Blues Boom: Gary Moore

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Blues Boom: Gary Moore

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Der ewig unterbewertete Gitarrist führte den Bluesrock in den 70ern und darüber hinaus auf das nächste Level.

Etwas wirklich Außergewöhnliches geschah in den 90ern: Mitten im letzten Röcheln des Hair Metal und der Geburt des Grunge veröffentlichte der einstige Thin-Lizzy-Gitarrist Gary Moore ein Album, das alle überraschte und die Charts stürmte. Es war STILL GOT THE BLUES, eine Sammlung von Eigenkompositionen und Coverversionen, die, wie der Titel schon eindeutig ankündigte, dem Blues huldigte. „Ich war 37, als ich STILL GOT THE BLUES aufnahm, und kehrte damit zu der Musik zurück, die ich schon immer geliebt hatte“, erklärte er 2007. „Es war nicht kommerziell, es war nicht cool. Niemand hätte auch nur im Entferntesten vorhersagen können, wie erfolgreich es dann wurde.“ Moore war ein Typ aus Belfast, der zweimal bei Thin Lizzy war und dessen Blues-Einflüsse eher eine Grundlage für sein Gitarrenspiel waren, als es direkt zu prägen. Sicher, er war in den 70ern mit Skid Row, einer Bluesrockband, bekannt geworden, doch Anfang der 90er war Blues sicher nicht die Musik, die man von ihm erwartete.


Aufgewachsen in Belfast, ist es nicht überraschend, dass Moore eine Faszination für bluesbasierte Stilrichtungen entwickelte. „Belfast hatte eine großartige Bluesszene“, sagte er, „all diese Gitarristen kamen aus Cork dorthin, etwa Rory Gallagher. Und dann hörten wir vom britischen Blues.“ Und da fing es dann wirklich an für den jungen Gitarrenhelden. „John Mayalls BEANO-Album [Mayalls bahnbrechendes BLUESBREAKERS WITH ERIC CLAPTON von 1966] war für mich der wahre Wendepunkt – das waren die
Sachen, die ich wirklich kannte.“ Doch es waren nicht die Mississippi-Delta-Musiker der Nachkriegszeit, die Moores Gitarrenspiel beeinflussten. „Ich meine, ich hatte den Namen Robert Johnson schon mal gehört“, sagte er schulterzuckend, „aber der akustische Blues berührte mich nicht im Geringsten. Es ging zunächst gar nicht mal um den Song und den Text, es drehte sich alles um die Emotion der E-Gitarre. Mein Freund hatte das BEANO Album und ich war ständig bei ihm zuhause. Dieser neue Sound war meine große Leidenschaft. Dann borgte ich mir die Platte von diesem Typen und ruinierte sie, indem ich sie immer und immer wieder spielte. Ich kam von der Schule nach Hause und lernte jeden Ton, jeden Song, Note um Note. Irgendwie verstand ich das einfach.“


Und wer war der Gitarrist, der diesen feurigen neuen Klang erschaffen hatte? Natürlich kein Geringerer als Eric Clapton. „Als ich Clapton zum ersten Mal Gitarre spielen hörte, veränderte das mein Leben. Ich war bereits am Lernen, aber als ich diese Platte hörte, passierte etwas wirklich Tiefgreifendes mit mir. Schon nach zwei Sekunden des ersten Tracks war ich total überwältigt.“ Nach einer selbstauferlegten Lehre bei Clapton (inklusive der Tatsache, dass seine Wahl ebenfalls auf eine Gibson Les Paul fiel – eine Entscheidung, die sowohl von Clapton als auch von seinem anderen großen Blueshelden Peter Green beeinflusst wurde) entdeckte Moore die Oldschool-Blueser dann auf eigene Faust. Mit Clapton und Green als wichtigsten Inspirationsquellen bohrte er ihre Bluesessenz mit einer hochoktanigen Feurigkeit auf, die schließlich sein Spiel bei Thin Lizzy charakterisieren sollte, wo Melodien mit traditionellen Blueslinien verschmolzen wurden. Auch live war Moore beeindruckend, er legte einfach so viel Leidenschaft in seine Darbietung. „Das ist die Sache am Blues – selbst wenn du Rocknummern spielst, verleiht er dir diese Emotionalität, und damit auch deinem Spiel.“


Killer-Track: ›Still Got The Blues‹

Texte in dieser Serie: Marcel Anders, Geoff Barton, Max Bell, Mark Blake, Joe Bosso, Jamie Dickson, Paul Elliott, Hugh Fielder, Polly Glass, Siân Llewellyn, Joel McIver, Ed Mitchell,
Tony Russell, Johnny Sharp, Mick Wall, Henry Yates

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1 Kommentar

  1. Nichts gegen Bonamassa und die vielen anderen, aber Gary Moore ist einfach der emotionalere Gitarrist und Musiker für mich als Hobby-Gitarrist
    der der gleichen Zeit-Epoche wie Gary Moore entsprang, diese erleben durfte.
    Leider ist Gary schon von uns gegangen aber seine emotionale Interpretation des Blues-Rock kann man weiter hören.
    Ein Typ von mir : ein letzter Live-Mitschnitt von im ,, Live From London ,, bringt nochmals diese Leidenschaft zu Gehör
    die typisch war für die Blues-Interpretationen von Gary Moore.
    Seine Peter-Green Les Paul hält nun Kirk Hammett in Händen. Eines Tages wird auch ihn das Blues-Fieber überkommen.
    Die Gitarre

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