Paul McCartney – Erinnerungen sind Luxus für mich

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Und wie war das bei Ethan Johns und Paul Epworth?
Ethan Johns ist der Sohn von Glyn Johns, der das Beatles-Album LET IT BE produziert und auch für die Wings mit mir zusammengearbeitet hat. Nur Paul Epworth kannte ich vorher lediglich durch seine Arbeit – mit Adele zum Beispiel. Jeder von ihnen hat zuvor tolle Platten gemacht. Das ist der Grund, warum ich sie ausgewählt habe.

Konnte einer von denen Sie in der Art herausfordern, wie John Lennon es tat?
Nein. Das ist nicht möglich. John und ich sind zusammen aufgewachsen. Wir kannten uns in- und auswendig. Jedes Mitglied der Beatles konnte dem anderen sagen, was ihm nicht gefiel. Und das bedeutete dann, dass dieser Part des Songs rausflog oder geändert wurde.

In welcher Reihenfolge haben Sie sich denn an den Produzenten abgearbeitet?
Am Anfang war der Plan, nur mit einem von ihnen zusammenzuarbeiten. Ich wollte alle erst einmal testen, fand dann aber jeden von ihnen aus unterschiedlichen Gründen interessant. Paul Epworth war der Erste, den ich ausprobierte. Er steht auf Experimente. Ich war kaum durch die Studiotür, da kam er schon mit Ideen und schlug mir Beats vor. Ich setzte mich dazu ans Piano, und es entstand der Song ›Save Us‹, der jetzt das Album eröffnet. Bei Mark Ronson ist es ganz anders. Er improvisiert weniger, versucht eher, das Bestehende so gut klingen zu lassen wie möglich. Ethan Johns hingegen mag es organisch und unpoliert. Der erste Song, an dem wir werkelten, war ›Hosanna‹. Ich spielte und sang etwas live ein und fragte ihn: „Hab ich überhaupt alles richtig gespielt?“ Und er antwortete nur: „Das ist perfekt!“ Die von ihm produzierten Tracks kommen deshalb verletzlicher rüber. Und Giles Martin liebt es, Songs aus unterschiedlichen Elementen zusammenzubasteln – er ist unglaublich musikalisch und hat diesbezüglich viel von seinem berühmten Vater geerbt.

War es die primäre Aufgabe der Produzenten, Ihren Sound zu verjüngen?
Absolut! Es gab die Absprache zwischen uns, dass wir die Songs sehr am gegenwärtigen Sound orientieren würden. Ich wollte einfach nicht mehr der Typ sein, der altmodisch klingt, wenn sein Lied zwischen Rihanna und Kanye West im Radio läuft. Die Jungs, mit denen ich jetzt zusammenarbeite, sind up to date. Sie sehen nur einfach viel zu gut aus.

In einem Interview betonten Sie, wie cool Ihre neuen Produzenten sind. Wie ist es denn um die Coolness von Paul McCartney bestellt?
Ich war nie cool. Aber ich habe mir immer gewünscht, cool zu sein! Ich kann da eben nicht aus meiner Haut. Ich bin eher der freundliche Typ.

Woran machen Sie das fest?
Das habe ich erst vor Kurzem wieder gemerkt, als ich bei einem Radio-Festival in Las Vegas spielte. Da waren nur coole Künstler, Justin Timberlake, Drake und Katy Perry, die alle von einer Entourage von Leuten umgeben waren und sehr ernst guckten. Miley Cyrus kam mir auf dem Flur entgegen. Ich rief „Miley!“ und winkte ihr zu. Aber sie schaute mich nicht mal mehr an! Das war wieder so ein Moment, wo ich dachte: Warum mache ich so was? Ich muss wie ein Fan rübergekommen sein. Ich sollte viel cooler sein!

Und Miley Cyrus hat nicht mal angehalten?
Doch, doch. Nachdem ihr Sicherheitspersonal mich erkannt hat. Sie kam daraufhin zurück, um mir hallo zu sagen.

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