Motörhead – “Man kann die Idioten nicht aufhalten – nur ignorieren”

UDR0075_motorhead_008_banger_filmsIn Deutschland kannst du mit 3500 verkauften Einheiten die Hitparade stürmen.
Nichtsdestotrotz! Die haben mir gesagt, ich stehe auf Position 22, also stehe ich verdammt nochmal auf Position 22, okay? Bring jetzt nicht meine Seifenblase zum Platzen!

Du bist also davon überzeugt, dass es sich weiterhin rentiert, Platten zu machen.
Keine Ahnung. Ich hoffe es. Wir haben immer Alben gemacht, egal ob sie jemand gekauft hat oder nicht. Motörhead waren schon immer mehr eine Erfahrung als Stars im eigentlichen Sinne. Die Leute kommen zu unseren Konzerten, um mit Gleichgesinnten beisammen zu sein. Jeder trägt dasselbe Shirt oder eine Jacke, mit dem Logo hintendrauf, man trifft alte Freunde. Unser Fanclub ist mehr so etwas wie eine Clique. Da kommen Leute aus Deutschland in die USA und fahren die ganze Tour mit.

Heutzutage bringen viele Bands Alben in ihrer Gänze zur Aufführung. Habt ihr über so etwas schon mal nachgedacht?
Das haben wir doch schon ausprobiert, das funktioniert überhaupt nicht. Als Brian Robertson bei uns war (1982-83), hat er sich geweigert, die alten Standards zu spielen. Wir haben das ganze Album gespielt, das wir mit ihm aufgenommen hatten (ANOTHER PERFECT DAY). Die Kids haben es gehasst, weil sie es nicht gekannt haben. Die Leute wollen Lieder hören, bei denen sie mitsingen können. Dann fühlen sie sich einander näher. Unsere Show mag schon ein wenig repetitiv sein, was manche Songs angeht. Aber könntest du dir vorstellen, wir würden ›Killed By Death‹ nicht spielen oder ›Overkill‹ oder ›Ace Of Spades‹?

Also ich kann mir jedenfalls eine Tonne Songs vorstellen, die ich gerne mal hören würde.
Das glaube ich gerne, aber du verstehst, was ich meine! Zum Beispiel ›Death Or Glory‹ vom BASTARDS-Album, das wäre ein klasse Live-Song. Haben wir mal probiert, hat aber überhaupt nicht funktioniert. Von manchen Songs denkst du, sie seien für die Bühne gemacht, aber dann zünden sie überhaupt nicht. Dasselbe war es mit ›Bad Women‹, das hat es ohne das Piano überhaupt nicht gebracht. Und wir können ja keinen Klavierspieler anheuern für nur einen Song.

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