Lita Ford: „Just the Bitch I am“

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Lita Ford: „Just the Bitch I am“

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LIta Ford_Mother-Video„Turbulent“ wäre eine ziemliche Untertreibung, wenn man das Leben und die Karriere von Lita Ford beschreiben wollte. Wer es genauer wissen will, kann neuerdings zu ihrer Autobiografie greifen. Und wer noch mal den Geist der Epoche spüren will, in der sie die Rockwelt aufmischte, für den ist ihr neues Album TIME CAPSULE wie gemacht.

Lita ist hörbar angeschlagen: „Mann, ich bin gestern Abend nach Hause geflogen und sie haben mein Gepäck verloren. So kam ich erst um 4 ins Bett, und dann haben sie heute schon um 7 Uhr früh angerufen. Ich bin am Ende!“ Deutlich mehr Elan entwickelt sie, als die Sprache auf „Living Like A Runaway“ kommt, ihre Autobiografie, die in den USA zum Überraschungshit wurde. „Ich bin total überwältigt von dem Erfolg. Aber die Leute schätzen es immer, die Wahrheit zu lesen. Es gab da alle möglichen Aufs und Abs, einiges davon war unglaublich lustig, anderes eher weniger … aber es ist alles wahr. Da ist nichts geschönt, it‘s just the bitch I am! Und es ist interessant, wie jüngere Leute vieles gar nicht mehr verstehen können. Es gibt da eine Passage über einen Brief, den ich einst meiner Mutter geschrieben hatte und in dem ich ihr Homosexualität erklärte. Für sie war das, als würde ich von Außerirdischen reden. Diesen Teil des Manuskripts bekam ich vom Lektor zurück. Am Rand stand nur: ‚Really???‘.“

Man darf nicht vergessen, dass Lita und die Runaways weit mehr als nur eine erfolgreiche Rockband darstellten – sie waren der feministische Erstschlag gegen eine komplett männlich dominierte Bastion. „Wir waren wirklich die Ersten. Bei den Shows damals war es immer lustig, ins Publikum zu blicken: ein Ozean von Kerlen in Jeans und schwarzem Leder. Das Business hatte vielleicht ein Problem mit uns, aber die Fans fanden es von Anfang an super.“ Aus heutiger Sicht mögen die äußerst freizügigen Outfits, in denen sich Lita dann auf ihren Soloplatten der 80er präsentierte, eher wie ein Rückschritt wirken, doch das verneint sie vehement. „Das ist Quatsch. Niemand hat mir diesen Look aufgezwungen. Ich wollte mich selber in einer Art zeigen, die schockieren würde. Ich hatte absolut kein Interesse daran, dass Männer meine Fotos sehen und sagen: ‚Die ist aber süß‘. Fuck that!“

Süß war sie also nicht, aber eine Macht im Rockzirkus der 80er. Ein besonderes Schmankerl aus dieser Zeit gibt es nun in Form von TIME CAPSULE, einer Sammlung von unveröffentlichten Demos aus jener Zeit. „Ich hatte diese Bänder aus meinem alten Zuhause in der Karibik mitgenommen, als meine letzte Ehe in die Brüche ging. Die waren in so einem schlimmen Zustand, dass wir sie backen mussten, damit sie nicht zu Staub zerfallen! Dann haben wir sie digitalisiert und neu abgemischt, aber wir haben absolut nichts hinzugefügt.“ Entsprechend roh klingen einige dieser Stücke, aber auch äußerst lebendig.

„Ich wollte meine Fans einfach auf einen kleinen Nostalgietrip in diese Zeit mitnehmen. Der Spirit damals war so einzigartig. Wenn man über den Sunset Strip ging, waren ÜBERALL Musiker. Und es stand ein Studio neben dem anderen. Du musstest nur raus auf die Straße gehen und bist irgendjemandem begegnet, denn du fragen konntest: ‚Hey, hast du Bock, mitzumachen?‘“ Unter den Stars, die damals Ja sagten und hier zu hören sind, befinden sich u.a. Gene Simmons, Billy Sheehan, Dave Navarro, Jeff Scott Soto oder Robin Zander.

Ein Nein kommt leider auf die Frage, ob sie mittlerweile wieder Kontakt zu ihren Kindern habe. 2011 kam es zum hässlichen Split der Familie, seither weiß sie nicht einmal, wo sie wohnen und beschuldigt den Vater Jim Gillette, sie einer Hirnwäsche unterzogen zu haben. Ob das nun der Wahrheit entspricht oder nicht – wir kennen nur ihre Seite der Geschichte –, ist es ein häufigeres Problem, als vielen bewusst ist. „Das passiert ständig. Im Moment macht das auch Madonna durch und sieh sie dir an, sie ist ein Wrack!“ Auf der Facebook-Seite „Lita Ford‘s Parental-Alienation Awareness“ findet man mehr Infos zu dem Thema.

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