0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Start Blog Seite 1225

Auslese Kino

0

riddick-posterGravity
Warner

Mutig ist es ohne Frage, wenn ein großes Studio 80 Millionen Dollar in die Hand nimmt, um einen Film zu produzieren, der scheinbar im Gegensatz zu sämtlichen Blockbustergelüsten Hollywoods steht: Zwei Astronauten stranden nach einem Unfall im Weltall und suchen nun verzweifelt nach einem Weg, um sich aus der ausweglosen Situation retten zu können. Ein Science Fiction-Kammerspiel, das ausnahmsweise nicht mit obligatorischen Ballerexzessen, Kampfrobotern und Raumschiff-schlachten auskommt? Nicht ganz. Denn obwohl sich die Handlung von „Gravity“ angenehm vom konventionellen Actiongewummer der diesjährigen filmischen Zukunftsvisionen abhebt, bedeutet dies nicht, dass a) visuelle Überwältigung ausgeschlossen und b) Spannung zweitrangig ist. Kreativer Kopf hinter „Gravity“ ist nämlich der mexikanische Regisseur Alfonso Cuarón, dessen düsterer „Children Of Men“ nicht nur zwei der bemerkenswertest inszenierten Actionszenen der letzten 15 Jahre beinhaltet, sondern zudem als brillanter Science Fiction-Film die größten Stärken des Genres vereinte. Lange war es nun erstaunlich still um Cuarón geworden, während lediglich vereinzelt Meldungen zur hindernisreichen Realisierung seines Herzensprojekts nach außen drangen. Das Warten hat sich jedoch gelohnt: Mit modernsten Spezialeffekten umgesetzt, mit George Clooney und Sandra Bullock publikumswirksam besetzt und mit brillanten Kamerafahrten gespickt, die auf großer Leinwand schwindelig machen, zeigt Cuarón, wieso er das in ihn gesetzte Vertrauen rechtfertigt. Denn stilsicherer wurden Spektakel und Anspruch, cineastisches Können und Publikumstauglichkeit lange nicht mehr vereint.

8

Riddick
Universum/Start: 19.09.

Sein größtes Problem zeigt die Fortsetzung der Abenteuer von Weltraum-Badass Riddick schon nach wenigen Minuten: Selbst wenn man die gewohnt übertriebene Reibeisen-stimme von Hauptdarsteller Vin Diesel als Eigenheit hinnimmt, so stellen sich doch ernsthafte Bedenken gegenüber dem Physik-verständnis der Filmemacher ein, wenn der zum wohlgenährten Actionklops gereifte Vin Diesel zu Actiontaten in der Lage ist, die man selbst Jet Li zu seinen besten Zeiten nicht zugetraut hätte. Von derartigen Einwänden abgesehen, die oft den Verdacht nahelegen, Vin Diesel würde sich in seiner eigenen Schwerkraftblase bewegen, weiß „Riddick“ seine Fans mit gewohnter Kost zu beglücken: Verraten von seinen Verbündeten und zum Sterben auf einem unwirtlichen Planeten zurückgelassen, muss Riddick zunächst die lebensfeindliche Flora und Fauna seiner unfreiwillig gewählten neuen Heimat überleben, bevor er sich gegen zwei konkurrierende Mannschaften geldgieriger Kopfgeldjäger beweisen muss. Der Fan wirds feiern, alle anderen werden sich höchstens mit der Videoauswertung begnügen.

4

00 Schneider/ Im Wendekreis der Eidechse
Senator/Start: 10.10.

Wenig andere Filme spalten das Publikum derart heftig wie das cineastische Oeuvre von Herrn Helge Schneider: Entweder man findet die surrealen bis melancholischen wortgewitzten Lo-Fi-Skurrilitäten höchst amüsant oder kann rein gar nichts mit dem Absurditätenkabinett der singenden Herrentorte anfangen. Dementsprechend enthusiastisch oder achselzuckend wurde die Nachricht dann auch aufgenommen, Schneider kehre nach zehnjähriger Regieabstinenz hinter die Kamera zurück. Dass die Ermittlungen von Kommissar 00 Schneider in Sachen mysteriösem Tabakladenüberfall und spurlos verschwundenem Huhn dabei von Zwängen der kausalen Logik zugunsten dadaistischen Humors befreit sind, ist Ehrensache, wenn „Im Wendekreis der Eidechse“ gekonnt Kleinstadtmief, filmhistorischen Zitatereigen und parodistische Schelmereien zur unverwechselbar Schneider’schen Sketchparade vereint. Dabei überrascht es zu keiner Sekunde, dass auch Herrn Schneiders neuster Filmausflug eingefleischte Kinobesuchscliquen sprengen wird.

00 Schneider: 2
Im Wendekreis der Eidechse: 9

Prince Avalanche
Kool/Start: 26.09.

In Zeiten bestens geölter Marke-tingmaschinerien, die ihre Samen des Hypes bereits Monate vor Drehbeginn zu säen wissen, fällt die Herange-hensweise von Regisseur David Gor-don Green etwas aus dem Rahmen. Nach seinem Durchbruch als Komödienregisseur mit „Ananas Express“ und zwei weit weniger amüsanten Humorgurken, gab es im Vorfeld seiner Indie-Komödie „Prince Avalanche“ keinerlei Pressemitteilungen oder Drehberichte zu vernehmen. Erst als der Film fertiggestellt war, erfuhr der Rest der Welt von seiner Existenz, auf der diesjährigen Berlinale war die Überraschung perfekt. Paul Rudd und Emile Hirsch stellen die namhafte Besetzung, die sich im Lauf der 94 Minuten auch nicht groß erweitern wird. Ende der Achtziger setzen die beiden Arbeiter Alvin (Rudd) und Lance (Hirsch) die Fahrbahn einer entlegenen Landstraße instand. Die gegensätzlichen Temperamente der beiden sorgen für erste Spannungen, verstärkt durch die Monotonie des Jobs. Eine Konfrontation scheint unausweichlich. Als angenehm unaufgeregte Dramödie über eine zarte Männerfreund-schaft höchst empfehlenswert.

7

Zusammengestellt von Gerhard Maier

Auslese Bücher

0

ringo starr

 

Ringo Starr
Photograph
Genesis Publications

Interaktives E-Book, das spricht!

The Doors haben es in gewisser Weise vorgemacht. Dieses Jahr veröffentlichte die Band ihr ultimatives App mit Musik, Bildern, Audiokommentaren und vielem mehr. Klar, dass viele Verlage und Künstler jetzt nachziehen. Unter ihnen ist auch Ringo Starr. Der Musiker öffnet in PHOTOGRAPH sein eigenes Fotoalbum, unterlegt mit Kommentaren und Bildern. Während man sich durch das E-Book klickt, hat man immer wieder die Mögichkeit auf einen „listen“- oder „watch“-Button zu klicken. Dann erklingt plötzlich Ringos Stimme und sagt beispielsweise „He’s a great poser, Paul“. Ein netter Zusatz, der zeigt, dass man das Format E-Book durchaus erweiternd nutzen kann. 149 Seiten umfasst das elektronische Buch und zeigt größtenteils bis dato unveröffentlichte Fotos des Beatles-Schlagzeugers, wie etwa Bilder aus der Prä-Beatles-Zeit. Leider hat das Produkt auch seine Schwächen. Die Kommentare sind zwar ein netter Zusatz, die zeigen, was möglich ist, doch die Ausführung ist leider sehr spartanisch, da sich die Sätze Starrs meist auf einen kurzen Satz beschränken. Toll wäre es, wenn er längere Geschichten zu den Fotos erzählen würde. So wirkt es streckenweise etwas enttäuschend.

6

Simone Bösch

Richard Osborne
VINYL – A HISTORY OF THE ANALOGUE RECORD
Ashgate

Alles, was man über Schallplatten wissen sollte.

Im Volksmund heißt sie schlicht und ergreifend Schallplatte und sie erlebt momentan ein kleines Revival. Als die CD Anfang der achtziger Jahre auf den Markt kam, verdrängte sie mit der Zeit nicht nur die gute alte Kassette, sondern auch die Vinyl-LP. Während die Kassette wohl auf immer in Schubladen verstauben und nichts als eine nostalgische Erinnerung bleiben wird, erfährt Vinyl gerade einen zweiten Frühling. Nicht nur alte Alben werden zuhauf wiederveröffentlicht, auch neue Produktionen werden heutzutage sofort auf Vinyl angeboten. Wer sich genauer für die schwarze Rillenscheibe interessiert, dem sei Richard Osbornes Buch VINYL – A HISTORY OF THE ANALOGUE RECORD empfohlen. Osborne ist Dozent an der Middlesex University und betrachtet die Schallplatte aus wissenschaftlicher Sicht. Er behandelt ihre unterschiedlichen Formate, das Material, die Herstellung, das Label, die Verpackung. Wer sich also nicht nur für den musikalischen Inhalt, sondern auch das Produkt selber interessiert, ist hier an der richtigen Adresse.

7

Simone Bösch

Sven Regener
MAGICAL MYSTERY ODER: DIE RÜCKKEHR DES KARL SCHMIDT
Galiani Berlin

Durch die Techno-Clubs Deutschlands.

Moment, MAGICAL MYSTERY, das ist doch von den Beatles! Eh klar, und bereits ein Punkt, der diesem Buch zu seiner Liebenswürdigkeit verhilft. Denn die Nachfrage, ob MAGICAL MYSTERY nicht die Erfindung der Fab Four sei, gehört zu den Running Gags. Erfolgsautor Sven Regener ist ja zunächst als Sänger der Melan-cholie-Popper Element Of Crime berühmt geworden. Nach dem alten Kreuzberg (HERR LEHMANN) und Bremer Unterschicht (NEUE VAHR SÜD) studiert der Schriftsteller erneut ein Milieu. Im neuen Roman geht Hauptfigur Karl Schmidt auf Reise durch die Techno-Clubs des Deutschlands kurz nach dem Mauerfall. So entflieht er einer therapeutischen Wohngemeinschaft in Hamburg: Indem dieser Ex-Drogenfresser nun eine Schar superdruffer Pillenschmeißer durch die Clubs kutschiert. Seine alten Berliner Freunde verdienen am Techno-Boom. Die Tracks auf ihrem Label Bumm Bumm Records tragen Titel wie ›Hallo Hillu‹, und es ist eine Frage der Ehre, nicht schon morgens um acht die Tanzfläche zu verlassen. Karl Schmidt jedoch, den hat vor Jahren der Drogenmischkonsum aus der Bahn geworfen. Er ist clean: Daraus bezieht die Geschichte eine so untergründige wie stets präsente Spannung. Weil Regener Dialoge schreiben kann und weil er rast, spricht sein Text alle an. Nicht nur das eingeweihte Publikum, das vielleicht Anspielungen auf Personen aus den Umfeldern wie Tresor, Love Parade und Westbam erkennen kann. Kriegen sie sich?, so lautet die Frage in Hollywood. Und hier: Kippt Schmidt um?

6

Christoph Braun

Howard Sounes
AMY 27: AMY WINEHOUSE AND THE 27 CLUB
Hodder & Stoughton

Wenig Neues über den Club 27.

Braucht man wirklich noch ein weiteres Buch über den berühmten Club 27? Eigentlich nicht. Geschichten über Hendrix, Morrison, Cobain und Co. wurden in der Vergangenheit schon zur Genüge erzählt. Doch Howard Sounes wagt sich an dieses Projekt. Schließlich ist mit Amy Winehouse vor gut zwei Jahren ein weiteres Mitglied dem unfreiwilligen Club beigetreten. Amy ist somit die einzig neue Figur in Sounes Buch. Anstatt jedoch einen einfühlsamen Blick auf ihr Leben und Leiden zu werfen, werden derlei Aspekte nur angerissen und in einen vorhersehbaren Zusammenhang mit fünf weiteren Club 27-Mitgliedern (Brian Jones, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison und Kurz Cobain) gestellt: Alle waren drogen- und alkoholabhängig, kamen mit ihrem Leben und dem Ruhm nicht zurecht und hatten ein geringes Selbstbewusstsein. Mehr wird eigentlich nicht erzählt. Schade, denn das wussten wir alle leider schon.

4

Simone Bösch

Auslese DVDs

0

Status QuoStatus Quo
Back 2 SQ2
Ear Music/Edel

Erhältlich in diversen Formaten: The Frantic Tour Reunion 2013.

Dass sich Status Quo in ihrer legendären Quartettbesetzung mit Bassist Alan Lancaster und Schlagzeuger John Coughlan reformiert haben, darf man als kritischer Mensch natürlich ganz grundsätzlich hinterfragen: wozu eigentlich? Neue Boogie-Geniestreiche wie in den 70ern sind kaum zu erwarten, von künstlerischer Relevanz kann heutzutage nun wirklich keine Rede mehr sein. Letzteres darf man aber auch mit einem herzhaften „Na und?“ kommentieren und den Fokus ganz entspannt darauf legen, was diese Reunion in allererster Linie ist: ein Riesenspaß. In Ton und optional auch in Bild zu bewundern auf den diversen Ausgaben von BACK 2 SQ 1, aufgezeichnet in der Wembley Arena und/oder dem Hammersmith Apollo. Mähnen werden ausfallbedingt zwar nicht mehr geschüttelt und der Gesang, vor allem von Herrn Lancaster, tönt bisweilen ein wenig dünn, aber wenn die Frantic Four die große Boogiemaschine anwerfen und mit alten Krachern wie ›Railroad‹, ›In My Chair‹ und ›Down Down‹ die Bühne fegen, macht das dennoch gute Laune. Und wer jetzt indigniert einwirft, die wollten doch nur ihre Rente aufbessern, dem sei gesagt: dürfen sie doch. Das Londoner Publikum macht jedenfalls nicht den Eindruck, zum Konzertbesuch gezwungen worden zu sein und hatte offensichtlich jede Menge Spaß. Was als Rechtfertigung völlig ausreichend ist.

7

Text: Uwe Schleifenbaum

Devin Townsend Project
THE RETINAL CIRCUS
InsideOut/EMI

Herein spaziert, herein spaziert!

Devin Townsend lädt einmal mehr ein in seine bizarre Welt. In THE RETINAL CIRCUS öffnet der Kanadier seine skurrile Manege der Absonder-lichkeiten, seine eigene kleine Freak Show. Eingeführt in den Live-Abend werden die Zuschauer durch eine Videoaufzeichnung von Steve Vai (bei dem er seine musikalische Karriere begann) und dem Charakter Howard, einem Teenager, der sich Fragen über die Realität stellt – und zu träumen beginnt. Hier betritt Townsend im weißen Anzug und Zylinder zusammen mit einem Gospelchor die Bühne, um ›Effervescent!‹ zu spielen. Vorhang auf für ein abgedrehtes Musical á la Townsend: bei ›Lucky Animals‹ tanzen mindestens ein dutzend Damen in Katzenkostümen um den Meister des Biazrren herum, bei ›Vampolka‹ und ›Vampira‹ tauchen plötzlich Ziltoid (wir erinnern uns an Townsends kleines Alien, dass die Welt bereist, um den besten Kaffee des Universums zu finden) und seine Familie auf, zu ›Bend It Like Bender!‹ kommen die Go Go Girls. Aufgezeichnet am 27. Oktober im Roundhouse in London, präsentiert Townsend 20 Jahre seiner Musik (eine 30-minütige Doku erklärt ergänzend das Konzept) auf seine ganz eigene Art und Weise. Ein faszinierendes Spektakel! Nur schade, dass man nicht da war, denn es könnte das einzige Konzert dieser Art gewesen sein.

9

Simone Bösch

Rory Gallagher
LIVE IN CORK
Eagle Vision/Edell

Konzert von 1987, liebevoll ausgeschmückt.

Keine Frage: Blues Rock der Marke Rory Gallagher galt in den 80er Jahren als Relikt vergangener Zeiten, was dem irischen Gitarrenvirtuosen laut verlässlicher Quellen auch schmerzlich bewusst war. Er hätte seinen Stil ändern und ins Mainstream-Fach wechseln können, mit Drumcomputer und lustigen MTV-Clips. Tat er aber nicht, und dafür – allerdings nicht nur dafür – muss man den Mann aus Cork einfach lieben. Ein Unbeugsamer, der tat, was er tun musste, ohne Rücksicht auf kommerzielle Aspekte. 1987 kehrte er ins Opera House seiner Heimatstadt zurück, mit kompakt und etwas härter rockender Band als in den 70ern und alten Gassenhauern wie ›Tattoo’d Lady‹, ›Messin’ With The Kid‹ und ›Out On The Western Plain‹, wie immer dargeboten mit technischer Finesse und jeder Menge Herzblut. Ein glorreiches Heimspiel, festgehalten vom irischen Rundfunk und für die DVD-Veröffentlichung klanglich restauriert. Als Zugabe gibt’s eine liebevoll inszenierte Stadtführung durch „Rory’s Cork“. Wirklich nett gemacht.

9

Uwe Schleifenbaum

Metallica
THROUGH THE NEVER 3D
Ascot Elite

Konzertfilm meets Drogentrip.

Eines vorweg: Wenn Metallica ein neues Projekt ankündigen, dann kann man sich auf jeden Fall darauf verlassen, dass an Qualität nicht gespart nicht gespart wird. Als James Hetfield, Lars Ulrich, Kirk Hammett und Robert Trujillo erstmals von ihrem 3D-Film sprachen, waren die Neugier und natürlich vor allem die Erwartungen groß. Bei Bekanntgabe des Konzepts erschienen jedoch einige Fragezeichen: Denn THROUGH THE NEVER soll ein Konzertfilm mit einer eingeflochtenen Spielfilmhandlung sein – in 3D natürlich. Wie soll man sich das vorstellen? Und vor allem: Wie soll die Umsetzung aussehen? Diese Fragen werden schon in den ersten Minuten des Films beantwortet: Alles beginnt auf einem Metallica-Konzert, bei dem ein junger Roadie schon anfangs losgeschickt wird, um Benzin zu einem liegengebliebenen Laster zu bringen, der etwas enthält, das die Band unbedingt braucht. Der junge Mann wirft sich noch schnell eine Pille ein und macht sich auf den Weg. Seine Reise entwickelt sich zu einem düsteren Drogentripp im Wechsel mit Konzertaufnahmen, die thematisch mit seinen Stationen übereinstimmen. Eine nette Idee. Leider wirken die Handlungsabschnitte des „Spielfilms“ manchmal etwas konfus und deplatziert. Auch der Wechsel zwischen Konzert und Geschichte ist hier und da etwas irritierend, was öfter die Frage aufkommen lässt: Braucht man diese Einschübe wirklich? Denn die Aufnahmen des Konzerts selber sind gigantisch. Der Bühnenaufbau einmalig, die Mischung der Songs ein Best-Of aller Metallica-Klassiker. Das alles in 3D lässt manchmal wirklich das Gefühl entstehen, mittendrin im Geschehen zu sein. Doch wirklich kaputt macht die Seitenhandlung den Film auch nicht, sondern fungiert als nette Ergänzung, denn einen weiteren Konzert-mitschnitt allein braucht eigentlich auch niemand. Enttäuschen werden Metallica ihre Fans damit jedenfalls sicher nicht.

7

Simone Bösch

Portnoy Sheehan
MacAlpine Sherinian
LIVE IN TOKYO
Eagle Vision/Edel

Prog- und Fusion-Fest!

Viel hochkarätiger könnte eine Fusion Rock-Supergroup kaum besetzt sein: Mike Portnoy gehörte bis vor drei Jahren zu Dream Theater und trommelt zurzeit für The Winery Dogs, Billy Sheehan spielte einst bei David Lee Roth und war einer der Erfolgsgaranten von Mr. Big. Derek Sherinian arbeitete für Kiss, Alice Cooper und war bei Black Country Communion involviert, und Tony MacAlpine ist ein Solo-Star, dem Kollegen aus unterschiedlichsten Genres seit Jahren höchsten Respekt entgegenbringen. Gemeinsam hat dieses Quartett im November 2012 in Tokio eine rassige Show aufzeichnen lassen, in der Stücke aus den unterschiedlichsten Schaffensphasen dieser Einzelkönner aufgeführt wurden. Da gibt es Auszüge aus Dream Theaters A CHANGE OF SEASON und als absoluten Höhepunkt eine fesselnde Version von Billy Cobhams Jahrhundertsong ›Stratus‹. Der gemeinsame Nenner aller Stücke ist virtuos gespielter Fusion/Prog Rock, die hervorstechenden Merkmale dieser DVD sind ihr praller Sound und die mit zahllosen Close-Ups gespickte Kameraführung. Ein Schmaus für Augen und Ohren!

8

Matthias Mineur

Queen +
THE FREDDIE MERCURY TRIBUTE CONCERT
Eagle Vision/Edel

Das volle Programm: kommt spät, aber immerhin!

Das FREDDIE MERCURY TRIBUTE CONCERT, das April 1992 im Londoner Wembley Stadion stattfand, gilt bis heute als eine der größten Rockshows aller Zeiten. Aber auch als bedeutendste AIDS-Awareness-Veranstaltung sowie als mediales Megaereignis ging dieser Abend in die Geschichte ein. Um so erstaunlicher ist es eigentlich, dass dieses 270-minütige Staraufgebot erst jetzt in beinahe voller Länge und in digitaler Form erscheint. Zum zehnjährigen Jubiläum des Konzerts wurde bereits eine Doppel-DVD veröffentlicht, auf der aber – zum Ärgernis vieler Fans – die gesamte erste Hälfte, das sogenannte Vorprogramm, fehlte. Das aktuelle Paket hingegen beinhaltet nun auf einer Extra-DVD diese Performances von Metallica, Extreme (leider fehlt hier ›More Than Words‹), Def Leppard (ohne ›Animal‹ und ›Let’s Get Rocked‹), Bob Geldof und Guns N‘ Roses. Herzstück von THE FREDDIE MERCURY TRIBUTE CONCERT ist noch immer das 20 Songs umfassende Set der drei verbliebenen Queen-Mitglieder Brian May, Roger Taylor und John Deacon, die ihre größten Hits mit den unterschiedlichsten Künstlern auf die Bühne bringen. So kam es damals zu einmaligen Kollaborationen mit David Bowie, Annie Lennox, Elton John und Axl Rose. Die Bonus-DVD (Scheibe Nummer 3) bietet außerdem Aufnahmen der Proben zum Riesenevent, Fotomaterial sowie die bereits 2002 veröffentlichte 60-minütige Dokumentation über das Konzert. Zwar ist die Bildqualität nicht auf höchstem Niveau (Standard Definition statt HD) jedoch ist dies eine enorme Steigerung verglichen mit den selbstaufgezeichneten VHS, die sicherlich tausendfach seit über 20 Jahren in deutschen Wohnzimmern verstauben. Auch die Tonqualität (unkomprimierter Stereo- und DTS-HD-Surround-Sound) enttäuscht hier nicht.

8

Paul Schmitz

Ween
LIVE IN CHICAGO
Schnitzel Records/Rough Trade

Live as fuck!

Zum ersten Mal 2004 veröffentlicht, ist diese bemerkenswerte DVD nun endlich auch in Deutschland offiziell erhältlich. Zum Best-Of-Dokument der damals absolvierten Schaffensphase von Ween fehlen auf LIVE IN CHICAGO eigentlich nur ›I Can’t Put My Finger On It‹ und ›Buenas Tardes Amigo‹, ein Song, der hierzulande auch durch den Film LAMMBOCK Berühmtheit erlangte. Ansonsten offenbarten Ween während der zwei Konzerte, die am 8. und 9. September 2003 im Vic Theater für diese DVD plus Live CD aufgenommen wurden, quasi alles, was man von Ween hören wollte, so man denn mit ihrem Repertoire vertraut war. Vor allem auf der DVD, die neben der grandiosen Setlist auch durch super Bildqualität und ebensolchen Ton in 5.1 Surround besticht, ist mit dem Umfang von 26 Songs eine Ween-Hit-Dichte erreicht, bei der wie bereits erwähnt, nur die beiden eingangs genannten Tracks fehlen.

Geschenkt. Denn Gene und Dean Ween präsentieren auf LIVE IN CHICAGO eine Performance, die den alles entscheidenden Beweis dafür abliefert, dass Ween eine der größten Live Bands ihrer Zeit waren. Kein Gig unter mindestens drei Stunden, und selbst, wenn die Band musikalisch mal nicht so gut drauf war, waren Ween immer noch vor allem eines: unterhaltsam. Doch von „nicht so gut drauf“ ist auf LIVE IN CHICAGO rein gar nichts zu sehen, die Band hat sichtlich Freude am Tun und fügt ihrem eigenen Repertoire noch den Led Zeppelin Track ›All Of My Love‹ hinzu. Dass es kaum nennenswertes Bonusmaterial gibt – lediglich 3 Songs wurden zusätzlich mit anderen Kameraeinstellungen aufgenommen, dazu gibt es ein Video zu ›Transdermal Celebration‹ – trübt die Sicht der Dinge nicht wesentlich ein, denn in der Hauptsache geht es hier um die exzellente Performance einer Band, die sich leider vor rund einem Jahr aufgelöst hat. Was diese Veröffentlichung noch ein ganzes Stück essentieller macht.

10

Ralph Buchbender

Hanni El Khatib – Ein echter Global Player

0

Hanni El Khatib 2013 @ Nick WalterDie Welt ist ein Dorf? Was im Cyberkosmos schon längst gilt, ließe sich auch auf den Ausnahmekünstler Hanni El Khatib anwenden, in dessen Werdegang schon verschiedenste Stationen eine wichtige Rolle spielten, bevor er überhaupt so richtig durchstartet. Und das wird er…

Text: Matthias Jost

Aus San Francisco kommt er, und natürlich ist es für US-Bürger nichts Ungewöhnliches, Wurzeln fernab Nordamerikas zu haben. Im Falle von Hanni El Khatib sind diese jedoch so grundverschieden, dass man sie einfach erwähnen muss: Sein Vater ist Palästinenser, seine Mutter dagegen stammt von den Philippinen. Zwei Tausende von Kilometern auseinander liegende Orte, die auch kulturell Lichtjahre voneinander entfernt sind, die allerdings beide nicht unbedingt die besten Erfahrungen mit amerikanischer Außenpolitik gemacht haben, wenn auch wiederum aus völlig verschiedenen Gründen…

„Natürlich, das prägt“, bestätigt Hanni am Telefon, „deine Wurzeln beeinflussen unweigerlich deine Perspektive auf die Welt, wie du Dinge betrachtest, und es ist schon was anderes, als bikulturelles Kind in Amerika groß zu werden. Mein Vater spricht Arabisch, meine Mutter Tagalog, da fühlt es sich schon etwas seltsam an, wenn man dann als einziger Junge mit so einem Hintergrund auf eine komplett weiße High School geht. Ich habe zwar mein ganzes Leben in Kalifornien verbracht, aber mich definitiv nie so richtig als Teil davon gefühlt. Dabei wurde ich katholisch erzogen und ging auf eine katholische Schule, allerdings auch nur, weil das die einzige brauchbare Schule in unserer Nähe war. Mein Vater ist natürlich Muslim, aber heute praktizieren wir eigentlich keinen Glauben. Es gibt da zwar so einige Verwandte auf beiden Seiten der Familie, die das eher strenger sehen, aber bei uns war das zum Glück nicht so. Meine Eltern haben beide immer die Künste geschätzt und ich bin in einem sehr weltoffenen Umfeld aufgewachsen. Das hat es mir gestattet, zu sein, wer ich bin, und sie haben mich immer unterstützt. Und wie man weiß, ist San Francisco ja auch eine sehr tolerante Stadt. Ich hätte garantiert eine andere Geschichte zu erzählen, wenn ich aus Wyoming käme…“

Die liberale Erziehung förderte das kreative Wesen des Jungen, der zunächst eine ganz andere Laufbahn einschlug: Für das Skateboard- und Streetwear-Label HUT war er als Designer tätig – ein sehr lukrativer Job, der ihm viel Spaß machte, doch sein Herz schlug letztlich wesentlich lauter für die Musik: „Sie war schon immer ein großer Teil meines Lebens gewesen und irgendwann beschloss ich dann, tatsächlich ein Album aufzunehmen. Das geschah immer mal wieder zwischendurch, wann immer ich Zeit und Lust hatte. Abends, an Wochenenden…es war ja nicht eilig, und so richtig ernst war das auch nicht, niemand rechnet schließlich mit einem Debütalbum. Doch dann ging ich auf Tour und plötzlich wurde es sehr ernst. Da bin ich gewachsen, habe mich entwickelt, und die Sache wurde größer…“

WILL THE GUNS COME OUT hieß dieses erste Album, und es wurde zu so viel mehr als einem Spaßprojekt. Neben ausgedehnten Tourneen durch die USA führte es Hanni nämlich auch nach Europa, wo ein weiterer Ort zum wichtigen Katalysator für seine Laufbahn werden sollte: „Wir hatten eine Show in Paris und danach trat ich noch als DJ in einer Bar auf. Es stellte sich heraus, dass sich auch Dan Auerbach von den Black Keys dort aufhielt und wir wurden einander vorgestellt. Was sich als sehr wichtige Begegnung erweisen sollte. Wir verstanden uns sofort blendend und waren total auf einer Wellenlänge. Und am nächsten Tag hatten wir zufällig beide einen freien Tag, also trafen wir uns wieder, zogen durch Paris und wurden zu richtigen Freunden. Wir sind immer in Kontakt, egal, wo wir uns gerade befinden. Als es dann darum ging, das neue Album zu machen, lag es auf der Hand, ihn zu fragen, ob ich sein Studio benutzen könnte. Und wie es der Zufall so wollte, kam er gerade von einer Tour nach Hause, als wir dort ankamen. Nachdem er also ohnehin schon vor Ort war, bot es sich natürlich an, ihn auch gleich als Produzenten anzuheuern…“

Wer Mr. Auerbachs Vita auch nur ein bisschen kennt, weiß, dass der Herr die perfekte Besetzung für den Job war, denn bei aller kulturellen Vielschichtigkeit und der Anbahnung auf französischem Terrain ist HEAD IN THE DIRT doch vor allem eines: uramerikanisch. Hanni El Khatib spielt kräftig gewürzten Bluesrock mit moderner Färbung, haut ungestüm in die Saiten, bringt mit rumpeligen Donnerbeats à la Jon Spencer sowohl ein bisschen Rotz als auch hippe Akzente ins Spiel und vergisst darüber nie, dass eine gute Melodie aller Ohrwurm Anfang ist. Wer einmal den Poprocker ›Penny‹ gehört hat, wird ihn für den Rest des Tages beschwingt nachsummen, während ›Nobody Move‹ und ›Pay No Mind‹ auch die Nackenmuskeln ansprechen werden… Die ungebremste Leidenschaft ist jedenfalls allzeit spürbar, was unter Umständen mit einem weiteren Ort zu tun hat, der eine Schlüsselrolle bei der ganzen Geschichte spielt: Nashville.

Schon seit einigen Jahren entwickelt sich die Stadt in Tennessee zum echten Schwergewicht unter den Musikmetropolen, und zwar jenseits der Country-Kultur, denn zahllose Indiebands haben hier Alben aufgenommen oder sich gar ganz dort niedergelassen – wie eben auch Dan Auerbach mit seinem Studio. Was also macht Nashville so besonders? „Du spürst einfach überall, dass diese Stadt musikhistorisch unglaublich reich ist. Sie ist auf Musik aufgebaut! Du gehst tagsüber was essen, und genau der Typ, der dir deine Bestellung bringt, steht dann abends plötzlich auf einer Bühne vor dir – und ist mit ziemlicher Sicherheit der beste Gitarrist, den du je gesehen hast. Im Zentrum der Stadt gehen sie sogar so weit, dass die Stromkästen mit Lautsprechern ausgestattet sind, die den ganzen Tag Country & Western oder Rock‘n‘Roll spielen. Und wenn du dort am Flughafen mit einer Gitarre in der Hand anstehst, wirst du in der Schlange nach vorne durchgewunken und wie ein VIP behandelt!“

Mit wachsendem Erfolg wird die VIP-Behandlung wohl auch andernorts bald zur Regel für Hanni, doch zunächst mal geht es weiter mit harter Arbeit. Worauf sich im Übrigen auch der Albumtitel bezieht, denn als Berufsmusiker muss man bisweilen einfach die Welt da draußen mal ausblenden: „Das Leben auf Tour ist schon ziemlich extrem. Du hast wenig Privatsphäre, bist den ganzen Tag mit denselben Leuten auf engstem Raum zusammengepfercht und belastest auch deinen Körper extrem. Das ist sehr fordernd, körperlich wie seelisch. Wenn du dann auch noch irgendwelche Probleme von zu Hause mit dir rumschleppst, an denen du gerade ohnehin nichts ändern kannst, läufst du Gefahr, den Fokus zu verlieren und nicht mehr deinen Job zu machen. Deswegen musst du eben einfach mal den Kopf in den Sand stecken und dich nur auf das konzentrieren, was gerade wichtig ist. Nur so stehst du es durch, 33 Konzerte an 36 Tagen zu spielen.“

Ein bemerkenswertes Arbeitsethos, das Hanni El Katib gewiss noch an viele weitere Orte auf dem Globus führen wird. Wir sind gespannt, welche Begegnungen, Erlebnisse und faszinierenden Geschichten daraus entstehen werden…

Big Business – Sellout!

0

03 David Bowie Coca Cola Planet Live 50th Birthday 1997 FrontBon Jovi. Pink Floyd. Genesis. The Rolling Stones. Rod Stewart. Tina Turner. Madonna. Pink.

Unterschiedliche Top-Acts, eine Gemeinsamkeit: Diese Weltstars sind käuflich! Hauptsache, der Rubel rollt. Nur ganz wenige Musiker haben das Rückgrat, den millionenschweren Verlockungen von Großkonzernen zu widerstehen. Tom Waits etwa lehnt Schulterschlüsse mit der Industrie strikt ab, ebenso Neil Young.

Text: Thomas Hammerl

50 Millionen US-Dollar. So viel schüttete Pepsi Cola jüngst Beyoncé dafür in den Rachen, die ehemalige Destiny’s-Childs-Vocalistin vermarkten, ihr fünftes Solo-Album samt Welttournee bewerben zu dürfen. Der Deal mit dem neuesten H & M-„Gesicht“ ist das aktuellste und irrwitzigste Beispiel dafür, in welch unglaubliche Dimensionen sich die Verträge zwischen „Megastars“ und meist global agierenden Unternehmen inzwischen hochgeschaukelt haben. Was rund drei Jahrzehnte früher auf diesem Sektor ausgehandelt wurde, nimmt sich im Vergleich dazu wie Taschengeld aus. Den Auftakt machten – wie sollte es auch anders sein? – The Rolling Stones. Der Tross um den geschäftstüchtigen Mick Jagger hatte es 1981 eingefädelt, dass Jovan Cosmetics 500.000 US-Dollar bereitstellte, um die „klammen“ Stones live finanziell zu unterstützen. Gerade mal fünf Millionen US-Dollar soll Pepsi 1984 die Verpflichtung von Michael Jackson wert gewesen sein (unvergessen, als beim Dreh zum Werbefilm seine Kopfhaare in Brand gerieten und er Verbrennungen dritten Grades erlitt). Rund 6,1 Millionen US-Dollar wurden an Madonna überwiesen, damit der amerikanische Softdrink-Hersteller die Erlaubnis erhielt, mit einer minimal modifizierten Kurzversion des Titelsongs von ihrem Album LIKE A PRAYER zu werben und die „Blond Ambition“-Welttournee 1990 zu präsentieren. Angeblich 20 Millionen US-Dollar soll es Pepsi wert gewesen sein, bei der „Steel Wheels/Urban Jungle“-Worldtour der Rolling Stones dabei zu sein.

Der Cola-Krieg

Der Krieg zwischen Pepsi und Coca Cola um die Giganten kam Anfang der Achtziger richtig ins Rollen. Geld scheint seit damals keine Rolle mehr zu spielen, wenn es darum geht, den Marktführer Coke in riesigen Werbekampagnen anzugreifen. Der erbitterte Konkurrenzkampf, bei dem die beiden Cola-Produzenten die monetäre Messlatte auf astronomische Höhen hochschraubten, wird mit bezahlten „Söldner“-Promis ausgefochten. So konnte Pepsi unter anderem Michael Jackson, Tina Turner, David Bowie, Rod Stewart, Pink, Glenn Frey, Ray Charles, die bislang erfolgreichste weibliche Teenpop-Combo The Spice Girls (welche parallel noch vom Chips-Hersteller Walkers, der Deo-Linie Impuls, Schoko-Fabrikant Cadbury’s plus Polaroid gesponsert wurde) oder deren aktuelles, männliches Gegenstück One Direction für sich gewinnen.

Coca Cola konterte mit ebenfalls schweren Promi-Geschützen: Bon Jovi, George Michael, Elton John sowie der offenbar flexible David Bowie traten in Werbeclips auf. Das Konterfei von einigen Interpreten der Coca-Cola-Spots wurde auf limitierte Dosen gedruckt: 1993 gab es die „Coca Cola Is The Music“-Serie mit Bon Jovi, den Scorpions, Sting, Udo Lindenberg, BAP, Chris Rea, Peter Maffay, Die Fantastischen Vier und Westernhagen. 1994 vermarktete die „Always Music Collection“ David Bowie, Phil Collins, H-Blockx und andere mehr. Ähnliches gilt für die Star-Vermarktung bei Pepsi und treibt bis heute kuriose Blüten: Auf eBay wird eine ungeöffnete Spice-Girls-Diet-Pepsi-Dose aus dem Jahr 1997 für 1.600 US-Dollar angeboten!

Gute Gelegenheit, um kurz zu erklären, welche zwei Sponsoring-Hauptformen es gibt: Einerseits dergestalt, dass eine Fir-ma den Künstler einkauft, um ihn zu ihrem Werbegesicht/Markenbotschafter zu machen; andererseits das Toursponsoring oder jenes von einzelnen Live-Events („Telekom street gigs“) wie auch Festivals („Rock am Ring/im Park“). Wenn dann der Name des Sponsors in direkter Verbindung zum Event steht, heißt das „Branded Entertainment“. Einige Konzerne engagieren sich dabei löblicherweise sogar in der Nachwuchsförderung („Jägermeister Rock:Liga“, Bitburger – „Bit Music Contest“, „Beck’s Music Experience“ oder dem von den Itzehoer Versicherungen unterstützten „John Lennon Talent Award“). Interessant ist auch die neue Veranstaltungsserie „Music First“ in Nordamerika, welche die Biermarke Bud Light dieses Jahr sponserte: Unter dem Titel „50/50/1“ fanden am 1. August in allen 50 US-Staaten 50 Konzerte mit Indie-/Alternative-Rockacts wie The Gaslight Anthem, Portugal. The Man, The Flaming Lips, Coheed & Cambria, Gogol Bordello, The Airborne Toxic Event und Clap Your Hands Say Yeah statt.

Witzfigur Elton John

Im ersten Fall wird der Musiker völlig in die Vermarktung des Produktes eingebunden. Ein Schulterschluss, der so eng wie möglich sein und auf allen Ebenen ausgetragen werden soll. Manchmal machen sich Popstars durch diese Rundum-Vermarktung, die meist auch Werbespots mit einbezieht, zum Gespött. Madonna hielt in ihrem Clip ein Exemplar des Softdrinks direkt in die Kamera, Elton John trug bei seinem Video – alles andere als dezent – ein Brillengestell in Form des Schriftzuges von Cadbury, dem britischen Schokoladenhersteller. Status Quo haben für die aktuelle Multi-Millionen-Dollar-Kampagne von Coles ihren Hit ›Whatever You Want‹ neu aufgenommen und dabei sogar den Text des Klassikers ganz den Erfordernissen der australischen Supermarktkette angepasst! Im dazugehörigen Werbeclip spielen die britischen Boogierocker auf Gitarren, deren Korpusse dem Coles-Logo nachempfunden ist.

Kopf-an-Kopf-Rennen

Im zweiten Fall steuert der Industriepartner eine möglichst hohe Finanzspritze zur Tournee bei und wird dann in deren mediale Vermarktung mit Schriftzug, werbeträchtiger Vor-Ort-Präsentation etc. eingebunden. „Dieses Toursponsoring gibt über die klassische Werbekampagne hinaus die Möglichkeit der Kommunikation und des Sympathietransfers“, erklärt Marketingexperte Dr. Matthias Schroeter. Warum als Mittel zum Zweck Pop- und Rockmusik gewählt wird, liegt laut des ehemaligen Marketingdirektors von PepsiCola Deutschland-Österreich-Schweiz „in der Zielgruppenaffinität. So haben wir noch vor der Konkurrenz über diesen Bereich nachgedacht und sind ihn mit der ganz speziellen Schiene ‚Topstar und Drink’ angegangen. Im Klartext: Wir schließen dann mit einem Künstler ab, wenn er ein neues Album auf den Markt bringt und auch auf Tournee geht. In den Staaten wurde daraus ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Wir haben mit Tina Turner und Michael Jackson begonnen, während sich die Rivalen mit Julio Iglesias versuchten. Davon haben sie aber schnell die Finger gelassen und sind erst später wieder auf unsere Spur übergegangen.“

Kunst wird kapitalisiert

Zweckehen zwischen Markenartikler und Musiker zu stiften sowie potentielle Partner miteinander zu verlinken, hat Christian Timmer frühzeitig erkannt und sich darauf spezialisiert. Der Ex-Mitinhaber der Agentur Concert + Co. sowie spätere Geschäftsführer der mittlerweile verkauften CSS Congress- und Sponsorship GmbH, der an den Geschäftsverbindungen während der Deutschlandtourneen von Genesis (mit Blaupunkt, 1987) und Michael Jackson (mit Pepsi, 1988) beteiligt war, erinnert sich: „Musiker, Managements und Veranstalter wurden immer offener für Geld, weil die Kosten und das damit verbundene Risiko bei dem Wahnsinns-Aufwand der großen Pop- und Rock-Konzerte einfach gigantisch sind. Gäbe es keine finanzielle Rückendeckung von außerhalb, wären in dieser vom Staat nicht subventionierten Kulturarbeit keine auch nur halbwegs akzeptablen Eintrittspreise möglich.“ Diese Argumentation ist durchaus logisch, wenngleich in der Tourneebranche häufig Folgendes außer Acht gelassen wird: Meist werden Gastspielreisen von Topacts gesponsert, die derart zugkräftig sind, dass ihre Auftritte in den größten Locations ohnehin bestens besucht werden.

Dieser starke Zuspruch eines möglichst breiten Publikums ist schließlich das erhoffte Ziel seitens der Industrie, wenn Geld locker gemacht worden ist. Timmer: „In der Regel wollen Interessenten sich an die Tour eines bekannten Künstlers mit großem Medienaufwand dranhängen, sind dann aber meist völlig erstaunt, wenn sie erfahren, wie viel Kohle die Amis fordern.“ Zumindest in den USA sorgte das Engagement der beiden Sponsoren Jim Beam und Harley-Davidson allerdings dafür, dass Kid Rock und ZZ Top im Sommer 2013 auf „$ 20 Best Night Ever“-Tourneen gingen – wobei die Eintrittspreise auf volkstümliche 20 US-Dollar beschränkt wurden.

David Gilmour: »Die reine Gier hat uns dazu getrieben!«

Einer der in Deutschland ansässigen Vorreiter im Toursponsoring, der die große Investition nicht scheut, ist Volkswagen. Die Wolfsburger Autobauer läuteten 1992 eine neue Phase ein und spannten sich als erste Genesis während der WE CAN’T DANCE-Tour vor den Karren. 1994 folgten Pink Floyd. Gitarrist/Sänger David Gilmour bezeichnete im Interview mit „Gala“ diese Kooperation für THE DIVISION BELL rückblickend jedoch als Fehler: „Die reine Gier hat uns dazu getrieben.“ 1995 folgten die Rolling Stones anlässlich ihrer VOODOO LOUNGE-Tour. Beim Ex-Rebellen Mick Jagger muss die Aussicht auf – laut „ME/Sounds“ – drei Millionen Mark zusätzlich zur Garantiegage von 14 Millionen Mark einen Sinneswandel bewirkt haben getreu dem Motto „Was schert mich mein Geschwätz von gestern“. Der Mercedes-Fahrer hatte 1970 gegenüber dem „Spiegel“ noch erklärt: „Man braucht keine Volkswagen herzustellen. Ich brauche keinen Volkswagen. Es gibt viel zu viele Volkswagen.“ 1996 war VW weiterhin in voller Fahrt, denn sie gaben mit der damaligen Bon-Jovi-Tournee Gas – wie immer begleitet von entsprechenden Sondermodellen der Sorte „Golf Bon Jovi“.

Volkswagen Nutzfahrzeuge ging indes eine Zusammenarbeit mit The Who ein. Deren Klassiker ›My Generation‹ wurde nicht nur für die Markteinführung des „Multivan“ eingesetzt, Townshend, Daltrey & Co., die am Anfang ihrer Karriere selber mit einem VW-Bus zu ihren Auftritten gefahren waren, spielten am 31.August 2007 anlässlich des 60. Geburtstages des VW-Busses auch noch beim Bulli-Treffen auf dem Messegelände in Hannover. Parallel zum Vorverkaufsstart der Depeche-Mode-Stadiontour 2013, deren offizieller Präsentator bei 16 der 36 Konzerte in neun Ländern die Telekom ist, trat Sänger Dave Gahan im Werbespot für den Golf VII auf.

Toursponsoring: Rentabilität nicht direkt messbar

Inwieweit der Investor vom Sponsoring profitiert und sich sein Cash-Einsatz auszahlt, ist in Umsatzzahlen nicht unmittelbar messbar. Pepsi Cola blieb im Jackson-Jahr trotz einer immensen Investition mal wieder auf Platz zwei hinter Erzkonkurrent Coca Cola. Der elektronische Komponentenhersteller TDK (in den 80er/90er Jahren bekannt für seine Musikkassetten), der bereits einmal eine Stones-Tour bezuschusst hatte, verzeichnete durch sein Sponsoringengagement ebenfalls keine direkte Umsatzsteigerung. Und VW? Konnten immerhin 85.000 Pink-Floyd-Golfs verkaufen. Von größerer Bedeutung scheint jedoch die Image-Frischzellenkur zu sein, welche solch eine Allianz auslöst. Passen Produkt und Musik-Act zusammen, dann bringt Sponsoring „neben einer größeren Markenbekanntheit“, so der ehemalige Pepsi-Manager Schroeter, „nachweislich höhere Sympathie- und positive Imagewerte sowie eine stärkere Markenidentifikation.“

Vertragsauflösungen nach Fehlverhalten

Entscheidet sich eine Firma für den „falschen“ und nicht massenkompatiblen Künstler, kann die ganze Kooperation aber auch nach hinten losgehen. Diese Erfahrung machte dieses Jahr Pepsi Cola. Der Getränkegigant geriet in die Kritik wegen seiner Werbespots für die Limonade Mountain Dew, die Tyler, The Creator, entwickelt hat. Der bereits häufiger wegen frauen- und schwulenfeindlicher Texte kritisierte Rapper zeichnet für die drei Clips verantwortlich, deren stereotype Darstellung von Schwarzen und Gewalt gegen Frauen angeblich witzig gemeint ist. Nach massiven Protesten wurde das letzte, 60 Sekunden lange Internet-Video, das der amerikanische Analytiker Dr. Boyce D. Watkins als „die vielleicht rassistischste Werbung aller Zeiten“ bezeichnete, mit einer offiziellen Entschuldigung zurückgezogen. In derselben Woche beendete PepsiCo auch seine Zusammenarbeit mit Superstar Lil Wayne, der in dem Song ›Karate Cop‹ eine krude Anspielung auf den 1955 aus rassistischen Motiven brutal misshandelten und ermordeten Afroamerikaner Emmett Till gemacht hatte. Der Hip-Hopper Rick Ross wiederum verlor seinen Deal mit Reebok, nachdem er über die Vergewaltigung einer unter Drogen stehenden Frau gerappt hatte.

Swatch: vom Live-Sponsor zum Plattenproduzenten

Der Uhrenhersteller Swatch musste auch eine recht ernüchternde Erfahrung machen: Nach einem Schweizer Gastspiel von Sting wurden die Besucher befragt, ob sie den Namen des Sponsors kennen würde – kein einziger wusste Bescheid! Nicht zuletzt deshalb zog sich Swatch vom Livemusik-Sponsoring zurück und investierte stattdessen in eine andere Marketingidee: Zusammen mit einer Plattenfirma wurde im Hinblick auf eine Swatch-Uhr mit einem massiv metallenen Armband das Bandprojekt The Heavy’s ins Leben gerufen. Unter diesem Namen machten sich Studiocracks nach Vorbild der Stars-On-45-Truppe daran, ein ›Metal-Marathon‹ einzuspielen. Die Nahtlos-Kopplung der heißesten Metalhits, verpackt in ein Cover mit einem futuristisch-erotischen Airbrush-Roboter-Girl als Blickfang, platzierte sich wochenlang in den skandinavischen und schweizerischen Charts. Das Ende vom erfolgreichen Lied: Nach der Maxi-Single erschien das dazugehörige Album.

Coca Cola: »Uns gehört der Sound«

Zurück zu den Preistreibern der Branche: Während Pepsi ganz auf die Breitenwirksamkeit eines Topstars setzt und dessen Popularität auf allen Kanälen für sich nutzt, vertraut Coca Cola mittlerweile auf ein anderes Rezept. „Wir verfahren nach dem Leitmotiv ‚Uns gehört der Sound und nicht der Star!’“, erklärt Ex-Kommunikationschef Klaus Hillebrand das Credo des Getränke-Multis. Der hatte sich einst George Michael gesichert. Der britische Popsänger ließ es sich mit 7,5 Millionen US-Dollar versüßen, eine Lobeshymne auf Coca Cola Light zu singen. „Das entspricht genau unserem Leitmotiv. Wir versuchen so, eine ganz frische, jugendliche, aktuelle Musik zu kreieren, in der Hoffnung, dass sie sich international durchsetzt.“ Beispielhaft vorexerziert hat das die Amerikanerin Robin Beck. Sie interpretierte für Coca Cola den Werbejingle ›First Time‹. Dieser wurde in Marketingallianz mit einer Plattenfirma zu einem platinveredelten Hit umgemünzt. Dadurch brauste die Brause zum dritten Mal seit 1972 inkognito in die Charts. Alljährlich zur Weihnachtszeit ein Dauerbrenner ist Melanie Thorntons ›Wonderful Dream‹. 2012 stammte der Soundtrack zum „cool-authentischen Crazy-Berlin-Werbespot für Coca Cola Light“ („Süddeutsche Zeitung“) von Icona Pop. Die Electro-Hymne ›I Love It!‹ des schwedischen Duos, die davor bereits beim Dolce & Gabbana-Blog dudelte, erreichte in Österreich und Deutschland sogar Platz 3.

Ein Erfolg, viele Nachahmer

Das Coca-Cola-Rezept, Werbemusik als Topsongs zu konzipieren, war derart durchschlagend, dass es längst viele Firmen mit Erfolg kopierten (Link-Tipp: www.tvsongs.de). Citroen stellte es 1985 besonders clever an, als Teile des spektakulären Grace-Jones-Clips zu ›Slave To The Rhythm‹ zu einem eigenen Werbetrailer für den CX 25 GTI Turbo 2 umfunktioniert wurden. Renault setzte für seinen R 5 auf die Münchner Band Dominoe und schoss 1988 mit ›Here I Am‹ an die Hitparadenspitze. Alan Prices (ehemals Keyboarder der Animals) Oldie ›Changes‹ kurvte 1989 dank eines VW-Spots wieder in den Singles-Bestsellerlisten umher. Nissan setzte sich 1991 in Sniff’n The Tears‘ ›Drivers Seat‹ (1978) und der Honda Civic fuhr zu Marilyn Mansons Version von ›Tainted Love‹. Klassikerstatus besitzt ›Like Ice In The Sunshine‹ (1986) für Langnese, komponiert vom deutschen Duo Beagle Music Ltd. Das Bekleidungsunternehmen C & A schickte als Soundtracks ihrer Werbung 1994 Fool’s Garden (›Wild Days‹) und – besonders erfolgreich – 1998 die bis dahin völlig unbekannten Bananafishbones (›Come To Sin‹) ins Rennen. Das die Sneaker-Loft-Werbung begleitende ›If A Song Could Get Me You‹ machte Marit Larsen bekannt. Der Telefonanbieter Alice wurde mit Mikas ›Relax, Take It Easy‹ einmal erhört, während die Telekom unter anderem mit ›Nessun Dorma‹ (vom ehemaligen Telefonverkäufer Paul Potts) und ›High‹ (James Blunt) Chartsanschluss fand.

Ein noch besseres Gespür legte der Telekom-Mitbewerber Vodafone an den Tag. Er bewies dank Empire Of The Sun (›We Are The People‹, 2010), Bag Raiders (›Way Back Home‹), Santigold (›Disparate Youth‹, 2012) und – aktuell – Capital Cities’ ›Safe And Sound‹ (die als Referenz bereits eine Million YouTube-Clicks mitbrachten) ein goldenes Händchen in Folge. Kurzen Prozess indes machte Microsoft. Für den Windows 8-TV-Werbespot wurden Ausschnitte aus dem Videoclip von Lenkas ›Everything At Once‹ komplett übernommen und effektiv integriert. Das für die Steigerung des Bekanntheitsgrades von Microsofts Internet Explorer 9 eingesetzte ›Too Close‹ bescherte auch Alex Clare Popularität. 1995 hatte Bill Gates’ Unternehmen Windows 95 mit ›Start Me Up‹ eingeführt – Mick Jagger wollte anfangs nicht einwilligen, doch weil Keith Richards angeblich Geld brauchte, gaben die Stones für drei Millionen Dollar – erstmals in ihrer Geschichte – die werblichen Nutzungsrechte eines ihrer Lieder frei. Die Glimmer Twins kamen dadurch auf den Geschmack, sodass in Folge ›I’m Free‹ den Renault Koleos und ›Paint It Black‹ die Flatrate der Telekom promoten durfte.

Apple wiederum ist seit 1984 der Meinung, dass Musik in der Werbung mindestens 50 Prozent der Wirkung ausmacht. Angesicht dieser Tatsache wurde Vangelis’ ›Chariots Of Fire‹ als MacIntosh-Intro erworben, 1999 untermalte der Stones-Song ›She’s A Rainbow‹ die bunten iMacs. Weitere prominente Musiker, die sich für Apple-Produkte hergaben, sind unter anderem Bob Dylan, The Beatles, Muse (›Sunburn‹), Eminem (›The Real Slim Shady‹), Daft Punk (›Technologic‹), U2 (›Vertigo‹) und Coldplay (›Viva La Vida‹). Bei der Bewerbung von Apples iPods bliesen erst die Fratellis (›Flathead‹), dann Jet (›Are You Gonna Be My Girl?‹) und zuletzt Feist (›1234‹) in die Gehörgänge.
Zeitlose Qualität beweist Eric Claptons Rockklassiker ›Layla‹, von dem Opel bis heute nur das Intro verwendet – Minimalismus, der dank der markanten Melodie völlig genügt. Selbst Pepsi orientierte sich zeitweise an der wirkungsvollen Coca-Cola-Formel – mit einem Unterschied allerdings: Hier setzten die Macher auf einen bereits etablierten Hit. Beispiel: Für die USA durfte Robert Palmer sein ›Simply Irresistible‹ im Pepsi-Sinn singen und schwor damit offiziell dem smarten Champagner-Image ab. Einen kuriosen Sinneswandel bewirkte eine (große) Hand voll Dollars in einem anderen Fall: Der als Whiskey-Liebhaber bekannte Rod Stewart gab sich flexibel, als er im brasilianischen Fernsehen Diet Pepsi anpries. Weshalb sich folgende Frage ganz von selbst beantwortet: Wer hat wohl die große Lateinamerika-Tournee von Rod, The Mod gesponsert?

Tom Waits: Klage gegen Lieddiebstahl

Ein leichter Job ist das Sponsoring allerdings nicht immer, die Verhandlungen mit Musikern gleichen oft einer Gratwanderung. „Ein Musiker ist in erster Linie schließlich Künstler. Er hat Aussagen und identifiziert sich mit seiner Musik, seinen Fans“, betont Christian Timmer. „Man muss deshalb schon im Vorfeld sehr genau ausloten, wie weit er bereit ist, im Sponsoring zu gehen.“ Geldbündel sind zwar hilfreich, aber nicht immer ausreichend. Die völlige Vermarktung der eigenen Person ist in Künstlerkreisen zweifellos umstritten. Grund: Die individuelle Integrität steht zur Disposition. Verständlich, denn um welche Sponsoringvariante es sich auch dreht, beim Schulterschluss zwischen Industrie und Musiker entsteht ein Pakt faustischen Ausmaßes: Einer (der Künstler) verkauft für viel Gold (Geld) dem Teufel (der Industrie) seine Seele. Dieser Ansicht ist – ganz im Gegenteil zu Moby, der sämtliche Songs seiner 2001er-CD PLAY zur Lizenzierung frei gegeben hat! – etwa Tom Waits. Er möchte grundsätzlich nicht, dass seine Lieder irgendetwas bewerben. So hat er mehrfach Prozesse gewonnen, nachdem seine Werke für fremde Zwecke missbraucht worden sind. Der erste Fall ist auf 1988 datiert. Frito-Lay, der zum Pepsi-Konzern gehörende, „weltweit führende Chips-Hersteller“ (Zitat Homepage), wollte einen Waits-Song zur Untermalung seiner Werbung, bekam aber eine Absage. Daraufhin engagierte das US-Unternehmen einen Sänger, der für den Jingle ein der Tom-Waits-Komposition ›Step Right Up‹ sehr ähnliches Lied interpretierte. 2000 hatte Waits Probleme mit Audi in Spanien und 2005 mit Opel in Skandinavien – stets mussten die Verursacher klein beigeben. Zurück zu den Chips: Waits klagte, bekam Recht und 2,3 Millionen US-Dollar Schadensersatz von Frito-Lay. 1993 verwendete der Jeans-Fabrikant Levi’s Screamin’ Jay Hawkins’ Version von Tom Waits’ ›Heartattack And Vine‹. Letzterer zog erneut vor Gericht, bekam wieder Recht und Levi’s entschuldigte sich bei ihm in Form einer ganzseitigen Anzeige im US-Branchenblatt „Billboard“.

Waits & Young contra Werbedeals

Über Künstlerkollegen, die sich an die Industrie verkaufen, macht sich Waits gerne mal lustig. Legendär seine an Michael Jackson gerichtete Empfehlung: „Wenn er für Pepsi arbeiten will, soll er doch ein Büro in deren Zentrale beziehen!“ Und auf den generellen Künstler-Ausverkauf angesprochen, meinte er: „Anscheinend ist das größte Kompliment, das unsere Kultur heutzutage einem Musiker machen kann, ihn in einer Werbekampagne zu zeigen – im Optimalfall möglichst leicht bekleidet. Ich habe eine solche, meines Erachtens nach äußerst fragwürdige Ehre stets abgelehnt.“ Damit ist Waits derselben Meinung wie Neil Young. Der bezog im Titelsong seines Solo-Albums THIS NOTE’S FOR YOU (1988) ganz klar Stellung zu dieser Thematik. Eine Passage des Textes lautet: „Ich sing’ nicht für Pepsi, ich sing’ nicht für Coke, ich sing’ für niemanden und wirke deshalb wie ein Witzbold.“ Höhepunkt des dazugehörigen Videos: Ein Whitney-Houston-Double löscht die brennenden Haare eines Michael-Jackson-Doppelgängers mit dem Inhalt einer Limonaden-Dose…!

Glenn Danzig

0

ROC187.qanda.press1Der einstige Danzig- und Misfits-Mann über Punk, Ruhm, Religion – und darüber, wie er Marilyn Manson den Arsch gerettet hat.

Text: Ken McIntyre

Glenn Danzig ist der letzte der „Antichrist Superstars“. Er ist der König des Abgrunds, der Schwärzeste von allen, der Lieblingssohn der Hölle. Seit er 1977 die Spuk-Punk-Legenden The Misfits gründete, sorgt er dafür, dass Rock böse bleibt. Und er zeigt keinerlei Absichten, kürzer zu treten oder der Finsternis zu entsagen. Zum Zeitpunkt unseres Interviews reist er auf seiner Legacy-Tour um den Globus, auf der er Stücke all seiner bahnbrechenden Bands spielt und 35 Jahre auf dem Weg der Dunkelheit feiert.

Du spielst in letzter Zeit diese Legacy-Shows mit Misfits-, Samhain- und Danzig-Material. Gute Zeiten?
Es ist eine Feier all der verschiedenen Phasen meiner Karriere. Ich weiß aber nicht, ob wir das je wiederholen werden, denn das sind echt anstrengende, zweieinhalbstündige Shows. Das ist echt hart.

Doyle von den Misfits ist bei diesen Shows dabei. Macht es Spaß, wieder Zeit mit ihm zu verbringen?
Er ist ein echt netter Typ. Ich weiß, dass er wirklich furchteinflößend und unheimlich aussieht – und das kann er auch sein –, aber wir verstehen uns blendend.

Du feierst auch das 25-jährige Jubiläum von Danzig.
Yeah. Die meisten Plattenfirmen und Industrie-Arschlöcher sagten voraus, dass wir keine zwei Jahre existieren würden, und all die „großen“ Bands, die sie damals hypten, gibt es seit 20 Jahren nicht mehr. Es ist schon schön, wenn einem die Geschichte Recht gibt.

Was ist das Geheimnis von Langlebigkeit im Rock?
Man muss ehrlich zu sich selbst sein. Wenn du ein beschissenes Lied schreibst, wirf es in den Müll.

Über all die Jahre bist du eine mysteriöse Figur geblieben.
Ich gebe nicht sehr viele Interviews. Es gibt Leute, die dafür leben, in Zeitschriften zu sein. Mich interessiert das nicht wirklich.

Liest du jemals, was über dich geschrieben wird?
Nein, es interessiert mich einen Scheißdreck, was Leute schreiben. Mich interessiert, eine gute Platte zu machen und dann los zu ziehen und ein tolles Konzert zu spielen. Mich interessieren die Leute, die kommen, um mich zu sehen. Ich will, dass sie nach Hause gehen und denken: „Wow! Das war fucking unglaublich.“ Das ist es, was mir wichtig ist. Wenn ich ein Album veröffentliche, will ich, dass das Cover fucking großartig aussieht. Wenn du dein Geld für etwas ausgibst, das ich gemacht habe, soll es das wert sein.

Danzig wurden von der Metal-Gemeinde ins Herz geschlossen, dabei waren sie eigentlich keine Metal-Band.
Meiner Meinung gibt es ein Element, das alle großartige Musik verbindet, ob Klassik, Metal, Punk oder egal was, und Leute sprechen darauf an. Deswegen konnte man damals während der Misfits-Zeiten als Punker Judas Priest nicht gut finden, aber Venom schon. Bei den Metalheads war das sicher genauso, und so kam es wohl dazu.

Vermisst du es, im Grabenkampf der Punkszene an der Front zu stehen?
Die Leute labern viel nostalgisches Zeug über den Punk, aber ich nicht. Es war nicht leicht. Es war brutal. Es gab kein Geld, man war immer pleite, wir müssten da draußen wirklich kämpfen und den Boden bereiten für all die Indie-Acts, die folgen sollten. Und das verstehen viele Leute heutzutage nicht.

Gerade wird ein Film über den 70er-Pornostar Vanessa del Rio gedreht und du spielst darin einen Gangster. Ist das eine der Hauptfiguren?
Es ist nicht die Hauptrolle oder so, aber eine ziemlich große Rolle. Ein Freund von mir macht diesen Film und dachte, ich sei perfekt dafür.

Das ergibt Sinn. Sowohl die Misfits als auch Vanessa del Rio stehen für die dreckige Schattenwelt in der Kultur der späten 70er. Das waren ziemlich abgefuckte Zeiten.
Es war total verrückt. Wann immer ein Film über diese Zeit gemacht wird, machen sie es falsch, es kommt nie so schmutzig rüber, wie es tatsächlich war. Bei diesem Film, zumindest im Skript, ist das anders, und sie versuchen wirklich, dieses Times-Square-Feeling einzufangen. Die Leute gingen damals noch ins Kino, um Pornos anzusehen, oder sie kauften 8mm-Filmspulen und luden ihre Freunde ein, um sich diese dann im Keller anzuschauen oder so.

Hast du je einen Super-8-Film gedreht?
Na ja, ich besuchte das New York Institute Of Photography. Ich war also ein Jahr lang in Manhattan und lernte, wie man mit einer Kamera umgeht. Ich weiß noch, wie ich Zeug auf Super 8 drehte, yeah. Aber dann wurde ich von Bands abgelenkt. Ich führe aber immer noch bei vielen Musikvideos Regie.

Planst du immer noch ein Blues-Album mit Jerry Cantrell?
Wann immer wir uns sehen, sprechen wir darüber, aber unsere Terminpläne sind so voll, dass ich nicht weiß, wann das passieren wird. Wir werden sehen.

OK, Thema Religion…
Ich denke, Religion als solche ist eine gute Sache. Sie kann Menschen Hoffnung und Kraft geben. Aber dann kann es abgedreht werden. Die Leute, die an der Spitze einer Religion stehen, werden immer egoistischer, und dann kommt es zu dem verrückten Scheiß, der heute abgeht. Aber so war das schon immer. Organisierte Religion hat schon immer versucht, die Denkprozesse und das Handeln derer zu beherrschen, die ihr folgen.

Vielleicht hat deine Musik Leuten geholfen, kritischer über Religion zu denken.
Ich finde einfach, dass man gut darüber nachdenken sollte, bevor man sich auf etwas einlässt, wo Leute dir sagen wollen, was du tun und denken sollst. Wann immer dir jemand sagen will, dass du dieses tun oder jenes glauben solltest, denke einfach selber und richte dich nach dem, was für dich funktioniert.

Marilyn Manson hat mir mal gesagt, dass du ihm das Leben gerettet hast. Er sagte, ihr wart auf Tour und er wurde von pistolenschwingenden Rednecks bedroht, und dann kamst du aus dem Bus gestürmt, ohne Hemd, und hast sie mit Kendo-Stöcken vertrieben. Erinnerst du dich daran?
Yeah. Wir haben ihnen mehr als einmal den Arsch gerettet. Auf dieser Tour waren Danzig, Marilyn Manson und Korn. Diese Tour hat viel Spaß gemacht, aber Marilyn Manson war immer sehr streitlustig, also passierte sowas ständig.

James LaBrie – Nichts ist für die Ewigkeit

James La Brie (1)Kurz vor der Rückkehr von Dream Theater quetscht Ausnahmesänger James LaBrie mal so eben ein neues Soloalbum dazwischen. Wie das funktionieren soll? Nur deshalb, weil IMPERMANENT RESONANCE eigentlich gar kein Soloalbum ist…

Text: Björn Springorum

Es steht James LaBrie drauf, es singt James LaBrie – und dennoch ist IMPERMANENT RESONANCE eigentlich kein Soloalbum des Dream-Theater-Sängers. Hauptkomponist ist nämlich nicht er, sondern sein langjähriger Kollaborateur Matt Guillory. Anders wäre es auch nicht möglich gewesen, dass kein Jahr nach dem letzten Dream-Theater-Tourmarathon und nur kurz vor der Veröffentlichung des neuen DT-Studioalbums DREAM THEATER mit IMPERMANENT RESONANCE das dritte Werk unter dem Banner James LaBrie erscheint. „Matt und ich begannen bereits vor eineinhalb Jahren mit den Arbeiten daran“, erklärt der 50-jährige Kanadier. „Hinzu kommt, dass Matt der Hauptsongwriter dieser Band ist – und ein verdammt guter noch dazu.“ Das ist nicht zu bezweifeln. Das Werk sprüht vor originellen Einfällen, ist angenehm weit von Dream Theater entfernt und lässt auf eine Menge Spielfreude schließen. James stößt immer erst relativ spät zum Songwriting dazu – dann, wenn die Grundgerüste der Songs längst stehen. „Ich erstelle Rohversionen von Songs, über die ich mich dann mit James austausche“, verrät Matt. „Irgendwann nehmen wir das Stück dann auf, aber bis das so weit ist, kann manchmal sehr, sehr viel Zeit vergehen.“

Wie aktuell bei IMPERMANENT RESONANCE. Erste Ideen brachte Matt bereits vor knapp zwei Jahren zu Papier, über die Monate entstand dabei ein wahrlich progressives, aber nicht allzu verkopftes Rock/Metal-Album ganz ohne stilistische Scheuklappen. Da passt der Titel natürlich wie der Traum in das Theater: Ein Loblied auf die Unbeständigkeit ist es, was die beiden Künstler da ausgeheckt haben. „Nichts ist für die Ewigkeit“, schaltet sich James wieder ins Gespräch ein. „Alles verändert sich. Ständig. Worauf wir uns heute verlassen, wird morgen vielleicht nicht mehr dasselbe sein. Unser Leben ist eine einzige Unbeständigkeit, und dieses Grundgefühl wollen wir auf dem Album vermitteln.“

Das tun sie nicht nur textlich: Während James und Matt bei ihren Familien, Freunden und Bandmitgliedern Halt in diesen unbeständigen Zeiten finden, schicken sie ihre Hörer auf eine haltlose, aber rauschhafte Reise durch Prog, Rock, Death Metal und Pop. Ja, wirklich! Matt erklärt, warum IMPERMANENT RESONANCE derart bunt geworden ist: „Uns ging es mehr denn je um Balance und Dynamik. Dadurch entstand ein sehr treibendes Album mit vielen Höhepunkten, das den Hörer hoffentlich nicht loslässt.“ Die vermehrt auftauchenden Melodic-Death-Metal-Elemente haben natürlich auch ihre Daseinsberechtigung. „Wir fühlten, dass einige Stücke schlichtweg davon profitieren würden, wenn sie eine ganze Ecke extremer werden“, fährt Matt fort und betont: „Dennoch kannst du nur dann aggressiv klingen, wenn du auch das passende Gegenstück hast. Deshalb gibt es auch viele sanfte, eingängige Elemente.“ Dass sich diese mit dem schwedisch geprägten Metal-Sound vertragen, ist eines der ganz großen Kunststücke des Albums und zeigt Matts Kompositionsgenius. Gelernt hat der von den – zumindest aus kommerzieller Sicht – ganz Großen. „Die Mischung aus Aggressivität und Melodik im melodischen Death Metal hat es mir zwar sehr angetan. Am meisten höre ich jedoch Pop“, lacht er. Und soll um jeden Preis damit weitermachen!

Gibonni – Unterhalb des Radars

0

GibonniIm heimatlichen Kroatien ist Gibonni ein Superstar – nun soll der Rest Europas überzeugt werden. Mit eingängigem Rock/Pop und gesteigerten Reiseaktivitäten.

Text: Matthias Mineur

Für den Kroaten Zlatan Stipisic alias Gibonni ist Deutschland weit mehr als nur das nächste erklärte Etappenziel seiner Solokarriere. Franz Beckenbauer, Berlin, Hamburg, Matthias Rust, alles Begriffe, die seine Augen zum Leuchten bringen. Beispiele gefällig? „Meine Band ist wie eine Fußballmannschaft“, sagt Stipisic, „jeder trägt seinen Teil zum Gelingen bei und lässt sich von großen Persönlichkeiten inspirieren. Wenn Frank Beckenbauer unser Teammanager wäre, würden wir sicher einige seiner typischen Spielphilosophien übernehmen.“ Zu deutschen Metropolen hat Gibonni sogar ein persönliches Verhältnis: In Berlin gehörte er Ende der 80er der Hard-Rock-Formation V2 an, half in Dortmund den Powermetallern von Rage im Studio und betrachtet Hamburg als Mekka der Rockmusik: „Immerhin schafften die Beatles im Star Club ihren internationalen Durchbruch. Mehr muss man zu dieser Stadt ja wohl nicht sagen.“ Und ausgerechnet der Flugzeughasardeur Matthias Rust gehört zu seinen größten Vorbildern: „Rust hat sich nicht von irgendwelchen Propaganda-Tricks blenden lassen, sondern ist mit seiner Sportmaschine unterhalb des Radars bis auf den Roten Platz in Moskau geflogen. Ganz ähnlich werden auch wir es machen, wenn wir in Deutschland auf Tournee gehen: Nichts wird mich davon abhalten können, vor meinen Fans zu spielen. Ich werde niemanden überreden, zu unseren Shows zu kommen, aber ich bedanke mich schon jetzt bei allen, die uns sehen wollen.“

Blumige Worte, viele Querverweise an Deutschland, offen demonstrierte Unbeugsamkeit und der feste Wille, sich auch außerhalb seiner Heimat zu etablieren: Gibonni weiß, dass Klappern zum Handwerk gehört. Deshalb erscheint sein neues Album 20TH CENTURY MAN nicht nur in kroatischer Sprache, sondern in einer Mixtur aus Englisch und Kroatisch. Das soll neue Märkte öffnen und endlich jenen Erfolg auf ganz Europa ausdehnen, mit dem Gibonni seit Jahren durch seine Heimat tourt.

Bis 1991 war er Mitglied der kroatischen Heavy Metal-Band Osmi Putnik, lernte Land und Leute, aber auch das Business kennen. Als ihm klar wurde, dass sein Talent das seiner bisherigen Bandmitglieder übertrifft, ohne sich in klingende Münze auszuzahlen, stieg er aus und forcierte seine Solokarriere. 1991 wurde Gibonnis Solodebüt veröffentlicht, seither eilt er in Kroatien von Erfolg zu Erfolg. Das Rezept: Eine Mischung aus Rock und Pop mit großen Gesten, viel Pathos und raffinierten Hooklines, die schnell ins Ohr gehen, ohne abgeschmackt oder kitschig zu klingen. Jetzt also will Stipisic Deutschland erobern, den seiner Meinung nach wichtigsten Musikmarkt Europas: „Für mich sind Deutschland und Österreich die Kernbereiche von Europa, ich könnte mir keine Tournee ohne Konzerte in Berlin, Frankfurt, München, Köln, Stuttgart oder Wien vorstellen. Deutschland ist für uns alle so etwas wie die Wiege der Rockmusik.“

Hört, hört, der Mann buhlt mächtig um sein Publikum und kann es kaum erwarten, 20TH CENTURY MAN den hiesigen Rockmusikfans zu präsentieren. „Ich bin total aufgeregt und fühle mich zurzeit wie ein 20-Jähriger“, behauptet er, „auch nach mehr als 1500 Konzerten ist jede Show für mich ein Highlight. Auf die Bühne zu gehen bedeutet Lebensqualität. Vor allem auf die kleinen Clubs freue ich mich ganz besonders.“