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Bruce Dickinson: Der Sänger im CLASSIC ROCK Interview

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Ein „vorlauter kleiner Mistkerl“, der von einem Internat flog, wurde zum Anführer der erfolgreichsten Heavy-Metal-Band des Vereinigten Königreichs, trat als Fechter für sein Land an, erwarb eine kommerzielle Pilotenlizenz, veröffentlichte Soloalben, schrieb Romane und Drehbücher und machte noch vieles mehr. Ein erfülltes Leben? Offenbar nicht …

Bruce Dickinson hat ein Didgeridoo. Er besitzt das indigene australische Blasinstrument seit Jahren, hat es aber noch nicht gemeistert. „Ich bin ein paarmal ohnmächtig geworden, als ich versucht habe, das Kreislaufatmen zu machen“, gibt er zu. „Ich komme bis zum halbkreisförmigen Atmen und dann ist alles vorbei.“ Dickinson hofft, bald in Australien einige Tipps zu erhalten. Sein Psychologenfreund Kevin hat außerdem einen Deal ausgehandelt, der es ihnen ermöglicht, an einer Zeremonie teilzunehmen, zu der Nicht-Aborigines normalerweise keinen Zutritt haben. „Ich freue mich darauf, mehr von der Kultur zu erleben“, sagt er beiläufig.

Der ewig neugierige Dickinson ist gut gelaunt. Am 1. März veröffentlicht er ein neues Soloalbum, THE MANDRAKE PROJECT (das ihn mit seinem langjährigen Mitstreiter, Gitarrist/Produzent Roy Z, wiedervereint), begleitet von einer Tour und einer gleichnamigen Comicbuch-Serie. Man hört Dickinson im Iron-Maiden-Hauptquartier in West-London ankommen, bevor man ihn sieht. Diese vertraute Stimme tönt von hinter dem Pappkameraden des „Samurai Eddie“ hervor, der den Eingang bewacht, und dann erscheint ein kleiner Koloss in schwarzen Stiefeln mit einem eisen- grauen Zopf im Blickfeld. Seit Ende 1981 ist Dickinson das Gesicht von Iron Maiden, abgesehen von einigen Jahren für Soloprojekte und Selbstfindung. Dazwischen hat er Romane, Drehbücher und eine Autobiografie geschrieben, Radiosendungen moderiert, für sein Land gefochten, einen Verkehrspilotenschein erworben und bei der Erfindung eines Flaschenbiers geholfen. Nur die Wikinger sollte man besser nicht erwähnen. Mehr dazu später …

THE MANDRAKE PROJECT ist dein erstes Soloalbum seit 2005. Was hat dich abgehalten, abgesehen von Iron Maiden?
Es war seit 2014 in Arbeit. Dann wurde bei mir Kehlkopfkrebs diagnostiziert, dann kam fucking Covid, also gab es zwei Jahre, in denen ich nicht in die USA reisen konnte. Als ich mich dann endlich wieder mit Roy Z traf, hatte sich bereits alles weiterentwickelt.

Ist es also ein Pandemieprojekt?
Nicht wirklich. Ich hatte die Idee schon vor Covid, aber dann legte ich sie auf Eis, weil ich krank wurde und mit Maiden beschäftigt war. Doch während des Lockdowns saß ich da und dachte: „Was zum Teufel mache ich jetzt? Kochen lernen?“ Okay, aber es gibt nur so viele Leute, die ich vergiften kann: mich und [seine neue Frau] Leana. Also begann ich, eine Vorlage für eine Art „Vier Motorradfahrer der Apokalypse“-Geschichte zu schreiben, in der Eddie vorkam. Während des Prozesses lernte ich den Drehbuchautor Kurt Sutter kennen, der [das Biker-Drama] „Sons Of Anarchy“ und [die Polizeiserie] „The Shield“ geschrieben hat. Ich erzählte ihm von dieser anderen verrückten Idee für ein Drehbuch und er mochte sie.

Das ist sehr namhafte Unterstützung.
Ja, allerdings! Aber Kurt schlug vor, dass sich das Ganze statt für ein Drehbuch mehr für eine großartige Zeichentrick- oder Comicbuch-Serie eignen würde. Er empfahl, mit Z2 Comics zu sprechen, die mich mit einem Autor namens Tony Lee in Kontakt brachten, der „Dracula AD“ und „Doctor Who“ gemacht hat. Der schlug wiederum einen sehr angesehenen Cover-Künstler vor, Bill Sienkiewicz [„Marvel’s New Mutants“]. Also haben wir jetzt diese Serie im Stil von „Watchmen“, die in drei Bänden erscheinen wird.

Ist der Comic die Geschichte der Platte?
Nein. (lacht) Er ist damit verbunden, aber das Album hat ein eigenständiges Leben unabhängig vom Comic, und der Comic hat ein eigenständiges Leben unabhängig vom Album. Als ich mich wieder mit Roy Z zusammentat, haben wir [die erste Single] ›Afterglow Of Ragnarok‹ geschrieben. Ich dachte: „Mir gefällt der Titel, der Refrain, es ist alles gut, aber es hat überhaupt nichts mit dem Comic zu tun.“ Doch dann dachte ich, egal, denn die Platte ist kein Konzeptwerk. Das schränkt ein und man zwingt sich, Dinge einzufügen, nur damit sie ins Konzept passen.

War Ragnarök in der nordischen Mythologie nicht ein katastrophales Ereignis, das Tod und Pest über das Land brachte und alle Götter usw. tötete?
Ja, aber das Lied hat überhaupt nichts mit der nordischen Mythologie zu tun. Ich wusste, dass das ein Problem sein würde, denn sobald man „Ragnarök“ sagt, denken die Leute an Wikinger. Mir war sofort klar, dass das unglückliche Konnotationen hat, denn ich wollte nirgendwo in der Cover-Gestaltung von dem Ding einen fucking spitz zulaufenden Wikingerhelm tragen!

Worum geht es bei der Geschichte von THE MANDRAKE PROJECT?
Es zielt darauf ab, die menschliche Seele zu erfassen und Menschen von den Toten zurückzuholen. Die beiden Protagonisten sind Doctor Necropolis und Professor Lazarus. Sie sind wie eine moderne Version von [den Mördern aus dem 19. Jahrhundert] Burke und Hare und versuchen beide aus verschiedenen Gründen, die Toten zum Leben zu erwecken. Necropolis ist ein Waisenkind und ein digitales Genie, geplagt von der Stimme seines Bruders, der bei der Geburt starb. Er ist zudem besessen von [dem Okkultisten] Aleister Crowley und Sexmagie und will seinen Bruder aus der Unterwelt zurückholen. Professor Lazarus hingegen hat das Geheimnis des Mandrake-Projekts von seinem Vater erhalten und möchte ihn zurückbringen, wenn er stirbt. Am Ende wird klar, dass das Projekt den Tod besiegt hat, was eine Vielzahl von philosophischen Fragen aufwirft. Im Herzen des Comics steht die Frage: Ist das Universum wissenschaftlich oder poetisch?

Was meilenweit von ›Bring Your Daughter To The Slaughter‹ entfernt ist …
Ha! Dieser Song war sehr ironisch gedacht. Dann sagte Steve [Harris]: „Oh, das gefällt mir. Kann ich das haben?“ Ich antwortete: „Ähm, okay.“ Es ist echt eingängig, ich war mir aber nicht sicher, dass es ein Hit wird.

Du hast Iron Maidens ›If Eternity Should Fail‹ auf dem neuen Album als ›Eternity Has Failed‹ neu bearbeitet. Wenn du eine Songidee hast, weißt du dann, ob sie für Maiden oder ein Soloprojekt bestimmt ist?
Ich werfe alles in Steves Richtung. So funktioniert das. Dann dreht er sich um und sagt: „Ja, ja, ja, nein, nein, nein …“ Aber heutzutage schreiben wir tendenziell mehr im Studio, also denke ich mir gezielt Sachen für Maiden aus. Ich schreibe viel mit Adrian [Smith] zusammen. Steve nimmt vielleicht ein paar Ideen von Janick [Gers] und dann verschwindet er für zwei bis drei Wochen in sein kleines Erdloch. Dann taucht er plötzlich auf und sagt (imitiert Harris’ Stimme): „Ich glaube, ich hab einen.“ So haben wir das für SENJUTSU [2021] gemacht, ein fantastisches Maiden-Werk.

Bei Maiden musst du dich an Steves Texte und Riffs anpassen. THE MANDRAKE PROJEKT klingt, als wäre es für deine Stimme geschrieben worden.
Ja, das stimmt. Aber ich bin auch stolz darauf, zu Steves Riffs singen zu können. Das können nicht viele. Ich habe aber nie verstanden, warum er so verdammt schwierige Texte schreibt. Dann haben wir eines Tages geplaudert und es kam raus, dass die Worte dem Bass und dem Schlagzeug folgen. Ich versuchte schon früh, ihm zu erklären: „Sieh mal, Steve, ich werde meine vorderen Zähne verlieren, wenn ich das singen muss.“ Aber er ist im Lauf der Jahre Kompromisse eingegangen. Ich hätte davor nie gedacht, dass ich ›Alexander The Great‹ [von SOMEWHERE IN TIME, 1986] singen könnte, aber es hat dann doch gut geklappt.

Wer war der erste Sänger, der dich inspiriert hat?
Hundertprozentig Ian Gillan auf IN ROCK von Deep Purple. Ich kaufte ein Exemplar aus dritter Hand, das total verkratzt war, und kannte jede Note und jeden Kratzer darauf. Danach ging ich direkt zu [Purples] MADE IN JAPAN über, das eine der besten Liveaufnahmen überhaupt ist. Dann gab es da noch das erste Black-Sabbath-Werk. Auf Led Zeppelin bin ich erst später gekommen, nach ZEPPELIN II. Steve war ein großer Genesis-Fan, anders als ich. Van der Graaf Generator gefielen mir besser.

Man kann Parallelen zwischen deiner Stimme und Peter Hammill von Van der Graaf hören, aber ihre Musik ist fast verstörender Hardcore-Prog-Rock. Du musst bei deinen Freunden beliebt gewesen sein.
Absolut. (lacht) „Lasst mich nur diese Platte auflegen und den Raum leeren!“ Oder ich spielte sie einer potenziellen Freundin vor und fragte mich dann, warum sie sich aus dem Fenster gestürzt hat. Aber ich habe Van der Graafs H TO HE, WHO AM THE ONLY ONE und PAWN HEARTS rauf und runter gespielt, zusammen mit Purple und Sabbath. Eine ägyptische Mumienmaske, eine alte Fliegermütze, die Uniform eines Soldaten von der „Attacke der Leichten Brigade“ …

Woher kam der theatralische Bruce?
Nach Deep Purple bin ich auf Jethro Tull gestoßen und mochte Ian Andersons Texte und Präsentation. Das steckt also auch drin. Aber eigentlich war es Arthur Brown [berühmt für den Hit Fire‹ und seinen brennenden Kopfschmuck]. Arthur ist absolut verantwortlich für dieses opernhafte Ding, und er war ein echter Showman. Deshalb habe ich ihn als Erzähler auf [Dickinsons fünfter Soloplatte] THE CHEMICAL WEDDING engagiert. Ich war ein Riesenfan von Arthur.

Beim Lesen deiner Memoiren scheint es, als wäre das Internat eine gute Lehrzeit für das Banddasein gewesen.
Wenn man die Privatschule Oundle aushält, übersteht man auch das Leben bei Iron Maiden. Schwer zu sagen, ob einem das Internatsleben hilft, mit Menschen zurechtzukommen. Menschen auf Internaten sind nicht … wie soll man das ausdrücken … normal.

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Betrachtest du dich selbst also als unnormal?
Möglicherweise. Aber ich war 13, als ich nach Oundle ging. Viele der Kinder lebten schon dort, seit sie fünf oder sechs Jahre alt waren, also waren sie komplett institutionalisiert. 13 ist ein wichtiges Alter, aber ich hatte keinen Schimmer, wie die Dinge an dieser Schule liefen. Natürlich wurde ich ständig verprügelt, weil ich mich geweigert habe nachzugeben, denn ich war ein vorlauter kleiner Mistkerl.

Was passierte dann?
Letztendlich flog ich von der Schule [nachdem er vor einem formellen Abendessen in die Bohnen des Schulleiters uriniert hatte], wahrscheinlich das Beste, was mir je passiert ist. Dann ging ich auf eine „normale“ Schule in Sheffield. Ich dachte, diese Leute sind in Ordnung, da wartete niemand nachts darauf, mich in den Gängen zu vermöbeln. Das Problem bestand nur darin, dass es noch sechs Monate bis zu meinem Abitur waren, und ich tat überhaupt nichts dafür.

Was hast du stattdessen gemacht?
Ich hatte an der Oundle nach einem anderen Lehrplan gelernt, also sagten mir die Lehrer, es hätte keinen Sinn für mich, zum Unterricht zu kommen, ich solle einfach in der Bibliothek sitzen. Da saß ich dann also und schrieb Texte für [seine zukünftige Band] Samson. Lustigerweise fand ich ein Buch über die nordische Mythologie und nahm direkt fünf Zeilen daraus für das Samson-Lied ›Hammerhead‹. Mit drei Fünfern schaffte ich es gerade noch an die Universität, weil ich ein bedingungsloses Angebot hatte.

Was hättest du gemacht, wenn du kein Rocksänger geworden wärst?
Ich war vier Jahre lang bei den Armee-Kadetten, und das nahm ich total ernst. Aber ich glaube, die Army hatte Glück, dass ich nicht eingetreten bin. Ich habe nie an die Royal Air Force gedacht [obwohl Dickinson heute eine Pilotenlizenz hat und ehrenhalber zum „Group Captain“ der Air Force ernannt wurde], weil ich schlecht in Mathe war und glaubte, nie reinkommen zu können. Doch an der Queen Mary University [in London] wollte ich dann nur noch Sänger in einer Band sein. (Aus CLASSIC ROCK 127)

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Kerry King: Der Gitarrist im CLASSIC ROCK Interview

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Der Slayer-Gitarrist über seine ehemalige Band, seine neue Band, sein neues Soloalbum, das Scheitern der Menschheit und den Druck einer Solokarriere.

Kerry King stieg sofort wieder aufs Pferd, nachdem seine Band – die Thrash-Metal-Urgewalt-Slayer – 2019 aufhörte. „Ich hatte ein paar Monate frei und das hat mir dann auch gereicht“, erklärt der Gitarrist. „Ich habe eine lange Karriere hinter mir, ich bin dem Ende inzwischen näher als dem Anfang, deswegen sehe ich verschwendete Zeit als verlorene Zeit.“ Die Früchte seiner jüngsten Arbeit tragen den Namen FROM HELL I RISE – ein Solodebüt, das Slayer-Fans nicht enttäuschen wird. Die unerwartete Reunion der Band wird heute nicht besprochen. Ein Presseagent wohnt unserer Unterhaltung bei, um sicherzugehen, dass dieses Thema ausgespart wird. King hat trotzdem viel über Religion, Politik und seinen ehemaligen Bandkollegen Jeff Hanneman zu sagen

Verbirgt sich hinter deinem Soloalbum ein großer Plan oder hört man einfach, was herauskommt, wenn du eine Gitarre anfasst?

In neun von zehn Fällen erreichst du nicht das, was du wolltest, wenn du mit einer Agenda an die Sache rangehst. Deswegen setze ich mich einfach mit einer Gitarre hin und nehme mit einem Handy auf.

Man hört sofort, dass dies das Album des Slayer-Gitarristen ist. Warst du versucht, aus dieser Komfortzone herauszugehen und, sagen wir, eine Prog-Metal-Platte zu machen oder Richtung LOAD/RELOAD abzubiegen?

Nein. Ich bin ein Metal-Fan und habe zudem das Glück, meinen eigenen Metal zu schreiben. Und zufälligerweise ergibt es sich, dass ich ganz gut darin bin. Um etwas auszuprobieren, hätte es keinen besseren Zeitpunkt gegeben, aber ich verspürte überhaupt kein Verlangen danach.

Hast du von Menschen gehört, die du seit Jahren schon nicht mehr getroffen hast, die meinten: „Hey, ich hab gehört, dass es freie Stellen in deiner Band gibt…“

Überraschenderweise nur sehr wenige. Ich denke, den Leuten war klar, dass ich ab Tag eins einen Masterplan hatte. Was auch wirklich so war, obwohl dieser Plan nicht in Stein gemeißelt war. Ich dachte, es würde Angebote [von anderen Bands] geben, doch dieses Telefon klingelte nicht, also arbeitete ich an meinem Zeug.

Du hättest dir so gut wie jeden modernen Metal-Sänger aussuchen können. Warum hast du dich für Mark Osegueda von Death Angel entschieden?

Wir sind seit Jahrzehnten miteinander befreundet, vor allem in den letzten fünf oder sechs Jahren ist unsere Beziehung enger geworden. Er war der einzige, den wir ausprobierten. Ich wollte nicht Death-Angel-Mark, ich wollte, dass er sich etwas aufbaut, das noch niemand zuvor von ihm gehört hat. Jeder, den ich aussuchte, ist einer meiner guten Freunde. Paul [Bostaph,

Drummer] war auch bei Slayer, Phil [Demmell, Gitarrist] hatte noch Machine

Head, Hellyeah [die ehemalige Band von Bassist Kyle Sanders] hatten sich aufgelöst. Jeder brauchte Arbeit, also geschah das aus einer gewissen Notwendigkeit heraus.

Warst du je versucht, dich selbst ans Mikrofon zu stellen? Wie klingt deine Singstimme?

Ich habe Überzeugung, aber keine gute Stimme. Wenn ich es hätte tun müssen, hätte ich es hinbekommen. Wobei ich auch nicht singen und spielen gleichzeitig kann, das wäre also ein großes Problem gewesen. Ich habe ein paar kratzige Vocals [auf den Demos] eingesungen, wenn Mark also gemeint hätte: ‚Warum singen wir den Part nicht gemeinsam?‘ hätte ich vielleicht gesagt: ‚Yeah, das machen wir.‘ Das wären dann zwei angepisste, wütende Typen gewesen, die herumschreien.

Du bist jetzt 59 Jahre alt. Wovon bist du angepisst? Bist du einfach dieser wütende Typ, der mit der Faust zum Himmel zürnt?

Dieser Typ bin ich definitiv nicht. (lacht) Ich finde, die Menschheit ist ein einziges Versagen. Die Menschheit wartet nur darauf, der Menschheit mit irgendeinem idiotischen Scheiß den Garaus zu machen.

Im Song ›Toxic geht’s um schlechte Regierungen und politische Heuchelei. Was oder wer hat dich dazu inspiriert?

Der Song ist entstanden, nachdem diese „Roe vs. Wade“-Entscheidung in Amerika abgelaufen ist. [das umstrittene Urteil zur Aufhebung der US-Abtreibungsgesetze]. Jedes Mitglied des Supreme Court, das von Trump ernannt wurde, hat gelogen, um den Job zu kriegen. Ich verstehe nicht, wie das passieren konnte. Ich verstehe nicht, wie die Amerikaner das okay finden können. Trump spaltete das Land, es ist bis heute gespalten. Ich weiß nicht, was passieren muss, um das zu ändern. Bestimmt nicht die anstehenden Wahlen 2024, weil niemand sich um diese beiden Kandidaten schert.

Die Songs ›Where I Reign und ›From Hell I Rise zielen auf die Religion ab. Denkst du, dass manche Priester sich das anhören und dann ihre Meinung ändern, nach dem Motto: ‚Hey, Kerry hat Recht, Religion ist ein Haufen Scheiße‘?

Ha, das wäre ein großartiger Tag! Dann könnte ich sagen: ‚Ich hab’s euch ja gesagt‘. Andererseits wäre es auch ein schrecklicher Tag, weil mir dann die Hälfte meiner Text-Themen flöten gehen würde.

Einige der Lyrics hast du wegen des Ukraine-Kriegs geändert. Warum?

Ein Lied namens ›Two Fists‹ beinhaltete eine Kriegs-Referenz, deren Perspektive ich geändert habe. ›Trophies Of The Tyrant‹ wurde auch ein wenig optimiert. In dem Song geht es irgendwie eh um den Ukraine-Krieg – die haben nicht darum gebeten, von so einem Wahnsinnigen überfallen zu werden. Und die Menschen in Russland werden über die Vorgänge in der Ukraine angelogen. Eine schreckliche Situation.

Du und der späte Slayer-Gitarrist Jeff Hanneman wart eines der großartigsten Metal-Gitarren-Teams. Wenn du einen Song schreibst, denkst du dir dann jemals: ‚Was würde Jeff davon halten?‘

Bei diesem Album erging es mir so. Und ich dachte mir: ‚Jeff würde dieses Album verdammt nochmal lieben.! Es gibt viel Anti-Religions-Zeug, es geht viel um Krieg und um Hass. Das hätte ihm gefallen.

Diesmal steht dein Name über den Konzerthallen. Wenn etwas schief geht, bist du allein Schuld. Spürst du da einen gewissen Druck?

Ich wollte meinen Namen eigentlich gar nicht involvieren. Doch jedes Mal, wenn uns ein Bandname eingefallen ist, gab es irgendein Markenrechts-Problem. Eine Band zu taufen ist heutzutage verdammt schwierig. Wir wollten langsam die Festival-Shows ankündigen, also nahmen wir meinen Namen. Ich trage diese Bürde erst seit ein paar Monaten, also mal sehen.

In den Anfangstagen von Slayer wart ihr ein einem Wettstreit mit Metallica und Megadeth. Wer ist heute die Konkurrenz von Kerry King?

Wahrscheinlich Slayer, weil das nun mal meine Karriere ist. Die Leute erwarten immer, dass du versagst, egal wer du bist. Es liegt jetzt an mir, entweder auf Linie mit meiner Vergangenheit zu bleiben oder diese zu übertreffen.

The Who: Pete Townshend über die Zukunft der Band

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„Ich hoffe, dass Roger [Daltrey] und ich eine gemeinsame Basis finden und einen Weg finden, wieder zu arbeiten.“, erklärt Pete Townshend in einem jüngsten Interview.

In einem Gespräch mit The Daily Beast sprach Pete Townshend über seine Beziehung zu Roger Daltrey und eine mögliche Zukunft von The Who. „Ich weiß nicht, was mit The Who passieren wird.“, erzählt er. „Ich hoffe, Roger [Daltrey] und ich können eine gemeinsame Basis finden und einen Weg finden, wieder zu arbeiten, möglicherweise ohne Orchester, denn das haben wir schon getan. Aber ich habe auch das Gefühl, dass wir uns in der letzten Tourneephase unserer Karriere befinden.“

Hoffen wir einfach darauf, das zu tun, was Bob Dylan tut und einfach weiterzumachen? Es ermutigt mich, zu sehen, was Roger auf seiner Solo-Tournee macht. Mir scheint, wenn wir eine kleine Band zusammenstellen und kreativ sein würden, könnte es großartig sein. Aber Roger und ich sprechen gerade nicht. Wir reden nicht miteinander. Es könnte also schwierig sein, etwas zu finden, an dem wir beide ein Interesse haben. Aber ich denke, es ist zum Greifen nah.“

Auf Roger Daltrey angesprochen, erklärte Townshend: „Ich werde nicht versuchen, Roger zu irgendetwas zu zwingen. Ich möchte nicht wieder den Job haben, den ich zur Zeit von QUADROPHENIA hatte, nämlich jeden bei The Who zu zwingen, genau das zu tun, was ich will.“ Zuletzt tourten Roger Daltrey und Pete Townshend 2023 als The Who durch Europa. Damals wurden sie von einem großen Orchester begleitet. In diesem Sommer war Roger Daltrey solo in den Staaten unterwegs.

Wacken 2024: So sah der Festival-Samstag aus

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Für alle Metal-Fans, die nicht dabei sein konnten: Wir haben Wacken für euch in Bildern festgehalten.

Unser Fotograf Markus Werner war vergangenes Wochende auf Wacken für euch unterwegs und hat auch den vierten Tag des Festivals für euch bildlich festgehalten. Am Samstag, den 04. August, standen Beasto Blanco, Amon Amarth, Behemoth, Uli Jon Roth und viele mehr auf den Bühnen in Schleswig-Holstein.

Wolfmother: Backstage Werk, München (02.08.)

Ein erinnerungswürdiger Rock’n’Roll-Abend mit Wolfmother und The Picturebooks im Münchener Backstage


Dass ein Freitagabend mit zwei tollen Bands ziemlich gut werden sollte, davon ist man auf dem Weg zum Backstagewerk in München schon von vorne herein überzeugt. Dass die beiden Shows einen dann aber doch so aus den Socken wehen, davon ist man dann doch ein wenig überrascht. Schon The Picturebooks als Supportslot zementieren die Basis für einen Stimmungsbogen, der den ganzen Abend lang halten wird. Zuletzt hat man das Duo aus Gütersloh, Wahlheimat Los Angeles, vor Jahren im Vorprogramm von Monster Truck gesehen, Den größten Unterschied zu damals stellt wohl die Bartlänge dar – früher standen Fynn und Philipp noch mit langem Vollbart vor den Leuten, heute glatt rasiert und mit Schnauzer – an Elan und Power haben diese beiden wandelnden Energiekraftwerke jedoch nichts eingebüßt.

Die 40 Minuten der Picturebooks vergehen wie im Flug, man ist hypnotisiert von der Kraft, mit der Philipp sein Drumkit bearbeitet, euphorisiert von der Ausstrahlung und Performance von Fynn, berauscht von dem rohen, Blues-geschwängerten Sound, beeindruckt davon, wie nur zwei Musiker so viel Körpereinsatz, solch eine Show und solch eine Wucht auf die Bühne bringen können. On top wirken die beiden Künstler außerdem extrem authentisch und sympathisch, vor allem, als Fynn Grabke seinen Vater Claus, der hinter dem Mischpult steht, voller Liebe und Bewunderung über den grünen Klee lobt – der ehemalige Profi-Skateboarder, Unternehmer, Produzent und Musiker ist sozusagen das dritte, unsichtbare Mitglied der Picturebooks und als Soundengineer, Tourmanager, Kameramann und Mann für alles ständig mit an Bord. Die grandiose Band wird für ihren Einsatz reichlich belohnt und vom Münchener Publikum euphorisch beklatscht und bejubelt.

Während der Umbaupause geht man kurz vor die Tür, um ein bisschen frische Luft zu schnappen, da legen Wolfmother auch schon los und nun zeigt sich, dass das Werk wirklich ausverkauft ist. War die Venue bei den Picture Books schon ordentlich gefüllt, stehen die Leute nun wie die Sardinen in der Dose. Es ist fast unmöglich, einen Platz zu finden, von dem aus man Andrew Stockdale und Co. wenigstens halbwegs zu Gesicht bekommt. Doch selbst in die hintersten Reihen, wo man sich auf Zehenspitzen den Hals verrenkt, schwappt die hochkochende Stimmung, die von zahlreichen Wolfmother-Krachern angestachelt wird. Gleich in den ersten Minuten haut die Band den Smash-Hit ›Woman‹ raus, den man eigentlich als Zugabe erwartet hätte und lassen die Menge unten völlig ausrasten. Crowdsurfing, Circle-Pits, ausgelassenes Headbangen und Tanzen – es geht hoch her an diesem Abend in München.

Wolfmother können heute nichts falsch machen, sie spielen sich durch ihre grandiose Bandgeschichte und landen mit Tracks wie ›Victorious‹, ›White Unicorn‹, ›New Moon Rising‹, ›Colossal‹, ›California Queen‹, ›Gypsy Caravan‹ und vielen mehr einen Treffer nach dem nächsten. Andrew Stockdale – der Tingeltangel-Bob des Retrorevivals – ist sichtlich erfreut und mitgerissen, er scherzt während des Gitarrestimmens ausgelassen mit dem Publikum, prostet ihm zu, betont mehrmals, dass München die mit Abstand beste Crowd dieser Tour sei – und man glaubt es ihm sogar. Mit dem grandiosen ›The Joker & The Thief‹ verabschiedet sich das Trio von der Bühne. Kurz ist man unsicher, ob es noch eine Zugabe gibt, schließlich haben Wolfmother bereits alle ihre großen Hits abgefeuert. Doch dann erklärt Stockdale, dass sie nun „just for fun“ ein paar Coverversionen spielen und fügt zwinkernd hinzu: „Von Bands, nach denen wir klingen oder Bands, die wie Wolfmother klingen.“

Und schon vor dem unverkennbaren Drum-Rhythmus von ›Rock And Roll‹ weiß man, dass jetzt eine Led-Zeppelin-Nummer kommen muss. Im Anschluss knallen Wolfmother gleich noch ›Whole Lotta Rosie‹ raus und kommen bis zur ersten Hälfte des AC/DC-Tracks auch gut durch, dann weiß keiner der drei Musiker auf der Bühne mehr so genau, wo im Song man eigentlich gerade ist und jeder spielt seine eigene Version. Es kuddelmuddelt ein wenig. Unangenehm? Vielleicht für Stockdale, der im Anschluss lachend meint: „Okay, jetzt spielen wir wieder etwas, das wir auch können“, vom Publikums-Standpunkt aus jedoch machen solche kleinen Patzer und unvorhersehbaren Momente eine Live-Show aus, lassen die Rockgrößen auf der Bühne menschlich wirken. Es folgen noch zwei Wolfmother-Tracks und mit ›Lovetrain‹ verabschiedet sich Andrew Stockdale nun endgültig von der Bühne und lässt eine bis auf die Unterhose verschwitze, aber dafür auch bis ins Mark glückliche, Menge zurück.

Aerosmith: Müssen sich von der Bühne verabschieden

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Eigentlich hätten Aerosmith ihre Abschiedstour fortsetzen sollen. Doch nun zieht sich die legendäre Band aus Boston von der Bühne zurück…

Vor wenigen Tagen gaben Aerosmith auf ihren Social-Media-Kanälen bekannt, dass sich die Band nun endgültig von der Bühne verabschieden müsse. Grund hierfür sei eine irreparable Stimmbandverletzung von Steven Tyler (76). Der Frontmann könne unter diesen Umständen keine ganze Show mehr durchstehen. Erst vor kurzem erklärte Gitarrist Joe Perry in einem Interview mit CLASSIC ROCK, dass Steven Tyler „gut in Form“ sei. Dieses Interview lest ihr in der kommenden Ausgabe unseres Magazins, das am 09. August erscheint, da die Nachricht von Aerosmiths Bühnen-Aus erst lange nach Druckschluss verkündet wurde.

Die Abschiedstournee unter dem Banner „Peace Out Farewell“, die am 2. September 2023 losging, musste bereits nach drei Shows abgebrochen werden. Damals dachte man, Tyler sei lediglich an einer Kehlkopfentzündung erkrankt. Schnell wurde klar, dass es weiter fehlt und die gesamte Tour vorerst abgesagt werden musste. Eigentlich hätten die Shows nun im August weiterlaufen sollen, doch Steven Tylers Zustand lässt weitere Konzerte nicht zu.

In ihrem offiziellen Statement erklärte die Band: „Es war die Ehre unseres Lebens, dass unsere Musik Teil eures Lebens geworden ist. In jedem Club, auf jeder großen Tournee und in großen und privaten Momenten habt ihr uns einen Platz im Soundtrack eures Lebens gegeben. Wir wollten euch immer umhauen, wenn wir auftreten. Wie ihr wisst, ist Stevens Stimme ein Instrument wie kein anderes. Er hat monatelang unermüdlich daran gearbeitet, seine Stimme wieder dahin zu bringen, wo sie vor seiner Verletzung war. Wir haben gesehen, wie er sich abmühte, obwohl er das beste medizinische Team an seiner Seite hatte. Leider ist es klar, dass eine vollständige Genesung von seiner Stimmverletzung nicht möglich ist. Wir haben eine herzzerreißende und schwierige, aber notwendige Entscheidung getroffen – als eine Band von Brüdern -, uns von der Tourneebühne zurückzuziehen.“

Stars melden sich zu Wort

Nach den traurigen Neuigkeiten aus dem Aerosmith-Lager, melden sich viele Stars zu Wort, um das Ende ihrer Lieblingsband zu betrauern.

Slash von Guns N‘ Roses schrieb bei Instagram: „Ich wollte mich nur kurz bei Aerosmith für alles bedanken. Ohne diese Band wäre das alles nicht möglich gewesen.“

Queens Brian May erklärte: „Das hat mir eine Träne in die Augen getrieben. Aerosmith waren ein großer Teil meines Lebens, wie auch für Millionen anderer Rockfans.“

Sammy Hagar schrieb: „Wir kamen irgendwann heute Nachmittag hier an und wir saßen alle im Backstage-Bereich und ein Freund von uns, der für Aerosmith arbeitet, kam und sagte: ‚Aerosmith haben heute den Rücktritt erklärt. Sie hören auf. Sie haben aufgehört.‘ Gott segne sie. Es ist eine schreckliche Sache. Es ist eine furchtbare Sache. Was für ein verdammt großer Verlust. Um es kurz zu machen, wir lieben diese Jungs. Wir sind alle mit diesen Jungs aufgewachsen. Es ist eine traurige Sache, aber ganz ehrlich, ich ziehe meinen Hut vor einem der größten Rock’n’Roll-Sänger aller Zeiten, Mister Steven Tyler, dafür, dass er sagte: ‚Ich kann nicht mehr singen. Ich höre auf.'“

Wacken 2024: So sah der Festival-Freitag aus

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Jedes Jahr im Hochsommer pilgern Abertausende von Fans zum Mekka des Heavy Metal: Wacken in Schleswig-Holstein.

Unser Fotograf Markus Werner ist aktuell auf Wacken für euch unterwegs und hat auch den dritten Tag des Festivals für euch bildlich festgehalten. Am Freitag, den 03. August, standen Feuerschwanz, The 69 Eyes, Korn, Gene Simmons, Spiritbox, Unto Others und viele mehr auf den Bühnen:

Sweden Rock 2024: So sah es bei dem Festival aus

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Vom 5. bis zum 8. Juni fand 2024 erneut das „Sweden Rock Festival“ in Sölvesborg statt. Unser Fotograf Frank C. Dünnhaupt war vor Ort und hat das Festival mit spektakulärem Line-Up bildlich für euch festgehalten. In diesem Jahr auf der Bühne: Judas Priest, Alice Cooper, W.A.S.P., Extreme, The Darkness, Michael Schenker, Rival Sons, Canned Heat, The Black Crowes, Extreme, Megadeth und viele mehr.