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Neuigkeiten zu: Georgia Satellites

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Was machen eigentlich die Georgia Satellites?

Für einen kurzen Augenblick lag ihnen die Rockwelt zu Füßen.
Nach dem ziemlich rapiden Ende wurde die Geschichte dann ein wenig kompliziert…

Wer 1986 die amerikanischen Charts verfolgte, kam nicht an ihnen vorbei: Mit ›Keep Your Hands To Yourself‹ landeten die Georgia Satellites einen Riesenhit, der bis auf Platz 2 stieg, aufgehalten nur von Bon Jovis ›Livin‘ On A Prayer‹. Vier Hillbillies mit wehenden Haaren auf der Ladefläche eines alten Heavy-Duty-Pickup-Trucks – amerikanischer ging‘s nicht, was der lockere Mix aus Bluesrock und Country-Gejodel perfekt untermalte.
Die Leichtfüßigkeit dieses Durchbruchs war allerdings trügerisch, denn nach zwei erfolglosen Inkarnationen – jeweils mit Sänger Dan Baird und Gitarrist Rick Richards – hatte sich die Band schon aufgelöst und wurde erst durch das Interesse eines britischen Labels wieder zum Leben erweckt, erneut mit anderen Mitstreitern um das Kernduo.

Der Erfolg war allerdings nur von kurzer Dauer. ›Battleship Chains‹, die zweite Single-Auskopplung vom selbstbetitelten Debütalbum, kam gerade noch in die untersten Regionen der Hot 100, danach folgten zwei Alben, die von Kritikern und Die-hard-Fans zwar gelobt wurden, kommerziell aber durchfielen. Dass sie einen Stein ins Rollen gebracht hatten, ließ sich spätestens dann nicht mehr leugnen, als die Black Crowes ab 1989 durchstarteten – sie folgten in den Fußstapfen der Georgia Satellites, waren aber wesentlich sexier und machten diese so quasi überflüssig.

Das Resultat ähnelt so manchem Nachspiel, das Dutzende Bands dieser Ära seitdem durchlebten. Frontmann Dan Baird stieg 1990 aus, um eine Solokarriere zu starten, der Bandname blieb jedoch bei Rick Richards, der ihn seither mit Bassist Rick Price vom dritten Line-up ausschlachtet. Auch 2013 tourt diese Schattenver­sion noch durch die USA.

Baird wiederum machte zwei Soloalben, beide mit Beteiligung von Mauro Magellan, ebenfalls aus dem dritten Line-up, bevor er Keith Christopher von der allerersten Phase 1980-82 sowie die Nashville-Legende Warner E. Hodges ins Boot holte, um ab 2007 als Dan Baird And Homemade Sin ebenfalls das Erbe der Truppe aus Atlanta zu verwalten. Und das nicht nur auf amerikanischen und europäischen Bühnen, sondern ab Oktober sogar mit einem neuen Album!

Matthias Jost

Neuigkeiten zu: Cosmic Tribe

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Cosmic Tribe

Hannoveraner Generationenvertrag

Cosmic Tribe haben schon ein paar Jährchen des gemeinsamen Musizierens auf dem Buckel. Veröffentlichung Nummer 5 des Fünfers aus Niedersachsen hört auf den Namen UNDER THE SAME SUN und dürfte den Bekanntheitsgrad in der Rockmusik-Szene um einige Prozent nach oben schrauben. Gutgelaunt erwischen wir Sänger Olli, Basser Peer und Gitarrist Bromme im bandeigenen Studio zum ausgedehnten Konferenz-Plausch…it‘s Grooveshit, baby!
Erst mal großes Kompliment, das neue Album ist ein ziemlicher Kracher geworden. Wie sind die bisherigen Reaktionen?

Keine Ahnung, das ist unser erstes Interview…(lachen). Wir spielen unseren Kram aber unseren Partnern und Freunden vor und die sind naturgemäß begeistert.

UNDER THE SAME SUN ist sehr abwechslungsreich geworden, grooved wie Hölle und liefert einen Ohrwurm mit Haltbarkeitsgarantie nach dem anderen – aus meiner Sicht trifft der Promo-Stempel Neo-Hippie-Space-Rock es aber nicht wirklich…

Das ist immer eine zweischneidige Sache. Einerseits brauchst du eine Schublade für die Promoarbeit und für das Booking von Gigs, andererseits erzeugen solche Klassifizierungen immer Erwartungen, die dann nicht bei jedem Hörer zutreffen. Wir haben alle sehr unterschiedliche Einflüsse, von den Doors über Led Zeppelin, Jane‘s Addiction und Van Halen, daher der große Stempel!

Kommen euch die unterschiedlichen Plattensammlungen der einzelnen Musiker zu Gute oder gibt es oft Diskussionen beim Songwriting?

Überhaupt nicht, das Songwriting läuft bei uns sehr harmonisch und basisdemokratisch ab. Na ja, wenn ich ehrlich bin, gab es bei den frühen Alben schon Diskussionen, weil jeder seinen Stil in den Songs gespiegelt haben wollte, aber mittlerweile sind wir so gut eingespielt, da läuft das anders: „Deine Idee ist besser für den Song? Gut, dann machen wir es eben so!“

UNDER THE SAME SUN klingt sehr tight, hervorragend produziert und ein Song wie der Titeltrack stünde auch jedem Deep-Purple-Album gut zu Gesicht. Gibt es in Hannover einen geheimen Zaubertrank, der immer wieder Rock-Acts der Extra-Klasse á la Scorpions, Fair Warning und Victory hervorbringt?

Das ist ganz und gar kein Zufall. Wir haben in Hannover eine sehr lebendige Rock-Szene – man könnte von einem Generationenvertrag sprechen. Die jungen Fans orientieren sich an den Größen der Vergangenheit. Angefangen bei den Krautrockern Jane über die Scorpions, Fury In The Slaughterhouse, Victory oder den Guano Apes: Alle diese Musiker sind in verschiedenen Funktionen noch in Niedersachsen aktiv.

Alex Stauf

Neuigkeiten zu: Running Wild

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Neues Album RESILIENT der deutschen Metal-Galeere!

Den zahllosen Running-Wild-Fans in aller Welt rutschte natürlich vor Schreck das Herz in die Hose, als Kapitän Rock‘n‘Rolf Kasparek am 30. Juli 2009 das endgültige Aus seiner Metal-Galeere bekanntgab. Das vermeintliche Abschiedskonzert beim Wacken Open Air geriet zu einer traurigen aber würdigen Abschiedsvorstellung, anschließend widmete sich der norddeutsche Bandleader anderen Projekten. Im Herbst 2013 ist von dieser Wehmut zum Glück nichts geblieben. Denn seit ihrem überraschenden Comeback-Werk SHADOWMAKER (2012) segeln Kasparek und sein Piratendampfer wieder hart am Wind. „Ich denke, dass ich diese Pause brauchte, um für mich selbst herauszufinden, wie sehr ich noch an Running Wild hänge“, erklärt Rock‘n‘Rolf und sieht die Arbeiten an SHADOWMAKER aus heutiger Sicht als Testlauf einer neuen, wenn auch geänderten Vorgehensweise an. Mit der neuesten Running-Wild-Scheibe RESILIENT (zu Deutsch: unverwüstlich) ist nun alles wieder endgültig im Lot auf dem Riverboat. Stilistisch gelingt Running Wild eine Mischung aus traditionellen Stärken und neuen Direktiven, inhaltlich nimmt sich Rolf auch diesmal wieder die Freiheit, deutliche und sozialkritische Töne anzuschlagen. „Was in den letzten Jahren und Monaten an Gier und Rücksichtslosigkeit von Bankern bekanntgeworden ist, kann man ja nicht einfach unkommentiert lassen“, sagt Rolf und wählt in Stücken wie ›Bloody Island‹ und ›Payola & Shenanigans‹ unmissverständliche Worte.

Allerdings, eine essentielle Entscheidung hat Kasparek nicht wieder zurückgenommen: Auf reguläre Tournee werden Running Wild auch nach der Veröffentlichung von RESILIENT nicht mehr gehen. Zu aufwendig und kostenintensiv, sagt Rolf. Zählte die deutsche Gruppe früher zu den stärksten Live-Formationen, wird es das Bühnenspektakel der Band wenn überhaupt nur noch auf vereinzelten Festivals zu sehen geben. Immerhin!

Matthias Mineur

Neuigkeiten zu: Matthew Good

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Ohne Proben ganz nach oben

In seiner Heimat gilt der mehrfach Platin-prämierte Matthew Good als einer der größten Stars des Independent- und Alternative-Universums – und als einer der unbequemsten. „Hier in Kanada sind die Menschen alle unglaublich höflich. Ich dagegen habe in den Medien meine Meinung immer frei heraus geäußert. Das geschah ohne Vorsatz, aber dennoch ist es einigen sauer aufgestoßen“, erklärt er beim frühmorgendlichen Gespräch mit CLASSIC ROCK. „Das hängt mir bis heute nach.“ Doch der 42-Jährige nimmt’s mit Humor. Vor einigen Jahren ließ er sogar T-Shirts mit dem Spruch „I Hear Matt Good is a Real Asshole“ drucken – und kreierte damit ungewollt einen Verkaufsschlager. Doch nicht nur als Musiker machte Good von sich reden. Auch als Blogger mit einem ausgeprägten politischen Gewissen konnte sich der Intimkenner der US-Außenpolitik einen Namen machen, weil er sich nie scheute, den Finger auf die Wunde zu legen.

In Wahrheit ist der Singer/Songwriter kein Querulant, sondern ein Mann mit Prinzipien. So boykottiert er beispielsweise von jeher die Juno Awards, weil er der Meinung ist, dass Musik kein Wettstreit ist. Trotzdem kommt die Jury des kanadischen Pendants zum Grammy nicht an ihm vorbei. Regelmäßig gewinnt er die Trophäe, zuletzt 2011 für sein Album VANCOUVER. Nach der vor wenigen Monaten veröffentlichten Werkschau OLD FIGHTERS erscheint nun sein brandneues Album ARROWS OF DESIRE, auf dem er sich nach dem üppig orchestrierten Ausreißer LIGHTS OF ENDANGERED SPECIES vor zwei Jahren wieder auf bewährte Tugenden besinnt. Auslöser war eine alte Playlist auf seinem Laptop. „Dort fand sich alles von den Replacements über Hüsker Dü und die Pixies bis zu den Afghan Whigs“, erinnert er sich. Die Leidenschaft der Helden des 90er-Alternative-Rock inspirierten das hymnische ›Via Dolorosa‹, und bald folgten viele weitere schnörkellos-melodische Nummern, die vom gleichen Geist umweht sind. Mit der neuen Platte im Gepäck hat Good nun große Pläne.

Nach zwei verheißungsvollen, ausverkauften Showcases in London im Frühjahr hat der Kanadier Blut geleckt und will jetzt auch hierzulande noch einmal einen Fuß in die Tür bekommen. „Ich habe ja früher schon mal in Deutschland gespielt, aber das ist 14 Jahre her. Damals hatte ich so gut wie keine Unterstützung, und deshalb blieb es damals bei einer Stippvisite, auf der ich nie weiter aufbauen konnte“, erinnert er sich an seinen ersten Besuch in unseren Breiten. Nun sieht das Ganze schon wesentlich freundlicher aus, vielleicht auch, weil sich Good inzwischen mit den veränderten Gegebenheiten der Musikindustrie arrangiert hat. „In Deutschland spielen zu dürfen, betrachte ich als Luxus“, sagt er bescheiden. Notfalls kommt er sogar ohne seine Band vorbei. „Ganz ehrlich, ich spiele ohnehin lieber allein“, gesteht er überraschend. „In kleinen Läden habe ich manchmal das Gefühl, als würde ich einfach mit den Leuten im Publikum abhängen, und oft kommt es zu famosen Dialogen mit den Zuschauern. Das ist ein Riesenspaß!“ Zur Spontaneität der Konzerte trägt auch seine Vorbereitung bei – oder besser, das Fehlen derselben. „Ich probe noch nicht einmal mehr für Akustiktourneen“, verrät er abschließend und muss lachen. „Das macht es spannender!“

Carsten Wohlfeld

Neuigkeiten zu: Alice Cooper – Zwischen Kermit und Miss Piggy

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Laufbursche Scooter öffnet die Garderobentür und sagt: „Alice Cooper, noch 15 Sekunden bis zum Auftritt, Mr. Cooper.“ Der Sänger sitzt umringt von einer Meute von Kuschelmonstern auf einem Stuhl und nestelt mit der rechten Hand an seinem rot-schwarzen Morgenmantel. „Es gibt da noch etwas, was Sie wissen sollten“, ergänzt Scooter, „diese Monster sind nicht unsere.“ Mit großem Augenaufschlag nickt Cooper und antwortet wissend: „Ich weiß. Es sind meine.“ Applaus, Applaus, Applaus, der erste Gag sitzt gleich wie ein italienischer Maßanzug. „Unser heutiger Stargast ist einer der talentiertesten, aber auch unheimlichsten Stars im Showgeschäft“, so kündigt Kermit der Frosch den geschminkten Hardrocker an. In einem Bühnenaufbau, dass an ein Geisterschloss erinnert, beginnt Cooper mit ›Welcome To My Nightmare‹ die Show. Am Ende spielt er noch ›School’s Out‹, dort umringt von einem grellbunten Monsterballett. Für ihn war der Auftritt eine nette Abwechslung: „Ich schaute mir die Show im Vorfeld an und war mir sicher, dass diese Staffel wahrscheinlich eine der angesagtesten Serien im Fernsehen werden würde. Außerdem wurde Vincent Price in die Show eingeladen und die lange Liste mit Gästen in anderen Folgen war wirklich schmeichelhaft. “ Die Proben für die Show fanden in London statt. „Sie wollten, dass ich zu einer speziellen Halloween-Episode komme. Das Komische war, dass du die ganze Zeit mit den Puppen sprichst, als wären das echte Menschen. Plötzlich merkst du dann, dass da ja ein Puppenspieler aus Fleisch und Blut drin steckt.“ Zwischen Schweine im Weltall, Prof. Dr. Honigtau Bunsenbrenner und dessen Assistent Beaker passen die Comedy-Einlagen von Cooper gut ins Bild. In der Rolle als transsylvanischer Baron will er Kermit ebenfalls zu einer Karriere als Rockstar überreden. Gerade bei dieser Szene blitzt im Subtext eine Kritik an den kommerziellen Machenschaften der Musikindustrie auf. Cooper nagelt den Vertrag mit einem Pfeilschuss an die Wand und verschwindet dann wie ein Geist. „Wenn die Anfrage von der Sesamstrasse gekommen wäre, hätte ich wahrscheinlich abgesagt, aber die Muppets waren zu dieser Zeit cooler als jedes andere Format.“

Neuigkeiten von: Ed Kowalczyk – Der amerikanische Bono?

Ed Kowalcyzk (1)Die Geschichte ist rührselig: Eines Nachts, als er seinen Kindern ein Glas Wasser ans Bett bringt, heißt es auf seiner Homepage, trifft es ihn wie einen Schlag: Nicht alle Kinder auf der Welt haben sauberes Wasser, also beschließt er, daran etwas zu ändern. „Ich stieß auf eine Organisation namens World Vision, die insbesondere in Afrika unglaubliche Arbeit leistet. Sie bietet Partnerschaften für afrikanische Kinder an und versorgt Dörfer mit Zugang zu sauberem Wasser.“ Daran ist natürlich nichts auszusetzen, erinnert durch seine Betonung aber an Bonos Weltrettungswahn. Dabei ist es nicht so, dass THE FLOOD AND THE MERCY keinen Gesprächsstoff bieten würde. Das zweite Solowerk nach der etwas unsauber abgeschlossenen Ära bei den Multimillionen-Rockern Live bietet anständiges Songmaterial. Vielleicht nimmt Kowalczyk den amerikanischen Pathos etwas zu ernst, dafür punktet er mit seiner charismatischen Stimme. Die erzählt, richtig, von Glaube, Liebe, Hoffnung. „Ich versuche immer, meiner Musik eine gewisse Tiefe zu verleihen, doch durch meine wohltätige Arbeit hat sich eine weitere Dimension in meine Texte geschlichen.“ Während andere Bands ihren Glauben aus der Musik heraushalten, nimmt Ed kein Blatt vor den Mund, wenn es um seine religiöse Überzeugung geht. „Ich bin eine sehr spirituelle Person und bete sehr oft. Dort finde ich das Auge des Sturms, in dem Ruhe herrscht.“

Auf dem Cover des Albums bekommt der 42-Jährige einen Schwall Wasser ins Gesicht. Ein gelungenes Motiv, das, wie Kowalczyk betont, nicht digital nachbearbeitet wurde. „Erstmals in meiner Karriere wurde der Titel von einem Bild inspiriert“, führt er aus. „Ich bin völlig begeistert von der Energie und Dynamik dieses Bildes.

Gleichzeitig strahlt es diese Ruhe aus, was mich auf den Namen brachte.“ Für ihn ist der Titel eine Allegorie auf das Leben. „Mag es auch noch so turbulent zugehen, so findet sich doch irgendwo eine Oase der Ruhe, in die man sich zurückziehen kann.“ Turbulent ging es vor einigen Jahren auch bei Kowalczyk zu. Sein Ausstieg bei Live lief nicht harmonisch ab, sein Neuanfang mit dem ersten Solowerk ALIVE war nicht das Freischwimmen, das er sich erhofft hatte. „Ich durchlief sehr viele Veränderungen. Das Live-Kapitel wurde geschlossen, ein neues begann, und wie immer, wenn etwas Neues beginnt, muss man sich zunächst einleben.“ Heißt im Klartext: Neue Fans kamen hinzu, viele alte wandten sich ab. Ed dazu: „Noch immer fühlt es sich für mich so an, als wäre ich nicht angekommen. Als wüsste ich noch nicht genau, wohin der Weg führt.“

Björn Springorum

Neuigkeiten zu: Herman Rarebell – Freunde fürs Beben

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rarebell, hermanDer Ex-Scorpions-Drummer rockt mit illustren Gästen.

Neben Bassisten gelten sie als die ersetzbarsten Mitglieder einer jeden Band: Schlagzeuger. Nicht nur Ringo Starr, Charlie Watts oder Lars Ulrich dürften dem emphatisch widersprechen, auch Herman Rarebell hat da ein gewichtiges Wörtchen mitzureden. Zwar wurde er tatsächlich bei den Scorpions ersetzt, die er 1996 verließ, doch seine fast 20 Jahre bei den Hannoveraner Schwergewichten prägte er entscheidend als Songwriter von Klassikern wie ›Rock You Like A Hurricane‹, ›Pas­sion Rules The Game‹, ›Dynamite‹ oder ›Animal Magnetism‹.

Falls je die Gefahr bestand, dass irgendjemand dieses Erbe vergessen könnte, lanciert „Herman Ze German“ nun ein neues Projekt. Als Herman Rarebell & Friends veröffentlicht er ACOUSTIC FEVER, ein Album voller Scorpions-Stücke aus seiner Feder, interpretiert von einer beeindruckenden Riege an Gastsängern. Da wären unter anderem Bobby Kimball von Toto, John ›St. Elmo‘s Fire‹ Parr (Foto oben), Don Dokken, Paul Shortino von Quiet Riot, Tony Martin (Black Sabbath), Doogie White (Rainbow), Jack Russell (Great White), Michael Voss (Mad Max), Gary Barden (MSG) und Alex Ligertwood (Santana). Und die lassen es auf 13 Tracks so richtig krachen! Akustisch mag die Sache sein, doch auch ohne Strom bleibt die seismische Energie dieser Songs erhalten, die durch diese gelungenen Neuinterpretationen eine ganz neue Dynamik entwickeln. Auch live dürfen wir übrigens bald dem akustischen Fieber erliegen, denn Ende November, Anfang Dezember kommt die Gang für fünf Termine nach Deutschland (26.11. Köln, 3.12. Mannheim, 4.12. München, 5.12. Neu Isenburg, 8.12. Hannover). Neben Parr, Kimball, Dokken und Voss sind dann u.a. auch die renommierten Flamenco-Gitarristen José Antonio Rodríguez und Corey Whitehead dabei. Man darf davon ausgehen, dass es ziemlich unvergessliche Abende werden!

Michael Retzner

Auslese Filme

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Trailer-Park-Boys_S1_2D-72dpiCeleste & Jesse
DCM

Die eingeschliffenen Klischees der Romantikkomödie versuchten bereits Dutzende Filme mit verschiedensten Kniffen auszuhebeln: Derber Humor à la Judd Apatow, optisches wie musikalisches Hipstertum bei „500 Days Of Summer“ oder schlicht überdurchschnittliche schauspielerische Qualität in „Crazy, Stupid, Love“. Etwas überraschend gesellt sich nun der von Rashida Jones („Parks & Recreation“) geschriebene und produzierte „Celeste & Jesse“ hinzu, der auf den ersten flüchtigen Blick nicht viel Neues zum Genre beitragen kann. Celeste (Jones) und Jesse (Andy Samberg) wirken nach sechs Jahren Ehe wie das perfekte Paar: Beste Freunde, die seit Teenagerzeiten ihr Leben teilen und einander in- und auswendig kennen. Derzeit kriselt es zwischen den beiden, eine Trennung auf Zeit soll neue Beziehungs-perspektiven schaffen. Doch während Jesse noch glaubt eine kurze Auszeit würde genügen, um das alte Feuer der Liebe neu zu entfachen, glaubt Celeste nicht an eine schnelle Kittung der Bruchlinien zwischen den beiden. Erstaunlich unaufgeregt und mit einem aus dem Leben gegriffenen Charme, der vielen anderen Romantik-komödien abgeht, seziert „Celeste & Jesse“ den Niedergang der Beziehung so unsentimental wie treffend: Keine seelische Läuterung, keine plötzlichen emotionalen Offenbarungen, keine Mythen der Hollywood-Romantik. Lediglich zwei Menschen, die ihr Liebesleben nach bestem Können auf die Reihe bekommen wollen, Kollateralschäden nicht ausgeschlossen. Das klingt zunächst nicht besonders revolutionär, erhält durch die brillanten Darbietungen von Jones und Samberg sowie der gekonnten Art, mit der hier Erwartungshaltungen unterlaufen werden, eine unverwechselbar bittersüße Note.

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Trailer Park Boys
Studio Hamburg

Ein wenig hat es nun doch gedauert, bis es die kanadische Mockumentary um die kleinkriminellen Herumtreiber Ricky und Julian zu uns geschafft hat. Während die Serie samt ihrer Spielfilmableger und den Cameos seiner Hauptfiguren in Videoclips von „The Tragically Hip“ im englischsprachigen Raum bereits seit einem Dutzend Jahren eine beträchtliche wie loyale Anhängerschaft um sich sammelt, sind die Umtriebe der Trailer-Park-Bewohner hierzulande eher unbekannt geblieben. Betrüblich, vor allem in Hinblick darauf, dass „Trailer Park Boys“ eben das gelingt, was vielen Comedyexperimenten im Dunstkreis der „White Trash“-Kultur Nordamerikas missglückt: Die enervierende Ignoranz und Dummheit seiner Protagonisten zwar als Quelle des Humors zu nutzen, dabei jedoch nicht zu vernachlässigen, deren menschliche Seite herauszuarbeiten. Dass Serienschöpfer Mike Clattenburg dabei böse Spitzen gegen Voyeurismus und Reality-TV-Wahn setzt, während seine Schauspieler Kollegen wie Sacha Baron Cohen zeigen, wie man anarchische wie geistreiche Improvisationscomedy auf die Spitze treibt.

8

Charlies Welt
Koch Media

Wie weit bei Herrn Charlie Sheen in den letzten Monaten Selbstbild, Medien-image und Rollenwahl zu einem trashigen Gesamtkunstwerk verschmolzen sind, bleibt bemerkenswert. Männliche Virilität plus Drogenmissbrauch plus eine trotzige Auflehnung gegen Autoritäten wie den amerikanischen Serienmogul Chuck Lorre scheinen die Fanbasis zu faszinieren. Erweckt bereits Sheens neue Serie „Anger Management“ oft den Eindruck, der Schauspieler würde vor der Kamera nur noch eine in die Karikatur zugespitzte Version seiner selbst wiedergeben, wollte Jungregisseur Roman Coppola diese Eigenheit Sheens offensichtlich zu seinen Gunsten nutzen. Denn in „Charlies Welt“ gibt Sheen den rotzigen Graphik-designstar Charles Swan III, der nach dem Ende seiner Beziehung mit dem Trauma des Verlassenwerdens kämpft und in Tagträumen, Fantastereien und Exzessen das Liebesaus verarbeitet, während ihn Kumpel Kirby (Jason Schwartzman) und Manager Saul (Bill Murray) umsorgen. Das Konzept geht nur bedingt auf, denn allem visuell gefälligem Schnörkel und trockenem Humor zum Trotz, wirkt die Auswalzung des Sheen’schen Egos auf Filmlänge wie eine breitgetretene Packung Quark: wird dünn und nicht hart.

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New World
MFA+

Warum Südkorea in Sachen elektrisierendem Crime-Kino gegenüber den zahlreichen Produktionen aus Hollywood und Umkreis immer noch die Nase vorne hat, zeigt Filmemacher Park Hoon-jung in seiner zweiten Regiearbeit: Düster, pessimistisch und trotz komplexer Figurenkonstellation straff in seiner Erzählweise, verpackt Hoon-jung eine im Grunde genommen konventionelle Handlung als höchst eleganten, klug konstruierten und brillant besetzten Mafia-Thriller. Darin bereitet das mächtige und scheinbar unangreifbare Goldmoon-Syndikat den Behörden ordentliches Kopfzerbrechen, denn mit seiner hyperkapitalistischen Expansionsstrategie ist die Organisation zum vielarmigen und unkontrollierbaren Kraken geworden. Ermittler Kang (Choi Min-sik) hat jedoch einen Plan, mit Hilfe eines eingeschleusten Undercover-Bullen das Gangsterkartell zu Fall zu bringen. Die subtil gezogenen Parallelen zwischen der Kultur des Verbrechens und der des mit allen Mitteln geführten wirtschaftlichen Konkurrenzkampfes sind dabei nur eine der zahlreichen herausragenden Tugenden, mit denen sich „New World“ Thrillerbestnoten verdient.

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» Zusammengestellt von Gerhard Maier