Peter Criss

Nun hatten wir unser Line-up zusammen, aber zwei Dinge fehlten noch: ein Bandname und Live-Auftritte. Eines Nachts fuhren Paul, Gene und ich zum Loft und dachten dabei über einen Namen nach. Der sollte gleichzeitig sexuell anzüglich und hart sein und den Geist des Rock’n’Roll vermitteln. „Nennen wir die Band doch Fuck”, sagte ich als Witz. Okay, das war die Quintessenz. Aber wie gelangte man dahin? Ich erwähnte, dass ich früher in einer Band namens Lips gespielt hatte.
Plötzlich sagte Paul: „Kiss.”
„Scheiß drauf”, schäumte ich. „Das ist ein voll weichlicher Name.”
Ich sah Gene an, in dessen Kopf es zu arbeiten schien. Er konnte in mir lesen wie in einem Buch.
„Nun, Peter, es gibt ja auch den Kuss des Todes.”
Hm. Dieser Mafiabezug gefiel mir natürlich. Wie konnte einem Straßenjungen der Kuss des Todes nicht gefallen?
Also debattierten wir weiter. Ehe man einem Mädel an die Wäsche konnte, musste man sie küssen. Ein guter Kuss ist schon die halbe Miete für einen guten Fick. Das klingt sexy und cool, also versuchen wir’s, so unser Gedanke.
Als Ace in der Woche darauf eine Skizze für ein KISS-Logo brachte, war das für uns die endgültige Bestätigung. […]

Es war Zeit, live aufzutreten. Ende Januar 1973 wurden wir für einen kleinen Rockclub in Queens namens Popcorn engagiert (später wurde der Club in Coventry umbenannt). Natürlich hatten wir damals noch keine Fans, und so bestand das gerade mal vierköpfige Publikum aus Lydia, Genes Freundin Jan, einer Freundin von ihr und einem Kumpel von Ace. Aber wir spielten uns den Arsch wund. Wir spielten wie vor einer ausverkauften Halle, und danach wurde mir klar, dass diese Band das große Ding war. Ich war so stolz auf die Jungs. Wir waren schweißgebadet, und wir hatten vor vier Zuschauern die Show unseres Lebens abgeliefert. […]

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