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Start Blog Seite 1306

Pain Of Salvation

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Pain_Of_SalvationVor einem guten Jahr veröffentlichten Pain Of Salvation ihr Album ROAD SALT ONE und spalteten damit die Meinungen von Kritikern und Fans. Die einen schwärmten von einem Meisterwerk, die anderen schüttelten nur verständnislos den Kopf – Reaktionen, die die Schweden seit mehr als 20 Jahren kennen. „Entweder hassen uns die Leute – oder sie lieben uns. Obwohl ich es eher vorziehe, geliebt zu werden“, lacht Bandchef Daniel Gildenlöw. „In gewisser Weise haben wir uns an diese Reaktionen ge­­wöhnt. Wir sind eine sehr facettenreiche Band, die keine Angst davor hat, unterschiedlichste Musikstile auszuprobieren. Da muss man mit Kritik rechnen.“

Das stimmt, denn jedes Album der Band klingt anders, wodurch sich Fans oft vor den Kopf gestoßen fühlen. „Ich habe jedoch oft das Gefühl, dass ich missverstanden werde“, fügt Daniel hinzu. „Ich habe mich zwar damit abgefunden, dass uns die Menschen in Extremen wahrnehmen. Aber wenn jemand etwas so offensichtlich hasst, in das du so viel Leidenschaft und Herzblut gesteckt hast, dann tut das immer weh. Ich habe keine Angst vor Kritik. Sie trifft mich allerdings immer sehr, geht bis ins Mark.“

Auch Anfang des Jahres mussten die Schweden wieder viel Kritik einstecken, dieses Mal für ihr Video zum ROAD SALT ONE-Song ›Where It Hurts‹, das zensiert und auf den meisten Internetkanälen sogar verboten wurde. Es zeigt Daniel, der nackt mit einem klopfenden Herzen auf dem Boden sitzt, leidenschaftliche Liebesszenen und letztendlich ein nacktes, blutverschmiertes Mädchen. „Diese krassen Reaktionen haben mich wirklich überrascht“, blickt Daniel zurück. „Mir war klar, das es manche Leute etwas anstößig finden könnten, schließlich enthält das Video Blut, Sex und nackte Körper. Aber alles ist sehr ästhetisch und kunstvoll dargestellt. Wir haben uns von alten japanischen Filmen inspirieren lassen, die auch Quentin Tarantino als Vor­­­lage für ‚Kill Bill‘ verwendet hat. Es geht darum, Schönheit in Hässlichkeit zu finden. Es gibt auf diesen Plattformen so viel ekelhafte Dinge zu sehen, dass ich wirklich nicht verstehe, was an unserem Video so schlimm sein soll.“

Vor allem, da Daniel dafür über seinen eigenen Schatten ge­­sprungen ist. „Ich bin ein sehr schüchterner Mensch. Es war sehr schwer für mich, nackt vor einer Kamera zu sitzen und diese Liebesszenen zu spielen. Das bin nicht ich“, blickt er zurück und fügt dann grinsend hinzu: „Nicht dass ich nicht gerne leidenschaftlichen Sex habe, aber das mache ich normalerweise nicht in der Öffentlichkeit.“

Im September erschien nun mit ROAD SALT TWO das zweite und abschließende Werk des ROAD SALT-Projektes, das Kritiker und Fans milde stimmen dürfte, da es nahtlos an den Vorgänger anknüpft. „Ein Großteil der Songs wurde schon während der Sessions zu ROAD SALT ONE aufgenommen und hätte auch hervorragend auf dieses Album gepasst“, erklärt Daniel. „Deshalb unterscheiden sich die beiden Alben nicht besonders stark voneinander, sondern ergänzen sich eher. Das zweite Album wirft jedoch ein völlig anderes Licht auf das erste, wodurch man dieses noch einmal neu für sich entdecken kann.“

Anfänglich war auch geplant, ein Doppelalbum herauszubringen. „Dass es nun zwei Alben gibt, hat mit vielen unerwarteten Begebenheiten und Entscheidungen zu tun“, holt Daniel aus. „2008 arbeitete ich in meinem Kopf an insgesamt drei Alben, eines davon war die ROAD-Idee. Ein Jahr später sollten wir mit Dream Thea­ter auf US-Tour gehen, wozu wir ein neues Album brauchten. Da ich mich nicht entscheiden konnte, welche Idee ich umsetzen sollte, beschloss ich, alle Songs aufzunehmen und ein Doppelalbum zu machen. Jedoch ging während der Aufnahmen unser Vertrieb bankrott, so dass wir einige Zeit nichts machen konnten. Als ich das Material schließlich später wieder zur Hand nahm, ergab alles einen Sinn, und ich wusste, wie ich die Songs aufzuteilen hatte: nämlich auf zwei Einzelalben.“

Da beide CDs eng miteinander verwoben sind, fällt es dem Musiker schwer, sie einzeln zu betrachten. „Ich kann beide Alben nicht mehr objektiv wahrnehmen“, erklärt er. „Es ist so, wie ich es im Song ›Of Dust‹ auf ROAD SALT ONE sage: Wenn du für längere Zeit eine Straße hinabgehst, kommst du an einen Punkt, an dem du dich selbst nicht mehr von der Straße unterscheiden kannst. Die ROAD-­­Alben sind für mich wirklich eine Art Straße geworden, auf der ich entlang gereist bin. Du veränderst die Straße, und die Straße verändert dich. Und am Ende ist keiner mehr so, wie er vorher war.“

Nicke Borg

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NB_press_1_litenWie Fukushima alles verändert hat (zumindest in der Atompolitik der deutschen Bundesregierung), so hat der 2006er-Sieg von Lordi beim Eurovision Song Contest das Image des einstigen Schlagerwettbewerbs verändert. Seither trauen sich die Künstler, immer spektakulärere Auftritte abzuliefern, und es treten auch vermehrt Rocker an. 2011 hätte Schweden die Chance gehabt, einen gestandenen Frontmann eines der größten einheimischen Punk- bzw. Hardrock-Acts nach Düsseldorf zu schicken, warf sich doch Backyard Babies-Sänger Nicke Borg im nationalen Vorentscheid ins Getümmel. Das Rennen machte zwar Eric Saade, Borg bescherte seine Show im Fernsehen vor ein paar Millionen Schweden jedoch eine Menge Aufmerksamkeit und machte ihn ne­­ben den Backyard Babies nun auch als Solokünstler be­­kannt. Im Rückblick sagt er heute darüber: „Wenn mir vor fünf Jahren irgendjemand gesagt hätte, dass ich beim ‚Me­­lodiefestivalen‘ auftauchen würde, hätte ich ihn ausgelacht. Allerdings muss ich sagen, dass die ganze Chose schon eine der denkwürdigsten Aktionen war, die ich jemals abgeliefert habe.“ ›Leaving Home‹, die Rock-Ballade, mit der Borg in Stockholm antrat, steht durchaus exemplarisch für den Sound seiner Soloaktivitäten. So finden sich auf HOMELAND – CHAPTER II, dem Debütalbum des 38-Jährigen, fast ausschließlich Tracks, die problemlos im Radio gespielt werden können. Nicke Borg bleibt dabei keinesfalls austauschbar, sondern punktet mit eingängigen Me­­­­lo­­dien. Gerockt wird natürlich auch, hat sich der Teilzeitradiomoderator doch wie üblich von seinen Idolen inspirieren lassen. „Bei dieser Musik, die ich immer schon auf­­nehmen und performen wollte, standen Vorbilder wie z.B. Johnny Cash, Steve Earle, Guns N‘ Roses, die Rolling Stones und Social Distortion Pate“, berichtet Borg. Klar also, dass sich auch eine Coverversion auf HOMELAND geschmuggelt hat: ›Bad Luck‹, im Original von Social D. Beim Texten hat sich Borg übrigens zurückgehalten und seine Ehefrau Jojo Borg Larsson einfach machen lassen. Der Mann kennt eben seine Stärken…

The Walkabouts

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The Walkabouts 2011 @  Hilary Harris (1)Sechs Jahre sind seit ACETYLENE vergangen, der bis dato letzten Studioplatte der Walkabouts. Sechs Jahre, die sich Song­writer Chris Eckman, Sängerin Car­­la Torgerson & Co. bewusst als Bandpause verordnet haben. Nicht weil die Düster-Folker keine Musik machen wollten – Eckman hat zwischenzeitlich Alben hat mit L/O/N/G und Dirtmusic aufgenommen –, sondern weil sie nur wieder gemeinsam ins Studio wollten, wenn sie wirklich etwas zu sagen haben, ihnen eine zünden­­de Idee kommt, mit der man ein Album füllen kann.

Die kam 2010 und mauserte sich zu TRAVELS IN THE DUSTLAND. Wobei dieses „Staubland“ ein symbolischer Ort ist, der aber viele Eigenschaften von realen Orten hat. „Er befindet sich irgendwo im westlichen Landesinneren von Amerika, wo die Menschen seit jeher ein hartes Leben hatten, die Um­­stände es ihnen aber heute nicht wirklich leichter machen“, so Eckman. „Einige Regionen dort haben sich in den letzten 100 Jahren kaum verändert.“ Dustland sollte keinem konkreten Ort zugeordnet werden, sondern einen fiktiven Ortes skizzieren. „Ich wollte es halten wie William Faulk­ner, der ja auch in seinen Romanen das fiktive Yoknapatawpha County irgendwo in Mississippi erfunden hat, in dem all seine Geschichten spielen.“

Musikalisch umgesetzt haben Eckman und Torgerson TRAVELS IN THE DUSTLAND mit ihren angestammten Walkabouts-Kräften Michael Wells (Bass), Glenn Slater (Keyboards) und Terri Moeller (Drums). Zudem ist ein zweiter Gitarrist in der Band: „Paul Austin hatte viele Ideen für die Arrangements. Er frag­te oft, ob wir uns eine Idee auch anders vorstellen könnten. Genau dieser Ansatz ist es, weshalb ich ihn haben wollte.“

Subsignal

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Subsignal 2011 @ stephan_lagerwischMit der Prog Metal-Band Sieges Even konnte Gitarrist Markus Steffen schon seit Ende der Achtziger beachtliche Erfolge innerhalb der Szene erzielen. Vor einigen Jahren begann es jedoch innerhalb der Band zu kriseln, wodurch Steffen zusammen mit seinem damaligen Sängerkollegen Arno Menses Subsignal ins Leben rief. 2009 veröffentlichten sie ihr Debüt BEAUTIFUL & MONSTROUS und konnten Kritiker und Fans weitgehend überzeugen. „Das war schon eine Er­­leichterung“, blickt Markus zurück. „Wenn du eine Band wie Sieges Even verlässt, die sich einen guten Ruf aufbauen konnte, ist es nicht selbstverständlich, dass du mit einer neuen Band an diesen Erfolg anknüpfen kannst. Darüber sind wir sehr froh. Denn das, was wir jetzt machen, ist für Arno und mich genau das Richtige.“

Manch altgedienter Anhänger mag auch jetzt auf eine Reunion von Sieges Even hoffen. Steffen zerstreut jedoch vorsichtshalber jegliche möglicherweise aufkommende Erwartungshaltung: „Das wird definitiv nicht passieren. Es gibt natürlich immer Leute, die sich die Vergangenheit zu­­rückwünschen. Aber man muss auch die Realitäten sehen. Bei Sieges Even hat es auf der persönlichen Ebene einfach nicht mehr gepasst. Für mich und Arno ist das, was wir jetzt machen, wirklich wunderbar. Subsignal sind das, was wir tun wollen. Die Spannungen, die bei Sieges Even herrschten, gibt es hier nicht. Und so ein Stress macht dich auf Dauer fertig, da macht die Arbeit keinen Spaß mehr. Bei Subsignal hingegen ist die Freude an der Musik wieder da.“

Nach der Fertigstellung des Debüts stürzten sich die Musiker beinahe nahtlos in die Arbeit für das neue Album TOUCHSTONES. „Wir hören eigentlich nie auf zu schreiben“, lacht der Gitarrist. „Wir hatten den guten Vorsatz, eine kürzere Platte zu machen – was jedoch gleich mal in die Hose ging. Denn dadurch, dass wir so viel komponiert haben, ist sie jetzt doch 75 Minuten lang geworden.“

Während BEAUTIFUL & MONSTROUS noch beinahe ausschließlich von Markus und Arno geschrieben wurde, brachten sich ihre Bandkollegen Roel Van Helden (Schlagzeug), Ralph Schwager (Bass) und David Bertok (Keyboards) bei TOUCHSTONES deutlich mehr ein. „Dieses Album ist wirklich durch alle fünf Mitglieder entstanden“, schwärmt Markus. „Roel ist viel mehr aus sich rausgegangen. Bei unserem Debüt hat er sich sehr zurückgehalten, weil er sich nicht traute, das abzuwandeln, was wir ihm gegeben hatten. Dieses Mal sagten wir ihm, er soll machen, was er will! So war das auch bei den anderen. Ralph und David haben viele Ideen für die Arrangements eingebracht, und David hat auch einige der Texte geschrieben.“ Herausgekommen sind zwölf epische Tracks, die bisweilen mehr Härte als die älteren Stücke besitzen. „Die Songs sind alle etwas düsterer und melancholischer“, erklärt Markus und fügt grinsend hinzu: „Außerdem brauchen die Hörer sicher ein bisschen mehr Zeit, damit sich die Songs erschließen. Doch das war durchaus beabsichtigt.“

Oft schreiben Metal-Acts ihre Songs beim gemeinsamen Jammen. Die Arbeitsweise von Subsignal unterscheidet sich jedoch davon, da Riff-Zimmerer Markus Steffen in Wien lebt und der Rest der Kapelle über ganz Deutschland verteilt wohnt. „Wir haben einen virtuellen Proberaum und schicken uns immer gegenseitig mp3s zu“, verrät Steffen. „Für die Auftritte muss sich natürlich jeder selbst vorbereiten. Bei Live-Shows ist das auch nicht so das Problem. Bei Konzerten geht es um die Chemie auf der Bühne – und die kannst du nicht im Proberaum einstudieren. Während des Songwritings schicken wir uns die Files zu. So bringt jeder seinen Input ein. Wir sind auch ständig per Skype-Konferenzen miteinander in Kontakt. Das funktioniert eigentlich sehr gut.“

Angst, dass die neue CD den Erwartungen von Kritikern und Fans nicht entsprechen könnte, haben die Musiker nicht. „Es ist eher eine freudige Nervosität“, beschreibt Markus das Gefühl vor jeder neuen Veröffentlichung. „Richtigen Druck verspüre ich eigentlich nie. Wir versuchen stets, das Bestmögliche abzuliefern. Irgendwann ist die CD fertig, und man kann nichts mehr daran ändern. Dann bleibt nur noch die Hoffnung, dass sie den Leuten gefällt.“ Am Schluss verrät der Gitarrist noch lachend eine Tradition, die sich seit seiner ersten Veröffentlichung eingebürgert hat: „Am Tag, an dem ein neues Album von mir erscheint, gehe ich immer in den Laden und kaufe es. Das ist ein kleiner Spleen von mir, sicher, aber auch immer ein tolles Gefühl.“

Anthrax

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Anthrax Athens Sonisphere 24jun10Selten wurde ein Album von der Rock- und Metalszene so gespannt erwartet wie WORSHIP MUSIC von Anthrax. 2007 verkündeten die amerikanischen Thrash-Ikonen, mit der Arbeit am Nachfolger von WE‘VE COME FOR YOU ALL aus dem Jahr 2003 begonnen zu haben. Doch diverse Line-up- und vor allem Sänger-Wechsel zögerten die Veröffentlichung immer weiter hinaus, so dass am Ende der Frust der Fans größer wurde als die Vorfreude auf das neue Werk.

Rückblende: Aufgrund von Unstimmigkeiten innerhalb der Band verließ Sänger Joey Belladonna Anthrax Anfang 2007 – und zwar zum zweiten Mal nach 1992. Wunschkandidat John Bush lehnte eine Rückkehr ab. Nach langer Suche wurde am Jahresende Dan Wilson als neuer Sänger präsentiert. Flugs ging‘s ins Studio, und so sollte WORSHIP MUSIC im Mai 2009 in den Läden stehen. Doch der Release-Termin wurde immer wieder nach hinten verschoben. Letztendlich hieß es: Wilson raus, John Bush rein, aber der wollte die schon aufgenommenen Songs nicht neu einsingen. „Es fühlte sich für mich komisch an, da ich nicht Teil des kreativen Prozesses war“, erklärte der Sänger im vergangenen Jahr in einem Interview. „Bei jedem anderen Anthrax-Album, auf dem ich gesungen habe, war ich von Anfang an involviert. Es fühlt sich einfach nicht richtig an.“

Im Mai 2010 kehrte schließlich Belladonna zurück – und die Arbeiten an WORSHIP MUSIC nahmen wieder Fahrt auf. „Nach meinem Einstieg ist innerhalb der Band verdammt viel passiert“, erzählt der Sänger. „Alle waren wieder voller Tatendrang und wollten endlich wieder loslegen, nachdem das Album so lange brach lag.“
„Als Joey zurückkam und wir wussten, dass er auch bleiben würde, setzten wir uns alle zusammen und hörten jeden Song noch einmal gemeinsam an“, schildert Gitarrist Scott Ian. „Dabei entschieden wir, welcher Song noch einmal überarbeitet werden muss und welcher nicht.“ Dabei wurde die Hälfte des Materials anders arrangiert und ein Großteil der Texte neu geschrieben. „Ich habe etwa drei bis vier Songs komplett umgeschrieben“, erklärt Schlagzeuger Charlie Benante. „Durch die Lösung unserer Probleme und die Weiterarbeit am Album war ich so voller Energie, dass ich diese auch in die Songs mit einbringen wollte.“

Doch auch Joey hatte anfangs – ebenso wie Bush – Probleme beim Einsingen der Songs. „Es war echt schlimm für mich, dass schon jemand vor mir diese Songs gesungen hatte“, klagt der Sänger. „Es fühlte sich zuerst wie ein Eiertanz für mich an, da alle ja schon eine gewisse Vorstellung von den Songs hatten und ich diese nicht komplett verändern wollte. Das hätten die anderen sicher auch nicht ge­­­wollt.“ Durch die Erfahrungen der Vergangenheit klug geworden, entschied sich die Band dann doch dafür, die Ge­­sangslinien an Joeys Stimme anzupassen.

„Joey ist ein unglaublicher Musiker. Es gibt heute fast keinen Sänger, der sich in Sachen Volumen und Variabilität mit ihm messen kann“, schwärmt Scott Ian. „Das wollten wir natürlich auskosten und gaben ihm mehr Freiheit. Wir haben ihn mit unserem Produzenten allein gelassen und einfach machen lassen. Es hat ihm keiner ständig gesagt, was er machen soll – so wie es früher meistens der Fall war.“ Auch Charlie Benannte ist begeistert von der Rückkehr Belladonnas: „Als Joey den ersten Song einsang und wir ihn zusammen anhörten, bekam ich eine richtige Gänsehaut. Ich glaube, Joey war noch nie besser. Endlich klingen wir wieder nach Anthrax!“
Bei all den Problemen stellt sich die Frage, ob es nicht einfacher gewesen wäre, die Songs zu verwerfen und ein komplett neues Album zu schreiben. „Daran haben wir nie gedacht“, sagt Scott Ian sofort. „Diese Songs haben uns in den schweren Zeiten zusammengehalten. Sie trieben uns all die Jahre an, weiterzumachen und nicht zu resignieren. Und am Ende wurden sie schließlich noch besser als vorher.“

„Ich weiß, wir haben verdammt lange an diesem Al­­bum gearbeitet“, fügt Charlie hinzu. „Doch da es diese Lieder schon so lange gab, konnten wir sie intensiv auf uns wirken lassen, um sie immer weiter zu verbessern.“
Wie werden nun die Fans nach der langen Wartezeit auf die neue Platte reagieren? „Sie werden begeistert sein“, gibt sich Benante optimistisch. „Wir lieben die neuen Songs und haben bisher meist positive Resonanz zum Album bekommen. Fans jeder Band-Epoche werden zufrieden sein. WORSHIP MUSIC vereint das Beste aus 30 Jahren Bandgeschichte. Es ist voll und ganz Anthrax!“

Seven

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Seven2011bDie bisherige Geschichte von Seven gleicht einer Odyssee: Seit der Gründung der tschechischen Heavy Metal-Truppe 1995 hatte Bandimperator Honza Kirk Běhunek (rechts im Bild) fast durchweg mit Be­­setzungswechseln zu kämpfen. Auf den ersten beiden Alben spielten Seven sogar reine Instrumentalmusik, wie sich Kirk erinnert: „Das war nicht immer einfach, doch meine Philosophie war und ist, lieber keinen als einen schlechten Sänger zu haben. Nichtsdestotrotz suchte ich ständig nach einer geeigneten Stimme für unsere Musik – einer, die dir einfach Gänsehaut beschert.“ Darum muss sich Běhunek heute keine Sorgen mehr machen, scheint er mit Lukáš Písařík (2.v.r.) doch erstmals die Idealbesetzung für den Mikroposten gefunden zu haben. Voller Euphorie beschreibt Kirk den Augenblick, als der rotblonde Lockenkopf zum Vorsingen er­­schien: „Lukáš betrat den Raum, und ich wusste vom ers­­ten Moment an, dass er der Richtige für uns war – derjenige, nach dem wir immer gesucht hatten.“ Wer Seven in den letzten zwei Jahren live gesehen hat, kennt die Po­­wer von Lukáš schon, stand er doch auf der Tour zu SE­­VEN DEADLY SINS (2009) bereits mit Běhunek & Co. auf den Bühnen dieser Welt. Sein Albumdebüt gibt er nun auf FREEDOM CALL, welches das Quartett mit Victor Smolski aufgenommen hat. Der Rage-Gitarrist hat den neuen Longplayer laut Kirk nicht nur als „fünftes Bandmitglied“ produziert, sondern zusätzlich auch ein paar Texte beigesteuert.

Foreigner

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19796Die große Akustik-Welle im Zuge der „MTV Unplugged“-Sendungen (u.a. mit Eric Clapton, Nirvana und Oasis) haben Foreigner zwar um gut 15 Jahre verschlafen. Doch besser man kommt spät auf den Geschmack als nie. So präsentieren die Melodic Rocker ihren Anhängern auf ACOUSTIQUE elf Foreigner-Klassiker im abgespecktem Soundgewand. „Mein über die Jahre gewachsener Eindruck ist der: Wenn du einen Song auf einem akustischen Instrument schreiben kannst und er klingt gut, weißt du, dass du einen brauchbaren Song hast“, erläutert das einzig verbliebene Gründungsmitglied Mick Jones seine Gedanken bei der Produktion des Longplayers. „Das erste Mal, als wir an unsere alten Songs mit dieser Einstellung herangegangen sind, habe ich Bauklötze gestaunt, wie großartig sie sich auf ihren Kern re­­duzieren und anpassen lassen. Das hat mir die Au­­gen geöffnet: Indem wir das Gerüst der Stücke offengelegt haben, konnten wir ihnen einen neuen Sinn und ein ganz anderes Flair geben.“

Wie Foreigner überhaupt darauf kamen, ein Akustikalbum aufzunehmen, weiß Sänger Kelly Hansen: „Die ursprüngliche Idee geht auf unseren Bassisten Jeff Pilson zurück, der einst eine Akustikversion von ›Say You Will‹ arrangierte. Die haben wir von da an stets live ge­­bracht.“ Den nächsten Denkanstoß gab dem Quintett eine Promo-Tour, die vor ein paar Jahren stattfand. „Wir gaben bei Radiosendern Live-Un-plugged-Versionen unserer Songs zum Besten, worauf wir – erstaunlicherweise – großartige Rückmeldungen bekamen. Da fragten wir uns: ‚Warum experimentieren wir nicht mit ein paar Akustik-Shows?‘“ Gesagt, getan: Zurück in den USA, legten Foreigner ein paar Unplug­ged-Gigs aufs Parkett und waren „geschockt, wie sehr die Leute darauf abfahren, diese Songs in einem intimen Rahmen zu hören“. ACOUSTIQUE erscheint hier­­zulande übrigens in zwei Versionen: als CD oder als Doppel-CD-plus-DVD-Package mit Neuaufnahmen der größten Foreigner-Hits sowie einem Konzertmitschnitt.

Siinai

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SIINAIpress1 by Sakari PiipoEine so eigenbrötlerische, diszipliniert stilechte und meditative Musik, wie sie Siinai spielen, kann eigentlich nur aus Skandinavien kommen. Oder aus dem Krautrock-Deutschland der Sechziger und Siebziger. Die stetigen Rhythmen, die anhaltenden Loops, die treuen Licks – all das kennt der ge­­schichtlich bewanderte Musik-Maniac u.a. von Neu!, Can und La Düsseldorf. Siinai be­­kennen sich offen zu diesen Einflüssen, wenn­­gleich man beim Hören des Debüts OLYMPIC GAMES auch an den Noise-/Shoegaze-Rock von My Bloody Valentine denkt. Eines macht das Quartett, das sich nach dem Berg benannt hat, von dem Moses einst mit den Zehn Geboten herunterstieg, allerdings nicht: le­­diglich ihre Idole nachäffen. Die mäan­dern­­den Grooves von Siinai resultieren aus zwei weiteren Gegebenheiten: Erstens hatten die Finnen die Idee, eine Titelmusik für die Olympischen Spiele zu schreiben. „Das war in der Tat eine Vision für uns“, berichtet Gitarrist Risto Joensuu. „Wir wollten etwas Großes erschaffen, das dieses antike, fast schon religiöse Ge­­fühl der altertümlichen Spiele einfängt.“ Die Truppe träumt sogar davon, im nächsten Jahr bei den Londoner Sommerspielen auf­zu­­­treten. „Wenn es nicht klappt, spielen wir eben in einer Sport­­bar“, grinst Joensuu. Zweitens verarbeiten Siinai in ihrem Sound das Flair ihrer Heimat. Gegründet worden ist die Band zwar in der Metropole Helsinki, zu­­ Hause fühlen sich die Musiker jedoch in der ländlich-provinziellen, dunklen und nördlich-kargen Region Östrobotnia. „Dort ist alles flach“, erzählt Joensuu, „die Straßen ziehen sich lang hin, man trifft wenige Menschen, nach einem Feld kommt das nächste Feld, nach einem Wald der nächs­te Wald. Überall gibt es kleine Städte, die langsam aussterben. Aber wir lieben das! Und es hat definitiv un­­sere Musik beeinflusst.“