2021 wurde „Becoming Led Zeppelin“ erstmals bei den Filmfestspielen in Venedig gezeigt. Jetzt hat sich endlich ein Vertrieb gefunden für den Streifen gefunden.
Vor fünf Jahren wurde „Becoming Led Zeppelin“ angekündigt, die erste offizielle Dokumentation über Led Zeppelin. 2021 wurde die damals aktuelle Version der Doku erstmals bei den Filmfestspielen in Venedig ausgestrahlt. Jetzt hat sich mit Sony Classics Pictures endlich ein Vertrieb gefunden, der den Film in die Kinos bringen wird. Einen fixen Veröffentlichungstermin gibt es bisher jedoch noch nicht. Die Ursprungsversion des Streifens von 2021 wurde mit Live-Material von einem Led-Zeppelin-Auftritt beim Bath Festivals aus dem Jahr 1970 ergänzt.
Es ist eine herzerwärmende Geschichte: 1972 findet das schon mehrmals abgelehnte Demo eines hoffnungsfrohen Teenagers seinen Weg in die Hände des rebellischen jungen Bosses eines neuen Labels, der beschließt, ihm eine Chance zu geben. Das Ergebnis wird zu einem kommerziellen und kulturellen Phänomen: TUBULAR BELLS von Mike Oldfield. (Text: Grant Moon)
Herbst 1972. John Cale zieht aus The Manor aus, einem idyllischen Studio -Wohnkomplex in den Hügeln der Grafschaft Oxfordshire. Ein aufstrebender junger Musikimpresario namens Richard Branson hat das Anwesen vor Kurzem übernommen, und als nächster Gast ist ein fahler, schweigsamer und so gut wie unbekannter 19-Jähriger namens Mike Oldfield gebucht. Der bemerkt ein glänzendes Röhrenglockenspiel in Cales Equipment und fragt, ob er es den zwei Dutzend Instrumenten hinzufügen darf, mit denen er seine Ein-Mann-Symphonie aufzunehmen gedenkt, vorläufig OPUS ONE betitelt. Nach besagtem Glockenspiel wurde das Werk später in TUBULAR BELLS umbenannt und im Jahr darauf veröffentlicht. Die Verkäufe liefen anfangs schleppend, doch das fast komplett instrumentale Album entwickelte sich schließlich zu einem kommerziellen und kulturellen Phänomen, das Oldfield als einen der gepriesensten Komponisten Großbritanniens etablierte.
Als erster Release auf Bransons frisch gegründetem Label Virgin Records finanzierten seine monumentalen Verkaufszahlen rund um den Globus die Plattenfirma jahrelang im Alleingang und ebneten den Weg des Unternehmers zum wohl bekanntesten Wirtschaftsmagnaten der Nation. Als 2009, 36 Jahre später, sein Vertrag mit Virgin ausgelaufen war und die Rechte an der Platte wieder an ihn übergingen, beschloss der eingefleischte Frickler Oldfield, das Album zu remixen und neu zu veröffentlichen. Doch sicher gestaltete es sich schwierig, objektiv zu bleiben, da es um ein Werk ging, das er in- und auswendig kannte, oder? „Eigentlich ist es jetzt einfacher“, sagte er damals. „Wenn ich es mir heute anhöre, ist die Klangqualität tatsächlich hervorragend, und das Unglaubliche daran ist, dass alles im ersten Take aufgenommen wurde. Niemand, ich eingeschlossen, würde heute auch nur davon träumen, das so zu machen. Eine meiner ersten Entscheidungen bei diesem Remix lautete, alles so zu lassen, wie es damals gespielt wurde. Es hat eine Spontaneität an sich, einen dynamischen Drive, der sonst verloren gegangen wäre, also habe ich all die Quietscher und das Knacken sowie die wenigen falschen Noten beibehalten. Sie werden bei Weitem von der Kraft und der Entschlossenheit des Spiels ausgeglichen.“
Ursprünglich bestand der Hauptzweck der Musik darin, den problembehafteten Teenager seelisch im Gleichgewicht zu halten. Seit seiner Kindheit war Oldf ield ein Einzelgänger gewesen, hatte sich fremd gefühlt, was durch die psychischen Probleme und den Alkoholismus seiner Mutter noch verstärkt wurde. Auch er selbst sollte später Trost in der Flasche suchen, und ein extrem schädlicher LSD-Trip führte über Jahrzehnte zu lähmenden Panikattacken.
Robert Plant, Peter Frampton und weitere Stars missbilligen den Einsatz von Künstlicher Intelligenz auf einem Humble-Pie-Album, das die Nachlassverwalter von Steve Marriott veröffentlichen wollen.
Zahlreiche Rockstars sprechen sich derzeit gegen den Einsatz von künstlicher Intelligenz im Musik- und Songwritingbusiness auf. Speziell geht es aktuell um einen Fall im Humble Pie-Universum. Bassist Jerry Shirley, der die Rechte am Bandnamen besitzt, soll laut einem Bericht der Variety eine Version von ›Georgia On My Mind‹ geschickt bekommen haben, auf der KI-generierter Gesang im Stil von Steve Marriott zu hören ist.
Shirley über die Aufnahme: „Es klang wie jemand, der versucht, wie jemand zu klingen, der versucht, wie Steve Marriott zu klingen“. Eine zweite Aufnahme „klang wie ein nicht schlechter Soulsänger, aber es klang nicht wie Steve. Und der Backing Track war einfach lächerlich.“ Mollie Marriott, die Tochter von Steve Marriott, versucht, gegen diese KI-generierten Vocals ihres Vaters vorzugehen während Toni Marriott, Steves Frau und Nachlassverwalterin, sich für die Veröffentlichung dieser Tracks ausspricht.
„Zusammen mit seinen Bandkollegen von Humble Pie und Small Faces versuchen wir, dieses Album zu verhindern, da es den Namen meines Vaters beschmutzen würde. Ihm, der er als einer der größten Sänger unserer Generation bekannt war, mit einer so lebendigen und rauen Stimme, würde es das Herz brechen, wenn er das noch erleben würde. Hier geht es nur um Geld, nicht um Kunst oder Wertschätzung.“, heißt es in einem Statement. Als Unterstützer der Kampagne gelten u.a. Peter Frampton, Robert Plant, Matt Sorum, David Gilmour, Paul Rodgers, Glenn Hughes, Bryan Adams und viele mehr.
Das ist weit von dem entfernt, was sich jeder von uns erträumt hat, als wir in diese wunderbare Welt der Musik aufbrachen“, äußert sich Robert Plant. „Wir können nicht einfach daneben stehen und zusehen, wie sich das entwickelt.“
Mit seinen langen Haaren galt der Sänger der Pretty Things um 1964 als potenziell gefährlicher Bürgerschreck und – natürlich – perfektes Identifikationsmodell rebellischer Jungs: Verschwitzt die Maracas schüttelnd, mit viel Blues in der Stimme und einer intensiven Bühnenpräsenz gesegnet, ließ er die meisten zeitgenössischen Mitbewerber ziemlich bieder aussehen.
Als R’n’B-Jünger waren The Pretty Things auf Krawall gebürstet, bevor sie mit dem Konzeptwerk S.F. SORROW (1968) feine Psychedelic und ab den70ern geradlinigen Rock boten. Zwar als energiegeladene Live-Band gefragt und bei den Kritikern durchaus beliebt, ließen die Verkaufszahlen jedoch meist zu wünschen übrig. Davon frustriert, löste sich die Gruppe mehrfach auf, nur um dann doch immer wieder zusammenzufinden. Als einziges Mitglied immer dabei: Phil May. Nach einem Fahrradunfall musste er sich kürzlich einer Hüftoperation unterziehen, in deren Folge es zu Komplikationen kam. Phil May verstarb 75-jährig im Krankenhaus der Kleinstadt King’s Lynn.
Vom 9. bis 12. Mai fand in Florida das „Rockville Festival“ statt. Während eines Auftritts der Foo Fighters schlossen sich Band-Chef Dave Grohl und Wolfgang Van Halen zusammen, um das Publikum auf den Arm zu nehmen. „Wisst ihr, wer nie ein fucking Solo bekommt?“ fragte Grohl in die Menge, bevor er seine eigene Frage beantwortet: „Ich, verdammt noch eins! Ich bekomme nie ein fucking Solo!“
Daraufhin stürzt sich Dave Grohl in Eddie Van Halens ikonisches ›Eruption‹-Solo, spielt es Note für Note nach, erst mit beiden Händen, dann mit nur einer Hand und schließlich nimmt er beide Hände von der Gitarre, wobei die Musik weiterspielt. Erst dann schwenkt die Kamera auf Wolfgang Van Halen, der das Solo eigentlich spielt. „Alter, ich hab dir doch gesagt, du sollst cool bleiben, Wolfie! Was zum Teufel machst du denn da“ fragt Grohl. Und stellt seinen Kollegen schließlich vor. „Applaus für Wolfgang Van Halen, Leute!“
Billy Duffy wird heute 63 Jahre alt. Zum Geburtstag des Gitarristen von The Cult blicken wir auf deren legendäres Album SONIC TEMPLE aus dem Jahr 1989 zurück. Befeuert von Hitsingles wie ›Fire Woman‹, ›Edie (Ciao Baby)‹ und ›Sweet Soul Sister‹, katapultierte SONIC TEMPLE The Cult in die Superstar-Liga und ist bis heute mit 1,5 Millionen Verkäufen alleine in den USA das erfolgreichste Album der Band. „Man weiß nie, wann man seinen Zenit erreicht hat“, sagte Billy Duffy einmal im Rückblick auf den Erfolg dieser Platte. „Man sieht immer erst im Nachhinein, dass etwas der Höhepunkt war.“
Zur Feier des Tages blicken wir heute auf das Musikvideo der Single ›Fire Woman‹ und stoßen auf Billy Duffy an:
Als die griechisch-deutsche Power-Metal-Formation Firewind ihr letztes Album FIREWIND veröffentlicht hat, war Sänger Herbie Langhans erst kurz zuvor in die Band gekommen und hatte keine Zeit, der Platte seinen Stempel aufzudrücken. Seitdem sind er und Gitarrist/Bandleader Gus G. jedoch eng zusammengewachsen, was man auf dem neuen Longplayer STAND UNITED deutlich hört. Gus G. mit den Details:
„Wir haben die erste gemeinsame Platte ziemlich schnell gemacht, weil wir mit extrem engen Fristen arbeiteten“, erzählt der griechische Ausnahmegitarrist, der auch schon bei Ozzy Osbourne in Lohn und Brot stand. „Aber seitdem sind vier Jahre vergangen, die Pandemie kam und ging, wir waren viel zusammen auf Tour. Herbie ist mittlerweile vollständig in die Gruppe integriert. Er ist ein wertvoller Mitstreiter und ich wollte, dass er von Anfang an am Songwriting beteiligt ist. Dieses Mal brachte er also mehr Ideen ein, sogar ein paar musikalische Arrangements, was cool ist.“ Gefragt nach der Weiterentwicklung, berichtet Gus, dass er stets versuche, neue Elemente in die Musik zu bringen, ohne den bewährten Pfad zu verlassen. „Auf diesem Album war das Schlüsselwort Singles. Das bedeutet, dass jeder Song als einzelne Veröffentlichung für sich alleine stehen könnte“, betont er. „Deshalb sind die Tracks sehr hymnisch, supereingängig und haben von Anfang bis Ende wirklich große Melodien, selbst die härteren Lieder.“ Auch die Gitarren von Gus G. prägen die Songs wieder stark – filigrane Soloparts inklusive. „Meine Soli sind immer durchdacht und ich baue sie Schritt für Schritt auf“, erläutert der Meister seine Vorgehensweise.
„Normalerweise improvisiere ich über den Backing-Track und schaue, ob ich mich inspiriert fühle. Wenn ich dann über etwas Cooles stolpere, behalte ich es und entwickle es weiter. Es funktioniert also wirklich Takt für Takt.“ „Ich versuche, mich selbst dazu zu drängen, aufregende Dinge zu machen und mich nicht zu wiederholen. Es ist nicht immer möglich, aber das ist meine Philosophie, mein Ziel.“ Auch der Gitarrensound klingt wieder fantastisch. Gus geht dabei mit der Zeit. „Heutzutage nehme ich die Gitarren tatsächlich mit Plug-ins auf“, verrät er. „Ich verwende verschiedene Modelle von Firmen wie STL Tones, IK Multimedia, Toontrack und so weiter. Dann schicke ich die DI-Tracks an Dennis Ward, der die Platte gemischt hat. Ich glaube, er hat meine Rhythmusspuren mit einem EVH 5150 III gereampt, aber die Leadsounds stammen aus einem STL- Plug-in.“ Dass die Gruppe ihr aktuelles Werk STAND UNITED betitelt hat, lässt auf ein heroisches Werk à la Manowar deuten, doch weit gefehlt, denn inhaltlich geht es sehr sozialkritisch zu. „Ich weiß, dass es einen True-Metal-Klang hat, aber eigentlich ist es ziemlich weit von Manowar-Themen entfernt“, lacht Gus. „STAND UNITED kann natürlich unterschiedlich interpretiert werden. Als ich es schrieb, dachte ich an uns als Band und fand es unglaublich, dass wir mehr als 20 Jahre später hier stehen und vereint sind wie eh und je.“ „Die Lieder befassen sich mit einer Menge gesellschaftspolitischer Dinge. Ich glaube, dass Gut und Böse in uns sind und wir die Wahl haben, welchen Weg wir wählen. Versuchung, Gier, Verrat, Liebe, Krieg, das alles gehört zum Leben dazu. Das sind die Dinge, über die wir reden. Wir haben nur einander. Ich weiß, das ist ein sehr utopischer Gedanke, aber wir müssen uns hin und wieder daran erinnern. Ich hoffe, dass wir unsere Menschlichkeit nicht verlieren.“
Rund zehn Jahre tourte Shane Smith mit seiner Band durch kleine Bars und Clubs, bis ein Auftritt in der Paramount-Hitserie „Yellowstone“ alles veränderte. Auf dem neuen Album NORTHER kostet der in Texas heimische Singer/Songwriter nun die Freiheit aus, die ihm der unerwartete Erfolg bescherte. Wenn Shane Smith an die letzten zwei Jahre denkt, muss er mit dem Kopf schütteln. „All das ist für uns immer noch schwer zu begreifen, und deshalb arbeiten wir auch weiterhin sehr hart, um nicht das Momentum zu verlieren“, erklärt er lachend. „Da spielen eine Menge Gefühle rein, aber das wichtigste davon ist Dankbarkeit.“ Schließlich hat seine Gruppe inzwischen nicht nur legendäre Locations wie das Red Rocks Amphitheater in Colorado oder das Ryman Auditorium in Nashville ausverkauft, sie durfte sogar für den Gouverneur spielen – und das gleich zweimal. „Die ganze Situation, wie eines zum anderen führte, war völlig surreal“, erinnert sich Smith. „Dass wir gefragt wurden, in einer Folge von ‚Yellowstone‘ für den fiktiven Gouverneur zu spielen, und dann im gleichen Jahr zur Inauguration des echten Gouverneurs in Texas eingeladen wurden, war eine bewusstseinsverändernde Erfahrung! Wir sind sehr stolz auf unsere Herkunft und unseren Heimatstaat, und deshalb war es für uns, unabhängig davon, zu welchem politischen Lager man sich zählt, eine große Ehre!“
Für die Aufnahmen zu NORTHER flog die Band an freien Tourtagen zurück nach Dallas, um an neuen Liedern zu arbeiten, und blühte dabei unter (Zeit-)Druck so richtig auf. Klanglich eklektisch wie nie zuvor, faszinieren Smith und die Seinen mit energiegeladenen Storytelling-Songs und beeindruckenden vierstimmigen Harmonien, wenn sie zwischen Country, Southern Rock, Folk und einem Schuss Honky-Tonk immer wieder Genremauern niederreißen, dabei aber auch ihre bescheidenen Anfänge in der Red-Dirt-Country-Szene und ihre treuen Fans der ersten Stunde nicht vergessen. „Als Künstler geben wir unserem Publikum die Möglichkeit, der alltäglichen Realität und Schwere zu entfliehen. Das fortzuführen, sehe ich ein Stück weit als Verpflichtung an“, erklärt Smith. „Gleichzeitig mag ich es, wenn eine Band im Laufe ihrer Karriere auf Achterbahnfahrt geht. Meine Hoffnung ist, dass wir jetzt an einem Punkt angekommen sind, an dem alles prima zusammenfließt.“ Mit der neuen LP im Gepäck nimmt die Gruppe nun den Rest der Welt ins Visier. „Musik hat ein unglaublich verbindendes Element“, ist sich Smith sicher. „Sie bringt Menschen zusammen, denn auch wenn es mal eine Sprachbarriere gibt: Zu einem guten Beat können alle tanzen!