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Monster Truck: Album und Europa-Tournee angekündigt

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MonsterTruck-Band_1-credit-BrooksReynoldsMonster Truck, das kanadische Power-Rock-Quartett, kündigt Tour und neues Album an.

Am 29. Februar werden Monster Truck, die bereits mit dem Vorgänger FURIOSITY und dessen Mischung aus Groove, Sludge, Stoner- und Vintage-Rock großes Aufsehen erregen konnten, ihr neues Album SITTIN‘ HEAVY veröffentlichen.

Dass sich die Band auf dem kommenden Langspieler deutlich weiterentwickelt präsentiert, liegt besonders an den großen Vorbildern, die Monster Truck in den vergangenen Monaten begleiten durften, erklärt Gitarrist Jeremy Widerman: „Als wir mit FURIOSITY auf Tour gingen, hatten wir das Glück, mit einer Menge großer Headliner spielen zu dürfen. Als wir beispielsweise für Slash eröffneten, bemerkten wir, wie exakt er sein Wah-Wah-Pedal bedient. Das wollten wir auch in unsere eigenen Songs integrieren. Ein anderes Mal bewunderten wir Alice In Chains, die gesanglich so perfekt harmonieren. Da wurde uns klar, dass wir in diesem Bereich noch stark an uns arbeiten mussten, also taten wir das.“

Mit dem neuen Material werden Monster Truck auf ihrer Tour für drei Clubshows im März auch nach Deutschland kommen.

Monster Truck „Tourin‘ Heavy“ 2016:
29.03. Bochum, Rockpalast
30.03. Berlin, Privatclub
31.03. München, Strom

Stimmt euch schon einmal mit dem neuen Song ›Don’t Tell Me How To Live‹ ein:

Guns N‘ Roses: Reunion ist perfekt!

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Guns N' Roses 1988 (mit Steven Adler)Die Gerüchte der letzten Monate sind wahr: Die original-Besetzung von Guns N‘ Roses ist zurück.

Wie nach lange währenden Gerüchten jetzt bestätigt wurde, ist es wahr: Guns N‘ Roses, also zumindest Slash und Axl Rose, treten wieder gemeinsam in Original-Besetzung auf. Zunächst wird die Band im kommenden Jahr am 16. April auf dem US-Festival Coachella auftreten, ihrem ersten gemeinsamen Gig nach 23 Jahren.
Axl Rose veröffentlichte dies jetzt euphorisch mit vielen Emojis via Twitter:

Ok,ok… 🙄It’s „confirmed!“ Guns N‘ Roses is Headlining Coachella 2016!! 🍾🎉📰🌋🎯🎤🎛📡😎 See Everyone There!! ❤️😎

 

Auch die offizielle Guns N‘ Roses-Homepage hat das Konzert mittlerweile bestätigt.

Noch wurden Vermutungen über mögliche weitere Stadion-Konzerte in Nord-Amerika nicht bestätigt.

So sah es aus, als Slash und Axl zuletzt gemeinsam 1993 in Buenos Aires auf einer Bühne standen:

Gewinnspiel: Sichert euch zwei frühe Meisterwerke von Van Morrison

van morrison astral weeks his band coverKürzlich hat Van Morrison ASTRAL WEEKS (1968) und HIS BAND AND THE STREET CHOIR (1970) samt ungehörten Bonustracks wiederveröffentlicht. Wir verlosen zwei Sets aus beiden Alben (Rhino/Warner).

Hier teilnehmen:
[contact-form-7 id=“36230″ title=“Verlosung_VanMorrison“]

Teilnahmeschluss ist der 18. Januar.

Wir wünschen viel Erfolg!

Video der Woche: Iron Maiden – ›Speed Of Light‹

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Iron Maiden Speed Of LightBOOK OF SOULS von Iron Maiden ist unser Album des Jahres 2015 – seht hier ihre Single ›Speed Of Light‹.

Die britischen NWoBHM-Pioniere legten schon immer ganz besonderen Wert auf die Gestaltung ihrer Cover und Videos. In ›Speed Of Light‹ präsentieren sie Eddie als Videospielhelden, der sich nostalgisch durch berühmte Spielewelten kämpft.

CLASSIC ROCK Redaktionscharts 2015

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Redaktionscharts 2015
Wieder ist ein Jahr zu Ende, in dem wir über viele Themen geschrieben, viele Platten gehört und viele Konzerte besucht haben. Hier könnt ihr euch durch die Favoriten der gesamten CLASSIC ROCK-Crew klicken.

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Wenn ihr außerdem noch wissen wollt, wer für die Autoren von CLASSIC ROCK die großen Neuentdeckungen, die Absteiger u.v.m. waren, könnt ihr dies in der aktuellen Ausgabe von CLASSIC ROCK lesen.

Queen & Adam Lambert: ›Somebody To Love‹ live New Years Eve 2014

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queen new yearCLASSIC ROCK wünscht euch mit einer Live-Performance von Queen & Adam Lambert ein gesundes und glückliches neues Jahr!

In der letzten Silvesternacht verabschiedeten Queen mit einer Show in der Central Hall Westminster das Jahr 2014. Wir wünschen euch einen guten Rutsch und ›Somebody To Love‹!

Hier könnt ihr euch die gesamte Show ansehen:

Vier Jahrzehnte große Kunst: alle Studioalben des Electric Light Orchestra im Überblick

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elo debütTHE ELECTRIC LIGHT ORCHESTRA (1971)
Dass ELO da weitermachten, wo die Beatles aufgehört hatten, bewiesen sie gleich mit ihrem Debüt THE ELECTRIC LIGHT ORCHESTRA, das vor ziemlich genau 44 Jahren im Dezember 1971 erschien. Zwar waren sie noch ein gutes Stück von den späteren Produktionswerten entfernt, doch mit großzügigem Streichereinsatz legten sie schon mal den Grundstein für das, was später mal als „Barock‘n‘Roll“ bezeichnet werden sollte. Mit ›10538 Ouverture‹ gelang ihnen aus dem Stand ein Top-10-Hit in Großbritannien, doch das Album verkaufte sich eher verhalten.

ELO_2_artELO 2 (1973)
Das änderte sich 1973 mit dem Nachfolger ELO 2 nicht wesentlich, der mit ›Roll Over Beethoven‹ aber immerhin einen weiteren Hit enthielt. Musikalisch immer noch eher unkommerziell, waren die nur fünf Tracks in ihrer Länge eher vom damals grassierenden Prog-Fieber inspiriert. Bezeichnend ist hingegen, dass Jeff Lynne & Co. erstmals auch in den USA größeres Interesse erweckten.

elo on-the-third-day-ON THE THIRD DAY (1973)
Nur neun Monate später folgte im November 1973 ON THE THIRD DAY, das zwei unterschiedliche Strömungen vereinte. Waren die vier Stücke der ersten LP-Seite zu einer Suite zusammengefasst, fanden sich auf der zweiten kürzere Songs. Den britischen Fans war es egal: Das Album chartete dort überhaupt nicht, während man in Amerika eine neue Höchstposition (Platz 52) verbuchen konnte.

elo eldoradoELDORADO (1974)
Ready for liftoff? Mit ELDORADO fand Jeff Lynne 1974 endgültig seinen Groove, dazu gibt es einige Premieren: Auf seinem ersten echten Konzeptalbum wurde erstmals ein Orchester engagiert, zum ersten Mal wurden in den USA die Top 20 der Albumcharts geknackt, und – natürlich am wichtigsten – mit ›Can‘t Get It Out Of My Head‹ findet sich hier der erste Mega-Klassiker der Band. Top 10 in Amerika, doch Großbritannien hörte immer noch nicht zu.

elo face the musicFACE THE MUSIC (1975)
1975 kam dann mit FACE THE MUSIC (aufgenommen in den legendären Musicland Studios in München) der große Durchbruch in den USA mit der ersten Top-10-Platzierung. ELO hatten ihren Rock-Klassik-Hybriden stellenweise mit den brandheißen Disco-Klängen jener Zeit gekreuzt und mit ›Evil Woman‹ auch endlich wieder einen großen Hit in ihrer Heimat zu verbuchen. Ein Flirt mit dem Kommerz, der sich auszahlte, trotz des etwas kontroversen Albumcovers.

elo a-new-world-recordA NEW WORLD RECORD (1976)
1976 platzt endlich weltweit der Knoten. A NEW WORLD RECORD, erneut in München aufgenommen, schießt in vielen Ländern in die Top 10, u.a. auch zum ersten Mal in Deutschland. Innerhalb eines Jahres gehen fünf Millionen Exemplare über die Ladentische und mit ›Livin‘ Thing‹ und ›Telephone Line‹ werden weitere Klassiker für die Ewigkeit geboren. Jeff Lynne hat die Goldader in Form der Urformel für genialen Pop gefunden. Ab jetzt gehört ihm die Welt.

elo out of the blueOUT OF THE BLUE (1977)
Nur ein Jahr vergeht bis zum Doppelalbum OUT OF THE BLUE, das genauso massiv einschlägt. Während mit ›Concerto For A Rainy Day‹ ein letztes Mal dem symphonischen Rock-Klassik-Prog-Stil gehuldigt wird, stürzen sich ELO gleichzeitig voll in die von „Star Wars“ befeuerte Futurismus-Hysterie. Neben Hits wie ›Wild West Hero‹ und ›Sweet Talkin‘ Woman‹ war dieses Meisterwerk auch die Wiege jenes legendären Songs, der fortan zum Synonym für Herrn Lynne selbst wurde: ›Mr. Blue Sky‹.

Die 50 besten Alben 2015 (Top 10)

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Baroness – PURPLE10 Baroness
PURPLE
(Vertigo/Universal)
Kaum eine andere Band verfügt über ein solches Maß an Größe, Schwere und Pathos wie Baroness, die 2015 mit PURPLE ihre Bestform neu nach oben definiert haben und sich hoch künstlerisch zu gleichen Teilen dem alternativen Metal, Classic Rock und Prog­ressive Rock hingeben.

Nathaniel Rateliff

9 Nathaniel Rateliff & The Night Sweats
NATHANIEL RATELIFF & THE NIGHT SWEATS
(Caroline/Universal)
Klar, es ist ein Hit, der uns mit den beiden magischen Begriffen „Son of a bitch“ und „Drink“, die Lausbubenohren spitzen ließ. Allerdings bietet der scheinbar neugeborene, einst musikalisch grenzwertig depressive Nathaniel mit seiner Rock’n’Soul-Truppe viel mehr: Den Groove tief in sich tragend, achtet Rateliff die Tradition der großen R&B-Revue-Zeiten und vereint zeitgleich die schnodderige Art eines Joe Cocker mit einer selten unangestrengten Leichtigkeit.

Ghost – MELIORA

9 Ghost
MELIORA
(Spinefarm/Universal)
Als Ghost die Musik erschufen, hatten alle Engel Flügel und der Teufel war das Nippes-Maskottchen im Black Metal. Papa Emeritus III. ist so etwas wie der Staubsauger Gottes. Dieser singende Bischof führt dabei ein reinliches Regime. Die Band, die aus getreuen Dienern besteht, liefert dazu eine Heavy Eucharistiefeier. Der als Bischof verkleidete Frontmann inszeniert sich wie ein geistlicher Würdenträger, der Hostien und den heiligen Gral unter den gottlosen Jüngern verteilt. Ihr erstes Album OPUS EPONYMOUS (2010) war vielleicht noch nah am klassischen Metal, so hatte der zweite Streich INFESTISSUMAM (2013) einen leichten Gothic-Touch. MELIORA ist Werk Nummer drei. Der Name stammt aus dem Lateinischen und bedeutet in etwa „Behüte uns.“ Musikalisch haben Ghost das Beste aus dem prähistorischen Mainstream-Rock von The Doors bis hin zu Blue Öyster Cult zu einem großen Ganzen zusammen gewoben. Journey-Gitarren werden mit Kirchenorgeln und Richard-Wagner-Kitsch zu einem Mosaik arragangiert. Dazu orchestraler Quatsch mit Augenzwinkern: das Ticken einer historischen Wanduhr, Mönchs-Chorale oder ein barockes Harfen-Menuett. Das Intro ›Spirit‹ klingt vielleicht nach einem Edgar-Wallace-Film-Remake. ›He Is‹ ist das Herzstück des Albums. Zuerst sollte dieser Song bereits vor ein paar Jahren erscheinen, doch die Band glaubte, er sei zu poppig. Der ehemalige Devil’s-Blood- Frontmann Selim Lemouchi drängte die Band förmlich, diesen Song zu veröffentlichen. Diese Nummer ist ein bestechender Ohrwurm. Folkige Jethro-Tull-Gitarren durchpflügen die Strophe, und Streicher-Keyboards, wie sie sonst nur Giorgio Moroder nutzt, setzen Akzente. Dazu ein Richard-Claydermann-Klavier. Das ist irgendwie Yacht-Rock mit sakralem Unterton, zu dem Eugen Drewermann theologische Witze erzählt. Doch es wird noch schlimmer kommen. Als die Schlange Adam, Eva und die Nameless Ghouls im paradiesischen Exil verführt hatte, verfluchte die heilige Jungfrau das Reptil. Es sollte kriechen und den Staub der Erde fressen. Hosianna!
Peter Hesse

the darkness last of our kind

7 The Darkness
LAST OF OUR KIND
(Canary Dwarf/Rough Trade)
Das Comedy-Element ist seit der Reunion der Hawkins-Brüder 2011 weitestgehend gewichen, nicht aber Selbstironie und fabelhaft melodisches Songwriting. Besonders in letztgenannter Disziplin ist LAST OF OUR KIND wohl eines der stärksten Alben des The Darkness-Katalogs. Mit Roger Taylors Sohn Rufus am Schlagzeug scheint die Band außerdem nun auch für künftige Streiche gefestigter denn je.

Def Leppard – DEF LEPPARD

6 Def Leppard
DEF LEPPARD
(earMUSIC/Edel)
Nicht nur ausgiebiges Touren ließ Def Leppard 2015 erneutes, weltweites Aufsehen erregen, auch ihr selbstbetiteltes Album brachte sie zu alten Ruhmeshöhen. Das prophezeite bereits dessen Name, der nicht passender hätte gewählt sein können: Derart hochkonzentriertes, unverkennbares „Def Leppard“ auf einer Scheibe gab es zuletzt wohl auf HYSTERIA.

Faith No More – SOL INVICTUS

5 Faith No More
SOL INVICTUS
(PIAS/ROUGH TRADE)
Kings for a lifetime!
Ja, Comebacks. Auch in dieser Liste sind sie gut vertreten. Keith Richards begeisterte mit seinem ersten Soloalbum seit Äonen nicht nur Stones-Fans, Jeff Lynne zeigte mit dem neuen ELO-Werk, dass er zeitlose Melodiekunst wie kein Zweiter beherrscht. Natürlich standen diesen gefeierten Werken mindestens dreimal soviele Lebenszeichen jahrelang verschollener Acts gegenüber, die besser verschollen geblieben wären – und dass Faith No More sich nicht dazu zählen lassen mussten, war die vielleicht schönste Überraschung des Jahres. Zweifel waren durchaus berechtigt. Mike Patton hatte in den fast zwei Jahrzehnten seit dem Ende der Band teils kaum anhörbare, teils gefährlich Richtung Comedy streunende und fast ausnahmslos unkommerzielle Musik veröffentlicht, während die übrigen Mitglieder sich mehr oder weniger komplett aus dem Rampenlicht zurückzogen. Konnten sie nach so langer Zeit noch in die Rolle der irreverenten Rock-Derwische schlüpfen, die so einzigartig genial gleichzeitig karikieren, modernisieren und brillieren? Die Antwort hätte nicht triumphaler ausfallen können, obwohl man keinen Millimeter vom bewährten Rezept abwich: unantastbare Songs, bissiger Wortwitz, nie aufgesetzt wirkender musikalischer Eklektizismus, die wahnwitzig elastische Stimmbandakrobatik eines Jahrhundert-Frontmanns und das famose Talent, die Kunst zu 200 Prozent, sich selbst aber kein bisschen ernst zu nehmen. SOL INVICTUS führte Faith No More zurück auf einen Thron, den ihnen in ihrer Abwesenheit nicht mal jemand streitig zu machen gewagt hatte. Die Fans waren sofort wieder an Bord und riefen verzückt: We care a lot! Jetzt und für immer.
Matthias Jost

Motörhead – BAD MAGIC

4 Motörhead
BAD MAGIC
(UDR/Warner)
In 40 Jahren Motörhead-Geschichte (eines der bedeutendsten runden Jubiläen 2015) hieß es aus Lemmys Kratzhals zu Beginn einer jeden Live-Show: „We are Motörhead and we play rock’n’roll!“ In diesem Jahr ist das anders. Und das kann einem schon Angst einflößen. Erst vor dem letzten Song bringt der Rock-Heilige seinen Ur-Gruß, eingeleitet von einem bei­nahe melancholischen „Don’t forget us!“ Will sich Kilmister, der ein aufgrund gesundheitlicher Probleme für die Band wahrhaft er­­schütterndes Jahr hinter sich hat, womöglich gar verabschieden? Ist er sich nach dem Tod seines Ex-Drummers Phil Taylor, der ihn schwer getroffen hat, seiner eigenen Sterblichkeit bewusster geworden? Wir hoffen natürlich nicht, doch sollte das der Fall sein, hätten Motörhead mit ihrem 23. Album einen absolut würdigen letzten Schlag gesetzt. Mehr als auf den meisten Platten der vergangenen 20 Jahre ist auf BAD MAGIC die stärkste Motör-Charakteristik neben ihrer ungehobelt brachialen Gewalt vertreten: Eine jede Faser der zwölf Songs ist von Lemmys unerreichter Kompositionsgabe durchsetzt. Der wüste Engländer-Dreier war nie eine Hit-Band, eher trat Lemmy viele seiner hookigsten Werke an andere Künstler ab, als sie selbst zu benutzen. Doch für BAD MAGIC behielt er sie für sich, Mickey Dee und Phil Campbell, und da wird klar: Hinter all dem wundervollen Lärm verbirgt sich eine der besten Bands für feine Rock’n’Roll-Melodien. … Stopp, das darf hier kein Abgesang werden! Immerhin wollen wir nicht glauben, dass das allerletzte Stück, das wir jemals vom größten Beatles-Fan der Welt hören werden ein – klar geniales – Cover von ›Sympathy For The Devil‹ sein soll. Wie wäre es lieber mit weiteren Alben in den nächsten zehn Jahren? Als passenden Schlussakkord würden wir dann ›The End‹ der Fab Four vorschlagen. (Leider ist dieser Text, der vor dem überraschend schnellen Ableben Lemmys entstand, nun doch ein Abgesang. Lemmy, wir werden dich vermissen und sind dankbar für all deine Werke und dein begeisterndes letztes Album, Anm.d.A.)
Paul Schmitz

Jeff Lynne´s ELO – ALONE IN THE UNIVERSE

3 Jeff Lynne’s ELO
ALONE IN THE UNIVERSE
(Columbia/Sony)
Jeff Lynne schaltet nochmal das elektrische Licht an: kurz, aber treffend. Zunächst hieß es, das Electric Light Orchestra wage ein Comeback, dann kam ALONE IN THE UNIVERSE, und man musste feststellen, dass von der einstigen Symphonic-Pop-Bigband nur noch einer übrig war: Jeff Lynne, allein im Universum. Und im Studio. Er hat die zehn Songs geschrieben, produziert und noch dazu fast alle Instrumente selbst gespielt – Tamburin und Shaker ausgenommen. Demnach: keine wilden Cello-Eskapaden wie Mitte der 70er Jahre. Aber erfreulicherweise auch keine kalkuliert wirkenden Zeitgeist-Reflexionen wie in den 80ern, als ELO auf den Disco-Zug aufsprangen. Dafür: sympathischer, netter Pop/Rock. Ein Bekannter nannte so etwas kürzlich „Altherrenmucke“, aber da muss man dann doch widersprechen. Okay, zwei-, dreimal driftet Lynne melodisch in allzu gefällige Klischees ab, doch jenseits davon gibt’s allerlei Grund zur Freude. Er kann es noch. Auch Schnulzen schreiben, die einen selbst dann berühren, wenn man eigentlich keine Schnulzen mag. Das war früher bei ›Midnight Blue‹ der Fall und trifft heute auf ›All My Life‹ zu. Einfach deshalb, weil Lynne melodisch und harmonisch noch immer derart in die Vollen geht, dass es einem ganz warm ums Herz wird. ›When I Was A Boy‹, das Titelstück und allen voran ›Ain’t It A Drag‹ – lauter schöne Lieder. Die zwar kein Meisterwerk der Sorte OUT OF THE BLUE oder A NEW WORLD RECORD ergeben, aber eben doch gute Laune verbreiten. Allerdings nur kurz, denn nach kaum mehr als einer halben Stunde herrscht leider wieder Stille im Universum.
Uwe Schleifenbaum

Keith Richards – Cross-Eyed Heart

2 Keith Richards
CROSSEYED HEART
(EMI/Universal)
Ein neues Stones-Werk lässt weiter auf sich warten? Kein Problem – solange uns Gitarrist Keith bis dahin die Zeit versüßt. CROSSEYED HEART ist seine dritte Soloproduktion und seine erste seit 23 Jahren. Und das Beste daran: Auf sich allein gestellt, kann Richards seine musikalischen Leidenschaften ungeniert ausleben. Und das tut er. Los geht’s mit dem Titeltrack, einer akustischen Bluesminiatur, die an die Idole Muddy Waters und Robert Johnson erinnert. Seiner Liebe zum Country frönt der 72-Jährige mit dem Lead-Belly-Walzer ›Goodnight Irene‹ und der romantischen Ballade ›Robbed Blind‹ mit Steelgitarre und Piano. ›Substantial Damage‹ ist scheppernder Funk, ›Lover’s Plea‹ klassischer Soul. Dass Richards als alter Kiffer auch eine gewisse Vorliebe für Reggae hat, ist bekannt – ›Love Overdue‹, in dem er den „prisoner of loneliness“ gibt, zeugt davon. Aber natürlich fehlt auch klassischer Stones-Rock nicht, vertreten durch das rifflastige ›Heartstopper‹ und das gut gelaunte ›Trouble‹. Bei den Aufnahmen wurde Richards von alten Weggefährten wie Steve Jordan, Waddy Wachtel und Bernard Fowler unterstützt, auch Norah Jones durfte mal mitsingen. Die meisten Instrumente hat der gute Keith aber selber eingespielt. Und auch wenn er, anders als sein Kumpel Mick Jagger, nie ein großer Sänger war – wenn er sein gegerbtes, knarzendes Organ ertönen lässt, glaubt man ihm jedes Wort. Und für Zeilen wie „She’s a vegetarian/But me, I love my meat“ muss man ihn doch einfach lieben.
David Numberger

Iron Maiden

1 Iron Maiden
THE BOOK OF SOULS
(Parlaphone/Warner)
THE BOOK OF SOULS ist ein Album der Superlative: Es ist mit einer Spielzeit von 92 Minuten das umfangreichste Werk der Briten, liefert mit der Hymne ›Empire Of The Clouds‹ nicht nur eines der besten Stücke aus der Feder von Bruce Dickinson, sondern mit 18 Minuten auch den längsten Maiden-Song aller Zeiten. In 24 Ländern kletterte es auf Platz 1 der Charts, die weltweiten Reaktionen von Fans und Presse waren meist euphorisch. Was für ein Befreiungsschlag für die NWoBHM-Pioniere, schließlich prägte die Sorge um den an Krebs erkrankten Dickinson über Monate das Bandgefüge. Doch auch er ist über den Berg. Zehn Tage vor Veröffentlichung der Platte kam die frohe Botschaft über die vollständige Genesung des Sängers. Qualitativ ist es ebenfalls eines ihrer herausragendsten Werke, das man schon heute in die Reihen ihrer legendären Klassiker wie THE NUMBER OF THE BEAST, POWERSLAVE und FEAR OF THE DARK aufnehmen kann. Grund dafür sind vor allem die grandiosen Songs: Mit ›Speed Of Light‹ haben sie einen Ohrwurm der Marke ›Run To The Hills‹ geschaffen, auch ›Death Or Glory‹ ist eine nostalgische Reise in die Vergangenheit, und Stücke wie ›If Eternity Should Fail‹, ›The Red And The Black‹, der Titeltrack und natürlich ›Empire Of The Clouds‹ sind kompositorische Meisterwerke. Während der letzten Monate dachte Steve Harris oft, dass dies die letzte Platte von Iron Maiden sein könnte, das Ende der Band schien greifbar nah. Letztendlich wurde es ein spätes Meisterwerk mit Hunger auf mehr – und vollkommen zu Recht unser Album des Jahres.
Simone Bösch