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Start Blog Seite 1259

Nikki Sixx

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Nikki Sixx 2011e @ Sixx A.M.Er ist cool und kann sich in Szene setzen. Deswegen ist Nikki Sixx auch der Showman des Jahres.

Er ist der unbestrittene Chef von Mötley Crüe. Wie ein Dompteur hat seine Mitmusiker im Griff – was jetzt keinesfalls böse klingen soll. Aber Nikki Sixx hat das Ruder gerne in der Hand, von Eskapaden hat man schon Jahre nichts mehr gehört. Und auch auf der Bühne kann er sich perfekt in Szene setzen, wenn er mit seinem Gibson T-Bird Bass rockt oder auch gerne mal einen Eimer Kunstblut in die Menge schüttet.

Bei den diesjährigen CLASSIC ROCK-Awards wurde ihm der Preis „Showman Of The Year“ verliehen. Doch es war gar nicht so einfach, ihn einmal zu fassen zu bekommen. Denn auch Sixx nutzte die Versammlung großer Rockstars, um einige Interviews für seine Radioshow „Sixx Sense“ zu führen. Doch einmal haben wir ihn doch erwischt.
„Dieser Award fühlt sich richtig gut an“, strahlt er bis über beide Ohren. „Schaut euch dieses Baby doch mal an. Dafür muss ich mir einen richtig schönen Platz aussuchen.“ Auch hier ist Nikki Sixx Vollprofi und präsentiert strahlend seinen Preis. Doch wo hat er das alles gelernt? „Als ich aufgewachsen bin, habe ich viel Elton John, David Bowie, Queen, Kiss und T-Rex gehört. All diese Künstler hatten grandiose Shows und großartige Songs. Sie haben mir gezeigt, wie man diese beiden Aspekte miteinander verbinden kann. Als wir Mötley Crüe ins Leben riefen, war eines sofort klar: Wir mussten großartige Songs schreiben und eine großartige Show auf die Beine stellen. Wir versuchen auch immer noch, jedes Mal eins drauf zu setzen. Dieses Preis verliehen zu bekommen zeigt mir, dass ich wohl auf dem richtigen Weg bin.“

Das Geheimnis seines Erfolges? „Nun, du musst einfach immer weitermachen. Wenn du in einem Tief steckst, darfst du nicht aufgeben. Und wenn alles gerade perfekt läuft, darfst du dich nicht darauf ausruhen. Es kann immer wieder bergab gehen. Es gibt immer Höhen und Tiefen. So sieht eine Karriere nunmal aus – und so soll sie auch aussehen.“

Für Sixx war 2012 ein tolles Rock-Jahr. „Dieses Jahr kamen so viele tolle Alben heraus. Ich liebe THE 2ND LAW, die neue Platte von Muse. Dieses Album hat viele Elemente, die mich an die 70er Jahre erinnern. Das finde ich großartig.“ Auch für nächstes Jahr gibt es große Show-Pläne. Erst stehen Auftritte in Las Vegas an, dann folgt eine Tour mit Kiss durch Australien und einen Abstecher nach Europa soll es auch geben. Der Showman ist in seinem Element.

Live: The Gaslight Anthem, Motörhead sowie Opeth

The Gaslight Anthem - Portraits

THE GASLIGHT ANTHEM
Zenith, München
Wo geht’s hier zur nächsten Arena bitte?

Von ihnen wird viel erwartet: Die nächste Mega-Rockband zu werden zum Beispiel. Die Zeichen scheinen darauf zu deuten, dass diese Erwartung an The Gaslight Anthem durchaus erfüllt werden könnte. Spielten die New Jersey-Rocker vor zwei Jahren noch in mittelgroßen Clubs, verkaufen sie auf der diesjährigen Tour etliche Hallen aus. Nun ist das Zenith in München an der Reihe. Gut, die 6.000 Besucher fassende Venue ist auf zwei Drittel ihrer Größe abgetrennt worden, dennoch ist die Anziehungskraft von The Gaslight Anthem enorm gewachsen.
Bevor das Publikum zu seinem Hauptact kommt, darf es sich von Dave Hauses Ein-Mann-Show begrüßen lassen. Hause passt perfekt in den Abend. Leider müssen die TGA-Fans dann aber noch den enttäuschenden Auftritt von Blood Red Shoes vereinzelt sogar wort wörtlich absitzen.

In eines der besten Soundgewänder, das das diesbezüglich problematische Zenith je gehört haben dürfte, gehüllt, präsentiert sich Brian Falloausgesprochen gut gelaunt. Seine Scherze wollen nur nicht so recht ankommen, da die Leute seinem Arbeiterjargon nicht aufmerksam genug zu lauschen scheinen. Eigenartig, ist doch ›American Slang‹, bei dem Dave Hause mit auf die Bühne kommt, eines ihrer liebsten Stücke an diesem Abend. The Gaslight Anthem, die gelinde ausgedrückt früher etwas unsicher agierten, haben sich zu einer extrem guten Live-Band entwickelt. Zudem würden sich alle 24 Lieder an diesem Abend für große Stadion-Shows eignen. Spricht man von Arena-Hymnen und The Gaslight Anthem, darf am Ende ein Song nicht fehlen, damit der Abend so enden kann, wie er begonnen hat: Mit ›Great Expectations‹ nämlich, die – sollte es mit dieser Band so weiter gehen – nicht enttäuscht werden dürften.

Paul Schmitz

MOTÖRHEAD
Stadthalle, Offenbach
Zu voll, zu kurz aber wie immer.

Der Abend beginnt gleich mit einem Alptraum: viel zu wenig Parkplätze und eine völlig überfüllte Halle. Auch die Umbauspause zwischen Anthrax, die als Vorband agieren, und Motörhead wird zur Quetschtortur ersten Grades. Das Volk will Bier und pinkeln… Dann kann es endlich losgehen: Das Trio liefert einen grundsoliden Gig mit wenig Überraschungen ab, einzig die Thin Lizzy Coverversion ›Are You Ready‹ lässt aufhorchen. Lemmy ist gut drauf und kommuniziert oft mit dem Publikum zwischen den Songs, die gierig jeden Track aufsaugen und mit der entsprechenden Lautstärke quittieren. Nach 70 Minuten ist das Spektakel jedoch schon zu Ende: viel zu früh!

Jürgen Tschamler

OPETH
Sankt Peter, Frankfurt
Ein Schelm, der Growls vermisst…

Wow: Da wurde richtig Geld in die Hand genommen, um eine Kirche zu Frankfurts coolster Konzerthalle aller Zeiten umzubauen – ein mehr als perfektes Ambiente für die Zart- und Verhuschtheit von Anathema, aber sogar mehr noch für Opeth, die Prog Metal-Kings der Zwischentöne. Was Åkerfeldt & Co. für diese Tour aus fauchenden Death-Prog-Klassikern wie ›Heritage‹, ›Credence‹ und ›Benighted‹ gemacht haben, grenzt ans Genialische: ›Demons of the Fall‹ vibriert vor zwölfsaitiger Bosheit, Black Sabbaths ›Solitude‹ kommt fragil… und alles, wirklich alles weint vor Glück.

 

Live: Steve Miller Band, Sonics, Noel Gallagher sowie Alice Cooper

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steveMiller1-09-HR

STEVE MILLER BAND
Alte Oper, Frankfurt
Perfektes Rock Entertainment kontra

Kein Bier im nobeln Konzertsaal der Alten Oper und Sitzplatzzwang. Alles andere als günstige Voraussetzungen für einen vergnüglichen Abend mit guter Rockmusik. Interessanter Weise scheint das aber den etwas über 1600 Menschen an diesem Abend völlig egal zu sein, die angespannt und verhalten ruhig auf ihren Stühlen sitzen und das riesige Backdrop mit dem Steve Miller Band Logo anstarren. Bei solch einer Menschenansammlung kann man eigentlich von einer schmerzhaften Lautstärke ausgehen… hier nicht, man könnte meinen, man ist in einem Krankenhaus. Erst als das Hallenlicht sich verdunkelt, ein Intro einsetzt, der riesige Vorhang die Bühne freigibt, kommt Bewegung in die Anwesenden. Ob Herrn Miller und seiner exzellenten Begleitband diese Stille vor dem Betreten der Bühne auch aufgefallen ist, wäre interessant zu wissen. Mit den ersten Tönen aus Millers Gitarre geht jedoch ein euphorischer Ruck durch die Anwesenden. Kein Wunder, denn der Sound ist unglaublich perfekt, transparent, warm und doch so rockig analog, dass eine Steigerung kaum noch möglich scheint. Die Hitmaschinerie aus dem Hause Steve Miller kommt in Schwung, wobei die Lightshow und die dezenten Effekte perfekt mit den Songs abgestimmt sind. Miller spielt eine grandiose Gitarre und sein Gesang hat immer noch all diese unverwechselbaren Nuancen die Hits wie ›Rock’n Me‹ , ›Jungle Love‹, ›Abracadabra‹, ›Jet Airliner‹, ›Swingtown‹, ›Space Cowboy‹ oder ›The Joker‹ zu Klassikern werden lässt. Er ist Gentleman und introvertierter Entertainer zugleich. So überrascht es, dass er seinen alten Bekannten Randy Hansen, der zur gleichen Zeit in Frankfurt weilte, auf die Bühne bat um mit ihm ein paar klassische Rock’n’Roll Nummern zu jammen. Beide Musiker genießen dieses ungewöhnliche Intermezzo in jeder Sekunde und die Anwesenden springen zum ersten Mal an diesem Abend aus ihren Stühlen. Dies geschieht erst wieder gegen Ende des 120-minütigen Auftritts, als Miller und Co. noch einmal richtig aus sich heraus gehen. Das Fazit für diesen bierlosen Abend: Konzerthighlight des Jahres 2012!

Jürgen Tschmaler

SONICS
C-Club, Berlin
Prädikat: zeitlos.

Drei Roadies im Alter von Methusalix bereiten die Bühne vor, sämtliche Griffe sind tausendmal geprobt, alles passiert gaaanz langsam. The Sonics waren immer eine Untergrundband, daran hat sich bis heute nichts geändert. Im Vergleich zu ihnen wirkten Beatles und Stones wie süße Jungs, während die Fünf aus Tacoma, Washington stets roh, attackierend und gefährlich rollten und rockten. Damit wurden die Ur-Garagenpunks zu Vorbildern für Stooges, MC5, Dead Boys, Hanoi Rocks und andere Bösebubenbands. Das Publikum besteht heut Nacht zum Großteil aus Berliner Nachtschattengewächsen, die sich u.a. dadurch auszeichnen, dass sie extrem spät erscheinen.
Drei Mann der Erstbesetzung aus den frühen 60ern des letzten Jahrhunderts sind noch an Bord: Keyboarder und Sänger Gerry Roslie, Gitarrist Larry Parypa und Saxophonist/Mundharmonikaspieler Rob Lind. Ergänzt werden sie von Trommler Ricky Lynn Johnson und Basser Freddie Dennis.
Zusammen spielen sie sämtliche Klassiker ihrer grandiosen Alben Here Are The Sonics, Boom und Introducing The Sonics. Darunter Ohrenstürmer wie ›Dirty Robber‹, ›Have Love Will Travel‹ und ›Cinderella‹ ergänzt von Evergreens aus fremder Feder wie ›Louie Louie‹ und ›Money‹. Die Nummer ›Boss Hoss‹ widmen sie Sascha und Alec von der gleichnamigen Berliner Band, die beide anwesend sind. Natürlich dürfen auch ihre Urknall-Singles ›Psycho‹, ›Strychnine‹ und ›The Witch‹ nicht fehlen. Erstaunlich, wie kompakt die Band zusammenspielt, wie messerscharf ihre Grooves ausfallen, wie beißend ihre Melodien immer noch wirken. Die Nachtschattengewächse schwofen und tanzen wie aufgedreht, weil der Garagenpunk der Sonics – obwohl ältere Herren – absolut fit und frisch wirkt. Prädikat: zeitlos.

Henning Richter

NOEL GALLAGHER
Capitol, Offenbach
Perfekter Neuanfang…

Eindeutiger geht die Botschaft nicht: ›(It’s Good) To Be Free‹, ein B-Seiten-Titel von Oasis, dient Noel Gallagher’s High Flying Birds als trefflicher Einsstieg. Ein in rund 90 Minuten von euphorisch gestimmter Fangemeinde mit viel Wohlwollen, mitunter aber auch provokanten Zwischenrufen fast schon pastoral gefeierter Punktsieg für den Älteren der Gebrüder Gallagher. Neben Stücken von Oasis überzeugt der 45-Jährige auch mit neuen Stücken wie ›Everybody’s On The Run‹, ›Dream On‹ und ›The Death Of You And Me‹.

Michael Köhler

ALICE COOPER
Wembley Arena, London
Jeder Abend Halloween.

Ein Abend mit Alice Cooper ist immer ein Erlebnis. Heute wirkt der Gruselrocker wie eine skurrile Kreutzung aus Michael Keaton’s Beetlejuice und Vincent Price in Hammer Horror – und genau dafür lieben wir ihn. Und Cooper, der im Februar seinen 65. Geburtstag feiern wird, hat Energie wie ein kleiner Junge. Dieser Mann scheint niemals zu altern. Und auch wenn man bei einigen Showelementen ein bisschen Schmunzeln muss, ist er doch das einzig wahre Original..

 

Tame Impala – It’s all in the mind

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Kevin Parker ist erklärter Eigenbrötler. Er ist gerne allein. Dann lauscht der 26-jährige zu Hause in Perth, Westaustralien, der Musik, die in seinem Kopf stattfindet. Oder er nimmt sie auf: Abgefuckte Psychedelia, mit beatlesken Melodien und loopy Grooves (oder waren‘s groovy Loops?). Um diese Musik auf die Bühne zu bringen, braucht er seine Freunde, die mit ihm seine Band Tame Impala bilden. Und siehe da: Zigtausende wollen sie auch hören, die Musik, die in Kevins Kopf passiert. Nach dem gefeierten Debüt „Innerspeaker“ (2010) setzen Parker und Co mit dem allenthalben als „Album des Jahres 2012“ gefeierten Nachfolger „Lonerism“ noch einen drauf. Nach mehreren gescheiterten Versuchen erwischen wir den so gefragten Querkopf am Handy im Tourbus.

Du bist ja ganz schön schwer zu fassen zu kriegen! Kein Wunder, Euer neues Album geht weltweit durch die Decke.
Das mag sein. Aber hier in meiner Koje im Tourbus liegend kriege ich nicht viel davon mit. Wir sehen halt die Fans bei den Shows, das schon.

Ich habe ein Interview gelesen, in dem Du sagst: „Manchmal, wenn ich unser Zeug höre, glaube ich, das ist der größte Kackmist, den ich je gehört habe“.

Ja, das stimmt wohl. Aber manchmal ist es ja auch genau andersrum. Dass ich abgehe und denke: Wow, das ist das BESTE, das ich in meinem Leben gehört habe! Man pendelt da so hin und her. Das ist wahrscheinlich einfach Teil des Musikmachend.

Lonerism wurde in Paris, in Perth, in Hotels, im Tourbus und sogar im Flieger aufgenommen, richtig? Dafür klingt sie sehr wie aus einem Guss.

Also, das Meiste habe ich schon daheim aufgenommen. In Paris habe ich halt ein paar Vocals aufgenommen. Auf Tour geht es dann mehr um Demos. Manchmal habe ich eine Idee, und die muss ich dann schnell einfangen, auf meinem Laptop.Aber es kommt ja auch darauf an, wo deine Musik herkommt. Wenn deine Musik ein Ergebnis deiner Umwelt ist, dann macht der Ort, wo du sie aufnimmst, vielleicht etwas aus. Wenn deine Musik aber aus einem Ort in dir drinnen kommt, dann wird sie immer gleich klingen. Am Ende sind es doch deine Seele und dein Kopf, die die Musik machen, nicht deine Umgebung.

Stimmt es, dass Du eigentlich vom Jazz kommst und vor Tame Impala in Jazzbands gespielt hast?
Ooh, nicht wirklich. Kein richtiger Jazz. Nur Pretend-Jazz.

Pretend-Jazz?
Ach, nur sehr jazzy spielen, aber davon eigentlich keine Ahnung haben. Beim Proben veranstalten wir manchmal urkomische Freejazz-Jams. Näher kommen wir der Sache nicht.

Du liebst nicht nur Jazz, sondern auch Pop. Angeblich hast du sieben Songs mit Kylie im Sinn geschrieben?
Inzwischen sind‘s sogar acht!

Haben sich Kylie‘s Leute bei Dir gemeldet, seit Du das bekannt gemacht hast?
Nein! Ist auch nicht so, dass ich wirklich damit rechne. Diese Songs schreibe ich nur zum Spaß. Sie könnten niemals Tame Impala Songs sein, dafür sind sie zu cheesy. Zuckersüße, schimmernde Melodien sind zwar auch das Prinzip bei Tame Impala, aber die Melodien müssen über durchgeknallter, abgefuckter Produktion liegen. Diese Spannung muss gegeben sein..

 

Hong Faux – “Dies ist Arena Stoner-Rock!”

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Was in einer kleinen Bar in Stockholm begann, soll bald die ganze Welt erobern.

Sie sind sich durchaus bewusst, nicht einfach nur eine weitere neue Rockband mit Retro-Einflüssen zu sein, sondern wollen dieser Welt wirklich etwas Hörenswertes beisteuern: Hong Faux stammen aus Stockholm im schönen Schweden und zelebrieren auf ihrem Debütalbum THE CROWN THAT WEARS THE HEAD eine verflucht heiße Mischung aus siebziger Jahre-Rock und Querverweisen an Grunge und Alternative Rock.

„Als wir unsere ersten zehn Songs geschrieben hatten, schlug unser Gitarrist Björn mit voller Wucht auf den Tisch und brüllte stolz: ‚Dies ist Arena-Stoner-Rock‘“, erzählt Sänger und Gitarrist Niklas Nik Serèn mit einem Schmunzeln, der übrigens halb Schwede und halb Spanier ist. Okay, Bescheidenheit klingt anders, aber weshalb sollte diese exzellente Truppe die eigenen Leistungen unter den Scheffel stellen? Immerhin kann man der vierköpfigen Band ein erstaunlich sicheres Gespür für Grooves und Melodien attestieren.

Ihren etwas eigentümlichen Bandnamen wollen die Skandinavier indes nicht explizit erklären. Es sei gut, kleine Geheimnisse für sich zu behalten, behauptet Serèn verschmitzt und berichtet stattdessen lieber von jenem ersten schicksalhaften Treffen der hoffnungsvollen Musiker, das zur Bandgründung führte: „Wir trafen uns in einer Bar in Stockholm und waren uns schnell darüber einig, dass wir Riff-orientierte Rockmusik ohne die bei Stoner-Bands üblichen dissonanten Akkorde machen wollen. Vier Biere später stand dann auch das erste große Ziel fest: In einem halben Jahr wollen wir durch England touren. Und genau das taten wir dann auch!“

Mittlerweile waren Hong Faux nicht nur im heimischen Skandinavien und Großbritannien unterwegs, sondern haben ihre erste Stippvisite auch hier in Deutschland abgegeben. Mit durchschlagendem Erfolg, wie Serèn findet: „Wir sind extrem glücklich darüber, dass das deutsche Publikum mit uns übereinstimmt, dass diese Welt eine Band wie Hong Faux unbedingt braucht.“

 

Geoff Tate – Auf dem Thron sitzt nur einer

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Geoff tateWährend die Querelen um Queensryche ungelöst bleiben, präsentiert Frontmann Geoff Tate sein zweites Soloalbum. Und lässt keine Zweifel daran, wer kreativ das Zepter in der Hand hält.

Um es gleich klarzustellen: Auch wenn es nicht zum Eklat mit seinen ehemaligen Bandkollegen gekommen wäre, hätte Geoff Tate dieses Album als Soloalbum veröffentlicht – auch wenn rückblickend klar zu sein scheint, dass er sich ohnehin von jenen Mitmusikern freischwimmen wollte, die nun den Namen Queensrÿche für sich beanspruchen. „Wieso hat es zehn Jahre gedauert, bis ich mein zweites Soloalbum gemacht habe? Weil ich mein gesamtes Material auf Queensrÿche verwenden musste, denn die anderen Jungs haben einfach keine Songs hervorgebracht. Und meine Songs musste ich dann noch ihren Fähigkeiten anpassen. Aber Queensrÿche waren eben meine Priorität, also blieb ich diesem Lager treu“, erläutert Geoff. Autsch.

Wie ist nun also der letzte Stand der Dinge? „Unser Gerichtstermin ist für November 2013 angesetzt. Damit habe ich ein Jahr Zeit, meinen Fall entsprechend auszuarbeiten und ich habe keine Zweifel daran, dass die Richter meine Sichtweise teilen werden. Da bin ich sehr optimistisch. Allerdings hoffe ich trotzdem, dass wir uns vielleicht schon vorher irgendwie einigen können.“

Egal, wer nun ab Ende 2013 unter dem Queensrÿche-Banner firmieren darf – Fans der Band werden Tates neues Solowerk KINGS & THIEVES auch so lieben. „Ich wollte einfach mal wieder so richtig rocken“, kommentiert er die knackigen Riffs, die es hier allerorten zu hören gibt. In der Tat klingt das Album wie ein Befreiungsschlag, denn „ich musste endlich mal keine Kompromisse eingehen, was kreativ unglaublich befriedigend war“. Also verpackt er den eigentümlichen Breitwandsound in ein reduziertes Gewand, pfeffert seine ausladenden Song-Konstrukte mit reichlich Rock‘n‘roll-Würze und verzichtet auf jegliche Prog-Metal-Auswüchse.

Wo das Album einen persönlichen Schritt in die Freiheit darstellt, behandelt es allerdings das genaue Gegenteil: „Amerika sieht sich gerne als freies Land, aber das Gegenteil ist doch der Fall. Wir glauben, weil wir nominell eine Demokratie sind und alle paar Jahre ein Häkchen hinter einem Namen machen dürfen, hätten wir Einfluss auf die Politik. Aber die Leute, die wir da wählen, repräsentieren nicht unsere Interessen, sondern einzig und allein ihre eigenen. Das wird gerade jetzt mal wieder besonders deutlich, denn unser Wahlkampf geht gerade in die heiße Phase. Das Fernsehen ist voll von Meinungen, Spin, Verkaufstaktiken, mit anderen Worten: heißer Luft, die Wähler einwickeln soll. Mal sehen, was passiert. Ich habe wenig Hoffnung, dass sich groß was ändern wird, aber irgendwie müssen wir zu einer neuen Gesellschaftsform finden. Und begreifen, dass wir für unsere Rechte kämpfen müssen.“

Bis dieser Fall eintritt, wird Geoff uns hoffentlich mal wieder live beehren. „Ich will nächsten Sommer bei euch vorbeischauen, hoffentlich auf euren Festivals, denn die liebe ich ganz besonders. Bei uns in den USA gibt es sowas kaum, in Europa gibt es manche, die schon seit über 30 Jahren laufen. Das fasziniert mich, und es macht immer eine Menge Spaß.“

Privat wird Geoff übrigens schon vorher nach Deutschland kommen. „Meine Frau hat deutsche Wurzeln und einmal im Jahr besuchen wir ihre Familie in der Nähe von Freiburg. Die haben dort ein Weingut, und wir verkaufen hier auch unseren eigenen Wein, also sind diese Familienfeiern immer ein Vergnügen.“ Weihnachten unter Winzern – sicher lustiger als Gerichtsverfahren.

 

Steve Hackett – Subtile Vergangenheitsbewältigung

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Photo by Tina Korhonen/ www.tina-k.com © 2012, all rights reservedBei Genesis habe er gelernt, dass man mit Musik Filme für die Augen, statt für die Ohren produzieren könne, sagt Steve Hackett. Mit seinem neuen Mammutwerk GENESIS REVISITED II begibt sich der wandelbare englische Gitarrist und Songwriter nun zurück in seine musikalische Vergangenheit, zur kommerziell erfolgreichsten Phase seiner Karriere, die er seit seinem Ausstieg bei Genesis im Jahre 1977 mit dem Erfolgsprojekt GTR und rund zwei Dutzend Soloveröffentlichungen eindrucksvoll fortgesetzt hat.

Steve Hackett bevorzugt Interviews zu früher Stunde. In England ist es erst kurz nach halb neun morgens, als er anruft. „Ich führe alles andere als ein typisches Rockstarleben“, verrät er. „Im Moment absolviere ich zudem ein striktes Trainingsprogramm, um fit zu bleiben. Ich gehe früh zu Bett und bin morgens um 6.00 Uhr wieder auf den Beinen.“ Es ist allerdings nicht allein der Drang nach sportlicher Betätigung, der den 62-Jährigen im Morgengrauen aus den Federn treibt. Sofort nach dem Aufstehen notiert er sich auch neue Songideen, die ihm nachts im Traum einfallen. „Ich arbeite sogar im Schlaf“, sagt er schulterzuckend. „Ich bin einfach ein richtiges Arbeitstier, aber ich könnte mir nichts Schöneres vorstellen.“

Von seinem selbst nach mehr als 40 Jahren im Musikbusiness ungebrochenen Arbeitseifer zeugt auch sein neues Album. Satte 145 Minuten lang rückt der Ausnahmegitarrist auf GENESIS REVISITED II Songs aus seiner Zeit bei der legendären englischen Prog-Rock-Band mit Peter Gabriel, Phil Collins, Mike Rutherford und Tony Banks in ein neues Licht. Hacketts neuerliche Beschäftigung mit den zwischen 1971 und 1977 entstandenen Stücken hat dabei gleich mehrere Gründe. Einer davon ist eine latente Unzufriedenheit mit den Originalversionen. „Diese Songs wurden damals sehr hastig aufgenommen, zwischen Tourneen, in Momenten, die wir uns freischaufeln mussten“, erinnert er sich und fügt hinzu: „Wenn du in einer Band arbeitest, hat letztlich jeder der Musiker eine Hand an den Reglern. Das führt nicht immer zu den bestmöglichen Ergebnissen. George Martin hat einmal darauf hingewiesen, dass Musiker zu sehr auf ihre eigenen Instrumente hören und alle anderen vernachlässigen. Ich dagegen versuche, im Studio wie ein Dirigent zu denken.“

Eine starke Hand war bei den Aufnahmen auch vonnöten, schließlich galt es, rund 35 Musiker und Gastsänger zu führen, darunter die Mitglieder von Hacketts aktueller Touring-Band, alte Bekannte wie John Wetton oder Neal Morse, aber auch eine Reihe jüngerer Musiker wie Conrad Keely von And You Will Know Us By The Trail Of Dead, Porcupine-Tree-Gründer Steven Wilson oder Opeth-Vordenker Mikael Åkerfeldt. Gerade die Beteiligung der aktuellen Prog-Generation ehrt den alten Hasen sehr. „Es war fraglos ein Ansporn, dass das Interesse an meinen frühen Ideen in letzter Zeit wieder gestiegen ist und so viele Bands des aktuellen Mainstreams sie als Ausgangspunkt nutzen“, gibt Hackett unumwunden zu und nennt exemplarisch Elbow, Muse und The Mars Volta. Dass gerade die jüngeren Gastsänger mit einem gewissen Maß an Ehrfurcht an GENESIS REVISITED II herangingen, wundert Hackett derweil nicht. Es sei verständlicherweise nicht leicht, in die Fußstapfen von Peter Gabriel oder Phil Collins zu treten. Deshalb war er bei den Aufnahmen auch bemüht, nicht auf den Träumen seiner Mitstreiter herumzutrampeln, wie er es nennt. „Wenn je-mand kleine Variationen und Ad-libs einbauen wollte, habe ich das zugelassen“, erinnert er sich. „Beim Singen geht es in erster Linie um Selbstvertrauen. Das durfte ich nicht zerstören.“

Schließlich sorgen nicht zuletzt die zahlreichen Gäste dafür, dass GENESIS REVISITED II ein anderes Gesicht besitzt als das 1996 entstandene erste Album mit Neuinterpretationen. Hatte Hackett damals vermehrt Musiker aus dem engeren Genesis-Umfeld um sich geschart, um die alten Stücke in neue Richtungen zu bugsieren, entfernte er sich personell dieses Mal weiter vom Genesis-Kosmos, um letztlich aber doch zu originalgetreueren Versionen zu gelangen. „Ich war auf der Suche nach Authentizität und interessierte mich für die kleinen Details, die am Ende für große Unterschiede sorgen“, sagt er über seine Herangehensweise. So hat beispielsweise ›The Chamber Of 32 Doors‹ nun die orchestrale Wucht, die sich Hackett schon immer für das Stück gewünscht hatte, während bei ›Fly On A Windshield‹ der orientalische Charakter stärker zum Vorschein kommt, auch wenn das bedeutete, dass die Gitarrenparts hörbar verändert wurden. Ähnlich auch bei ›Supper‘s Ready‹: „Dort verlasse ich am Ende den bekannten Pfad und spiele etwas, das stärker in Richtung Blues oder gar Heavy Metal deutet“, erklärt Hackett. „Bei Genesis wäre mir dafür bestimmt auf die Finger geklopft worden. Die anderen hätten das vermutlich für ge-schmacklos gehalten.“ Bei ›Musical Box‹ dagegen hielt sich der Gitarrist an sein altes Solo, nicht zuletzt, weil er sich an die akribische Kleinarbeit erinnerte, mit der er es damals Ton für Ton komponiert hatte. „Mike Rutherford saß neben mir und musste wieder und wieder die gleichen Töne spielen“, erinnert er sich an den langwierigen Entstehungsprozess. „Das war mir geradezu peinlich. Heute gibt es für so etwas glücklicherweise Sequencer.“ Es sei die Herausforderung bei den Neueinspielungen gewesen, der bestehenden Struktur der Songs neues Leben einzuhauchen, sagt er: „Mir liegen vor allem Subtilitäten am Herzen, auch wenn ich weiß, dass es dem Publikum vermutlich anders geht. Ich bin mir sicher, dass einige Leute beim ersten Hören des neuen Albums enttäuscht sein werden, aber dann wird ihnen hoffentlich bewusst, dass sich Genesis über die Jahre auch stark verändert haben.“

Bevor sich der nimmermüde Musiker wieder neuen Songs widmet und all die Gefallen zurückzahlt, die er nach den Aufnahmen seines aktuellen Werks schuldig ist – „Ich habe allen Mitwirkenden angeboten, sie zu bezahlen, aber die meisten waren eher daran interessiert, dass ich im Gegenzug auf ihren Platten mitspiele“, erzählt er lachend –, will Hackett GENESIS REVISITED II nächstes Jahr auf die Bühne bringen. „Wir sind gerade in Verhandlungen, diese Songs in einem völlig neuen Kontext zu präsentieren“, verrät er. „Es wird Visuals geben und das Ganze wird eher eine Aufführung als eine geradlinige Performance sein. Ich freue mich unglaublich auf diese Tour. Es fühlt sich ein wenig wie Weihnachten an. Ich warte auf meine Spielsachen und kann kaum noch schlafen!“ Wie gut, dass er eh gerne mit den Hühnern aufsteht!

 

Supertramp – Hitmaschine

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Supertramp Promo33 Jahre nach ihrem Live-Album PARIS veröffentlichen SUPERTRAMP die dazu gehörende Blu-Ray/DVD. Die bis dato unveröffentlichten Filmaufnahmen wurden durch Zufall wiedergefunden.

ls Supertramp im Dezember 1979 die Bühne des ´Pavillon de Paris` betraten, um vor vollem Haus ein wahrhaft geschichtsträchtiges Konzert zu geben (das wenig später als Live-Album PARIS, nicht jedoch als Video-Kassette – dazu später mehr – veröffentlicht wurde), befand sich die Band auf dem absoluten Siedepunkt ihrer Karriere. Gleich vier Superseller-Alben in Folge mit reihenweise beliebter Hitsingles hatten zuvor für weltweite Supertramp-Manie und allgegenwärtige Medienpräsenz gesorgt.

Der internationale Durchbruch war der britischen Band 1974 mit dem Werk CRIME OF THE CENTURIES und dessen Riesenhits ›School‹, ›Dreamer‹ und ›Bloody Well Right‹ gelungen. Mit diesem Album hatten Supertramp die Tür zum Pop-Olymp nicht nur weit aufgestoßen, sondern waren sofort selbstbewusst hindurch geschritten. Die anschließend im Abstand von jeweils etwa eineinhalb Jahre veröffentlichten Werke CRISIS? WHAT CRISIS? und EVEN IN THE QUIETEST MOMENT hielten das kompositorische Niveau des Vorgängers. Im März 1979 folgte dann mit BREAKFAST IN AMERICA die Krönung der Schaffenskraft dieser außergewöhnlich guten Formation. Auf BREAKFAST IN AMERICA gibt es die Radiohits ›Logical Song‹, ›Breakfast In America‹ und ›Take The Long Way Home‹, bis heute unvergessene Popklassiker. „Wir wussten sofort, dass wir eine überdurchschnittlich gute Scheibe produziert hatten“, erklärt John Helliwell, der neben den Köpfen Rick Davies und Roger Hodgson sowie Schlagzeuger Bob Siebenberg zum harten Kern der Gruppe gehörte und neben Chorgesang vor allem diverse Blasinstrumente spielte. Helliwell erinnert sich an eine von Ehrgeiz, viel Arbeit und starken Visionen gekennzeichnete Phase: „Wir waren von England nach Amerika umgezogen, um dichter an unserem wichtigsten Markt zu sein. Amerika inspirierte uns natürlich, und wie immer wurde viel Zeit und viel Arbeit in die Produktion von BREAKFAST IN AMERICA gesteckt. Als die Scheibe fertig war, spürten wir, dass sie ein Riesenerfolg werden würde.“

Zwar traten die Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Hauptsongschreibern der Band, Davies und Hodgson, immer deutlicher zutage, doch Ende der Siebziger herrschte noch Burgfrieden im Supertramp-Camp. Die Aussicht auf Erfolg und viel Geld kittete zunächst die sukzessiv entstandenen Risse. „Offener Streit zwischen den beiden herrschte ja auch gar nicht, aber ihre gegensätzlichen Vorstellungen zu bestimmten Fragen wurden halt immer offenkundiger“, erklärt Helliwell. „Roger wollte beispielsweise die zukünftigen Alben in seinem Haus auf dem Land von Nevada aufnehmen, Rick lieber in seinem eigenen Domizil in der Nähe von Los Angeles, also etwa 500 Kilomater entfernt. Ich selbst hielt mich aus diesem Zwist heraus, mir war´s egal, ich hätte mich mit beiden Varianten anfreunden können.“

Auf der Bühne des ´Pavillon de Paris` im Herbst 1979 spürte man von diesen Streitigkeiten nichts. Supertramp präsentierten sich als perfekt aufeinander abgestimmte Einheit, bei der fast jede Nummer der Setliste ein Welthit war. Man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen: Unter den 19 Stücken des Abends gab es mehr als ein Dutzend veritabler Radiohits – welch ein Programm! Kein Wunder also, dass die Live-Scheibe PARIS – quasi ein unter Konzertbedingungen aufgenommenes Best Of-Album – ebenfalls zum Bestseller avancierte und sich bis heute 20 Millionen Mal (!!) verkauft hat. Zumal sich Supertramp seinerzeit wirklich in hervorragender Verfassung befanden: „Für uns waren Konzerte immer die Essenz unseres künstlerischen Schaffens“, erläutert Helliwell. „Der Austausch mit dem Publikum war das, was uns wirkliche Erfüllung brachte. Dementsprechend verantwortungsvoll und sorgfältig gingen wir in unseren Shows zu Werke. Wir fuhren über Monate von einer Show zur nächsten, bereiteten uns den ganzen Tag über konzentriert auf den jeweiligen Abend vor, um den Zuschauern eine möglichst perfekte Show zu bieten. Außerdem wurden Supertramp im Laufe einer Tournee von Abend zu Abend immer besser. Sogar Konzerte, die uns selbst – selbstkritisch wie wir seinerzeit waren – nicht gefallen hatten, waren immer noch überdurchschnittlich gute Performances.“

Weshalb die Pariser Shows damals nur als Tonträger, nicht aber als Konzertfilm veröffentlicht wurden, kann heute keiner mehr so genau nachvollziehen. Helliwell: „Ich erinnere mich nur noch daran, dass man uns 1980 zwei Promotion-Videos mit ›Logical Song‹ und ›Breakfast In America‹ vorführte, die bei der Show in Paris aufgezeichnet wurden. Anschließend hörten wir lange Zeit nichts mehr von diesen Filmaufnahmen, es schien, als ob die Bänder verloren gegangen seien.“ Ob verloren oder bewusst unter Verschluss gehalten – heute kennt keiner mehr die Gründe für das Fehlen des historisch durchaus wichtigen Materials.

Glücklicherweise wollte es der Zufall, dass 2006 in der Scheune von Schlagzeuger Siebenberg in Südkalifornien eine Kopie des Films entdeckt wurde. Dem Fundort entsprechend waren die Aufnahmen in völlig verdrecktem Zustand und wurden über mehrere Jahre von Regisseur Peter Clifton, der auch schon den Led Zeppelin-Konzertfilm THE SONG REMAINS THE SAME erfolgreich bearbeitet hatte, mühselig restauriert und durch Supertramps früheren Toningenieur Peter Henderson auch klanglich aufgewertet.

Dass die Veröffentlichung von LIVE IN PARIS ´79 offenbar ohne Zustimmung von Rick Davies und Rodger Hodgson zustande kam und von Hodgson als „illegale und unmoralische Methode“ bezeichnet wird, schmälert für Helliwell nicht das Vergnügen an dieser Blu Ray/DVD: „Ich muss immerzu lächeln, wenn ich die Aufnahmen sehe“, sagt er, „wir waren damals zwar jung und unerfahren und sahen überdies wie Hippies aus, aber musikalisch waren wir bereits erfahren genug, um wirklich tolle Songs zu schreiben und Konzerte auf hohem technischen Niveau zu geben.“ Sicherlich sei er heutzutage ein noch besserer Musiker als vor 33 Jahren, findet Helliwell, aber: „Die besondere Magie, die von unseren Songs ausgeht, hängt sicherlich auch mit einer gewissen Naivität und Unschuld zusammen. Erfahrung ist in der Musik nun einmal nicht alles – Unbekümmertheit und jugendlicher Elan fördern oft Dinge zutage, auf die man in höherem Alter wohl nicht mehr kommen würde.“

Das breiteste Grinsen bekommt Helliwells Gesicht allerdings beim Entdecken der schrillen Bühnengarderobe, die er 1979 in Paris trug: „Die drei Jacken damals waren wirklich kurios, vor allem die zwei, die ich gegen Ende der Show anhatte. Ich glaube, wenn ich sie heute noch besitzen würde, könnte man damit sehr gutes Geld für wohltätige Zwecke erzielen.“