Takida kommen auf Tour nach Deutschland und ihr könnt dabei sein: Macht mit und gewinnt Tickets!
Wer lang genug Qualität liefert, der setzt sich durch. Und das trifft für Takida aus Schweden zu. Das beweisen nicht nur mehrfache Platin-Auszeichnungen, ihr Sound zwischen modernem Metal und radiofreundlichen, prägnanten Popsongs erreichte mit dem 2024er Album „The Agony Flame“ auch die deutschen Top Ten und ihre Konzerte werden immer größer. Im Sommer 2025 kommen Takida jetzt für zwölf dieser beeindruckenden Shows nach Deutschland – präsentiert von CLASSIC ROCK!
Und ihr könnt dabei sein: Wir verlosen 3×2 Tickets für eine Show eurer Wahl! Wenn ihr gewinnen wollt, schreibt eine Mail mit eurem vollständigen Namen und der Wunsch-Stadt unter dem Betreff „TAKIDA LIVE“ an: verlosung@classicrock.net(Teilnahmeschluss: 27.06.2025)
tAKiDA live 2025: 18.07. Regensburg, Piazza 19.07. Hamburg, Stadtpark Open Air 20.07. Marburg, Schlossparkbühne 22.07. Neunkirchen/Saar, Neue Gebläsehalle 23.07. Esslingen, Burg Esslingen 24.07. Berlin, Valley 25.07. Augsburg, Sommer am Kiez 26.07. Osnabrück, mit freundlichen Grüßen 22.08. Haddeby, Baltic Open Air 24.08. Monheim, Sommer Open Air 29.08. Hanau, Amphitheater 30.08. Chemnitz, Wasserschloss Klaffenbach
Ian Fortnam blickt zurück auf das Leben und die Musik des selbsternannten „Architekten des Rock’n’Roll“, der das Gesicht der Populärmusik für immer veränderte.
Little Richard wusste immer, wie wichtig er war, und war sich seines Legendenstatus mehr als bewusst. „Ich bin der Schöpfer, ich bin der Emanzipator, ich bin der Architekt des Rock’n’Roll“, sagte er 1996 in aller Bescheidenheit zu mir. „Ich bin der Konstrukteur, derjenige, der den Zug in die Stadt brachte.“
Es gab keinen „Aus“-Schalter an diesem „Quasar Of Rock“, wie er sich gerne selbst bezeichnete. Er hatte sein Handwerk als Marktschreier für Quacksalber gelernt und vergaß nie, wie man einen Auftritt hinlegt. Er strahlte mit weit aufgerissenen Augen, scheinbar kurz vor dem Wahn – eine schillernde Vision eines Mannes mit Haartolle und zentimeterdicker Kosmetikaschicht. Er war – je nachdem, wen man fragte – der König oder die Königin des Rock’n’Roll, der König des Blues, der Schöpfer des Soul, und Anfang der 50er Jahre, als James Brown auf Tour für ihn eröffnen durfte, wurde er für gewöhnlich als „der fleißigste Mann im Showbusiness“ angekündigt. Und diese außergewöhnliche Stimme, sanft und charmant im Ruhezustand eines Gesprächs, besaß eine explosive Kraft, der keiner seiner Zeitgenossen auch nur annähernd das Wasser reichen konnte. Es war ein unwiderstehlicher Fanfarenstoß, der ein schwarzes und ein weißes Publikum einte, selbst in den von der Rassentrennung geprägten Südstaaten, rund um den Globus hallte und das Gesicht der Populärmusik für immer veränderte.
Am Anfang war das Wort, und das Wort war „Awopbopaloobop-Alopbamboomo“. Als nicht näher definierte Absichtserklärung so sinnfrei wie unbestreitbar. Die Geheimsprache des frisch geschlüpften Rock’n’Roll, des Teenagerseins, der Rebellion. ›Tutti Frutti‹, Richards bahnbrechendes Debüt für Art Rupes Speciality Records im Oktober 1955, produziert von Robert „Bumps“ Blackwell, fing rohe Lebensfreude in einer Intensität ein, wie man sie schlicht noch nie zuvor gehört hatte. Über einen treibenden R’n’B-Beat von Kontrabassist Frank Fields und Schlagzeuger Earl Palmer, angespornt von den Saxofonisten Lee Allen und Alvin „Red“ Tyler, hämmerte Richard elektrisierende Klavierakkorde raus und sang in einem so entfesselten Stakkato, dass er damit die Toten wecken konnte. Kreischen, Brüllen, Schreien. Lautstärke, Kraft, Leidenschaft. Es war der Klang eines Dammbruchs. Die Stunde Null der sexuellen Revolution.
Little Richard hatte schon seit Jahren eine ungefilterte Version von ›Tutti Frutti‹ gespielt, doch der ursprüngliche Text („Tutti Frutti, good booty/If it’s tight, it’s alright, if it’s greasy, makes it easy“) war zu obszön für eine Veröffentlichung gewesen, also beauftragte Blackwell die örtliche Texterin Dorothy LeBostrie, eine „saubere“ Version zu verfassen.
Doch selbst zensiert verlor der Songs nichts von seiner Kraft. Er schoss auf Platz 2 der R’n’BCharts und schaffte es in der nationalen US Hitliste bis auf Platz 21. Nun standen Tür und Tor weit offen und Little Richard und Bumps Blackwell nahmen eine Reihe weiterer Singles auf, die den Rock’n’Roll definierten: ›Long Tall Sally‹/›Slippin’ And Slidin’‹, ›Rip It Up‹/Ready Teddy‹, ›Heeby Jeebies‹/She’s Got It‹, ›The Girl Can’t Help It‹, ›Lucille‹, ›Jenny Jenny‹, ›Keep A-Knockin’‹, ›Good Golly Miss Molly‹. Er eroberte Amerika im Sturm. Seine bestens gedrillte Band The Upsetters (Lee Diamond Smith am Saxofon, Buster Douglas an der Gitarre, Olsie „Bassy“ Robinson am Bass und Schlagzeuger Chuck Connors) akzentuierte bei ihren Live-Auftritten den Backbeat seiner Aufnahmen und wurde so auch noch zu Funk-Pionieren – laut James Brown, dem man seine Autorität auf diesem Gebiet nun wirklich nicht absprechen konnte.
1956 nahm Elvis Presley vier Songs von Little Richard auf, Pat Boone erhielt zwei Goldene für schlaffe, schmerzhaft weiße Neubearbeitungen von ›Tutti Frutti‹ und ›Long Tall Sally‹ und selbst Bill Haley sprang auf seine alten Tage noch auf den Zug auf und kam mit ›Rip It Up‹ in die britischen Top 5. Gene Vincent, Buddy Holly, Eddie Cochran, Carl Perkins, die Everly Brothers und Jerry Lee Lewis coverten im Laufe der 50er Jahre sämtlich Songs von Little Richard. Wer sich die Mühe machte, genau hinzusehen, kam nicht umhin, die wahre Hackordnung im Rock’n’Roll zu erkennen. 1969 gestand sogar Elvis ein, dass Little Richard „der Größte“ war.
Macht mit und gewinnt eines von insgesamt vier Pink-Floyd-Fan-Paketen anlässlich der Veröffentlichung von PINK FLOYD AT POMPEII MCMLXXII!
Jetzt seit knapp einer Woche weltweit in den Kinos erregen Pink Floyd mit „Pink Floyd At Pompeii MCMLXXII“ noch einmal Aufsehen. Der ursprünglich 1972 erschienene Konzertmitschnitt entwickelte sich über die Jahrzehnte zu einem der bedeutendsten Konzertfilme der Rockgeschichte. Die neu überarbeitete Fassung bietet höchste Bildqualität in 4K und einen von Steven Wilson verbesserten Sound. Dem Filmstart folgt am 02. Mai die Veröffentlichung des dazugehörigen Live-Albums auf CD, Digital Audio und erstmals in Dolby Atmos sowie Vinyl. CLASSIC ROCK verlost zu diesem feierlichen Release vier Merch-Pakete, die jeder Floyd-Fan haben muss:
Der Hauptgewinn ist 1x ein Set aus PINK FLOYD AT POMPEII MCMLXXII auf Doppel-CD + einer Tasche + einem T-Shirt (Größe L). Außerdem habt ihr die Chance auf 2x einem Paket aus Tasche und Shirt (1x L und 1x XL) sowie 1x einer Tasche.
Wenn ihr gewinnen wollt, schreibt eine Mail mit eurem vollständigen Namen und der Wunsch-T-Shirt-Größe unter dem Betreff „Pink Floyd Paket“ an: verlosung@classicrock.net(Teilnahmeschluss: 04.05.2025)
Will Varley hat sich mit vielen Touren und gelungenen Folk-Platten ein loyales Stammpublikum erspielt. Das neue Album ist ein eindringliches Souvenir von seinen Konzertreisen. Und im Herbst geht es für ihn auch schon wieder auf Tour, präsentiert von CLASSIC ROCK!
Seine Tochter habe sich zum letzten Weihnachtsfest ein Barbie-Haus gewünscht, sagt der englische Singer/Songwriter. Bekommen hat sie den Song ›End Times‹, mit einem Text, der, etwas verkürzt, die Aussage vermittelt: „Alles geht den Bach runter. Sorry, aber schlaf jetzt schön, träum süß.“ Ne, nur ein Scherz, sagt der Brite. Das Barbie-Haus habe sie schon bekommen. Das Lied aber eben auch, mit sehr schönen Gast-Vocals von Billy Bragg, einem alten Helden von Varley. „Wobei das Stück ja nicht ganz ohne Hoffnung daherkommt“, relativiert der Singer/Songwriter. „Die Hoffnung ist, dass diese kommende Generation den Irrsinn, den wir gerade veranstalten, erkennt, die richtigen Schlüsse daraus zieht und den Karren aus dem Dreck zieht.“ Was viel Arbeit bedeutet. „Und zwar mehr Arbeit, als die Ozeane mit Plastik zu vermüllen und Kriege anzufangen.“
Will Varley ist um Optimismus bemüht, aber so recht gelingen will ihm das nicht. Dafür sieht er zu viel von der Welt. Als tourender Musiker ist er ständig unterwegs. Macht er mal Pause, zieht er sich mit Freunden zurück, um Platten aufzunehmen. Die neueste trägt den Titel MACHINES WILL NEVER LEARN TO MAKE MISTAKES LIKE ME – ein weiterer Beleg für den Humor des Briten. Denn wenn der einzige Vorteil des Menschen gegenüber der Maschine seine Fehleranfälligkeit ist, dann stehen ihm keine guten Zeiten bevor. Wobei Varley auch hier für einen Funken Optimismus wirbt. „Je mehr Perfektion die digitale Welt suggeriert, desto mehr sehnen sich die Menschen nach Fehlern.“ Dass er damit richtig liegen könnte, zeigt seine Karriere. Seit Anfang der 2010er-Jahre ist der geborene Londoner nun unterwegs, 2011 erschien sein erstes Album, fünf weitere folgten. Zu jedem spielte Varley ausgedehnte Tourneen, „und das Interesse an Musik der Art, wie ich sie mache, steigt.“ Längst hat sich um ihn herum eine Community gebildet, abseits aller Marketingpläne oder Abrufzahlen bei den Streamingdiensten. „Bei meinen Gigs, egal vor wie vielen Leuten, ist es so, dass sich Leute versammeln, die Lust haben, sich einen Abend lang mit Bier und Live-Musik zufriedenzugeben“, sagt er.
Im Herbst kommt Varley wieder nach Deutschland und nicht nur die Fans können sich darauf freuen, auch Will Varley selbst geht es so: „Ich werde in einigen der besten Indie-Clubs der Welt spielen dürfen und kann es gar nicht erwarten.“ Präsentiert wird euch die Tour von CLASSIC ROCK!
Neil Young And The Chrome Hearts kündigen für diesen Sommer ihre „Love Earth“-Welttournee an. Im Juli führt sie diese für drei exklusive Shows auch nach Deutschland.
Mit seiner Begleitband The Chrome Hearts, also Spooner Oldham (Farfisa-Orgel), Micah Nelson (Gitarre und Gesang), Corey McCormick (Bass und Gesang) und Anthony LoGerfo (Schlagzeug), bringt Neil Young für seine Fans eine Auswahl neuer und alter Songs auf die Bühne. Die Tour bedeutet für Young eine Rückkehr nach längerer Pause, immerhin besuchte er Europa zuletzt 2019 – damals unterstützt von Promise Of The Real, der Band um Lukas Nelson.
Neil Young And The Chrome Hearts „Love Earth“-Tour 2025:www.kj.de
Die aktuelle Single ›Big Change‹, die Young gemeinsam mit den Chrome Hearts aufgenommen hatte und diesen Januar veröffentlichte, ist die erste Ankündigung dessen, was seine Fans von der„Love Earth“-Tour erwarten dürfen.
Pink Floyd: LIVE AT POMPEII – die Legende ist zurück! Band und Macher erinnern sich an den Dreh eines der größten Konzertfilme aller Zeiten
Licht! Kamera! Musik! Probleme. Eine überarbeitete Version von „Pink Floyd: Live At Pompeii“ kommt in die Kinos – der perfekte Zeitpunkt, um die Entstehung des Films zu beleuchten, mit Erinnerungen von Schlagzeuger Nick Mason, Regisseur Adrian Maben und dem Mann hinter dem neuen Audiomix, Steven Wilson.
Gary Moore: Das unheimliche Genie des Gitarrenhelden
Ende der 70er-Jahre war Gary Moore zeitweise der heißeste Gitarrist in der coolsten Rockband des Planeten. Nach seinem Ausstieg bei Thin Lizzy machte er Anfang der 80er ein paar respektable Soloalben – und landete schließlich mit RUN FOR COVER einen Volltreffer.
Elton John: CAPTAIN FANTASTIC AND THE BROWN DIRT COWBOY – das Ende seines Höhenflugs?
CAPTAIN FANTASTIC AND THE BROWN DIRT COWBOY wurde schon vor seiner Veröffentlichung mit Goldstatus ausgezeichnet – der Lohn harter Arbeit. Doch das Album sollte auch das Ende des Höhenflugs von Elton John markieren. Und das Ende seiner Band.
Ghost:Eine neue Etappe mit SKELETÁ und Papa V Perpetua
Begegnung mit Tobias Forge in einem Hotel in Berlin. Das Gespräch mit ihm ist angenehm, weil er nicht mit vorformulierten Floskeln die Werbetrommel rührt. Er macht sich tiefere Gedanken über den Erfolg, die neue Etappe und Einflüsse. Los geht’s selbstverständlich mit der Frage nach dem neuen Alter Ego…
Ian Gillan: Seine Auszeit von Deep Purple mit Gillan
Zwischen zwei Phasen bei Deep Purple führte Sänger Ian Gillan zwei eigene Formationen, und das mit großem Erfolg. Hier blickt er zurück auf Gillan und wie Reibungen innerhalb der Band sie letztlich zerrissen.
Außerdem im Heft: New York Dolls, The Pretenders, Slade, Goo Goo Dolls, Colosseum, Uriah Heep, The Flower Kings, Joe Satriani, W.E.T., Billy Idol, T.Rex, Opeth, Stereophonics, Dio u.v.m.
Wenn ihr wollt, gibt es auch diese Ausgabe wie immer mit CD im Heft. Dabei sind Songs vonThose Damn Crows, Ally Venable, The Sun Or The Moon, Matt Andersen und mehr! Oder ihr bestellt wahlweise die neue Ausführung von CLASSIC ROCK ohne CD und spart dabei bares Geld!
CLASSIC ROCK verlost 3×2 Tickets für die Filmpremiere von „Pink Floyd At Pompeii MCMLXXII“ am Mittwoch, 23. April 2025, im UCI Kino in Berlin. Hier schnell mitmachen und gewinnen!
Macht mit und habt die Möglichkeit, dieses exklusive Event zu erleben: Seht schon vor allen anderen Pink Floyd-Fans die neu überarbeitete Version des legendären Konzertfilms – jetzt im IMAX-Format. Und wer früh genug kommt, kann sich vielleicht sogar ein Pink Floyd-Goodie-Bag schnappen!
Wenn ihr gewinnen wollt, schreibt eine Mail mit eurem vollständigen Namen unter dem Betreff „POMPEII/BERLIN“ an: verlosung@classicrock.netACHTUNG: Teilnahmeschluss ist bereits am Donnerstag, 16.04. um 15:00 Uhr!
Hier die wichtigsten Facts zum Event:
Filmpremiere „Pink Floyd At Pompeii MCMLXXII“ im IMAX-Format Mittwoch, 23. April 2025 UCI Luxe East Side Gallery – Uber Platz, Mildred-Harnack-Straße 13, 10243 Berlin Einlass: 17.00 Uhr Filmstart: 18.00 Uhr Ende: 20.00 Uhr
Freut euch auf einen ganz besonderen Kinoabend mit der neuen Version einer der einflussreichsten Musikdokumentationen, die jetzt digital in 4K aus dem 35mm-Originalmaterial neu gemastert und mit einem verbesserten, von Steven Wilson neu abgemischten, Ton versehen wurde. Laut Wilson sei es ihm eine große Ehre gewesen, den Soundtrack zu remixen. „Pink Floyd mit ihrer einzigartigen Musik waren für mich der Inbegriff intellektueller Coolness“, so Wilson.
„Pink Floyd At Pompeii MCMLXXII“ dokumentiert die Band auf dem Höhepunkt ihrer Schaffensphase, als sie mit Song-Juwelen wie ›A Saucerful Of Secrets‹ oder ›Echoes‹ ihren einzigartigen Stil prägten, kurz vor ihrem großen Erfolgsalbum THE DARK SIDE OF THE MOON. Die Aufnahmen wurden 1972 in den antiken Ruinen des römischen Amphitheaters in Pompeji, Italien, mitgeschnitten und zeigen Pink Floyd bei einem überaus intimen Konzert, das gänzlich ohne Publikum auskommt.
Weltweit in Kinos zu sehen ist „Pink Floyd At Pompeii MCMLXXII“ ab dem 24. April. Eine Woche später folgt die Veröffentlichung des Live-Albums, das ab dem 02. Mai auf CD, Digital Audio und erstmals in Dolby Atmos und als Vinyl erhältlich sein wird.
Einen Ausschnitt der neu restaurierten Version des Films könnt ihr euch hier in Form von ›One Of These Days‹ anschauen:
Der ewig unterbewertete Gitarrist führte den Bluesrock in den 70ern und darüber hinaus auf das nächste Level.
Etwas wirklich Außergewöhnliches geschah in den 90ern: Mitten im letzten Röcheln des Hair Metal und der Geburt des Grunge veröffentlichte der einstige Thin-Lizzy-Gitarrist Gary Moore ein Album, das alle überraschte und die Charts stürmte. Es war STILL GOT THE BLUES, eine Sammlung von Eigenkompositionen und Coverversionen, die, wie der Titel schon eindeutig ankündigte, dem Blues huldigte. „Ich war 37, als ich STILL GOT THE BLUES aufnahm, und kehrte damit zu der Musik zurück, die ich schon immer geliebt hatte“, erklärte er 2007. „Es war nicht kommerziell, es war nicht cool. Niemand hätte auch nur im Entferntesten vorhersagen können, wie erfolgreich es dann wurde.“ Moore war ein Typ aus Belfast, der zweimal bei Thin Lizzy war und dessen Blues-Einflüsse eher eine Grundlage für sein Gitarrenspiel waren, als es direkt zu prägen. Sicher, er war in den 70ern mit Skid Row, einer Bluesrockband, bekannt geworden, doch Anfang der 90er war Blues sicher nicht die Musik, die man von ihm erwartete.
Aufgewachsen in Belfast, ist es nicht überraschend, dass Moore eine Faszination für bluesbasierte Stilrichtungen entwickelte. „Belfast hatte eine großartige Bluesszene“, sagte er, „all diese Gitarristen kamen aus Cork dorthin, etwa Rory Gallagher. Und dann hörten wir vom britischen Blues.“ Und da fing es dann wirklich an für den jungen Gitarrenhelden. „John Mayalls BEANO-Album [Mayalls bahnbrechendes BLUESBREAKERS WITH ERIC CLAPTON von 1966] war für mich der wahre Wendepunkt – das waren die Sachen, die ich wirklich kannte.“ Doch es waren nicht die Mississippi-Delta-Musiker der Nachkriegszeit, die Moores Gitarrenspiel beeinflussten. „Ich meine, ich hatte den Namen Robert Johnson schon mal gehört“, sagte er schulterzuckend, „aber der akustische Blues berührte mich nicht im Geringsten. Es ging zunächst gar nicht mal um den Song und den Text, es drehte sich alles um die Emotion der E-Gitarre. Mein Freund hatte das BEANO Album und ich war ständig bei ihm zuhause. Dieser neue Sound war meine große Leidenschaft. Dann borgte ich mir die Platte von diesem Typen und ruinierte sie, indem ich sie immer und immer wieder spielte. Ich kam von der Schule nach Hause und lernte jeden Ton, jeden Song, Note um Note. Irgendwie verstand ich das einfach.“
Killer-Track: ›Still Got The Blues‹
Und wer war der Gitarrist, der diesen feurigen neuen Klang erschaffen hatte? Natürlich kein Geringerer als Eric Clapton. „Als ich Clapton zum ersten Mal Gitarre spielen hörte, veränderte das mein Leben. Ich war bereits am Lernen, aber als ich diese Platte hörte, passierte etwas wirklich Tiefgreifendes mit mir. Schon nach zwei Sekunden des ersten Tracks war ich total überwältigt.“ Nach einer selbstauferlegten Lehre bei Clapton (inklusive der Tatsache, dass seine Wahl ebenfalls auf eine Gibson Les Paul fiel – eine Entscheidung, die sowohl von Clapton als auch von seinem anderen großen Blueshelden Peter Green beeinflusst wurde) entdeckte Moore die Oldschool-Blueser dann auf eigene Faust. Mit Clapton und Green als wichtigsten Inspirationsquellen bohrte er ihre Bluesessenz mit einer hochoktanigen Feurigkeit auf, die schließlich sein Spiel bei Thin Lizzy charakterisieren sollte, wo Melodien mit traditionellen Blueslinien verschmolzen wurden. Auch live war Moore beeindruckend, er legte einfach so viel Leidenschaft in seine Darbietung. „Das ist die Sache am Blues – selbst wenn du Rocknummern spielst, verleiht er dir diese Emotionalität, und damit auch deinem Spiel.“
Texte in der Serie „Blues Boom“: Marcel Anders, Geoff Barton, Max Bell, Mark Blake, Joe Bosso, Jamie Dickson, Paul Elliott, Hugh Fielder, Polly Glass, Siân Llewellyn, Joel McIver, Ed Mitchell, Tony Russell, Johnny Sharp, Mick Wall, Henry Yates
Das große Feature über Gary Moores Soloalben der 80er könnt ihr in der kommenden Ausgabe von CLASSIC ROCK lesen! CLASSIC ROCK #139: ab 11.04. überall im Handel oder schon jetzt hier versandkostenfrei bestellen…