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Picture

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picture_band_1Als Picture 1979 das musikalische Licht der Welt erblickten, waren sie die erste Heavy Metal-Band der Niederlande. Durch permanete Bühnenpräsenz konnten sie sich recht schnell einen Plattenvertrag sichern. 1981 erschien ihr Debüt PICTURE 1. Es folgten ausgedehnte Tourneen durch Europa mit AC/DC, Ted Nugent, Saxon oder Rose Tattoo. Doch Mitte der Achtziger ging es für die Band leider bergab. Nach diversen Wechseln blieb nach ihrem vierten Album ETERNAL DARK (1983) nur noch Bassist Rinus Vreugdenhil von der Originalbesetzung übrig. Er versuchte zwar noch weiterhin, die Band auf Erfolgskurs zu halten, doch das wollte nicht so recht gelingen. Auf Druck der damaligen Plat-tenfirma veröffentlichte Rinus noch drei weitere Alben der Band: TRAITOR (1984), EVERY STORY NEEDS ANOTHER PICTURE (1986) und MARATHON (1987).

Doch Fans und Kritiker zeigten sich enttäuscht, da die Musik der Alben immer mehr in Richtung Hair Metal abdriftete und als zu kommerziell angesehen wurde. Rinus selbst ging es nicht anders. Vor allem EVERY STORY NEEDS ANOTHER PICTURE stößt ihm heute noch auf, da es auf Zwang der Plattenfirma entstand, die beinahe das gesamte Album von Studiomusikern einspielen ließ. Der Gitarrist selbst war am gesamten Prozess kaum beteiligt und hatte wenig Mitsprache-recht. 1987 gab er all seine Bemühungen schließlich auf, legte die Band auf Eis und suchte sich einen „normalen“ Job.

1988 fanden sich die Originalmitglieder wieder zusammen. Die Chemie stimmte, und man freute sich auf eine neue Chance. Doch die Umstände meinten es erneut nicht gut mit den Niederländern: Ihr Manager verlangte so viel Gage für ihre Auftritte, dass sie für kein einziges Konzert gebucht wurden. Diese Pechsträhne war erst 2008 vorbei, als sich die Band erneut zusammentat. OLD DOGS, NEW TRICKS, ihr erstes Studioalbum seit 20 Jahren, konnte wieder überzeugen. Die alte Chemie aus den Achtzigern war zurück.

An diesen Erfolg wollen Picture nun mit ihrem neuen, mittlerweile neunten Langspieler WARHORSE anknüpfen, der am 24. Februar in den Läden stehen wird. Die alten Herren des niederländischen Hard Rock haben ihren Biss und ihre Entschlossenheit wiedergewonnen – mehr als 30 Jahre nach ihrer Gründung. Und so schnell wollen sie sich auch nicht wieder unterkriegen lassen.

Blind Guardian

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BlindGuardian 2010 @ Audrey DujardinGrund zum Kerzen-Auspusten gibt es im Hause Blind Guardian. Denn die deutschen Power Metaller feiern in diesem Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum. Und zu dieser Silberhochzeit haben sich die Herren aus Nordrhein-Westfalen für ihre Anhänger etwas ganz besonderes ausgedacht: Mit MEMORIES OF A TIME TO COME veröffentlichten sie ihr erstes offizielles Best Of-Album.

Die Band wollte jedoch nicht einfach nur ein paar Hits zusammenpacken, sondern etwas Besonderes schaffen. „Wir sind an dieses Album wie an ein normales Studio-album herangegangen“, beschreibt Sänger Hansi Kürsch die Arbeit. „Wir haben einen Remix von jedem Song gemacht und einige Stücke sogar komplett neu eingespielt.“ Dazu zählen unter anderem ›And There Was Silence‹ aus A NIGHT AT THE OPERA (2001) oder ›Valhalla‹ aus FOLLOW THE BLIND (1989), bei dem sie von Gamma Ray-Sänger Kai Hansen unterstützt werden. „Dieses Album ist wie eine wilde Achterbahnfahrt durch unsere ge-samte Karriere – nur das Hörerlebnis ist durch den neuen Sound besser“, grinst Hansi.

Am Ende zeigt sich die Band mit dem Ergebnis sehr zufrieden. „Wir haben sehr viel Zeit und Aufmerksamkeit in dieses Album investiert. Das war uns sehr wichtig“, sagt Gitarrist Marcus Siepen. „Wir haben die letzten 25 Jahre akribisch durchforstet. Das war ein extrem nostalgisches Erlebnis. Am Ende gelangten die Songs auf THE MEMORIES OF A TIME TO COME, die uns allen am besten gefallen.“ Hansi fügt noch hinzu: „Dieses Best Of hat uns viele Erinnerungen wieder ins Gedächtnis gerufen. Wir hoffen, dass es euch beim Hören ähnlich geht.“

Das Album ist jedoch nicht nur etwas für ihre Fans. „Die ausgewählten Songs repräsentieren Blind Guardian sehr gut“, erklärt Marcus. „Jeder, der die Band nur ansatzweise oder überhaupt nicht kennt, bekommt hier einen sehr guten Überblick. Aber keine Sorge: Es hält auch einige Überraschungen für extreme Fans bereit.“

Ebendiese Fans müssen auch keine Angst haben, dass durch die akribische Arbeit am Best Of der Gedanke an ein neues Studioalbum beiseite geschoben wurde. „Wir werden unsere übliche Veröffentlichungsperiode einhalten. Das können wir versprechen“, lacht Hansi. „Ich denke, wir werden das nächste Album 2013 veröffentlichen – spätestens 2014.“

Straight Frank

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Straight Frank 2012 (1)Gerade einmal drei Wochen hat es die schwedische Band Straight Frank gekostet, um die zehn Songs ihres selbstbetitelten zweiten Albums auf die Festplatte zu rocken. Anlässlich der Veröffentlichung von STRAIGHT FRANK im Januar lässt Sänger und Gi-tarrist Tobias Gustavson im Gespräch mit CLASSIC ROCK hinter die Studioarbeiten blicken, erzählt von seiner besonderen Verbindung zu Deutschland und setzt sich mit seinen inneren Monstern und denen seiner Bandkollegen auseinander.

„Wenn du willst, dass deine Musik wie eine tote Maschine klingt, dann wähle lieber einen anderen Weg als den unseren“, so der Straight Frank-Frontmann über das neue, vollständig live aufgenommene Studioalbum. Die in ihrer schwedischen Heimat bereits als Produzenten und Songwriter für andere Künstler hoch angesehen Gustavsson, Schlagzeuger Kasper Lindgren und Bassist Henrik Edenhed spielten STRAIGHT FRANK zusammen mit ihrem neuen Gitarristen Coma in gemeinsamen Sessions ein, um ein klares Ziel zu verwirklichen: eine geradlinige, direkt klingende und vor allem authentische Rockplatte.

Authentizität ist für Tobias Gustavsson ohnehin das höchste Gut im Rock‘n‘Roll, das es zu verteidigen gilt: „Zum Glück kann man wirklich gute Musik nicht faken. Man braucht eben Talent, um gute Songs zu schreiben. Leider hat es sich aber schon viel zu oft bewiesen, dass man auch Drecksmusik schreiben und damit Millionen machen kann.“ Um endlich wieder guten alten Rock in die Welt zu befördern, tauschten die Jungs von Straight Frank vor vier Jahren ihre doch wesentlich komfortableren Jobs hinter den Kulissen des Musikgeschäfts gegen die Bühnen dieser Welt ein. „Bei der Gründung von Straight Frank dachten wir nicht ans Geldverdienen. Es ging uns dabei alleine um die Musik. Das ist doch mal das größte Cliché, nicht wahr!“

Mit ihrer aktuellen Single ›Monster‹ ist Straight Frank auf jeden Fall ein beeindruckendes Stück Musik gelungen. Der Song, der von zerstörerischer Liebe und verletzenden Beziehungen handelt, lässt die Frage aufkommen, mit welchen eigenen inneren Monstern sich die Bandmitglieder so in ihren Köpfen herumschlagen müssen. „Ich denke, jeder von uns hat so eine Art inneren Idioten in sich, mit dem er zu leben lernen muss. Coma zum Besispiel leidet unter dem ganz normalen Idioten, der manchmal zum Vorschein kommt, bis der Rest der Band ihn wieder zurückdrängt. In Kaspers Kopf herrscht ein ständiges Klingeln, und mein inneres Monster sieht aus wie Jar Jar Binks aus Star Wars. Aber bitte frage nicht weiter nach!“

Neben tollpatschigen Science-Fiction-Charakteren, wird Tobias Gustavsson – genauer gesagt seine Stimme – häufig mit Soundgarden-Sänger Chris Cornell verglichen. „Wir sind Kinder der Grunge-Ära. Wir lieben alles aus dieser Zeit – von den frühen Pearl Jam bis hin zu den späten Audioslave.“ Dennoch sind für ihn die Vergleiche mit seinem Vorbild nicht immer nur ein angenehmes Kompliment. „Müsste ich auf einer Skala von Eins bis Zehn ausdrücken, wie sehr es mich nervt, wäre es eine Sieben“, so Gustavsson grinsend. Nach einigen Support-Gigs für Alice Cooper und Deep Purple zählt es aber trotzdem noch immer zu den größten Wünschen der Band, einmal mit Soundgarden auf Tour zu gehen. „Hoffentlich kommt es einmal dazu. Wenn es nach uns ginge, könnte es sofort losgehen“, träumt der Chef-Frank vor sich hin.

Bis es soweit ist, werden Straight Frank auf ihrer eigenen Tournee durch Europa reisen. So sind für das Frühjahr zahlreiche Konzerte in Planung. Auch in Deutschland, das für Straight Frank ein besonders wichtiges Land ist, werden einige Shows auf dem Programm stehen. „Deutschland ist von sehr großer Bedeutung für uns. Das neue Album erscheint bei Sony Deutschland und wird deshalb dort zuerst veröffentlicht.“ Außerdem hat Tobias Gustavsson, der einige Zeit in unserer Hauptstadt lebte, neben Stockholm in Berlin eine zweite Heimat gefunden. Um so erfreulicher ist für ihn die Resonanz, die Straight Frank hierzulande erfahren dürfen. „Die Medien und die Fans in Deutschland scheinen eines gemeinsam zu haben: Sie mögen uns. Und das ist ein fantastisches Gefühl!“.

One Night Of Queen: Hamburg, Congress Center

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Pressefoto_Queen_MikroZwar nicht wirklich Queen, aber sehr nah dran.

Es gibt Cover-Bands und es gibt Tribute-Bands. Im ersten Moment scheint kein klarer Unterschied erkennbar zu sein, doch es gibt ihn. Eine Cover-Band spielt für gewöhnlich die Songs berühmter Künstler nach – covern eben. Eine Tribute-Band hingegen spielt zwar auch die Songs bekannter Musker nach, beschränkt sich jedoch meistens auf einen bestimmten und setzt das dargebotene Material nicht nur musikalisch, sondern auch optisch bis ins kleinste Detail um. Neben der äußerst erfolgreichen Australian Pink Floyd Show, zählen auch One Night of Queen zu den Größen dieser Kunstform. Sie sind sogar die einzige Tribute-Band, die von den verbliebenen Urmitgliedern Brian May und Roger Taylor empfohlen wird.

Im Januar gastierten Gary Mullen, David Brocket, Billy Moffat, Martin Campell und Jonathan Evans auch wieder in Deutschland, um allen, die Queen mal wieder in Originalbesetzung erleben wollen, die Chance dazu zu geben.

Am Anfang schwirrt einem noch der Gedanke im Kopf herum, ob sich die Herren mit ihrer Aufgabe nicht eventuell übernommen haben könnten. Schließlich zählen Queen zu den größten Rockbands aller Zeiten und vor allem Freddie Mercury wurde schon oft kopiert – meist eher schlecht als recht. Doch schon spätestens nach dem ersten Song sind alle Zweifel verflogen. Vor allem Garry Mullen liefert eine bombastische Show ab. Der Schotte imitiert nicht nur perfekt die exzessiven Selbstdarstellungen von Mercury, sondern erreicht auch beinahe dessen stimmliche Wucht. Um die Illusion noch zu perfektionieren, trägt Mullen Mercurys Originaloutfits auf der Bühne.

Doch nicht nur der Sänger kann überzeugen. Auch die anderen Musiker beherrschen ihre Instrumente perfekt und müssen sich nicht hinter ihren Vorbildern verstecken. Die Band schleudert alle großen Queen-Hits ins Publikum, wie ›Another One Bites The Dust‹, ›We Are The Champions‹, ›Made In Heaven‹ oder ›The Great Pretender‹. Die Band hat auch einen Vorteil auf ihrer Seite: Da alle im Saal diese Gassenhauer in- und auswendig kennen, wird kräftig mitgesungen, getanzt und gerockt.

Am Ende sind die Zuschauer glücklich, zufrieden und vor allem sehr gut unterhalten. Und auch wenn man sich bewusst darüber ist, gerade nicht die „wahren“ Queen gesehen zu haben, so hatte man doch für eine kurzweilige Dauer das Gefühl, wieder in den guten Achtziger Jahren zu sein und Freddie und Co. live auf der Bühne zu bewundern. Denen, die es – wie ich selbst – leider nicht mehr geschafft haben, Queen in Originalbesetzung zu sehen, sei ans Herz gelegt, einmal zu One Night Of Queen zu gehen. Denn näher an das Original kommt sicher momentan keiner ran.

Wishbone Ash: München, Freiheiz

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216208_wishboneash_03Zweistündiges Dejavu ihrer glorreichen Zeiten.

Alle Jahre wieder“ ist der Slogan, der Wishbone Ash bei ihren Touren in Deutschland begleitet, was aber nicht für München gilt. Denn hier war die Band der ersten Stunde schon seit langem nicht mehr. Also höchste Zeit, dass Andy Powell auch hier aufkreuzt, damit wir ihn ja nicht vergessen. Nun, ganz so groß ist die Gefahr nicht, denn Wishbone Ash sind aus den Annalen der Music-History ohnehin nicht wegzudenken. Allerdings haben auch sie die letzten 40 Jahre nicht schadlos überstanden. Es gab unzählige Line-up Wechsel und längere Kunstpausen. Inzwischen gibt es sogar zwei Versionen von Wishbone Ash, bei jeder ist ein Original-Mitglied dabei. Allerdings beansprucht Andy Powell den Namen rechtlich für sich, ist nie stehen geblieben oder hat sich auf früheren Lorbeeren ausgeruht, sondern veröffentlicht ständig neue Alben , so zuletzt im Herbst die Elegant Stealth. Trotzdem befinden sich auf der heutigen Setliste lediglich drei Stücke daraus, da Wishbone Ash zu den Bands gehören, die im Prinzip gar kein neues Album machen müssten, da die Fans bei den Konzerten ohnehin nur die großen Hits hören wollen.

In der Münchner Freiheizhalle haben sich etwa 300 Gäste eingefunden, großteils älteren Semesters, jene, die schon in den Siebziger Jahren zu Wishbone Ash Konzerten gepilgert sind und mit dem heutigen Abend einmal mehr in Erinnerungen schwelgen. Aber wir sind hier und heute und Wishbone Ash 2012 sind immer noch Andy Powell, Bassist Bob Skeat, der seit 15 Jahren dabei ist, der Finne Muddy Manninen, seit sieben Jahren im Boot und Drummer Joseph Captree, der locker Andy Powells Sohn sein könnte.

Nachdem das Schweizer Nachwuchstalent Fabian Anderhub 40 Minuten lang seinen recht passablen Einstand geprobt hat, legen Wishbone Ash in schummriger Dämmerlicht-Atmosphäre umgehend mit ihrem Klassiker ›The King Will Come‹ los. Trotzdem will anfangs keine Stimmung aufkommen, was aber auf das gesetztere Alter der Besucher zurückzuführen ist, die sich erst im späteren Verlauf der Show zum Mitklatschen aufraffen können. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass sich die nun folgenden Stücke ›Warrior‹ oder ›Can’t Go It Alone‹ in eine feingestrickte Synthese aneinander gereihter Ton’DNAs reiht, die abwechselnd von Powell und Manninen mit eigenwillig platzierten Improvisationen gewürzt werden. An Neuheiten werden etwa ›Reason To Believe‹ und in der Zugabe das groovig rockende ›Mud Slick‹ vorgestellt. Beendet wird die zweistündige Metamorphose mit dem Rohdiamanten ›Blow-in’ Free‹. Ende der Geschichte ist ein Dejavu der glorreichen Zeiten , das zwar musikalisch einwandfrei, aber streckenweise zum einen oder anderen versteckten Gähnen dank zeitweiliger Langatmigkeit verleitet hat.

Crippled Black Phoenix

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Crippled Black Phoenix 2011a @ Kara RokitaDas Leben ist das, was passiert, wenn man andere Pläne gemacht hatte. Eine Weisheit, die Justin Greaves, Kreativkopf des fluktuierenden Musikerkollektivs Crippled Black Phoenix, wohl absolut unterschreiben würde angesichts der Tatsache, dass ausgerechnet das letzte Album I, Vigilante, das fast aus Versehen entstanden war, die Band in neue Sphären künstlerischer Anerkennung und internationaler Wahrnehmung hob. „Ursprünglich waren das nur drei Lieder, aus denen wir eine EP machen wollten“, erklärt Justin, „doch irgendwie wurde dann doch mehr daraus, und wir beschlossen, ein ganzes Album zu veröffentlichen.“

Selbiges war für eine Band, die sich gerne in ausufernden Waber-Epen erging, verhältnismäßig konzis und zugänglich und führte zu den bislang größten Auftritten der Briten, die sich zunehmend auch international einen Namen gemacht hatten. Wie weit dieser Ruf hallen würde, erstaunte Justin dann aber doch, denn 2011 wurden Crippled Black Phoenix erstmals nach China eingeladen. „Wir dachten zuerst, sie hätten sich in der Band geirrt!“, lacht er. Schließlich ist es nicht nur überraschend, als verschrobene Underground-Kapelle ins Reiche der Mitte gebeten zu werden, sondern vor allem als Band, die schon im Albumtitel klarstellt, dass Obrigkeitshörigkeit nicht gerade als Charakterstärke angesehen wird. Wie also wurde man empfangen von den notorisch wachsamen Zensoren der Volksrepublik? „Nun, im Vorfeld hatte man uns gewarnt, dass die Behörden dort unsere Texte unter die Lupe nehmen würden und wir dann vielleicht manche Lieder nicht spielen dürften. Doch das Einzige, was uns gesagt wurde, war, dass wir auf keinen Fall irgendetwas über Tibet sagen sollen.“

Zurück in der britischen Heimat sah man dafür gleich, wie sich ungebremster Volkszorn anfühlen kann, als Teile Londons im vergangenen Juli drei Tage in Flammen standen. „In der gesamten Gesellschaft klagen Menschen, dass es bergab geht, und als die Ausschreitungen passierten, wurde uns allen klar, dass unsere Sicht der Dinge offensichtlich von mehr Menschen geteilt wird, als uns vorher bewusst war.“

Doch Crippled Black Phoenix betrachten lieber the big picture, die Welt im großen Maßstab. Weswegen ihr neues Album (Mankind) The Crafty Ape gleich mal die Natur des Menschen als solche behandelt, und das gleich auf zwei CDs in drei Kapiteln. Diese oszillieren gekonnt zwischen knarzig-knackigem Schmuddelrock mit abgehobener Note und bewusstseinserweiterten Psychedelic-Schwelgereien der LSD-Vollfettstufe – und werfen nicht unbedingt das schmeichelhafteste Licht auf unsere Spezies. Als „gerissener Affe“ sind wir eben noch ein Stück weit entfernt von der Vervollkommnung unserer Evolution, und die interessanteste Frage ist wohl, inwiefern man uns als „intelligent“ bezeichnen kann. „Sieh dir doch die Mächtigen dieser Welt an. Klar braucht man ein gewisses Maß an Intelligenz, um in so eine Position zu gelangen. Aber ist es wirklich intelligent, diese Macht so zu missbrauchen, wie es die meisten von ihnen tun? The good guys never win, heißt es oft, und das stimmt wohl“, so Justin.

Als Sprachrohr der desillusionierten Mehrheit will er sich aber nicht gerieren. „Wir wollten nie eine besonders politische Band sein, ich werde mich also nicht in Bono-Territorium begeben. Mir geht es mehr um die emotionalen Strukturen hinter diesen Realitäten. Im Prinzip wollen wir nur ein bisschen zynisch unsere Finger in die Wunde legen. Wie sagt man so schön: Die schwärzeste Form von Humor besteht darin, die Wahrheit zu sagen.“

Ihre Karriere nehmen die Jungs dafür ernster denn je. Seit 2011 bei Mascot Records unter Vertrag, stehen Crippled Black Phoenix nun neue Türen offen. „Das ist schon ein schöner Fortschritt für uns, es eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten. Wir konnten dieses Album in einem besseren Studio aufnehmen und endlich all die Klänge erzeugen, die uns immer vorgeschwebt waren. Wir sind unserer Idealvorstellung von unserer Musik noch nie so nahe gekommen – und auch live werden wir in Zukunft andere Maßstäbe anlegen können.“ Nicht schlecht für einen Haufen Affen, der uns wohl auch in Zukunft mit aufregenden, außergewöhnlichen und clever beobachteten Alben begeistern wird.

Rock meets Classic: Regensburg, Donauarena

poster_2012Auf zur Neuauflage.

Rock Meets Classic geht in die dritte Runde. Die bunte Mischung der Besucher, vom Headbanger bis zur älteren Dame, beweist, wie zeitlos die Mischung aus harten Rock-Klängen und klassischen Instrumentalparts ist. Zu ›Los Toreadores‹, bekannt aus Carmen und der Serie „Die Bären sind los“, steppt besagter Meister Petz auch gleich heftig los, im Speziellen dank Survivor-Frontmann Jimi Jamison. Dieser lässt die größten Hits seiner Combo, wie ›Eye Of The Tiger‹ vom Stapel. Beim Namen Robin Beck haben viele das große Fragezeichen im Gesicht, was sich auch nicht nach den beiden Nummern ›Hide Your Heart‹ und ›Tears In The Rain‹ ändert. Doch als sie etwas zu trinken verlangt und ihr eine Flasche koffeinhaltige Limonade gereicht wird, fällt der Groschen. Bevor Matt Sinner das Publikum in die Pause schickt, darf noch Chris Thompson sein Können unter Beweis stellen. Unerwartet legt er mit dem John Farnham Überhit ›The Voice‹ los. Es folgen ›Dave’s Son On The Road Again‹ und ›Blinded By The Night‹, bevor Thompson nach dem finalen ›Mighty Quinn‹ unter großem Jubel verabschiedet wird. Steve Lukather startet mit ›Rosanna‹, bei dem er sich gesanglich durch Primal Fear-Sänger Ralf Scheepers unterstützen lässt. ›Africa‹ wird mit einem gigantischen Solo des Meisters veredelt. Final verzaubert er sein Publikum mit dem Toto-Überhit ›Hold The Line‹, bevor er unter tosendem Applaus entlassen wird. Die Ehre, das Konzert mittels eines musikalischen Orkan ausklingen zu lassen, gebührt dem Deep Purple Fronter Ian Gillan, der trotz Beinschiene, wieder alle Register seines Könnens zieht. Zwar ist die Setlist nahezu identisch mit der aus 2011, jedoch verlieren Songs der Marke ›Highway Star‹ oder ›Hush‹ nichts von ihrer Magie. Auch die Zugabe ›Smoke On The Water‹ ist keine Überraschung, verwandelt jedoch die Arena in einen Hexenkessel und ist würdiger Abschluss einer Nacht, in der zwei so unterschiedliche Musikrichtungen zu einer Einheit verschmelzen.

Grand Magus: München, Backstage

grandmagusDer Hammer des Nordens überzeugt – allerdings mit Verzögerung.

Die „Hammer Of The North-Tour 2012“ lässt Anfang des neuen Jahres in München nicht nur besagtes Werkzeug kreisen, sondern startet auch von dort aus. Dem zur Folge darf man auf die Reaktionen der Besucher gespannt sein, die sich aufgrund der vier Anheizer-Combos regelrecht in zwei Lager spalten. Vanderbyst, Skullfist, Steelwing und Bullet locken die True Metal-Fans in die Halle, vor allem letzt genannte bringen sie zum Kochen, während es bei Grand Magus eher schwer und doomig, dafür mit ungebrochener Härte zur Sache geht.

Entsprechend der Separierung wechseln die Besucher im Auditorium beim Headliner und es klaffen einige Lücken vor der Bühne, was sicher nichts mit der Leistung des schwedischen Trios zu tun hat: Grand Magus bieten eine Show, die keine Wünsche offen lässt. Frontmann JB und seine Kollegen haben vom ersten Ton an ihr Publikum fest im Griff. Es geht zwar eher ruhig zur Sache, aber wildes Stage Acting war von den Stockholmern eh nicht zu erwarten – warum auch, allein die Musik steht hier im Vordergrund, die den geneigten Hörer in ein düsteres, mitunter eisiges Klanguniversum der nordischen Mythen entführt.

So ist es nicht verwunderlich, dass Stücke vom Format ›Kingslayer‹, ›Return Of The Wolf‹ oder der aktuellen Bandhymne ›Hammer Of The North‹ frenetisch abgefeiert werden und sich den Schweden ein Meer aus Fäusten und Pommesgabeln entgegenreckt.

Nach knapp 75 Minuten ist der dunkle Spaß auch schon vorbei, doch so schnell werden die Musiker von ihren Anhängern nicht in den Feierabend entlassen und lassen im Zugabe Teil noch unter anderem den Klassiker ›Iron Will‹ auf die Konzertbesucher hereinbrechen.

Obwohl, wie bereits eingangs erwähnt, der Tourauftakt nicht ganz im Sinne von Grand Magus verlief und man beim Bullet-Auftritt schon befürchten musste, der Headliner würde an die Wand gespielt werden, zeigt das sympathische Dreigestirn, wer das Zepter auf dieser Konzertreise fest in der Hand hält – final ein glorreicher Abend im Zeichen der harten Töne!