachen mit Apps und Büchern: Ich und die Sängerin lernen Französisch, unsere Schlagzeugerin Deutsch. Das ist die eine Sache, natürlich schauen wir auch einfach nur Filme oder hören Musik. Demnächst möchte ich aber ein tragbares Homestudio mitnehmen, wenn wir touren, damit ich direkt auf Tour an Demos arbeiten kann.

Songs schreibst du ja wahrscheinlich sowieso…?
Ja natürlich, man schnappt so viel auf überall, jemand sagt etwas, eine Momentaufnahme von irgendetwas, das muss man sich immer aufschreiben. Das Problem auf Tour ist, dass es recht anstrengend ist und wir uns schon oft auch einfach im Auto ausruhen müssen so gut es geht. Wenn man nicht gerade im Nightliner unterwegs ist – das ist echt fast wie Urlaub – ist das ganze Hin- und Her zwischen Ländern, Städten, Bühnen, Hotelzimmern ziemlich kräftezehrend. Du musst das hier wirklich lieben, sonst hältst du das gar nicht durch. Und wir wollen alles geben. Ich habe gerade erst meinen Job gekündigt, die Sängerin wird bald dasselbe tun, eine ist gerade mit der Schule fertig und wir werden uns nur hierauf konzentrieren.

Seid ihr schon an einem neuen Album dran?
Oh ja, wir haben schon so viele Songs geschrieben wie noch nie zuvor. Ich mache immer noch den Großteil selber, aber ein paar Lieder haben wir auch zusammen mit einem Songwriter im Studio geschrieben. Das war eine sehr interessante Erfahrung, einige der Tracks sind also so entstanden. Dadurch habe ich auch wirklich nochmal viel dazu gelernt, man muss immer offen bleiben, auch wenn es für mich manchmal schwer ist, ein wenig Verantwortung abzugeben. Außerdem wird mehr Geld in die Produktion fließen, das Ganze größer aufgezogen werden. Deswegen habe ich dieses Mal auch so viel Material geschrieben, normalerweise fallen mir 17 ein, von denen nehmen wir dann 13. Aber für das kommende Album habe ich etliche Demos aufgenommen…

Ich habe mal mit Jesper Binzer von D-A-D gesprochen und er meinte: Für jeden Song auf dem Album gibt es zehn Tracks, die dafür im Müll landen.
Ja, das war bei uns dieses Mal auch so. Wir sind ja auch schon mit D-A-D getourt, ich liebe diese Typen. Lustigerweise ist Jespers Kumpel einer der Songwriter, mit denen wir zusammen gearbeitet haben.

Das hört sich ja jetzt an, als würdet ihr demnächst nochmal gut Gas geben wollen.
Ja, wir wollen eben das nächste Level erreichen. Ich für meinen Geschmack könnte immer auf dieser Ebene bleiben, um ehrlich zu sein. (lacht) Ich liebe das alles, aber das Management und auch die anderen Girls aus der Band wollen immer mehr, ich bin da eigentlich am entspanntesten. Ich will einfach nur spielen. Aber natürlich habe ich auch nichts dagegen, etwas größer zu werden.

Ist eure Verbindung zu deutschen Fans eigentlich besonders?
Ja, Deutschland ist unser Lieblingsland was das Touren betrifft. Hier sind so viele Musiker, Rock’n’Roll-Leute, so viele Städte, die uns haben wollen. Das macht uns echt glücklich. Außerdem sind die Deutschen irgendwie treue Fans, hier gibt es Leute, die zu jeder unserer Show kommen, die haben sogar einen Thundermother-Fanclub gegründet.

Wie kriegst du das heute mit der Temperatur hin?
Ja, das ist schwierig. Ich bin etwas krank und wir sind total kaputt heute. Aber ich denke mir, vielleicht ist es gar nicht schlecht, die Erkältung ordentlich rauszuschwitzen. Außerdem kann mich nichts besiegen, ich vergesse eh alles um mich rum, wenn ich spiele.

Vor zehn Jahren hast du deine ersten Songs für Thundermother geschrieben. Was haben dich diese 10 Jahre gelehrt?
Alles. Mein ganzes Leben erlernte ich in diesen Jahren. Ich lernte, schwere Zeiten durchzustehen, mich selbst einzuschätzen, stark zu bleiben. Und die Gruppendynamik war nicht immer einfach, auch diesbezüglich habe ich so viele Erfahrungen gesammelt. Ich fühle mich aktuell einfach erfahren, zum ersten Mal in meinem Leben weiß ich, was ich tue. Das ist ein schönes Gefühl. Ich bin einfach so zufrieden.

Oha, das klingt ja überaus angenehm und positiv.
Total. Ich bin ein Optimist. Ich sehe allem immer positiv entgegen.

Wir schreiben heute den heißesten, jemals gemessenen Tag in Deutschland, das Klima geht vor die Hunde und die Trumps dieser Welt wüten: Wie bleibt man da optimistisch?
Keine Ahnung, ich setze einfach viel Hoffnung in die junge Generation. Sie wachsen mit dem Bewusstsein auf, dass unser Klima bedroht ist. Ich glaube, sie werden dafür eine Lösung finden. Die Jugend wird unsere Rettung sein.

Interessiert sich diese Jugend für Thundermother?
Naja, noch nicht genug. Wir arbeiten aber dran. Ich hoffe, das nächste Album wird den jungen Leuten etwas mehr gefallen. Wenn ich mir aber so anschaue, wer auf mein Instagram oder Facebook reagiert, dann sind das meistens Typen über 35. Die sind natürlich willkommen, aber wir wollen natürlich auch die jungen Leute überzeugen. Ich empfinde das schon so, dass wir hier eine Mission haben. So alt bin ich auch noch nicht, ich trage dieses Erbe weiter und ich hoffe, dass die Jugend den Staffelstab übernehmen wird. Auch aus weiblicher Perspektive ebnen wir da vielleicht den Weg für viele Mädchen, die sich dann einfach noch mehr trauen, ein Instrument zu spielen.

Wie fühlst du dich mit deiner aktuellen Bandformation?
Oh so gut. Ich finde, wenn man an seine Musik und das Bandkonzept glaubt, sollte man nicht aufgeben, auch wenn andere die Band verlassen. Mein Leben heute fühlt sich so einfach und leicht an, so war es noch nie. Und das Leben darf von mir aus super leicht sein, auch wenn das natürlich nicht immer geht. Trotzdem lohnt sich der Kampf vorher für ein solches Ergebnis, dieses Gefühl ist all den Schmerz vorher Wert. Ich war noch nie glücklicher als heute…

Schon während der letzten Minuten des Interviews tönte es plötzlich laut aus dem Werk heraus, ein eindeutiges Zeichen dafür, dass die Raygun Rebels gerade ihr Vorprogramm starten…

(Auf der nächsten Seite geht’s weiter…)

Video der Woche: AC/DC – ›You Shook Me All Night Long‹

ac dcZur Feier des Jubiläums von BACK IN BLACK gibt es heute das zweite Video zu ›You Shook Me All Night Long‹ sehen.

Als Abschluss unserer Feierlichkeiten zu 40 Jahren BACK IN BLACK schließen wir diese festliche Woche mit dem Video zu ›You Shook Me All Night Long‹ ab.

Der Clip entstand ganze sechs Jahre nach der ersten Single-Veröffentlichung im Jahr 1980 im Zuge der WHO MADE WHO-Compilation für den Stephen-King-Streifen „Maximum Overdrive“. Ein witziges Musikvideo, das ganz hervorragend die freche, humorige Seite von AC/DC und das komödiantische Schauspieltalent von Brian Johnson hervorhebt.

Warum sich AC/DC während ihrer Karriere, trotz sexuell aufgeladener Texte und Videos dieser Couleur, nie wirklich mit Sexismus-Vorwürfen konfrontiert sahen? Wahrscheinlich genau aufgrund dieses augenzwinkernden Umgangs mit dem Thema und des ironischen Anti-Rockstar-Auftretens aller Beteiligten.

Seht hier das Video zu ›You Shook Me All Night Long‹:

Und weil es so schön ist, zeigen wir hier auch noch einen Live-Mitschnitt aus dem Jahr 1981, den AC/DC vor wenigen Tagen auf ihrem Youtube-Kanal veröffentlicht haben. Damals spielten sie in Tokyo:

Videopremiere: The Allman Betts Band mit ›Shinin’‹

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CLASSIC ROCK präsentiert das brandneue Video der Allman Betts Band.

Auf den Spuren ihrer legendären Väter: 1969 gründeten die Brüder Duane und Gregg Allman zusammen mit Dickey Betts, Berry Oakley und Butch Trucks die Allman Brothers.

Nach dem Tod von Gregg Allman im Jahr 2017 beschloss sein Sohn Devon Allman, das Erbe seines Vaters unter dem Namen The Allman Betts Band zusammen mit Duane Betts, seines Zeichen wiederum Sohn von Dickey Betts, und Berry Duane Oakley, Sohn von Bassist Berry Oakley, fortzuführen. (Zuvor hatten Allman und Betts schon unter dem Namen „The Devon Allman Project“ kollaboriert.)

Am 28. Juni erschien das analog aufgenommene Debüt DOWN TO THE RIVER, heute präsentiert CLASSIC ROCK das brandneue Video zur Single ›Shinin’‹:

The Allman Betts Band mit ›Shinin’‹:

Motörhead: Großes 1979-Boxset angekündigt

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Motörhead 1979 BoxIm Oktober erscheint ein Motörhead-Set mit remasterten Ausgaben von OVERKILL und BOMBER. Dazu kommen Live-Aufnahmen und ein Magazin.

Gestern veröffentlichten Motörhead einen Trailer mit Aufnahmen aus dem Jahr 1979 (der mittlerweile gelöscht wurde). Was genau es damit genau auf sich hatte war zunächst unklar.

Jetzt ist das Rätsel gelöst: Am 25. Oktober kommt das Boxset „MADE IN 1979“, das sich um die beiden vor 40 Jahren von Lemmy, “Fast” Eddie Clarke und Phil “Philthy Animal” Taylor veröffentlichten Alben OVERKILL und BOMBER dreht.

Beide wurden von den originalen Master-Tapes remastert und auf 180 Gramm Vinyl gepresst. Dazu kommen zwei Doppel-Alben mit unveröffentlichtem Live-Material von den 79er-Touren der Band sowie eine Platte mit B-Seiten, Outtakes und Raritäten.

Ein 40 Seiten umfassendes Magazin enthält Interviews und Fotos aus den späten 70ern, außerdem finden sich in der im Bikerjacken-Look gestalteten Box das BOMBER-Tourprogramm und ein OVERKILL-Notenheft.

Plattensammler: Die Lieblingsalben von Jim Moginie (Midnight Oil)

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Midnight OilSpätestens seit ›Beds Are Burning‹ kennt sie die ganze Welt: Midnight Oil. Noch bis zum 13. Juli spielen die australischen Rockgrößen mehrere Konzerte in Deutschland. Hier erzählt uns Gründungsmitglied, Gitarrist und Keyboarder Jim Moginie von seinen Lieblingsalben.

Aufgezeichnet von: David Numberger

Skyhooks
LIVING IN THE 70’S
1974

Skyhooks Living In The 70's
Zum ersten Mal habe ich dieses Album gehört, als es von Melbourne aus ins Radio stürmte. Mit seinen cleanen und einfallsreichen Gitarren, den bissigen Songs und der reduzierten und einfachen Produktion von Ross Wilson von Daddy Cool, thematisiert es Ortsnamen ebenso wie sexuelle Freiheit und australische Apathie. Es war ein echter Weckruf und insofern sehr einflussreich, als es australischen Bands wie uns zeigte, dass es OK ist, über unsere Heimat zu singen. Stolz auf unser Land zu sein. Für seine Zeit war es so originell, dass es unmöglich war, die Hooks mit denen von irgendjemand anderem zu verwechseln. Eine kulturelle Ikone Australiens, die eigentlich viel mehr gefeiert werden sollte.

Rhys Chatham
A CRIMSON GRAIL
2007

Rhys Chatham A Crimson Grail
Diese großartige Platte wurde mit 400 E-Gitarre-Spielern live aufgenommen. Ein Meisterwerk des Minimalismus und der musikalischen Struktur. Ich würde es auf gewisse Weise als moderne klassische Musik bezeichnen, aber seine Wurzeln hat es in der New Yorker Postpunk- und No-Wave-Szene, sowie beim kürzlich verstorbenen Glenn Branca, den ich auch liebe. Eine Einsame-Insel-Platte, die verträumt ist und doch die Power der elektrischen Gitarren nutzt, was von einem Flüstern bis zu einer totalen Shitstorm-Kakofonie reicht. Sie macht mich weniger zynisch, dafür aber romantischer, folglich muss es eine gute Platte sein. Perfekt ausgeglichen, und, das sage ich, weil es einfach wahr ist, himmlisch.

Olympia
SELF TALK
2016

Olympia Self Talk
Kam für mich 2016 wie aus heiterem Himmel. Ein Freund aus der Musikindustrie gab mir die Platte zusammen mit einer Wagenladung anderer Alben, aber diese ragte sofort heraus. SELF TALK ist selbstbewusst, australisch, experimentell und abwechslungsreich, und es findet sich nicht ein schlechter Track darauf. ›Smoke Signals‹ ist eine großartige Single, psychedelische und geistreichste Popmusik. Wir nutzten es als Intro bei unserer „Great Circle World Tour“ 2017, es war für mich, was ›Itchycoo Park‹ 1966 war. Olympia ist auch live sensationell, als Kopf eines Trios, in dem sie Gitarre spielt und singt. Es fehlt wirklich nichts, es ist alles da, was es braucht.

Harry Nilsson
KNNILLSSONN
1977

Harry Nilsson Knnillssonn
Die meisten würden ein Beatles-Album in ihre Auswahl nehmen, ich entscheide mich ehrenhalber für den fünften Beatle, Harry Nilsson, den John Lennon seinen Lieblingskünstler nannte. Hier fiele für viele die Wahl wohl auf dessen Album NILSSON SCHMILSSON, das natürlich auch großartig ist. Alles, was Nilsson sang, selbst als seine Stimme im Alter schwächer wurde, ist für mich Gold. Auf KNNILLSSONN kehrte seine Stimme noch mal zurück, er eröffnet mit einer Ballade, die Sinatra würdig gewesen wäre. Er hatte immer die besten Musiker von L.A. und London, dazu seinen Enthusiasmus, die verspielten Bachground-Vocals, seinen Sinn für Klangfarben, die wilden Arrangements und diesen einmaligen Gesang. Ein Traum.

The Gloaming
THE GLOAMING
2014

The Gloaming Album
Immer einen Fuß in der Vergangenheit, hauchen sie der traditionellen irischen Musik und Literatur neues Leben ein. The Gloaming klingen modern und natürlich, und dabei nutzen sie ausschließlich akustische Instrumente. Es gibt in Irland so viele erstaunliche Komponisten und Performer, man braucht nur ›Galileo‹ von Declan O‘Rourke oder Damien Dempseys ›Colony‹ hören. Martin und Dennis habe ich erstmals 2011 gesehen und bin seitdem süchtig nach ihnen. Sie machen Musik, zu der man weinen, tanzen und lachen kann. Sie lassen dich mit ihrem Sinn für Dynamik, ihren Arrangements und der Schönheit und Menschlichkeit der Songs zu einem Derwisch mutieren. Eine Mixtur zum verlieben.

Motörhead: Mysteriöser ’79-Trailer aufgetaucht

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Motörhead haben ein kurzes Video mit Ausschnitten aus 1979 veröffentlicht. Im selben Jahr veröffentlichte die Band ihre Alben OVERKILL und BOMBER.

Motörhead schauen in einem neuen Trailer zurück auf das Jahr 1979. Neben Bezügen auf die britische Politik von damals und einem kurzen Ausschnitt aus einem Video der Bee Gees sind TV-Aufnahmen der britischen „Heavy Metal Kings“ zu sehen.

Am Ende werden das Bandlogo sowie der Schriftzug motorhead79.com eingeblendet. Geht man auf die Seite, finden sich erneut das Logo und die Jahreszahl ’79. In der Tab-Leiste steht „Coming Soon“.

Offensichtlich starten Motörhead eine neue Website. Ob das ein Hinweis auf eine Wiederveröffentlichung der beiden 1979 erschienenen Platten OVERKILL und BOMBER ist, ist bisher nicht bekannt.