Johnny Cash: Der Mythos lebt

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Johnny Cash: Der Mythos lebt

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Aus dem Fundus an 60 Songs, die er in seinen letzten Monaten geschrieben hat?
Es sind sogar noch mehr. Viel mehr. Einfach, weil er damals wirklich einen Song nach dem anderen geschrieben hat. Vor allem Gospel- und Bluegrass-Nummern. Und dann sind da noch Stücke aus den allerersten Sessions mit Rick Rubin, die mit einer kompletten Band entstanden sind. Wir reden hier also von einer ganzen Menge wirklich interessanter Sachen.

Demnach wird es jetzt jedes Jahr ein neues Cash-Album geben?
(lacht) Auf keinen Fall. Ich habe nicht vor, den Markt zu überfluten, es muss schon eine gewisse Qualität haben, genau getimt sein und Sinn machen. Schließlich hat sich die Cash-Stiftung verpflichtet, nichts zu machen, was seinem Ansehen auch nur ansatzweise schaden könnte.

Welche Schaffensphase deines Vaters bevorzugst du persönlich – die frühen Sachen, die 70er/80er oder das Spätwerk?
Am meisten bedeuten mir die Aufnahmen, die er am Ende seines Lebens eingespielt hat. Einfach, weil ich dabei war und mit Rick gearbeitet habe, was eine unglaubliche Erfahrung war. Für mich sind das die wichtigsten Tracks. Sie zeigen, wo Dad damals stand und wie er sich fühlte. Sie zeugen von dem Konflikt zwischen seinem wachen Geist und seinem schwächelndem Körper. Trotzdem hat er weiter gemacht – so lange er konnte, trotz extremer Anstrengungen.

Wie wichtig war Rick Rubin für die Karriere deines Vaters und für seinen Seelenfrieden?
Sie waren Freunde, sehr gute Freunde sogar. Sie haben täglich miteinander telefoniert und auch zusammen gebetet. Sie standen sich extrem nahe.

Hatte dein Dad kein Problem mit den Coverversionen, die ihm Rick vorgeschlagen hat, und deren Originalversionen wie Originalinterpreten er kaum gekannt haben dürfte?
Er hat prinzipiell nichts aufgenommen, bei dem er irgendwelche Bedenken hatte. Oder bei dem er nicht die Möglichkeit sah, eine eigenständige Interpretation abzuliefern. Sprich: Eine, die wirklich nach ihm – und nur nach ihm – klingt. Das war der Ansatz der AMERICAN RECORDINGS-Alben. Es waren Songs, an die er geglaubt hat. Eben ehrliche Statements, die von Herzen kamen. Und deshalb hat es funktioniert. Deshalb waren ›Hurt‹ und ›Personal Jesus‹ so ergreifend: Er hat es ernst gemeint.

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