Für Garten-Interessierte mit einem Faible für Mötley Crüe könnte am 15. April ein Traum wahr werden. Dann nämlich kann man zusammen mit Drummer Tommy Lee in Los Angeles einen Gartengestaltungs-Workshop mit dem Schwerpunkt „Bonsai“ besuchen. Klingt komisch, ist es auch.
Aktuell können Gebote bei Ebay abgegeben werden. Derzeit steigern 46 Interessenten mit, das Höchstgebot liegt bei 5150$ und dürfte somit auch bei Van-Halen-Fans für Begeisterungsstürme sorgen. Den Erlös aus der Aktion spendet Tommy Lee an den „California Bonsai Society’s Ben Oki Scholarship Fund.“
Bei den Country Music Television Awards am 03. April in Texas wurden Lynyrd Skynyrd mit einer stargespickten All-Star-Performance geehrt. Mit dabei waren u.a. Slash von Guns N‘ Roses, Billy Gibbons von ZZ Top, Paul Rodgers, Mitglieder der Allman Brothers Band und mehr. Zum 50 jährigen Bandbestehen und im Gedenken an den kürzlich verstorbenen Gary Rossington coverte die hochkarätige Truppe die Skynyrd-Songs ›Simple Man‹ und ›Sweet Home Alabama‹
Letzten Freitag, am 31. März, erschien TRUE BLUE, das neue Album von Erik Cohen und staubte zahlreiche Lobeshymnen ab. Mit der Überschrift „Deutscher Rock in seiner eigenen Kategorie“ wurde die Platte auch von unserem CLASSIC-ROCK-Autoren positiv betitelt.
„Wer auf authentisch-dreckigen Straßenrock steht, wird mit Nummern à la ›Orion‹ oder dem Titeltrack auch dieses Mal wieder mehr als happy sein. Dazu gibt es jede Menge Zeug zum Mitgrölen. ›Club Pinasse‹ und ›Gelsenkirchene Barock‹ schießen diesbezüglich gleich zu Beginn der Scheibe den Vogel ab. Wer außerdem Post-Punkiges mit scheppernden Verneigungen vor Ideal und/oder Fehlfarben mag, sollte zudem speziell mittels ›Malaria‹ auf seine Kosten kommen. Und dann sind da noch die breitwandigen Großkompositionen ›Reeperbahn‹, ›Diamant‹ und ›Trucker‹, bei denen Cohen und seine Mitmusiker ihre gar nicht mal so heimliche Liebe zum – in ihren eigenen Dimensionen natürlich! – Bombast-Pop ausleben und in denen immer wieder angenehm die Bewunderung des Sängers für Joachim Witt durchschimmert.“ (Oliver Kube)
Sebastian Bach über Reality-TV und die Freuden und Leiden des Älterwerdens.
Sebastian Bach ließ sich noch nie lange bitten, um seine Meinung zu äußern. Und daran hat sich bis heute nichts geändert. Auch wenn seine Karriere ihn zum Musical-Theater (in den Titelrollen als „Jekyll & Hyde“ am Broadway) und ins Fernsehen (mit einer wiederkehrenden Rolle in „Gilmore Girls“ und einer Reihe von Reality-Formaten wie „I Married Sebastian Bach“) geführt hat, so bleibt er im Grunde seines Herzens doch immer noch ein Vollgas- immer-auf-die-Zwölf-Rock’n’Roll-Frontmann. „Scheiße, Mann“, schreit er, „das ist mein Job. Was glaubst du denn, über wessen Haare sie redeten, wenn sie von ‚hair metal‘ sprachen?“
In Presseinfos zu deinen Platten wirst du gerne als „einer der letzten echten Rockstars“ beschrieben. Stimmst du dem zu?
Ach, keine Ahnung. Wenn du davon redest, sich zu prügeln und verhaftet zu werden – klar, das habe ich gemacht und tue es immer noch. Aber, na ja, was ist schon ein Rockstar? Nun, Ozzy ist ein Rockstar, Judas Priest sind Rockstars. Ronnie James Dios bestes Album, das ich am fucking meisten liebe, war sein jüngstes: THE DEVIL YOU KNOW von Heaven And Hell. ›Bible Black‹ war sein fucking bester Song aller Zeiten. Das ist es, was ich will – das immer noch zu machen, wenn ich 65 bin, und immer noch die besten Songs zu schreiben, die ich schreiben kann. Das bedeutet, ein Rockstar zu sein. Es ist die Musik, an die sich die Leute erinnern, nicht der ganze andere Kram.
Du bist nie stehen geblieben und hast gewartet, bis die Welt wieder auf Heavy Metal steht. Du warst auf der Bühne und im Fernsehen. Was hast du daraus gelernt?
Durch „Jekyll & Hyde“ hab ich die ganzen Fernsehsachen bekommen. Jason Flomm, der Skid Row für Atlantic gesignt hatte, hatte mich den Produzenten empfohlen, weil sie einen echten Rock’n’Roller am Broadway haben wollten. Ich bekam dieses Script … Mann, das hat mich echt nervös gemacht. Jason sagte, ich solle mir Hyde als meine ›I Remember You‹ – und Jekyll als meine ›Monkey Busine‹-Stimme vorstellen. Möchte ich das weitermachen? Nee. Das bedeutet mir einen Scheiß. Fernsehen bedeutet einen Scheiß.
Ryuichi Sakamoto ist am 28. März im Alter von 71 Jahren an Krebs verstorben. Das wurde am 02. April auf den Social Media Kanälen des Künstlers aus Tokyo mitgeteilt. Sakamoto war Schauspieler, Produzent, Komponist (auch für Film-Soundtracks) und Pionier im Bereich Electro-Pop, mit seiner Band Yellow Magic Orchestra beeinflusste er den Werdegang elektronischer Musik in Japan maßgeblich.
Nachdem der nordamerikanische Songwriter und „Monster Folk“-Virtuose seine für 2018 und 2022 geplanten Deutschland-Tourneen absagen musste, kommt Amigo The Devil nun im Juni 2023 endlich mit seinem aktuellen Album BORN AGAINST auf Tour.
Glamour und Drama liegen im Rock’n’Roll oft dicht beieinander – so auch bei Van Halen. Am 01. April 1985 verlässt Sänger David Lee Roth die Band.
Zusammen mit Van Halen schrieb David Lee Roth Musikgeschichte. Alben wie VAN HALEN und 1984 zählen bis heute zu den internationalen Topsellern der Rockwelt. Doch Erfolg bringt oft auch Streit und Dramen – so auch bei Van Halen.
Nach diversen Streitigkeiten verließ Roth schließlich am 01. April 1985 die Band und startete eine nicht weniger beeindruckende Solokarriere. Ersetzt wurde er am Ende des Jahres durch Sammy Hagar.
›Dance The Night Away‹ entstand während der Sessions zu Van Halens zweiten Album VAN HALEN II. Inspiriert wurde es von Fleetwood Macs ›Go Your Own Way‹.
Nach dem Tod von Jimmy Bain († 2016) ist die Stammbesetzung von Last In Line mit Vivian Campbell (Def Leppard, Dio), Vinny Appice (Black Sabbath, Dio), Bassist Phil Soussan (Ozzy Osbourne) und Frontmann Andrew Freeman (Offspring, Thirty Stones) erst recht eine gefestigte Einheit aus vier starken Individualisten.
Mit großer Produktion und Einflüssen von Led Zeppelin über Whitesnake bis Alice In Chains klingt JERICHO, das neue Album von Last In Line, jetzt nicht nach schüchterner Leisetreterei. Auch wenn der Schatten, den ihr einstiger Mentor Ronnie James Dio wirft, nicht gerade klein ist. „Na klar, es wird oft eine Connection zu Ronnie hergestellt. Und eine Verbindung zwischen uns und der ursprünglichen Dio-Band ist ja da – gerade weil Vinny und Vivian sehr lange mit Ronnie zusammengespielt haben.“ Das erzählt uns Bassist Phil Soussan, der selber auch schon mit Billy Idol, Vince Neil oder Johnny Hallyday gearbeitet hat. „Für uns wird es aber dann zu einem Problem, wenn wir als eine Art Dio-Tribute-Gruppe gesehen werden. Denn ich verstehe uns nicht als engstirnige Nachlassverwalter, die nur ein einziges Thema haben. Ich finde, dass wir schon eine originelle Handschrift in unseren Songs haben. Mit der müssen wir uns nicht verstecken und auf die sind wir schon sehr stolz. Wir haben unseren Spaß beim Spielen, ganz sicher mehr, als uns das von so mancher Kritikerseele zugeschrieben wird.“ Und wie sieht er das Musizieren an sich: Also ist es eher eine große Fleißarbeit, neue Lieder zu machen, oder geht ohne Inspiration so gut wie nichts? Phil überlegt kurz und sagt dann: „Für mich besteht ein großer Unterschied zwischen Hardrock und Musik, die einen Classic-Rock-Vibe hat. Es ist in meiner Wahrnehmung ein komplett anderer Ansatz, was und wie komponiert wird. Vinny zum Beispiel tendiert dazu, eher härtere Grooves zu spielen. Ich glaube, dass uns das bei der Arbeit an den Tracks immer den richtigen Drive gibt – es geht immer direkt nach vorne.“ Und wie schaut er nun mit ein paar Wochen Abstand auf das aktuelle Werk JERICHO – gibt es Lieblingssongs, die ihm besonders ans Herz gewachsen sind? „Ja, klar. ›Bastard Son‹ und ›Hurricane Orlagh‹ gefallen mir inzwischen eigentlich am besten. Wir hatten ordentlich Spaß bei den Aufnahme-Sessions. Danach haben Andrew und ich uns bei den nachträglich hinzugefügten Produktionsideen und Background-Vocals ins Zeug gelegt. Ich bin echt stolz und habe schon das Gefühl, dass die Platte sehr gut die Essenz von uns Vieren einfängt.“
Phil ist auch ein absoluter Musik-Nerd, der gerne über seine Leidenschaft spricht: „Ich liebe es einfach, wenn die Beatles oder T.Rex im Radio laufen. Die frühen Platten, die meine Liebe für den Heavy Rock erst entfacht haben, sind das erste Led-Zeppelin-Album, das Frühwerk von Free und natürlich Deep Purple.“ Phil ist sich dabei durchaus bewusst, dass er ein privilegiertes Leben führt: „Ich kann ehrlich sagen, dass ich so ziemlich alle Menschen getroffen habe, die ich treffen wollte. Dass darunter David Bowie und Jimmy Page sind, dafür bin ich mehr als dankbar. Und Jimmy ließ mich ja sogar kurzzeitig bei seinem Projekt The Firm mitmachen. Natürlich hätte ich aber gerne auch mal Elvis Presley getroffen.“ Doch das habe leider nicht geklappt. Ist es für ihn denn eigentlich schwierig, sein Musikerleben mit seinem Privatleben zu kombinieren? „Meine Frau kennt es ja nicht anders, als dass ich häufiger mal lange weg bin. Mit Last in Line touren wir im Moment aber nicht so ausgiebig. Dadurch ergibt sich die Chance, Zeit in meinem Home-Studio zu verbringen. Hier habe ich meine zwei Soloplatten VIBRATE (2006) und NO PROTECTION (2011) konzipiert und bin gerade dabei, ein drittes aufzunehmen.“ Das ist vielleicht ein weiteres Alleinstellungsmerkmal von Last In Line: Alle einzelnen vier Mitglieder sind rund um die Uhr beschäftigt.