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Rose Hill Drive

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rose hill driveIst es nicht besser, für irgendwas geliebt zu werden als gar nicht? Diese Frage stellt sich Jacob Sproul, Frontmann und Gitarrist von Rose Hill Drive, öfters. Denn geliebt wird seine Band zweifellos, vor allem in ihrer Heimat Colorado sind Jacob & Co. eine feste Größe im Live-Geschäft. Was nicht verwundern sollte, denn ihr zweites Album MOON IS THE NEW EARTH von 2008 war schlicht und ergreifend überragend. Grandioser Rock, klassisch, aber alles andere als angestaubt, dynamisch, enthusiastisch, unverhohlen catchy – ein perfektes Amalgam aus Black Crowes, Queens Of The Stone Age und Kyuss. Man hörte die Platte und wusste: Diese Jungs werden bald Arenen füllen.

So kam es leider nicht. „Wir hatten ein Lied von dem Album auf einem Computerspiel, und damit hat sich der Erfolg dieser Platte so ziemlich erschöpft“, gibt Jacob konsterniert zu Protokoll. Denn man liebt Rose Hill Drive daheim nicht für ihre Musik, sondern ihre Gabe, die anderer Leute nachzuspielen – ihren Namen haben sie sich als Coverband gemacht, die Led Zeppelin oder The Who imitieren, und das offenbar so gut, dass dieser Bereich ihrer Bandaktivität weit größeren Zulauf verzeichnet. „Es gibt eine Website, die Bootlegs von Konzerten in den USA kompiliert, die man dann runterladen kann. Und die Anzahl der Downloads unserer Zeppelin-Shows übertrifft unsere Albumverkäufe um ein Vielfaches. Es gab sogar ein Mutter-Tochter-Gespann aus England, das extra zu uns nach Boulder gekommen ist, um zu sehen, wie wir LED ZEPPELIN II spielen. Es bedeutete ihnen so viel, dabei zu sein, wie wir die Musik einer anderen Band nachspielen, dass sie Tausende von Kilometern dafür gereist sind. Was natürlich ungeheuer schmeichelhaft ist, aber eben auch wahnsinnig frustrierend, denn wir stecken so viel Zeit, Energie und Herzblut in unsere eigene Musik, doch die interessiert diese Leute überhaupt nicht.“

Beinahe hatte man sich Ende 2008 schon aufgelöst, doch 2011 erneut ein Anlauf. Album Nr. 3 AMERICANA war im Kasten, eine Tour als Vorgruppe von Stone Temple Pilots gebucht. Ein weiteres hervorragendes Album, wenn auch eines, dem man anhört, dass seine Schöpfer etwas angepisst sind. Knackige Rhythmen und harte Synkopen bestimmen das Klangbild, introspektive Töne wechseln sich mit rauer Rockästhetik ab – und wiederum nahm die Öffentlichkeit kaum Notiz. „Ich habe mich noch nie einem Album so verbunden gefühlt. Ich liebe es. Aber klar, es geht hier durchaus um den Frust, keinen Platz für sich zu finden, ihn stets weiter zu suchen. Weißt du, ich würde niemals so anmaßend sein, zu sagen, dass wir mehr Erfolg verdienen. Aber ich bin einfach verwirrt. Was angesagt ist, ändert sich so schnell und so dramatisch. Jetzt breitet sich Dubstep in den USA wie ein Steppenbrand aus. Ich mag ja elektronische Musik, aber Dubstep verstehe ich nicht. Bei euch in Europa ist dieser Aufstieg der Clubmusik schon in den 90ern passiert, aber dennoch scheint es dort einen Platz und große Wertschätzung für Rockmusik zu geben. Hier kriegst du Leute nur noch vom Sofa, wenn du ein Lied in einer beliebten Fernsehserie platzierst oder sonst in irgendeiner Form sensationalisiert wirst. Unser Management hat eine ganze Abteilung, die sich nur darum kümmert, Fernsehformate mit Inhalten zu beliefern. Und was die Tour mit STP betrifft: Das hat großen Spaß gemacht und wir sind gut angekommen. Der einzige spürbare Effekt war jedoch, dass mehr Leute auf unsere Facebook-Seite gingen.“

Das Leben ist nicht gerecht, und jeder Musikliebhaber weiß, dass das Quartett sich in bester Gesellschaft befindet – hat nicht jeder mindestens ein Album in seinen persönlichen Alltime-Top 10 stehen, das nie zum Bestseller wurde? Aufgeben kommt für Jacob jedenfalls nicht in Frage. „Ich liebe Rock‘n‘roll, ich mache jeden Tag Musik und will für den Rest meines Lebens Musik machen. Wir werden weitermachen, weiter touren, bis die ganze Sache irgendwann einen Sinn ergibt.“ Sie haben die Gabe, sie haben das Material, sie haben die Spielfreude, sie haben die Verbissenheit. Fehlt nur noch der eine Schlüsselmoment, an dem das Universum wohlwollend auf diese Jungs blickt und sie in die Stratosphäre abheben lässt. Denn da und nirgends sonst gehören Rose Hill Drive hin.

The Art Of Rock

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udo_lindberg_gemäldeDie meisten Musiker beschränken sich nicht zwangsläufig auf nur eine einzige Kunstform. Viele beschäftigen sich auch ausgiebig mit der Malerei – und das nicht nur als Sammler. Viele bekannte Rocker haben auch selbst schon so manches Bild gemalt.

Einige von Musikerhand entworfene Kunstwerke können jetzt ab Ende Februar in verschiedenen Hard Rock Cafés in Deutschland bewundert werden. Anlässlich ihres 40. Geburtstages haben Hard Rock nämlich die Ausstellung „The Art Of Hard Rock“ ins Leben gerufen, die vom 27. Februar bis 5. April in München, vom 12. April bis 18. Mai in Berlin und vom 28. Mai bis 6. Juli in Köln bestaunt werden kann. Neben Selbstportraits von Michael Jackson und Billy Idol umfasst die Ausstellung auch Gemälde von Ringo Starr, Jim Morrison und Paul Stanley, Skizzen von Jimi Hendrix, Elton John oder Pete Townshend. Udo Lindenberg hat Hard Rock Deutschland sogar sein Aquarell „Gitarren statt Knarren“ (Bild) exklusiv zur Verfügung gestellt.

Zusätzlich erwarten die Besucher selbst gestaltete Masken von Iron Maiden, Alice Cooper und Chrissie Hynde. Insgesamt 40 Kunstwerke hat Hard Rock Deutschland aus ihrer großen Sammlung zusammengetragen, um diese erstmals in einem solchen Rahmen zu präsentieren. Und damit der Museumsbesuch nicht zu ruhig wird, wird die Ausstellung durch ein rockiges Rahmenprogramm begleitet. Der Eintritt ist in allen Städten frei. Nicht nur etwas für Musikfans. Happy Birthday!

Soon

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[SOON]_Foto 1Während die vier jungen Musiker aus Norddeutschland ihr Debüt END ISOLATION und WITHOUT A TRACE im Ab-stand von nur einem Jahr veröffentlichten, ließen sie sich bei ihrem dritten Studioalbum ein bisschen mehr Zeit – genauer gesagt vier Jahre. Das lag vor allem daran, dass die Band ihre Qualitäten die vergangenen Jahre bei über 400 Konzerten ausdauernd unter Beweis stellte. Doch jetzt sind sie zurück und wollen mit LONELY WAY Vollgas geben – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn die zehn neuen Songs der Hamburger sind um einiges schneller ausgefallen als ihre früheren Stücke. Auch wenn es immer noch reichlich schöne Melodien und atmosphärische Passagen gibt, finden auch vermehrt deftige Doublebass-Attacken und progressive Gitarrensoli ihren Platz – natürlich mit dem gewohnten Schuss Düsternis und Melancholie.

Nach den Arbeiten im Studio zieht es die vier Norddeutschen nun wieder auf die Bühnen der Republik. Ab dem 23. Februar sind vier Konzerte der Band geplant (Tourdaten S. 125). Und das wird mit Sicherheit schön heftig.

UFO

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UFOUFO melden sich drei Jahre nach THE VISITOR mit ihrem 21. Studioalbum SEVEN DEADLY zurück. Und auch wenn UFO schon seit einigen Jahren mit der räumlichen Entfernung der Bandmitglieder zu kämpfen haben, klappten die Aufnahmen der zehn neuen Songs sehr gut. „Wir haben Anfang letzten Jahres an-gefangen, die neuen Lieder zu schreiben“, erzählt Schlagzeuger Andy Parker. „Ich habe die Schlagzeugspuren im August in Deutschland eingespielt. Unser Gitarrist Vinnie More arbeitet viel von zu Hause, also von Delaware aus. Er nimmt alles in seinem Heimstudio auf und schickt es dann weiter. Phil hat alles im Oktober in Deutschland eingesungen. Kurz vor Weihnachten gingen die Songs ins Mixing und nun sind sie fertig.“

Klingt alles ein bisschen kompliziert. Wäre es denn nicht einfacher, die Band zusammen ins Studio zu holen? „Es ist ja nicht so, dass wir uns während der ganzen Phase nie gesehen haben“, lacht der Schlagzeuger. „Wir haben einige Zeit zusammen geübt, bevor dann der Aufnahmeprozess losging. Natürlich wäre es manchmal schön, während der gesamten Aufnahmen zusammen im Studio zu sein. Doch das ist vor allem aus finanziellen Gründen nicht möglich. Es wäre einfach zu teuer, uns alle für eine bestimmte Zeit an einen Ort zu packen. Es steht uns nicht mehr so viel Geld zur Verfügung wie noch in den siebziger oder achtziger Jahren. Heute muss man ja schon froh sein, wenn man eine Plattenfirma im Rücken hat. Aber all das ist nicht so schlimm. Wir haben schon die letzten drei Alben auf diese Weise aufgenommen –und es hat immer bestens funktioniert. Außerdem schafft das auch gewisse Freiheiten.“ Und auch Überraschungen. Denn die anderen Mitglieder kennen die Gesangslinien von Phil Mogg vor den Aufnahmen meist auch nicht. „Stimmt“, grinst Parker. „Phil nimmt den Gesang immer ganz zum Schluss auf. So arbeitet er nun mal. Wir hören die kompletten Songs also auch immer erst dann, wenn er seine Sachen eingesungen hat.“

Ihre erste große Hochphase hatten UFO in den 70ern. Doch die Band hat keine Ambitionen, ihren Sound an der erfolgreichen Vergangenheit auszurichten. „Viele Leute kommen zu mir und sagen: ,Hey, ich hätte gerne, dass ihr wieder wie damals klingt’“, sinniert Andy. „Aber das kann gefährlich sein. Wenn man krampfhaft versucht, so zu klingen, wie man auf einer bestimmten Platte geklungen hat, dann geht die Spontaneität verloren und man bleibt in seiner Entwicklung stehen. Deswegen versuchen wir, die Songs so zu schreiben, wie wir uns gerade fühlen. Das ist ehrlich, und man läuft nicht Gefahr, ein billiger Abklatsch seiner selbst zu werden.“

SEVEN DEADLY ist Parker zufolge besonders abwechslungsreich, zitiert mehrfach den guten alten Blues und wurde auch von Bands beeinflusst, die ebenfalls in den 70ern und 80ern erfolgreich waren. „Ich finde, ›Fight Night‹ ist die perfekte Einleitung mit schönen harten Riffs“, erklärt Andy. „Ich mag auch ›Wonderland‹ sehr gerne, da er mich an die frühen Deep Purple erinnert. Ich habe mir aber noch keinen Lieblingssong ausgesucht. Dafür ist das Album auch noch zu neu für mich (lacht).“

Ein weiterer Song des Album ist ›Waving Good Bye‹, ein Titel, der schon Spekulationen hervorgerufen hat. „Das stimmt“, lacht Parker. „Es kamen schon einige Leute zu mir und fragten, ob das unser Abschiedsgruß ist und wir bald in Rente gehen. Keine Ahnung, wie sie auf die Idee kommen. Ich weiß davon nichts. Ich weiß auch nicht genau, was Phil mit diesem Song sagen will. Ich habe ihn schon länger nicht mehr gesehen. Aber wenn ich ihn demnächst treffe, werde ich ihn mal darauf ansprechen.“

Produziert wurde das Album erneut von Tommy Newton, der schon bei den letzten UFO-Platten hinter den Reglern saß. „Die Arbeit mit Tommy funktioniert immer sehr gut“, erklärt der Drummer. „Er wohnt bei Hannover, also ganz in der Nähe von Celle, wo die Area 51-Studios sind, in denen wir seit Jahren aufnehmen. Wir machen viel in Deutschland, auch unser Manager lebt dort.“

Natürlich werden die „alten Herren“ ihr neues Album auch auf die Bühne bringen. Nach einer ausgedehnten Tour durch Großbritannien werden die Hard Rocker im Mai nach Deutschland kommen. „Wir freuen uns schon darauf, die neuen Lieder live zu spielen“, grinst Andy. „Ich stehe immer noch gerne auf der Bühne – und wir werden beweisen, dass wir das auch im hohen Alter noch durchaus gut können.“

The Beach Boys

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Beach Boys vlnr Bruce Johnston - Al Jardine - Mike Love - Brian Wilson - David Marks_Foto Lester Cohen_Ausschnitt_kFEs ist eine der Reunions des Jahres: Zum 50-jährigen Bandjubiläum werden sich die Beach Boys wieder zusammentun, um diesen runden Geburtstag gebührend zu feiern. Das wirklich Besondere daran ist auch, dass alle noch lebenden Mitglieder des Original-Line-ups – also Brian Wilson, Mike Love und Alan Jardine – dabei sein werden. Unterstützt werden sie von ihren langjäh-rigen Mitstreitern Bruce Johnston und David Marks. Die Feierlichkeiten sollen nicht nur eine 50 Konzerte umfassende Welttournee und diverse Wiederveröffentlichungen beinhalten – die Beach Boys arbeiten sogar an einem brandneuen Studioalbum, das im Laufe des Jahres erscheinen soll. Es ist das erste neue Werk der Band seit mehr als 15 Jahren.

Doch nicht nur die Fans freuen sich auf die Reunion, auch die Beach Boys selber sind Feuer und Flamme. „Dieses Jubiläum ist etwas ganz Besonderes für mich“, strahlt Brian Wilson, der seit ihrer Gründung 1961 als der kreative Kopf der Kombo gilt. „Ich habe die Jungs vermisst, und es wird für mich sehr spannend, mit ihnen eine neue Platte zu machen und wieder auf der Bühne zu stehen.“

Auch Mike Love zeigt sich sehr überschwänglich. „Wir haben uns bei Capitol Records getroffen und noch einmal ›Do It Again‹ aufgenommen, einen Song von Brian und mir, der vor ungefähr 44 Jahren ein weltweiter Nummer-eins-Hit war“, schildert Love die erste gemeinsame Zeit im Studio nach so vielen Jahren. „Brian machte mir ein großes Kompliment, als er sagte ,Wie kann jemand so viele Jahre später noch immer so großartig klingen?’ Später, als wir an den Harmonien zu einem neuen Song von Brian arbeiteten, konnte ich das Kompliment erwidern. Es war ein wahrer Nervenkitzel, gemeinsam mit Brian, Alan und Bruce wieder um ein Piano herum zu stehen und aus erster Hand die brillanten Fähigkeiten meines Cousins Brian zu erleben, etwa seine unglaubliche Begabung für Gesangsmelodien. Ich freue mich schon darauf, wenn David Marks sich zu uns gesellt und uns seine fantastischen Surf-Gitarren-Riffs darbietet. Musik war schon seit unserer Kindheit das große verbindende und harmonisierende Element in unserer Familie. Es war ein wahrer Segen, dies mit der ganzen Welt teilen zu können. Ist es nicht absolut wunderbar, dies nun noch einmal tun zu können?“

Bruce Johnston zieht es schon jetzt auf die Bühne: „Ich freue mich schon darauf, Brian Wilsons Melodien und Mike Loves Texte einmal wieder live mit vielen der Originalmusiker singen zu können. Man muss sich nur mal vorstellen, wozu wir in der Atmosphäre eines Aufnahmestudios und unter Brians musikalischer Leitung gesanglich in der Lage sind.“ David Marks wird angesichts der Feierlichkeiten sogar ein wenig sentimental: „Ich freue mich darauf, diesen wichtigen Meilenstein in der Geschichte der Beach Boys feiern zu können. Es bedeutet mir sehr viel, dass wir uns wiedervereinen und so den Fans, die unsere Musik lebendig gehalten haben, unseren Tribut zollen.“

Auch Al Jardine befindet sich in Feierlaune: „The Beach Boys sind kürzlich in die California Hall Of Fame aufgenommen worden. Seit unseren bescheidenen Anfängen hatten wir Brüder, Cousins und Freunde die Ehre, Loblieder auf Kalifornien anzustimmen. Ich bin wirklich glücklich, dass unsere Fans uns wieder auf den Bühnen dieser Welt live erleben und unser 50-jähriges Jubiläum mit einem neuen Studioalbum feiern können.“

Die Beach Boys haben schon einige neue Songs für dieses Album aufgenommen. Es soll im Laufe des Jahres bei Capitol/EMI erscheinen. Die Musiker arbeiten auch bereits eifrig an weiteren Stücken. Das bisher noch unbetitelte Album, das von Brian Wilson und Mike Love produziert wird, ist das erste seit mehreren Jahrzehnten, an dem alle noch lebenden Bandmitglieder der Originalbesetzung mitwirken. Die beiden anderen Originalmitglieder Dennis und Carl Wilson verstarben schon vor einigen Jahren: Dennis kam 1983 bei einem Tauchunfall ums Leben, Carl erlag 1998 dem Lungenkrebs.

Außerdem soll es viele kleine Geschenke für die Fans geben, um die Wartezeit auf die neue Platte ein wenig zu verkürzen. Über das Jahr hinweg wird der gesamte Backkatalog der Band neu aufgelegt. Zusätzlich soll es ein Hitsammlung und ein die ganze Karriere der Beach Boys um-spannendes Boxset geben. So können die Feierlichkeiten beginnen!

Therapy?

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SONY DSCSie wären ein heißer Kandidat für eine Reunion. Es gibt da nur ein Problem: Sie haben sich nie auf-gelöst. Die einstigen Alternative-Metal-Heroen THERAPY? geben auch zwei Dekaden nach ihrem ersten Hitalbum NURSE keine Ruhe. A BRIEF CRACK OF LIGHT heißt das neue, mittlerweile 13. Werk – und Gi-tarrist und Sänger ANDY CAIRNS erklärt, wie viel Vergangenheit da drinsteckt.

Als Therapy?s drittes Studioalbum NURSE 1992 Platz 38 der UK-Charts erreichte, war das der Beginn einer Erfolgsstory. Vor allem im Anschluss an das folgende, noch um einiges erfolgreichere Album TROUBLEGUM spielten die Nordiren die größten Hallen und Festivals, nur um in der zweiten Hälfte der Neunziger Jahre auf einmal sang- und klanglos wieder von der Bildfläche zu verschwinden. Wobei: So sang- und klanglos dann doch auch wieder nicht. Im Gegensatz zu vielen anderen erfolgreichen Bands der Neunziger Jahre machten Therapy? kontinuierlich weiter. Im kleineren Rahmen versteht sich, aber mit der gleichen Einstellung wie früher.

„Es gibt keine großen Unterschiede zwischen unserer Arbeitsweise damals und heute“, erklärt Andy. „NURSE wurde in nur drei Wochen aufgenommen und in nur einer Woche abgemischt, beim neuen Album war es exakt genauso. Heute wie damals schrieben wir die Songs sehr schnell und nahmen sie dann ebenso schnell auf.“ Nur Erfahrung haben sie seitdem reichlich gesammelt. Aber so richtig in Schwung kamen Therapy? erst wieder mit dem 2009-er Album CROOKED TIMBER, so Andy, einem sehr experimentellen Teil, das an den rapiden Stilwandel der Band in den Anfangsjahren vor NURSE erinnert. „Wir wissen heute wieder, was wir wollen“, betont er. „Die schlimmste Zeit waren die Jahre zwischen 1998 und 2004: Wir versuchten zu viele Dinge, weil ich als Songschreiber nicht konzentiert war und zu viele externe Leute zu viele ihrer Ideen einzubringen versuchten. Das hat sich mit CROOKED TIMBER geändert.“

An die alten Tage denkt Andy jedoch nur selten. „Ich halte nichts von Nostalgie“, sagt er bestimmt. „Wenn ich so denken würde, hätten sich Therapy? schon vor langer Zeit aufgelöst.“ Dabei hat A BRIEF CRACK OF LIGHT durchaus den Vibe der alten Erfolgsalben, nur dass er heute unter einem reichen Erfahrungsschatz verborgen liegt. TROUBLEGUM Pt. 2 jedenfalls wollten und wollen die drei Musiker nie schreiben. „Wir versuchen, allzu offensichtliche Selbstzitate zu vermeiden“, erklärt Andy. „Aber es gibt bestimmte Elemente, die immer da sein werden: der dominante Snare-Sound, fuzzy Gitarren … Wir versuchen, so viel neue Musik wie möglich zu hören, um unseren Stil immer weiterzuentwickeln.“ Dabei geht es, so Andy, vor allem um Rhythmen und die Texte. „Es wäre so einfach, immer wieder das gleiche Album zu machen. Ich bin mir darüber im Klaren, dass wir – wenn wir uns Ende der Neunziger Jahre aufgelöst hätten und jetzt eine dieser gehypten Reunions machen würden – heute viel größere Hallen spielen würden. Aber was hätten wir in den Jahren dazwischen machen sollen?“

Ihre Inspiration holen sich Therapy? aus den ungewöhnlichsten Ecken. „Wir haben sehr viel elektronische Musik gehört, zum Beipsiel Künstler wie den Dubstep-DJ Distance. Aber die eigentliche Magie kam erst während des Songwritings. Zum Beispiel bei ›The Buzzing‹: Ich hatte ein sehr jazziges Riff geschrieben und schickte es zu Mike (Michael McKeegan, Bass – Anm.d.A.). Er steht total auf Black Metal und legte da einen wirklich wilden Rhythmus drunter. Aus unerfindlichen Gründen einigten wir uns dann schließlich auf einen Dub-Hintergrund, brachten die Drums ganz runter und gaben dem Ganzen eine leichten Free-Jazz-Vibe.“

›Why Turbulence?‹ hingegen ist, so Andy, von Jazz-Pianisten-Legende Duke Ellington inspiriert: „Ich sah eine Dokumentation über alten Jazz, und dann griff ich zu meiner Gitarre und schrieb dieses Riff. Natürlich hat es auf dem Album einen heavy Sound, sodass der Duke sich sicher im Grab umdrehen würde – aber der ursprüngliche Funke kam von ihm!“ Den Funken des Moments nutzen, ohne allzu viel nachzudenken – das ist das Motto von Therapy?. „Wir riskieren was! Natürlich gibt es eine Menge Ideen, die dann am Ende nicht funktionieren. Der Trick ist, diese ganzen wilden Einflüsse nicht authentisch verarbeiten zu wollen. ›Why Turbulence?’‹ mit fetten Streichern klänge furchtbar, wie eine hilflose Verneigung von ein paar nordirischen Punks vor dem Duke.“

Experimentell sollte auch das inhaltliche Konzept des Albums werden, doch da zog Andy irgendwann die Notbremse: „An sich sollte das Album zwei Themen haben: das Absurde und die Erinnerung. Ich wollte dazu vier verschiedene ,Stimmen‘ bringen, also jedesmal ich, aber mit anderen Effekten. Das klang letztlich ziemlich seltsam. Also ging es lyrisch in die Breite – von ›Eclesiastes‹, das auf Bibelzitaten aufbaut, bis zu Gedankenströmen über die wilde Midlife-Crisis der westlichen Zivilisation. Aber das Absurde ist ein wiederkehrendes Thema.“ Und ein Thema für ältere Jahrgänge, denn auf NURSE wäre das noch nicht gegangen, so Andy. „NURSE war geprägt von jugendlichem Zorn. Was ich heute schreibe, ist ein Produkt der Verzweiflung des Alters.“

Rammstein

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Rammstein 2012 @ Frederic BatierDass Rammstein gerade Ende letzten Jahres ihr erstes Best-Of auf den Markt brachten, erscheint ein wenig seltsam. Schließlich hat die Band kein wirkliches Jubiläum vorzuweisen. 2012 feiern die Berliner ihr 18-jähriges Bestehen. Zugegeben, das ist eine beträchtliche Zeit. Und viele Bands würden sich wünschen, so lange zu bestehen. Doch warum nicht noch zwei Jahre warten und mit einer derartigen Kompilation dann die zwei Dekaden voll machen? Wahrscheinlich wollte man den Fans ein kleines Schmankerl für die sehr erfolgreiche Tour im letzten Jahr mitgeben. Doch eigentlich ist das auch egal.

Denn eine Erfolgsstory können die sechs Musiker allemal erzählen. Als Mitbegründer der Neuen Deutschen Härte schafften sie es mit ihrer brachialen Musik schon mit ihrem ersten Album HERZELEID (1995) in die deutschen Charts. Ihr zweites Album SEHNSUCHT (1997) kletterte sogar bis in die Top Ten, die seitdem jedes Album des Sextetts er-reichte. So stiegen die Berliner die Erfolgsleiter kontinuierlich nach oben und schafften es als eine der wenigen deutschen Bands – und mit deutschen Texten – sogar auf die großen Bühnen Amerikas. Innerhalb Europas sind ihre bombastischen und sehr feuerreichen Auftritte schon lange legendär. Selbst Kritiker, die sonst mit Rammstein nicht viel am Hut haben, ziehen davor ihren Hut.

Doch Rammstein waren und sind auch immer eine Band gewesen, die gerne provoziert, mit Tabus spielt und dem ein oder anderen auch gerne mal bewusst vor den Kopf stößt. Bei ihrem letzten Album LIEBE IST FÜR ALLE DA (2009) schockten die Berliner durch Textpassagen in ihrem Song ›Ich tu dir weh‹, wodurch das Album erst einmal auf den Index gesetzt wurde.

MADE IN GERMANY – so der schlichte, jedoch natürlich passende Name des Best-Ofs – geht musikalisch auf die 18-jährige Reise der Band und deckt mit Liedern wie ›Engel‹, ›Mein Herz brennt‹, ›Rosenrot‹ und ›Pussy‹ die gesamte Schaffensbreite von Rammstein ab. Doch damit nicht nur schon bekannte Lieder auf der Platte enthalten sind, gibt es mit ›Mein Land‹ am Ende des Albums noch einen neuen Song der Band.

Ob man diese Kompilation nun braucht oder nicht ist eine andere Frage. Sicher ist jedoch, dass Rammstein die deutsche – wenn nicht weltweite – Musiklandschaft durch ihren eigenen Sound erweitert und geprägt haben. Sie haben ein Gesamtkunstwerk geschaffen, das sich zu jeder Veröffentlichung neu erfindet und die Gemüter zu erhitzen weiß – ob positiv oder negativ.

Rage

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pia.kintrup@folkwang-uni.de0163 4580594Knapp 30 musikalische Jahre haben Rage jetzt schon auf dem Buckel. Doch die deutschen Power Metal-Urgesteine zählen noch lange nicht zum alten Eisen und sind immer wieder offen für Neues. 2009 nahmen die drei Musiker beispielsweise beim Bundesvision Songcontest teil und schafften es mit ihrem deutschen Stück ›Gib Dich nie auf‹ sogar auf Platz drei.

Doch darauf ruhten sich Rage keineswegs aus. 2010 schossen sie mit STRINGS TO A WEB nach und schafften es damit sogar unter die Top 30 der deutschen Albumscharts. Am 24. Februar geht es weiter. Denn dann erscheint ihr – ganz schlicht mit 21 betiteltes – 21. Studioalbum. Schon jetzt wird es als das härteste und schnellste Werk der Bandgeschichte beschrieben – was die Musiker noch unterstreichen. „Das Album geht voll nach vorne, und wir haben es bewusst härter ausfallen lassen“, erklärt Schlagzeuger André Hilgers. „Ansonsten ist es eine gute Mischung aus allen Stilen, die Rage jemals gemacht haben.“

Dem stimmt auch Gitarrist Victor Smolski zu: „Der Härtegewinn des Albums war bewusst. Letztes Jahr hatten wir beschlossen, das Orchester von Rage zu trennen. Dieses Mal wollten wir so richtig auf die Fresse gehen.“

Das merkt man schon am ersten Song ›Twenty One‹. „Das ist einer der härtesten Stücke, die wir seit langem gemacht haben“, verrät Sänger und Bassist Peavy Wagner. „Hier gibt es ganz langsame Parts mit düsterer Atmosphäre, gemischt mit tiefgetuneten Massaker-Riffs. Victor hat auf dem gesamten Album sehr viel Wert auf den Gitarrensound gelegt, so dass alles noch fetter und breiter klingt.“

Das Ergebnis stellt die Band mehr als zufrieden. „Die Songs sind noch besser geworden, als sie bereits im Proberaum geklungen haben“, schwärmt Smolski. „Ich glaube, 21 ist die best arrangierte Platte, die Rage in den letzten Jahren gemacht haben. Das Konzept des Albums ist sehr rund geworden. Alle Songs klingen wie aus einem Guss.“

Das Album selbst gibt es auch als limitiertes Digipack, bei der es zum normalen Album noch eine Live-CD mit insgesamt zwölf Songs gibt. Dabei sind unter anderem ›Empty Hollow‹, ›The Edge Of Darkness‹ oder ›Higher Than The Sky‹. Und als besonderes Schmankerl dürfen die Fans Victor Smolskis fahrerisches Können in diversen Rennwagen bestaunen.