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So sah es beim ‚Lieder am See‘-Festival aus!

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Lieder am See 2019 by WitzelmaierAm 3. August fand im Strandbad Spalt-Enderndorf am Brombachsee wieder einmal das ‚Lieder am See‘-Festival statt. Dieses Mal traten unter anderem die Bands BAP, Gotthard, Mother’s Finest, 10cc und Fischer-Z auf. Unser Fotograf war vor Ort und hat ein paar Impressionen des Spektakels festgehalten.

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(Alle Fotos (c) Frank Witzelmaier)

Aktuelle Ausgabe: Das erwartet euch im neuen CLASSIC ROCK Magazin!

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Classic Rock ZZ Top

ZZ Top: 50 Jahre That Little Ol‘ Band From Texas

Keith Richards brachte die Essenz von ZZ Top auf den Punkt, als er sie 2004 in die Rock And Roll Hall Of Fame einführte: „Dies ist eine solide Band. Diese Typen wissen über den Blues Bescheid und wissen, wie man ihn präsentiert.“

Vom Support-Act für Rocklegenden zur „little ol’ band from Texas“ zur Legende: Die Geburtsstunde von ZZ Top jährt sich dieses Jahr zum 50. Mal. Mit CLASSIC ROCK diskutiert Billy Gibbons mit dem Signature-Bart Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von ZZ Top, berichtet von der Inspiration, die er in Hendrix, den Stones und Elvis fand, ebenso wie in Punkrock und HipHop. Abgerundet wird die Geschichte über sein Lebenswerk von einer Ehrerbietung der besonderen Art: Wir baten einige Top-Gitarristen, uns ihre Lieblingssongs aus einem halben Jahrhundert voller Klassiker von ZZ Top zu verraten.

Das neue Heft ist ab dem 14. August im Handel erhältlich. Hier könnt ihr die neue Ausgabe schon jetzt versandkostenfrei bestellen…

Lynyrd Skynyrd: Das Ende einer turbulenten Geschichte

Lynyrd Skynyrd Promo 2018
Eine DER großen amerikanischen Bands dreht ihre letzte Runde auf den Bühnen der Welt. Wir trafen uns in Kanada mit Gary Rossington, Rickey Medlocke und Johnny Van Zant, um uns über die Gruppe und ihre unglaubliche Geschichte zu unterhalten.

Die Zukunft des Southern Rock: Mit Tyler Bryant, Texas Gentlemen, The Allman Betts Band u.v.m.

Bishop Gunn Makin It Video
ZZ Top werden 50 und Lynyrd Skynyrd schreiten auf ihr Ende zu – ein freudiger und ein vielleicht trauriger, aber perfekter Anlass, um die Bands zu feiern, die in ihre Fußstapfen traten und treten. Ob „Bible Belt“-Rocker oder rootsy Kanadier, ob bekannte Größen oder neue Gesichter, sie alle haben doch eines gemeinsam: Ihr Herz schlägt in den Südstaaten.

Das Special: 50 Jahre Woodstock

50 Jahre Woodstock
Am Wochenende des 15. August 1969 pilgerten fast eine halbe Million Amerikaner zur Farm von Max Yasgur in Bethel, New York. Diese dreitägige „Aquarian Exposition“ war die Woodstock Music and Art Fair. Am Montag, den 18. August, zogen sie dann alle wieder nach Hause, nachdem sie sich von Jimi Hendrix, The Who, Santana, Janis Joplin, Creedence Clearwater Revival, Crosby, Stills, Nash & Young, Sly and the Family Stone und weiteren in den Bann hatten ziehen lassen.

Es war das ultimative Love-in der Gegenkultur dieser Dekade. Ereignisse wie Hendrix’ bastardisierte Interpretation der US-Nationalhymne oder The Whos ›See Me, Feel Me‹ just zum Sonnenaufgang des dritten Tages wurden zu Legenden der Rockgeschichte. Doch wie viel wisst ihr wirklich über Woodstock ’69?

Chris Robinson: Der Black-Crowes-Mann über sein altes und neues Ich


„Wir wollten, dass es nach Sommer klingt“, sagt Chris Robinson über SERVANTS OF THE SUN, die neue Platte seiner Band Chris Robinson Brotherhood. Und tatsächlich finden sich darauf warme Grooves mit Texten, die vor Naturbildern strotzen. Diesen Sommer sind Robinson und seine „Farm-to-table-Hippieband“ in den USA und Europa auf Tour, danach werden sie sich ein Jahr Pause gönnen. Wir erwischten den charismatischen Frontmann bei einem Halt in Woodstock.

Das letzte Wort: Carlos Santana im Interview

Santana 2019
Auf seinem aktuellen Album AFRICA SPEAKS hat sich Latin-Gitarrengott Carlos Santana „zu 150 Prozent“ der afrikanischen Musik verschrieben. Sooo viel anders als sonst klingt er trotzdem nicht. Wir sprachen mit dem 71-Jährigen über LSD-Trips in Woodstock, gute und schlechte Drogen, die Macht der Liebe, Rick Rubin, den Unterschied von Spiritualität und Religion, Donald Trump, Bühnenangst und sexuellen Missbrauch.

Bon Jovi: Im Fegefeuer des Ruhms

Bon Jovi 1988
Die scheinbar nicht enden wollende „Jersey Syndicate“-Tournee von 1988/1989 untermauerte den Status von Bon Jovi als eine der größten Bands auf dem Planeten. Sie brachte sie dem Zusammenbruch allerdings auch gefährlich nahe. Ein Rückblick.

Außerdem im Heft: The Rolling Stones, Hollywood Vampires, Sheryl Crow, Eloy, The New Roses, Saxon, Procol Harum und viele mehr

Wie immer inklusive Heft-CD, u.a. mit Songs von Chris Robinson Brotherhood, The Allman Betts Band, Status Quo, T.G. Copperfield, Squares und The New Roses!

CD Classic Rock 83

Das neue Heft ist ab dem 14. August im Handel erhältlich. Hier könnt ihr die neue Ausgabe schon jetzt versandkostenfrei bestellen…

Anthrax: München, Backstage Werk (06.08.2019)

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(c) Ignacio Galvez

Von Kriegstänzen und Moshpits

Ordentlich Getümmel am Backstage-Gelände: Während im Club nebenan die dunklen Klänge der Coven-Hexenmeisterin Esther „Jinx“ Dawson zelebriert werden, hat sich das große Werk fast bis zum Rand mit Thrashern gefüllt, die heiß auf Anthrax sind. Zunächst aber betritt das neuseeländische Teenager-Trio von Alien Weaponry die Bühne.

Im Vorfeld hat sich bereits herumgesprochen, dass die Jungspunde mit Māori-Hintergrund eine der interessantesten neuen Metal-Bands sind. Dies liegt wohl vor allem an ihrem Konzept, den traditionellen Haka-Kriegstanz in ein grooviges Thrash-Metal-Gewand zu stecken. Auch wenn sie eher von der jüngeren Zuschauerschaft bejubelt werden, bieten Alien Weaponry eine gute Anheizer-Show, bei der besonders ihre Songs in māorischer Sprache wie ›Rū Ana Te Whenua‹ (was soviel heißt wie „Erdbeben“), oder ›Raupatu‹ („Eroberung“) für ein Hörerlebnis sorgen, welches man hier auf europäischen Boden doch eher selten bekommt. Während der fixen Umbaupause probieren sich dann sogar ein paar Begeisterte außerhalb der Halle an einem Haka.

Kurz darauf stürmen dann Anthrax die Stage und erzeugen mit ›Caught In A Mosh‹ gleich zu Beginn einen unaufhaltsamen Moshpit, der fast den gesamten unteren Stehbereich des Werks einnimmt. Soviel Eifer hätte man ehrlich gesagt an einem Dienstagabend vom Münchener Publikum nicht erwartet. Sänger Joey Belladonna beweist sich wie eh und je als älterer, aber durch die Bank fitter Turnschuh, dessen Stimme im Laufe der Bandjahrzehnte kaum an Kraft verloren hat.

Ebenso agil stampft sich Gitarrist Scott Ian seinen Weg über die Bühne. Anzeichen von ersten Müdigkeitserscheinungen sind bei dieser New Yorker Kombo noch lange nicht zu entdecken, so mal ihre Hits wie ›Madhouse‹ oder ›I Am The Law‹ bei allen Fan-Generationen immer noch für ausgelassene Stimmung sorgen. Der Sound ist zudem ideal gemischt, was die typische Klassiker-Setlist nur noch gewaltiger tönen lässt. Zur Zugabe wurden die ersten Noten von ›Antisocial‹ angestimmt und das Pärchen nebenan konnte es nicht lassen, den Text der französischen Original-Version von Trust mitzusingen. Ein paar Traditionalisten fallen wohl immer aus der Reihe…

Das abschließende ›Indians‹ wurde dann aber wieder auf Englisch abgefeiert. Der Ausruf „Wardance!“ im Mittelteil des Songs hätte an diesem Abend nicht passender sein können, denn all jene, die ihren Kriegstanz noch kurz vorher geübt hatten, konnten ihn nun standesgemäß zum Ausdruck bringen und den Konzertabend gebührend zu Ende tanzen… beziehungsweise moshen.

Bruce Dickinson im Interview: No Wasted Years

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Bruce Dickinson Iron MaidenProfessioneller Pilot, Fechter, Krebs-Überlebender, Autor … Wie man in seiner neuen Autobiografie erfährt, ist Bruce Dickinson weitaus mehr als nur der Frontmann einer der größten Heavy-Metal-Bands des Planeten.

Bruce Dickinson will, dass man eines weiß: Als es ans Schreiben seiner Autobiografie „What Does This Button Do?“ ging, be­­nötigte er keine Hilfe von außen. „Die Leute fragen mich: ‚Wer war denn dein Ghostwriter?‘ Und ich antworte: ‚Ich habe das alles selbst geschrieben‘“, sagt er stolz. „Ich habe 180.000 Wörter geschrieben, und zwar alles per Hand auf Blöcken aus dem Schreibwarenladen. So richtig oldschool.“

Ein komplettes Buch handschriftlich zu verfassen, ist etwas sehr Typisches für Bruce Dickinson. Der Sänger von Iron Maiden ist je­­mand, der anscheinend alles, was er anpackt, zu einem Erfolg macht: Flugzeuge fliegen, Fechten, eine der erfolgreichsten Bands der letzten 40 Jahre leiten. Die große Ausnahme ist das Schwimmen: „Ich bin von Natur aus eher jemand, der sinkt“, sagt er.
„What Does This Button Do?“ ist ein wirklich faszinierender und auch lustiger Blick zurück auf Dickinsons Leben. Von seiner frühesten Kindheit in der Kohlestadt Worksop in Nottinghamshire (wo er bis zum Alter von sechs Jahren von seinen Großeltern großgezogen wurde) bis zur Achterbahnfahrt seiner 40-jährigen Musikkarriere ist es eine ehrliche Nacherzählung eines Lebens, das gut gelebt wurde.

Heute ist er in typisch redseliger Laune und gibt Auskunft zu allem, von den schweren Zeiten, die er im britischen Bildungssystem er­lebte, bis zu einem erfolgreichen Kampf gegen den Krebs. „Ein Buch zu schreiben, zwingt dich, dich selbst und das, was tu getan hast, zu analysieren. Man lernt viel dabei.“

Deine Eltern waren in deinen ersten Jahren oft abwesend, da sie mit einer Hundeshow tourten. Warst du immer dazu be­­stimmt, ihnen ins Showbiz zu folgen?
Schon bevor ich richtig wusste, wer meine Eltern überhaupt waren, hatte ich es auf ein Paar Engelsflügel für das Krippenspiel der Schule abgesehen. Ich wollte derjenige sein, der sie tragen würde. In meinen Zeugnissen stand immer derselbe deprimierende Mist. „Er hat sein gutes Potenzial nicht ausgeschöpft und würde mehr leisten, wenn er nicht 24 Stunden am Tag den Klassenkasper geben würde.“

Du erzählst ziemlich lebhaft von deiner Schulzeit: Mobbing, regelmäßige Prügelstrafen von den Lehrern. Das klingt übel, aber hat es dich auch zu dem Mann ge­­macht, der du heute bist?
Das ist so, wie es am Anfang des Buchs be­­schrieben wird: Alles passiert aus unerfindlichen Gründen. Man hat keine Ahnung, wohin es einen mal verschlagen wird. Du musst die Dinge nehmen, wie sie kommen. Eines bin ich auf jeden Fall, und zwar stur. Ich falle nicht um. Und wenn doch, stehe ich wieder auf.

Einige der Lehrer, die du erwähnst, waren ganz schön verachtenswert. Du be­­schreibst einige der Prügelstrafen, als hätten sie auch einen sexuellen S&M-Aspekt.
Diese ganze Zeit war sehr seltsam. Das waren unheimliche, schmutzige alte Männer, aber es galt als normal und akzeptiert. Die ganze Affäre um Jimmy Savile und ähnliche Fälle hat da etwas ins Rollen gebracht, denn das war damals wirklich gesellschaftlich akzeptabel. Die Art von Dingen, für die man heute ins Gefängnis gehen würde, und aus gutem Grund. Man muss sich manchmal zwicken und sagen: Ich lebe wirklich nicht mehr in den 70ern.

Gab es auch irgendetwas Gutes an dieser Zeit?
Vieles an den 70ern war genial, denn es waren ziemlich chaotische, anarchische Jahre. Aber die Kehrseite davon ist eben auch, dass viele ungeschoren mit Dingen davon kamen, die wirklich nicht sehr angenehm waren.

Es gibt einen Lehrer, John Worsley, den du sehr lobst. Er brachte dich zum Fechten. Bist du mit ihm in Kontakt geblieben?
Nein, aber lustigerweise traf ich Jahre später seinen Bruder. Maiden waren Mitte der 80er in Florida. In Fort Myers fand dieser Fechtwettbewerb statt und ich fuhr hin. Ich lernte diesen Typen namens Worsley kennen und fragte: Worsley? John Worsley? Und er antwortete: „Ja, das ist mein Bruder.“ Die Welt des Fechtens ist sehr, sehr klein.

Fichtst du immer noch?
Ja, aber ich habe kaum noch Zeit dafür. Ich laufe immer wieder rum, sehe mir meine Ausrüstung an und sage: „Das wird ein bisschen rostig.“ (lacht) Genau wie ich.

Du hast es aber immer noch drauf?
Absolut. Wenn ich richtig üben könnte, wenn ich mal nichts anderes zu tun hätte, wäre ich gut. Ich liebe es. Es macht unglaublich Spaß. Das ist kathartisch, du gehst da raus, schreist ein bisschen rum, aber niemand stirbt.

The Darkness: Neues Video zu ›Rock And Roll Deserves To Die‹

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Blödel-Alarm: The Darkness haben einen neuen Song inklusive Video für uns.

Nachdem The Darkness vor einiger Zeit ihr neues Album mit dem Titel EASTER IS CANCELLED angekündigt haben, folgt jetzt ein brandneues Video zur ersten Single, deren Titel ›Rock And Roll Deserves To Die‹ nicht weniger polarisieren dürfte als das Cover-Artwork der neuen Platte.

Dass die vier Ulknudeln die harsche Aussage über den Rock’n’Roll – dessen Tod ja schon seit den 70ern prophezeit wird – nicht ernst meinen, wird allerspätestens im neuen Clip klar.

Ach übrigens: Es lohnt sich in jedem Fall, das Video bis ganz zum Schluss anzuschauen…

The Darkness mit ›Rock And Roll Deserves To Die‹:

Wacken: Krokus live (01.08.)

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Krokus PressefotoWenn der Krokus zum letzten Mal blüht…

Während die Metal-Welt in Wacken mit etwas Wehmut auf die letzte Festivalshow von Slayer auf deutschem Boden blickt, gab es bereits vor den Thrash-Göttern einen weiteren, emotional nicht minder berührenden Abschied auf dem Festival zu feiern: Auf ihrer Farewell-Tour, die am 7. Dezember mit einem allerletzten Konzert in Zürich endet, spielten die Schweizer Hardock-Haudegen von Krokus am Wacken-Donnerstag ihre letzte Show bei dem Open Air.

Passenderweise erinnerte das Doublebassdrum-Intro beim Setopener ›Headhunter‹ dann eher an Slayer als an AC/DC, mit der Schweizer oft verglichen wurden. Dass Krokus aber immer schon mehr waren als AC/DC-Verehrer, stellten sie mit ihrem fulminanten wie abwechslungsreichen, 75-minütigen Set eindrucksvoll unter Beweis. Neben im Bandstil gespielten Covern von ›Rockin’ In The Free World‹, ›American Woman‹ (Guess Who) oder Dylans ›Quinn The Eskimo‹ waren es die unnachgiebig nach vorn gedroschenen Riffrocker wie ›Hoodoo Woman‹ oder ›Heartstrokes‹, die Krokus noch einmal richtig zum Blühen brachten.

Dabei begeisterten vor allem die druckvoll, aber immer melodisch gespielten Gitarrenbreitseiten von Fernando von Arb und Ex-Asia-Gitarrist Mandy Meyer. Ein weiteres Highlight war die Ballade ›Winning Man‹, Lemmys Lieblingslied der Band, wie Krokus-Sänger Marc Storace erzählte und der verstorbenen Motörhead-Legende ein ›Rest in Peace‹ nachrief. Das haben sich Krokus nach einer feurigen Rock ’n ’Roll-Show wie dieser Ende des Jahres dann auch redlich verdient.

Setlist:

1. Headhunter
2. Long Stick Goes Boom
3. American Woman
4. Hellraiser
5. Winning Man
6. Hoodoo Woman
7. Fire
8. Bedside Radio
9. Rockin’ In the Free World
10. Eat The Rich
11. Easy Rocker
12. Heartstrokes
13. Drum Solo
14. Quinn The Eskimo (Mighty Quinn)
15. Outro/The Fish Cheer

She Rocks: Jinx Dawson von Coven

Jinx_Dawson_Coven_Press_2018Black Magic Woman: Missverstanden, komplett wahnsinnig oder wirklich eine Hexe? Nach dem intensiven Gespräch mit Jinx Dawson ist unsere Autorin sicher: Hexe!

Man stelle sich vor, man be­­findet sich im Jahr 1969. Aus den Lautsprechern dröhnen hauptsächlich verträumte Liebesbotschaften, Blumen wehen allgegenwärtig durch wallende Mähnen, die Hippiebewegung und ihr Peacezeichen sind gerade noch so am Höhepunkt, kurz davor, endgültig in tausend utopische Splitter zu bersten. Auf einmal hält man da diese Platte in der Hand: Von der Innenseite des Vinyls springt ei­­nem eine wunderschöne Blondine ins Auge, wie sie nackt auf einem Altar mit umgedrehten Kreuzen liegt, Totenschädel auf ihrer Scham, von dunklen Gestalten umgeben, die die Hände zu Teufelshörnern geformt halten. Dazu erklingen betörend ge­­formte Textzeilen, die von schwarzen Messen, Hexen und dunkler Magie singen.
Coven - Witchcraft Destroys Minds And Reaps Souls
Die Rede ist hier natürlich vom un­­sterblichen Untergrundklassiker WITCH­CRAFT DES­TROYS MINDS AND REAPS SOULS. Was heute im Zeitalter von Cannibal Corpse und Co. keine müde Maus mehr hinter dem Ofen hervorlocken mag, sorgte Anfang der 70er-Jahre für ganz schön viel Aufregung: Coven aus Detroit wurden gefürchtet, gehasst und trotz mehrerer solider Alben und einem kleinen Hit am Erfolg gehindert. Vor allem ihre schöne Frontfrau Esther „Jinx“ Dawson aus reichem Hause war den Wenigsten geheuer, schließlich war und ist die Künstlerin der Überzeugung, eine echte Hexe zu sein. Sie entstammt einer Familie, die den Pfad zur linken Hand gewählt hat, okkulte Riten und Zirkeltreffen gehören von jeher zur Realität der jungen Augenweide. Gerade diese Ernsthaftigkeit un­­terscheidet Jinx – die seit einigen Jahren erstmals wieder mit Coven tourt und neue Musik produziert – bis heute von ihren Kollegen des Schockrocks, denn: Die Dame meinte es schon immer verdammt ernst, während Konsorten à la Kiss und Black Sabbath die gleichen Thematiken als bloße Showelemente nutzten. Apropos Black Sabbath und Kiss… Nicht nur mit denen hat die mystische und fast 70-jährige Blondine ein Voodoo-Hühnchen im sehr persönlichen Interview mit CLASSIC ROCK zu rupfen. In über 60 Minuten er­­klärte die überraschend realistisch und sympathisch wirkende Esther mit so­­norer Sprechstimme ihre Ge­­schichte, warum sie ein großes Faible für Fakten hat und wieso man es als Frau wirklich schwer in der Mu­­sikwelt haben kann…

Ihr seid 2018 zum ersten Mal nach Deutschland gekommen. Warum so spät?
Oh, weil wir damals nicht einreisen durften, als unser Debüt rauskam. Wir bekamen kein Visum.

Wieso das denn?
Na ja, wegen des Wesens der Platte. Heute mag das lächerlich erscheinen, weil es inzwischen tausend Gruppen gibt, die so etwas Ähnliches machen. Aber früher hatten die ganzen Bibelwerfer echt Angst vor uns. Das war wirklich schlimm, sie rissen unsere Alben aus den Regalen, wir konnten nicht mal in den Staaten normal touren. Heute beschäftigen sich diese Leute mit anderem Zeug, ich bin froh, dass sie sich von mir abgewandt haben.

Wie sehr setzten euch die damaligen soziokulturellen Umstände zu?
Na ja, es war die Hippiezeit, alle faselten nur von Liebe und Blumen, um düstere Themen ging es nicht. Ich denke, dass es sich oft so verhält: Der, der an­­fängt, hat es am schwersten, die Nachzügler oder Imitatoren kommen dann durch damit. Auch wenn es in den 80ern die berühmte „Satanic Panic“ gab… Initiatoren haben es einfach nicht leicht. Wir haben den Nachfolgern den Weg geebnet. Schau dir unsere erste Platte an: Da ist alles drauf, ich habe alles in dieses Werk gesteckt. Die schwarze Messe, alle wichtigen Themen des Okkultismus sind auf einer Scheibe vereint.

Wie denkst du heute mit etwas zeitlichem Abstand darüber, dass du so oft kopiert worden bist?
Ach, da habe ich gemischte Gefühle. Generell habe ich diese Platte nie aus kommerziellem Interesse heraus ge­­macht oder weil ich ein neues Genre etablieren wollte. Das war eher für Kenner gedacht, außerdem hatte meine Familie wirklich schwer etwas dagegen. Wir folgen dem Pfad zur linken Hand, daher kam die gesamte Inspiration. Ich meine, sie vollzogen Rituale und alles, bald kommt auch das Buch zu meiner Ge­­schichte raus.

Daran arbeitest du also weiterhin?
Ja, es dauert halt sehr lange, schon über fünf Jahre. Es ist so eine komplizierte Geschichte und es gibt bestimmte Dinge, von denen ich nicht weiß, ob ich sie der Welt wirklich offenbaren soll. Manches davon geht einfach zu tief, manches enthüllt zu viel. Ich weiß nicht, ob ich möchte, dass irgendwelche Anfänger sich darin verstricken. Ich habe gewisse Dinge gesehen und getan, die mir nicht viel Gutes gebracht haben. Meine beiden Tanten waren wirklich An­­führerinnen eines Zirkels (engl. Coven), daher habe ich den Namen. Weißt du, ich habe mein gesamtes Erbe da­­durch verloren, dass ich diese Musik gemacht habe.

Ich habe von den Problemen mit deiner Familie gehört…
Oh ja, das war schon krass. Sie wollten ihre Geheimnisse nicht enthüllt wissen. Zum Beispiel das Zeichen der Hörner, das war alles streng geheim.

Warum hast du dich trotzdem dafür entschieden, das auch in deinem Buch zu erzählen?
Na ja, die meisten sind ohnehin verstorben und ich denke, vielleicht sollte ich… Andererseits könnte ich eben auch Unwürdige in Dinge einführen, die sie nicht kontrollieren können. Ich meine, schau dir all die Bands an, die nach uns kamen. Ich dachte mir nur „Oh oh“. (lacht) Das lief damals ein bisschen wie heute mit der #metoo-Geschichte, alles, was man damals sah war: Oha, das ist eine Frau, die da so düsteres Zeug treibt! Das hat ihnen nicht gefallen. Frauen hatten damals bei Weitem noch nicht die Macht, die sie heute besitzen, auch wenn es immer noch nicht sehr viel ist…

Was bedeutet es eigentlich genau, wenn du sagst, dass du aus einer Familie kommst, die dem Pfad zur linken Hand folgt?
Zu allererst: Das hat nichts mit Satanismus zu tun. Der Pfad zur linken Hand wendet sich gegen Religionen jeglicher Art, deswegen hatten wir auch Probleme. Religion ist eine menschengemachte Si­­tuation und passt eigentlich nicht zur Menschheit und zu Kulturen. Die Leute werden in die Irre geführt, wir sind der Ansicht, dass die Religion ein einziges Märchen ist. Wir glauben an die Natur und auch an das Übernatürliche, jedoch in Kombination mit Wissenschaft. Nehmen wir als Beispiel mal die Geisterjagd: Wir finden nicht, dass das seltsam ist, wir denken, es gibt eine wissenschaftliche Erklärung dafür. Außerdem arbeiten wir viel mit Ritualen, es geht um Sex, weil der menschliche Körper im Zen­trum steht und frei ist. Eigentlich ist es wirklich schön, so zu leben. Ich bereue nicht viel, weil ich das meiste schon beim ersten Mal richtig mache. Wir folgen ja trotzdem einem ausgeprägten Moralkompass. Wir laufen nicht durch die Gegend und verstoßen gegen die Zehn Gebote oder so etwas…

Du hast das Thema Sexualität schon angesprochen. Ich möchte nicht doof klingen, aber du bist eine sehr schöne Frau mit einer starken sexuellen Aura. Wie wichtig ist das für Coven?
Na ja, der Gedanke an eine schöne Hexe ist natürlich aufregender als der Gedanke an eine hässliche Hexe. (lacht) Meine Tanten und Großtanten waren nicht sehr attraktiv, dafür um so mächtiger, das heißt also nichts. (lacht) Ich habe immer versucht, genau aufzupassen und zuzuhören… Denn am Ende ist es viel besser, Macht zu haben statt ein wenig Schönheit. Schönheit ist vergänglich…

Oder in deinem Fall eher nicht. Wirken Coven anziehender auf Männer oder Frauen?
Wenn man mal so im Internet recherchiert, scheint es, dass vor allem Kerle zwischen 24 und 34 darauf abfahren. Ich frage mich, warum da nicht mehr Frauen sind, schließlich setze ich mich dafür eigentlich ein, aber dann muss man auch wieder betonen: Der Pfad zur linken Hand unterscheidet nicht so sehr zwischen den Geschlechtern, man betrachtet eher die Person als Ganzes. Na ja, trotzdem denke ich, dass inzwischen auch viele Frauen interessiert sind. Früher standen eher Typen auf Bands, die etwas Okkultes auszustrahlen schienen. Ich muss das „schienen“ hier betonen.

Wie beurteilst du die Nutzung von Okkultismus zu reinen Unterhaltungszwecken?
Na ja, das passierte und passiert ständig, aber es war nie ein Grund für mich, unser erstes Album zu machen. Viele berühmte Musikerfreunde rieten mir damals sogar davon ab, weil sie dachten, ich ruiniere meine Karriere. Andererseits waren sie aber auch sehr neugierig, warum ich diese Bilder, Klamotten und so auf der Bühne nutze. Aber was war die eigentliche Frage? Sorry, ich bin gerade beim ersten Kaffee, ich stehe immer sehr spät auf, ich kann nicht so gut mit Tageslicht, meine Haut und meine Augen sind sehr empfindlich. Wäre ich zu lange draußen, würde ich wahrscheinlich verbrennen. (lacht)

Kein Problem. Wie beurteilst du die Rolle deines Geschlechts innerhalb der Musikindustrie?
Na ja, früher hatten Frauen überhaupt nichts zu melden und es gab auch nicht viele Musikerinnen. Heute gibt es in der Popmusik fast nur Frauen, aber früher war das echt schwer. Ich hatte also ein doppeltes Hindernis: Mein Geschlecht und den Okkultismus. Die Labels hatten damals sehr viel Macht, du konntest ja nicht einfach selbstständig etwas übers Internet veröffentlichen. Sie wollten ständig, dass ich Singles und Popmusik produziere. Ich wäre wahrscheinlich noch vor Madonna der erste Popstar geworden, aber das war nicht mein Ziel. Ich schlug alle Angebote aus und hatte deswegen einen ziemlich schlechten Ruf in Hollywood: Passt bloß auf, die ist schwierig.

So schwer sie es dir auch gemacht haben mögen, bis heute sind Coven ja vor allem so interessant, weil es echt wirkt und weit weg von einem Ausverkauf.
Oh danke, genau das war auch meine Intention. Das freut mich wirklich, ich höre so etwas zum ersten Mal.

Wirklich? Hmm, als ich Coven entdeckt habe, war ich wirklich erstaunt darüber, wie viel Pech ihr hattet. Eine andere Abzweigung, und ihr wärt vielleicht Stars geworden.
Vielleicht, aber das hat mich wirklich nie gestört. Was mich allerdings aufgeregt hat: Wie man uns einfach stillgelegt und andere Leute durchgeschleust hat. Ich fragte mich, warum unsere Plattenfirma eine andere Band groß machte, sogar mit dem Namen unseres Opener-Liedes. Das tut mir jetzt leid für die Fans, viele mögen mich nicht, weil ich das erzähle. Sie denken, es stimmt nicht. Aber es ist die Wahrheit. Was soll man tun, wenn Leute wie Gene Simmons auf einmal daherkommen, das Zeichen der Hörner falsch machen und dann auch noch sagen, sie wären die Ersten gewesen. Sorry Gene, das stimmt leider nicht. Das irritierte mich stark, die ganzen Falschinformationen. Ich habe da auf dem ersten Album echt alles geklärt, sogar das Wort „Coven“ wird definiert, viele wussten nicht mal, was das sein soll. (lacht) Na ja, die ganze Reise verlief sehr interessant und vielleicht war sie einfach genau so vorherbestimmt.

Gewinnspiel: Hier Freikarten für Rebecca Lou ergattern

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Hier gibt es Tickets für zwei Shows von Rebecca Lou zu gewinnen.

Dieses dänische Trio hat es in sich: Rebecca Lou pendeln irgendwo zwischen Garage Rock, Punk und Powerpop und verwandeln mit ihrer ungebändigten Energie jeden Club in einen pfeifenden Hexenkessel.

Im September diesen Jahres gibt es die Energiebündel auch bei uns in Deutschland zu bestaunen, für die Shows am 22. September im Tsunami in Köln und am 29.09. im Lichtspielhaus Gloria in Immendingen verlost CLASSIC ROCK je zwei Tickets.

Wenn ihr gewinnen wollt, schickt uns bis zum 30. August eine E-Mail mit dem Stichwort „Rebecca Lou“ an verlosung@crmag.de und ergattert mit ein wenig Glück Freikarten. (Teilnahme ab 18 Jahren)