Das letzte Wort: Sebastian Bach

-

Das letzte Wort: Sebastian Bach

sebastian bach
Sebastian Bach über Reality-TV und die Freuden und Leiden des Älterwerdens.

Sebastian Bach ließ sich noch nie lange bitten, um seine Meinung zu äußern. Und daran hat sich bis heute nichts geändert. Auch wenn seine Karriere ihn zum Musical-Theater (in den Titelrollen als „Jekyll & Hyde“ am Broadway) und ins Fernsehen (mit einer wiederkehrenden Rolle in „Gilmore Girls“ und einer Reihe von Reality-Formaten wie „I Married Sebastian Bach“) geführt hat, so bleibt er im Grunde seines Herzens doch immer noch ein Vollgas- immer-auf-die-Zwölf-Rock’n’Roll-Frontmann. „Scheiße, Mann“, schreit er, „das ist mein Job. Was glaubst du denn, über wessen Haare sie redeten, wenn sie von ‚hair metal‘ sprachen?“

In Presseinfos zu deinen Platten wirst du gerne als „einer der letzten echten Rockstars“ beschrieben. Stimmst du dem zu?
Ach, keine Ahnung. Wenn du davon redest, sich zu prügeln und verhaftet zu werden – klar, das habe ich gemacht und tue es immer noch. Aber, na ja, was ist schon ein Rockstar? Nun, Ozzy ist ein Rockstar, Judas Priest sind Rockstars. Ronnie James Dios bestes Album, das ich am fucking meisten liebe, war sein jüngstes: THE DEVIL YOU KNOW von Heaven And Hell. ›Bible Black‹ war sein fucking bester Song aller Zeiten. Das ist es, was ich will – das immer noch zu machen, wenn ich 65 bin, und immer noch die besten Songs zu schreiben, die ich schreiben kann. Das bedeutet, ein Rockstar zu sein. Es ist die Musik, an die sich die Leute erinnern, nicht der ganze andere Kram.

Du bist nie stehen geblieben und hast gewartet, bis die Welt wieder auf Heavy Metal steht. Du warst auf der Bühne und im Fernsehen. Was hast du daraus gelernt?
Durch „Jekyll & Hyde“ hab ich die ganzen Fernsehsachen bekommen. Jason Flomm, der Skid Row für Atlantic gesignt hatte, hatte mich den Produzenten empfohlen, weil sie einen echten Rock’n’Roller am Broadway haben wollten. Ich bekam dieses Script … Mann, das hat mich echt nervös gemacht. Jason sagte, ich solle mir Hyde als meine ›I Remember You‹ – und Jekyll als meine ›Monkey Busine‹-Stimme vorstellen. Möchte ich das weitermachen? Nee. Das bedeutet mir einen Scheiß. Fernsehen bedeutet einen Scheiß.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Das Neueste

Das letzte Wort: Mark Lanegan

Das Seattle-Urgestein über finstere Zeiten, den Segen der Kreativität und das beschauliche Leben in der irischen Provinz. Mit den Screaming...

Zeitzeichen: Judas Priest SIN AFTER SIN

Im Jahr 1977 touren Judas Priest im Vorprogramm von REO Speedwagon durch Amerika. „Für mich war das etwas ganz...

The Sonic Brewery: Eher Rival Sons als Daniel Küblböck oder Ozzy

Die Niederbayern The Sonic Brewery melden sich am Tag nach ihrem Konzert im heimischen Eggenfelden anlässlich der Veröffentlichung von...

Russ Ballard: „Mein Feuer brennt noch immer”

Er zählt zu den großen Songwritern unserer Zeit, seine Hits hat jeder im Ohr. Im Frühjahr 2024 präsentiert Russ...

Gitarrenheldin: Poison Ivy

1976 gründete Kristy Marlana Wallace unter ihrem Künstlernamen Poison Ivy zusammen mit ihrem späteren Mann Erick Lee Purkhiser alias...

Black Sabbath: Tony Iommi im Interview – This Is The End

„Die letzte Tour war eine Altmännerreise auf Luxusniveau.“ This is the end: Am 4. Februar 2017 spielten Black Sabbath ihren...

Pflichtlektüre

The Sensible Gray Cells – GET BACK INTO THE WORLD

Mit 66 Jahren … Offenbar unkaputtbar, der Typ. Sieben Jahre...

Thomsen – III

Teutonenstahl Ursprünglich nur als temporäres Projekt geplant, um dem Namensgeber...

Das könnte dir auch gefallen
Für dich empfohlen