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Start Blog Seite 1258

Somke & Jackal – Kleine Freuden unter Freunden

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Das Leben ist hart. Vor allem, wenn man Mitte 20 ist und nichts lieber tut, als vor großen Menschenmassen zu spielen, mit seinen besten Kumpels zu feiern und reihenweise Bräute flachzulegen. Ein Lifestyle, an den sich Jared Followill in den letzten Jahren derart gewöhnt hat, dass er gar nicht mehr ohne kann. Doch weil sich die Kings Of Leon, deren Bassist er ist, gerade eine wohlverdiente Pause gönnen, um Kinder in die Welt zu setzen, Häuser zu bauen und den heimischen Weinkeller aufzustocken, fühlt sich der Benjamin der Band regelrecht ausgebremst. „Ich wusste monatelang nicht, was ich mit mir anfangen sollte. Was dann darin gipfelte, dass ich jeden Abend in irgendwelchen Bars in Nashville gefeiert habe.“

Sein favorisierter Saufkumpan: Nick Brown, Sänger der vergleichsweise erfolglosen Mona. Mit ihm stellte er – „nach ein paar Flaschen Sauvignon Blanc“ – ein Spaßprojekt namens Smoke & Jackal auf die Beine, das nun seine erste Veröffentlichung unter dem vielsagenden Titel EP1 vorlegt. Inhalt: ein halbes Dutzend Lo-Fi-Rock-Traktate in der Schnittmenge zwischen Beach House, Magnetic Fields, The Cure und Joy Division, die nach langen Nächten im Kellerstudio schmecken – bei bewusstseinserweiternden Rauchwaren und jeder Menge Männerschweiß. „Es war definitiv gesünder und kreativer, als ständig vor die Tür zu gehen“, so Jared. Selbst, wenn seine Brüder das Ergebnis wenig schmeichelhaft als „weird pussy shit“ bezeichnen. „Das waren Calebs Worte. Was eigentlich als Kompliment gemeint war. Nach dem Motto: Die Weiber werden darauf abfahren.“ Und tatsächlich: Jared ist seit neuestem mit dem US-Model Martha Patterson liiert, die – entgegen anders lautenden Gerüchten – aber nicht das Cover der Singleauskopplung ›No Tell‹ ziert. „Das ist ein anderes Model“, erklärt Jared. „Oder glaubt ihr, ich würde der ganzen Welt die Titten meines Mädels zeigen? Die gehören allein mir!“ Ein Anspruch, den er 2013 mit dem Gang vor den Altar unterstreichen will – ehe die Kings Of Leon im Sommer mit einer Welttournee und einem neuen Album aufwarten. „Momentan sind wir dabei, verschiedene Producer auszuprobieren. Und ich kann es kaum erwarten, endlich loszulegen. Die neuen Songs sind der absolute Hammer.“ Womit die Halbwertzeit von Smoke & Jackal allerdings mit einem großen Fragezeichen versehen sein dürfte. Sprich: Es wird vorerst weder ein Album noch Live-Termine geben. „Wir setzen das fort, sobald wir Zeit dafür haben. Versprochen.“ Wir nehmen ihn beim Wort…“

 

Allah-Las: Kalifornien für Fortgeschrittene.

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Vom Plattenladen auf die Bühnen dieser Welt.

Dicke Luft im Kleinbus. „Die zwei langsamen Bandmitglieder gemeinsam in ein Zimmer zu stecken, war keine gute Idee,“ murrt Miles Michaud, Sänger der Allah-Las. „Zur Strafe gibt’s auf der Rückfahrt Musik, die Pedrum hasst!“ feixt Spencer Dunham, Bass. Wenige Minuten später sind die Nachzügler da, es geht mit Gitarrist Pedrum Siadation und Drummer Matt Correia an Bord vom Münchner Hotel zurück zum Atomic Café.

„Was willst du jetzt auf gar keinen Fall hören, Pedrum?“ fragt Spencer also, der den Bus-Ipod bedient. Der aber riecht den Braten und verlautbart grinsend: „Oh, bloß kein ›Under My Thumb‹!“ Was tue ich im Van der vier Kalifornier? Es lief alles etwas chaotisch heute. Das ursprünglich im Club geplante Interview wurde kurzfristig ins Hotel verlegt. Dort angekommen zeigt sich: Will die Band noch einen Mini-Soundcheck nutzen, bevor sich die Türen fürs ausverkaufte Nick Waterhouse-Konzert öffnen, den die Allah-Las heute supporten, muss das Gespräch noch mal hinten angestellt werden. Also zurück zum Club.

Kein Problem. Sogar lustig. Schon im Bus kriegt man einen guten Eindruck, was dieses Quartett ausmacht. Über die Sessel verteilen sich vier in-jokes austauschende, sympathische Musiknerds. Auch der Soundtrack auf den kurzen Trips ist bezeichnend: Es laufen die ghanaische 70s-Highlife-Band Vis-vis, das Nordpazifik-Duo Donnie & Joe Emerson und The Leopards, eine 80s-Band aus Kansas, die das Erbe der Kinks auf die Spitze treibt. Erstens ist dies alles absoluter Kennerkram – kein Wunder, alle vier Allah-Las arbeiteten in LAs Platten-Mekka Amoeba Records. Zweitens ist das alles Musik, die man in den 60s einordnen würde, die aber nicht in dem Jahrzehnt entstand.Und damit sind wir bei den Allah-Las, denn auch ihr hochgelobtes, gleichnamiges Debüt wird gerne in die 60s-Schublade gesteckt. Gegen ihren Willen. „Wir nutzen Aufnahmetechnik aus den 60s, okay. Aber unsere Songs hätten in jeder Ära geschrieben werden können,“ findet Matt, als backstage endlich das Aufnahmegerät läuft. Pedrum führt aus: „Wir wollen nicht nach einer spezifischen Ära klingen, sondern zeitlos.“. Das frühe Video ›Tell Me‹, in dem die Band sich in 60s-Anzügen präsentiert, hätte Miles im Nachhinein daher lieber nie gedreht. „Eine Parodie. Nur, das peilt niemand. Alle denken jetzt, wir legen Wert auf das Retro-Ding.“

 

Shakra – Auf Höhenflug im Alpenland

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In ihrer Heimat Schweiz werden Shakra schon seit Jahren wie echte Superstars gehandelt: Wo immer die Band in ihrem Land auftritt, sind die Clubs prallgefüllt und die Gazetten voll des Lobes. Ihre Alben schießen regelmäßig hoch in die Charts, die 2011er Veröffentlichung BACK ON TRACK schaffte es sogar bis auf Rang 2 der Verkaufsauswertungen. Zahlen und Positionen, mit denen zwischen Basel, Zürich, Genf und Lugano ansonsten nur Gotthard verwöhnt werden. Für Shakra-Gitarrist Thomas Muster (nein, nicht der ehemalige Tennisprofi) liegen die Grundlagen für den flächendeckenden Boom seiner Band allerdings viele Jahre zurück: „Wir haben für unseren Erfolg hier in der Schweiz halt sehr viel investiert. Zu Beginn vor fast 20 Jahren haben wir in nahezu jeder Kneipe gespielt und immer den Kontakt zu unseren Fans gepflegt. Das hat sich Stück für Stück ausgezahlt.“

Fleißig sind die traditionellen Hardrocker aus dem Alpenland in der Tat auch heute noch. Vor allem Muster sorgt dafür, dass seiner Gruppe nie die Ideen ausgehen: „Ich schreibe ständig Songs, oft rund um die Uhr, wochen- und sogar monatelang. Neben vielen Abfall-Tracks sind dann glücklicherweise jeweils auch ein paar wirkliche Perlen dabei.“

Diese Perlen haben Shakra nun auf ihrem neuesten Album POWERPLAY veröffentlicht und blicken dementsprechend zuversichtlich in die Zukunft. „Wir gehen immer mit dem Vorsatz an ein neues Album, das möglichst Beste zu schreiben. Wo genau sich das Album tatsächlich einordnen lässt, kann man erst in ein paar Monaten wirklich sagen. Im Moment fehlt einfach noch der Abstand dazu. Aber eines ist sicher: Songs wie ›The Mask‹, ›Dream Of Mankind‹ oder auch ›Too Good To Be True‹ würde ich schon als etwas vom Allerbesten einstufen, was wir je gemacht haben.“

Durchaus möglich, dass es im Gerangel mit den Platzhirschen Gotthard um die Pole Position am Schweizer Rockmarkt zu einer Wachablösung kommen könnte. Zumal Gotthard nach dem Unfalltod ihres Frontmannes Steve Lee zurzeit mit Nachfolger Nic Maeder um die Fortsetzung ihrer Führungsrolle kämpfen. Doch Muster beurteilt den tragischen Vorfall natürlich nicht unter marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten, sondern rein kollegial: „Wir waren gerade mit den Gesangsaufnahmen für BACK ON TRACK beschäftigt, als uns die Nachricht erreichte. Es wird dir in so einem Fall wieder schmerzlich bewusst, wie schnell sich im Leben alles von einem Moment auf den anderen brutal verändern kann. Ich bin froh, dass die Gotthard-Jungs einen Weg gefunden haben, ihren Traum weiter zu leben.“

 

Mammoth Mammoth

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Einfach nur fett. Vier Australier machen ihrem Namen alle Ehre.

AC/DC, Airbourne… mit diesen zwei As muss sich wohl jede Band vergleichen lassen, die vom Koala-Kontinent stammt und mit Schmackes in die Saiten haut. Mammoth Mammoth jedoch haben noch viel mehr vor, als den klassischen „Pub Rock“ in die weltweiten Charts zu führen. Was sie mit einer ordentlichen Kampfansage gleich mal doppelt unterstreichen. Ihr Name schürt schon die Erwartungen, dass uns auf VOL. 3 – HELL‘S LIKELY monumentaler Sound erwartet, auf ihrem MySpace-Profil (ja, sowas gibt‘s noch) reißen sie dann so richtig weit die Klappe auf: „We are the hairiest and loudest band in the world. We slay riffs like Rod Stewart slays pussy. Our music murders unicorns. We are the exact opposite of gay. We are bigger than Jesus. And louder than hell.“

Klare Ansage also, doch das mit dem Augenzwinkern hat man down under ja auch schon immer ganz gut beherrscht. Dabei ist der vollmundige Auftritt des Quartetts durchaus kein überhobenes Wunschdenken – diese Kerle blasen tatsächlich so ziemlich alles in die Hecke, was sich ihnen in den Weg stellt. Radiofreundliches Balladenfutter? Fehlanzeige! Nette Midtempo-Mitwipper, um auch die Ü-40-Hörer nicht zu vergraulen? Nie im Leben! Mam­moth Mammoth kennen nur Vollgas, verbinden seismische Rumpelwucht à la Motörhead mit viel Schweiß und punkigem Rotz – ohne dabei die Killermelodien zu vergessen. Diese Dickhäuter könnten den ganz großen Siegeszug um den Globus antreten.

 

The Black Explosions – Mit neuer Band wird alles gut

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Aus Schweden bekommen wir seit Oktober gewohnte Klänge von einer neuen Band geliefert. Gänzlich unbekannt sind uns die Psychedellic-Retro-Rocker von The Black Explosion jedoch nicht. SERVITORS OF THE OUTER GODS, wie ihr Debüt-Langspieler heißt, ist nämlich ein Wiedersehen mit dem ehemaligen Dollhouse-Frontmann Chris Winter. Im Interview mit CLASSIC ROCK berichtet er von seiner neuen Band und der damit einhergehenden musikalischen Freiheit.

„Für mich schlägt dieses Album eine Brücke zwischen meiner alten und meiner neuen Band“, erklärt Winter. Während es zwischen den Mitgliedern von Dollhouse immer weniger stimmen wollte, widmete er sich damals immer intensiver seinen eigenen Songs. Allerdings war The Black Explosion nicht immer als vollwertige Band geplant. „Irgendwie fing das alles als eine Art lockeres Solo-Projekt an. Ginger Love, Andreas Lindquist und ich trafen uns noch zu Dollhouse-Zeiten, um ein wenig zu jammen“, so der Gitarrist und Sänger. Als sich seine Band dann endgültig auflöste, bot sich Chris die Gelegenheit, etwas ganz neues zu starten und aus früheren Fehlern zu lernen: „Während Dollhouse oft Lieder schnell und gehetzt fertig machten, weil in Kürze Konzerte geplant waren, stehen jetzt die Songs an erster Stelle. Ich hasse diesen Stress. Wenn ich Musik schreibe, muss alles perfekt sein. Außerdem wollte ich mit The Black Explosion heavier werden. Jetzt ist die Zeit gekommen, um psychedelische und experimentelle Nummern zu schreiben.“ Doch nicht nur künstlerisch hat sich einiges für Winter geändert. Er hat nun auch einen Weg gefunden, seinen Alltag als Berufsmusiker entspannter zu meistern. „Ich stehe jetzt viel weniger unter Zugzwang. Früher ging es darum, irgendwie von der Musik leben zu können. Jetzt arbeite ich nebenberuflich in einem Gartencenter, was ein cooler Job ist. So habe ich genug Zeit für die Musik und muss nicht unter diesem Druck leiden“, berichtet Chris Winter hoch zufrieden.

Dermaßen motiviert ist Winters Blick ganz klar in Richtung Zukunft gewandt. Und wenn sich auch seit den Aufnahmen zum Erstlingswerks nochmal einiges an der Bandbesetzung geändert habe (Joel Bergström ist nun der Mann an der zusätzlichen zweiten Gitarre und Simon Haraldson der neue Bassist bei The Black Explosion), eine erneute Bandauflösung fürchte er nicht; ganz im Gegenteil: „Im Frühjahr wollen wir auf Tour gehen und auch nach Deutschland kommen. Danach werden wir dann wohl unser nächstes Album aufnehmen. Das Material dafür ist auch schon beinahe fertig.“

 

Das letzte Wort: Myles Kennedy

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Myles Kennedy über verschwiegene Tourneen, klingelnde Ohren und das Glück dieser Erde

Einem Jungen, der seine frühe Kindheit in Idaho verbrachte und später auf einem Bauernhof in Spokane, Washington aufwuchs, möchte man nicht das Leben zutrauen, das Myles Kennedy bislang gelebt hat. Ohne ein Rockstar im herkömmlichen Sinne zu sein, arbeitet der bescheidene Sänger und Gitarrist mit wahren Legenden der Rockgeschichte. Velvet Revolver und Led Zeppelin waren an seinen Gesangskünsten interessiert, doch er lehnte dankend ab. Neben seiner Band Alter Bridge schenkt er Slash und seinen Conspirators seine Stimme. Hier erklärt er, warum ein Interview mit CLASSIC ROCK vor seiner Show in Bamberg nicht möglich war, und zeigt sich dabei von seiner ganz bescheidenen Seite.

Für einen Rockstar scheinst du ein ziemlich normaler Typ zu sein. Warst du schon immer so bodenständig?
Nun, meine Eltern haben mir einen gewissen Weg aufgezeigt und ich versuchte immer, mein Leben danach zu richten. Ich fühle mich wohl damit, so normal wie möglich zu sein und dankbar für das zu sein, was ich habe.

Ist es denn so einfach, den Versuchungen des Rock‘n‘Roll zu widerstehen? In dem Song ›Not For Me‹ auf dem neuen Slash-Album APOCALYPTIC LOVE entsagst du ja diesem Lifestyle.
In der Vergangenheit lernte ich aus Entscheidungen, die, sagen wir mal, nicht die gesündesten für mich waren. Wenn du erst mal derartige Schläge einstecken musstest, hast du nicht wirklich das Bedürfnis, so etwas zu wiederholen. Es ist einfach kein Spaß. Diese Erfahrung hat es mir schon leichter gemacht, mich davon fernzuhalten.

Wie fühlt sich ein Typ, der auf einer Farm aufwächst, nach Hollywood zieht und dann plötzlich der Lead-Sänger von Slash ist?
(lacht) Das ist schon interessant. Ich sehe mich selbst nicht als Rockstar, sondern als Berufsmusiker. Ich glaube, dass mir diese Sicht der Dinge geholfen hat. Vom Land zu kommen und dann in den Trubel einer weit entfernten Stadt wie Los Angeles oder New York zu ziehen, war am Anfang schon ein Schock. Als ich in den 90ern als junger Künstler zum ersten Mal nach L.A. kam, war ich von der Größe der Szene überwältigt. Da gibt es diesen Stevie Wonder-Song namens ›Living For The City‹. Er ist mein absoluter Liebling. Darin erzählt die Hauptfigur – ein unschuldiger Kerl vom Land –, wie sie in die große Stadt kommt. Ich hatte diesen Song immer in meinem Kopf, als ich in gefährliche Situationen kam oder vor ihnen gewarnt wurde.

Hast du Angst vor dem Tod? Immerhin handeln viele deiner Texte davon.
Ich weiß nicht, ob ich mich wirklich vor dem Sterben fürchte. Aber ich bin mir sicher, dass ich es liebe, zu leben. Ich habe ein unglaublich wundervolles Leben. Ich darf tun, was ich liebe. Ich spiele Musik für andere Menschen und bin mit einem fantastischen Mädchen verheiratet. Ich könnte mir nicht mehr wünschen. Die Tatsache, dass das alles enden wird, ist einfach ätzend.

Was würdest du tun, wenn du eine Sache in den USA ändert könntest?
Ich wünschte, Rock‘n‘Roll hätte einen höheren Stellenwert. Klar gibt es hier auch einige Die-hard-Fans, aber sie sind hier nicht so konzentriert wie in Europa oder Südamerika. Früher war das anders. Na ja, das würde ich ändern. Sicher haben wir auch einen Haufen anderer Probleme. Die USA sind eine noch recht junge Nation, in der noch so einiges nicht richtig läuft.

Stimmt es, dass du am Tag einer Show möglichst vermeidest, zu sprechen?
Ja, das tue ich! Deshalb ist es so toll, dass ich gerade zu Hause bin. Jetzt kann ich mich mit dir unterhalten, über Musik reden und Spaß daran haben. Wenn ich auf Tour bin, rede ich sogar an freien Tagen sehr wenig, um meine Stimme für die Shows zu schonen. Darum geht es. Die Leute kommen zu unseren Konzerten und ich will sie glücklich machen. Also muss ich die Songs so singen, wie sie sie hören wollen.

Sind deine Mitmusiker bei Alter Bridge und Slash eher Arbeitskollegen oder Freunde?
Sie sind meine Freunde. Wenn man lange genug zusammen auf Tour war, erreicht man ein familiäres Level. Aus den vielen gemeinsamen Erfahrungen – gut und schlecht – entwickelt sich eine Art Brüderschaft und Kameradschaft. Nur in einer Band baut man eine solche Art von Beziehung auf.

Wie fühlt es sich an, dass einer dieser engen Freunde Slash ist?
Ha…das ist ziemlich cool! Es ist cool, weil er so ein großartiger Kerl ist. Er ist sehr bodenständig, witzig und clever. Das ist viel wichtiger als die Tatsache, dass die Leute ihn als Ikone bewundern. Mit ihm Musik machen zu dürfen, ist wirklich fantastisch. Nicht nur mit Slash, auch mit den Jungs bei Alter Bridge zu spielen, ist sehr gesund für uns alle. Da gibt es keinerlei Drama.

Ist Marc Tremonti von Alter Bridge nicht neidisch auf Slash?
Ganz im Gegenteil. Er unterstützt meine Zusammenarbeit mit ihm. Als wir mit ›You‘re A Lie‹ auf Platz eins charteten, gratulierte er mir sofort. Ich bin auch mehr als stolz auf Marcs Soloalbum, die Platte ist unfassbar gut. Dieser Kerl ist so talentiert. Er ist nicht nur ein guter Gitarrist und Songwriter. Jetzt können die Leute ihn auch singen hören. Wir gönnen einander nur das Beste.

Wie war es für dich, als bei dir Tinnitus diagnostiziert wurde und deine Karriere damit auf Messers Schneide stand?
Das war die Hölle. Ich wäre beinahe ausgerastet. Als mir klar wurde, dass ich das Klingeln für den Rest meines Lebens hören würde, hat mich das hart getroffen. Jetzt lebe ich aber schon über zehn Jahre damit und mit der Zeit wurde das Geräusch normal für mich. Jetzt geht es nur darum, es nicht schlimmer werden zu lassen. Mit all der neuen Technik, die ich verwende, funktioniert das ganz gut. Ich habe die Lautstärke meiner InEar-Monitore nur minimal aufgedreht.

Wo wärst du heute, wenn deine Karriere als Musiker damals ein Ende genommen hätte?
Oh, das ist eine schwierige Frage. Ich vermute, ich wäre nicht der glückliche Mensch, der ich jetzt bin. Ich hätte wohl wieder als Gitarrenlehrer angefangen. Aber ohne den Nervenkitzel, auf die Bühne zu gehen, Musik zu schreiben und Platten zu machen, wäre mein Leben sicherlich grundlegend anders.

 

Creature with the Atom Brain

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Die geheimen Stars des “Stoner Rock”

Naja, eigentlich wollen sie nicht in diese musikalische Schublade gesteckt werden und ja, diese Bezeichnung trifft auch nicht wirklich zu. Jedoch ist man durchaus geneigt, die vier Belgier von Creature With The Atom Brain als Wüstenrocker zu titulieren. Das liegt an den illustresten Kreisen, in denen sich Frontmann Aldo Struyf und seine Kollegen bewegen: Welcher mitteuropäische Musiker kann schon Stars wie Josh Hommie, Mark Lanegan oder Alain Johannes zu seinen engen Freunden zählen?

Letzterer hat dann auch das neue Creature-Album THE BIRDS FLY HIGH gemischt und Mark Lanegan hat wie bei jedem Langspieler auf einen Song (›Black Rider Run‹) seine Gesangskünste beigsteuert. Damit aber nicht genug, auch Millionaire-Sänger Tim Vanhalen ist auf dem dritten Album zu hören. „Nun das ist schon toll mit ihnen befreundet zu sein. Nicht weil sie Stars sind, sondern weil sie gut sind. Und deshalb dürfen sie auch sehr gerne auf meinem Album spielen. Übrigens, berühmte Leute sind auch nicht anders als ‚normale‘ Menschen“, scherzt Aldo über seine bekannten Bekannten.

Mit der Hilfe dieser und zahlreicher anderer Freunde ist eine Platte entstanden, auf die sich nicht nur Struyf sehr stolz zeigt. Im offiziellen Pressetext wird THE BIRDS FLY HIGH als bislang bestes Album der Band angepriesen. „Wirklich? Ich wusste gar nicht, dass das so drin steht“, meint Aldo lachend. „Oft behauptet man das einfach, aber diesmal stimmt es, weil wir uns weiterentwickelt haben. Wir haben jetzt einen ganz eigenen Stil, den man nicht mehr so leicht mit anderen Bands vergleichen kann.Ich wollte alle Einflüsse, die in meiner Plattensammlung zu finden sind, hörbar machen. Deshalb haben wir jetzt auch Bläser, Percussions und Orgeln auf den Aufnahmen“, erklärt Aldo.

Derzeit befinden sich Creature With The Atom Brain als Support der Mark Lanegan Band auf Tour. Das bedeutet für Craeture With The Atom Brain jeden Abend doppelten Einsatz, sie alle spielen nebenher auch bei Lanegan. Als Headliner werden wir die Atom-Hirn-Kreaturen auch bald zu sehen bekommen. „.Wir freuen uns schon, länger als eine halbe Stunde spielen und unsere neuen Songs auf die Bühne bringen zu können. Sie sind viel positiver als unsere früheren Nummern. Ihr könnt euch also auf eine echte Partyeinstellen“, verspricht Struyf.

 

Live: Tenacious D, Firewind sowie Rival Sons

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TENACIOUS D
Mitsubishi-Electric-Hall, Düsseldorf

Endlich stehen Jack Black und Kyle Gass auch auf deutschen Bühnen – allerdings recht unvorbereitet und chaotisch. Das hätte besser sein können.

Typisch Amis: Erst meiden Tenacious D. Kontinentaleuropa wie das Fegefeuer, weil sie befürchten, dass ihr Humor bei Nicht-Muttersprachlern nicht ankommt. Doch kaum spielen sie einmal bei Rock Am Ring/Rock Im Park, sehen sie sich prompt eines Besseren belehrt, erreichen Platz 5 der Albumcharts und verkaufen auf ihrer ersten Deutschlandtour gleich sämtliche Hallen aus – ohne sich aber ausreichend vorzubereiten. So ist die Vorgruppe (The Sights) lausig, die PA eher auf Clubs denn Mehrzweckhallen ausgerichtet, die Bühnendeko (der Phallus-Hahn) passt so gerade unters Dach, die Wartezeiten sind endlos und so etwas wie Videoleinwände (Standard bei jedem Mittelklasse-Act), sucht man vergebens. Was im Falle von Kyle Gass und Jack Black umso bedauerlicher ist, weil es sich bei den vollschlanken Herren mit Akustik-Gitarren ja auch um Komiker handelt. Eben ein Duo, das mit Gesichts- und Körpersprache, aber auch markigen Sprüchen glänzt. Das die 7000 Fans mit den Worten „You’re a good lookin‘ crowd. OK, not so good…“ begrüßt, ein Rock Out gegen den vom Teufel besessenen Gitarristen veranstaltet, zum „Saxaboom“ (einem Spielzeugsaxofon) greift bzw. ein kommendes Album unter dem Titel „Simply Jazz“ ankündigt. Was unterhaltsam und witzig ist – aber auch etwas davon hat, als ob man sich einen Comedian im Fußballstadion ansieht. Sprich: Man ist zwar dabei, bekommt aber nicht alles mit, weil der Rahmen viel zu groß ist. Und was Black/Gass hier in 90 Minuten und 23 Songs zelebrieren, ist definitiv eine Mischung aus Slapstick und Rock’n’Roll, die eher nach Intimität verlangt. Ganz abgesehen davon, dass sie auch Längen aufweist. So besteht das erste Drittel ausschließlich aus Stücken vom aktuellen Tonträger Rize Of The Fenix, spart dabei aber Geniestreiche wie ›39‹ oder ›They Fucked Our Asses‹ aus. Dann folgen die Hits, die nie welche waren: ›Kickapoo‹, ›The Metal‹ oder ›Tribute‹, das sie den Toten Hosen widmen. Dazwischen verlässt Kyle die Band, um wenige Minuten später wieder einzusteigen, ein Roadie wird entlassen und wieder engagiert, und The Who werden mit einem Medley aus ›Pinball Wizard‹, ›There´s A Doctor‹ und ›Listening To You‹ bedacht. Fehlen noch ›Baby‹, ›Explosivo‹ und ›Fuck Her Gently‹ – schon bilden sich vor den Merchandise-Ständen ähnliche Schlangen, wie wenige Stunden zuvor vor dem Einlass. Doch zumindest da sind Tenacious D. bestens vorbereitet.

Marcel Anders

FIREWIND
Eventhalle Westpark, Ingolstadt

Haare! Gepose! Gitarren! Riffs!

Der Heavy Metal lebt. Firewind sind in der Stadt. Kaum zu glauben, dass die Formation um den Gitarristen Kostas Karamitroudis alias Gus G. vor fast 15 Jahren als Projekt startete und erst einmal nur im Studio herumbastelte. Auf der Bühne der Ingolstädter Eventhalle am Westpark wirkt die fünfköpfige Band, als sei die Bühne und nur die Bühne und nichts als die Bühne ihr Revier, das sie sich nicht gern streitig machen lässt. Gus G. und Sänger Apollo Papathanasio scheinen sich im Wettbewerb um die schönsten Plätze im Zentrum der Aufmerksamkeit einen freunschaftlichen Zweikampf zu liefern: Wer hat die Haare am schönsten? Wer bangt am breitbeinigsten? Wer tanzt das schönere Riff-Ballett? Auch Gitarrist/Keyboarder Bob Katsionis, Bassist Petros Christodoylidis und Schlagzeuger Jo Nunez rocken anständig mit, allerdings ohne die herausragende Präsenz der beiden Frontmänner. Gemeinsam stemmen sich die fünf in ihre harte, schweißtreibende Rockarbeit und inszenieren den inzwischen zur Trademark herangereiften Firewind-Power-Metal als sich ständig überlagernde Gemengelage von Lärm und Melodie, die in ihren besten Momenten als Essenz von 40 Jahren Metal durchgeht, in den schlechtesten nur laut ist. Insgesamt aber sind die besseren Momente in der Überzahl.

Markus Schwarz

RIVAL SONS
59:1, München

Randvoll und gut geschüttelt.

Waren die Rival Sons vor einem Jahr bei uns ein noch relativ unbeschriebenes Blatt, so haben sie sich in den letzten Monaten auch mit Hilfe ihres neuen Albums HEAD DOWN einen beachtlichen Ruf aufgebaut.
Um so erstaunlicher, dass die 2012er Show der Soul Rocker aus Los Angeles in einem kleineren Club als der letztjährigen Venue stattfinden soll. Bereits damals begeisterten sie das Publikum in der gut besuchten Backstage Halle. Nun machen sie also im beschaulichen 59:1 Halt. Befürchtungen, der Vorverkauf könnte schlecht gelaufen sein, werden früh zerschlagen: Der Laden ist voll, rappelvoll. Bereits die ersten beiden Songs zeigen, dass die Rival Sons mit gerade einmal drei Alben in petto auf ein extrem hochwertiges Repertoir zurückgreifen können. Schon nach der aktuellen Auskopplung ›Keep On Swinging‹ können sie es sich leisten, mit ›Burn Down Los Angeles‹ einen ihrer bekanntesten Hits zu verbraten. Trotzdem benötigen sie über das gesamte 15 Songs plus drei Zugaben umfassende Set nicht einen Lückenfüller. Alle Musiker haben seit ihrem letzten Besuch ordentlich an Star-Aura zugelegt; ihre musikalische Klasse haben sie sich erhalten. Und so bringen der stimmgewaltige, nach Räucherstäbchen duftende Jay Buchanan und Co. das kleine 59:1 beinahe zum Platzen.