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Ethan A. Russell – Let It Bleed: Die RollingStones, Altamont und das Ende der 60er

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51RWUhNSrdL._SL500_AA300_Das Ende vom Traum: Wie die Stones die Ideale von Love, Peace & Happiness mit Hilfe der Hell’s Angels massakrierten.

Die Zeiten, da Ethan A. Russell Fotograf war, sind längst vorbei. Und diejenigen, in denen die Stones für großartige Rockmusik standen, sowieso. Und auch die Sechziger haben inzwischen fünf Dekaden auf dem Buckel. Weshalb sie ihr eigener Mythos sind und mit Bildbänden wie diesem bedacht werden, der sich ganz darauf beschränkt, die Klischees von Sex, Drugs & Rock’n’Roll zu verwalten.

Natürlich mit Intimus-Ästhetik: Bei der US-Tour 1969 war Russell einer von ihnen. Er hat sie Backstage, im Flieger, Hotel und Casino abgelichtet und die Atmosphäre der späten Sechziger eingefangen. Eben anhand einer Supergroup, die auf dem Zenit ihres Schaffens stand, und am 6. Dezember nicht nur das Ende eines aufregenden Jahrzehnts, sondern auch eines

Lebensgefühls besiegelte: mit einem Gratis-Konzert auf dem Altamont Speedway bei San Francisco, das so chaotisch organisiert war, dass es in Mord und Totschlag endete – weil Hell’s Angels als Ordnungskräfte keine besonders gute Wahl waren. Das resultierende Trauma schlachtet Russell ungeniert aus. In schlechten Worten, aber tollen Bildern, die zum Teil so surreal wirken, als kämen sie von einem anderen Planeten.

Peter Freestone/David Evans – Freddie Mercury

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PeterFreestoneFreddyMercury

Hinter den Kulissen: die Eskapaden einer Rockdiva.

Wenn der langjährige persönliche Assistent einer Rocklegende anfängt, aus dem Nähkästchen zu plaudern, dann kann es passieren, dass das bis dahin so vorsichtig gepflegte Image in der Öffentlichkeit ein paar Kratzer abbekommt. Als eindrucksvolles Beispiel sei Frederic Seamans Buch THE LAST DAYS OF JOHN LENNON: A PERSONAL MEMOIR erwähnt, der das etwas andere Bild Lennons skizzierte als das des gütigen Hausmannes, der seine Tage im Dakota-Building mit Brotbacken und der Erziehung von Sohn Sean verbrachte.

Peter Freestone, von 1979 bis zum Tode 1991 der Personal Assistant von Queens Freddie Mercury, geht wesentlich wohlwollender mit dem verstorbenen Ex-Chef um – selbst wenn er erstaunliche bis haarsträubende Ereignisse aus dem Alltag der Rockdiva zu berichten weiß, die bislang nicht medial ausgewertet wurden. Da sind vor allem Freddies zahllose Liebhaber aus aller Herren Länder, die zumeist kurz eine hervorgehobene Rolle spielen – bis sie von einem Tag auf den anderen wegen irgendeines Vergehens aus dem Bewusstsein Mercurys gelöscht werden. Interessant lesen sich auch die Anekdoten um Begegnungen mit befreundeten Künst-lern wie Elton John, David Bowie, George Michael und Montserrat Caballé. Nicht zu vergessen: der Umgang mit den Bandkollegen von Queen.

Intime Einblicke in Tourneen und Studiosessions, aber auch in Freddies Privatleben vervollkommnen das Bild eines bei allem Talent zutiefst Verunsicherten. Freestones Buch funktioniert als psychologische Analyse seines ehemaligen Arbeitgebers immerhin so detailliert, dass unterm Strich ein Porträt mit nur wenigen Längen entsteht, das Mercurys vielschichtige Persönlichkeit um einiges transparenter macht.

Ross Halfin – Metallica

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RossHalfinMetallica

Abgelichtet: Metallicas famoses Familienalbum.

25 Jahre sind eine verdammt lange Strecke in einem Menschenleben von – sagen wir – durchschnittlichen 75 Lenzen Nettozeit. Fotograf Ross Halfin hat sie gemeistert. Allein mit seinem Talent. Aber vor allem, indem er Metallica von Anbeginn ihrer Karriere in sämtlichen Lebenslagen mit seinen Kameras festhielt. Deren Typen zählt er liebevoll in seiner Danksagung auf, als wären sie nahe Verwandte.

Kein Wunder, dass Halfin auf über 250 schwarzweißen wie farbigen und zum Teil großformatigen Fotos dem US-Quartett so nahe wie wohl keiner sonst kam. Schlagzeuger Lars Ulrich schwärmt in seinem Vorwort, nachdem er zunächst scherzhaft den Bildband als überflüssig bezeichnet, von Halfins phänomenaler Technik: „Er stürzt sich mitten rein… jeder Schweißtropfen, jedes Speichelmolekül, jedes de- platzierte Nasenhaar kommt mit aufs Bild, weil er einfach so verdammt nah dran ist.“

Kirk Hammett formuliert da ein wenig kruder: „Ein bisschen wie Senf: allein scharf, in Begleitung okay… hmmm… ist das zu nett ausgedrückt?“, fragt er verschmitzt, um dann Halfin ein brillantes Zeugnis auszustellen.
Zu entdecken gibt es so einiges im Format 28 x 23. Vor al-lem die Frühphase mit diversen Exzessen einer jugendlich wüsten Combo macht unbändigen Spaß anzuschauen. Sex & Drugs & Rock’n’Roll eben, so wie sich das Klein-Fritzchen aus Hintererbach vorstellt – und wie es ja auch ist. Aber auch die „erwachsenen“ Metallica haben ihre Momente. Extralob erhält Halfin für den Abdruck des Faxes eines Konkurrenzfotografen, der ihn aus Neid aufs Übelste beschimpft.

John Lennon – In seiner eigenen Schreibe

john lennonLiverpooler Dadaismus: neu übersetzt & immer noch lustig.

„Es war einmal ein Mann, der teilweise Dave war…“: Mit diesen Worten begann und beginnt John Lennons erste Geschichtensammlung, die 1964 ihre Premiere feierte. Sinn? Nicht immer zwingend vorhanden. Spaß? Jede Menge. Wofür allein schon Wortschöpfungen wie „Sargileg“, „Chlorozont“ und „wunderfaul“ sorgen. Albern ist das, schön albern, und wer über Monty Python so gar nicht lachen kann – solche Menschen soll’s wirklich geben –, der wird auch Lennons bizarre Gedankenströme nicht unbedingt goutieren. Die neue Übersetzung unterscheidet sich nicht großartig von der ursprünglichen, nur wurden die Namen diesmal konsequenterweise eingedeutscht, weshalb Eric Hearble nun Erich Hingerl heißt.

Das Schlusswort überlassen wir jetzt aber dem „Verfasler“: „Gott säge und verhüte Euch“.

Uwe Schleifenbaum – She Loves You-Beatles, Stones & der ganze Rest

AZ_kreativwirt_A4_10Werkschau der 60er-Popkultur – inklusive leisem Humor.

Man muss schon richtig hingucken: Titel und Cover des ersten Buchs von Classic Rock-Redakteur Schleifenbaum führen zunächst etwas in die Irre: Nicht das 1000. Buch über die Fab Four, auch keine Bandhistorie einer anderen Sixties-Kapelle und erst recht keine Enzyklopädie soll SHE LOVES YOU sein, sondern, so schreibt es der Autor im Vorwort, ein „Appetitanreger auf die Popmusik der 60er“. All solcher funktioniert der Band prächtig – und er liefert durchaus noch eine Menge mehr: Mit enormer Sachkenntnis wird hier eine Gesamt-schau der Popkultur der 60er entfaltet, die von den Teddy-Boys über die sexuelle Revolution bis zur Erkundung des Weltalls keinen wesentlichen Aspekt auslässt.

Angenehmerweise kommt die Faktenfülle und sehr systematische Betrachtung in unterhaltsamem Gewand daher – der leise Humor des Autors zieht den Leser so unmerklich in seinen Sog, dass dieser vor lauter Lesevergnügen gar nicht merkt, wie er schlauer wird. Nur in einer Hinsicht straft sich das Buch leider selber Lügen: Der arg biederen Optik merkt man nicht an, dass es in den Sechzigern auch grafisch eine Poprevolution gegeben hat.

Frank Zappa – AN EVENING WITH FRANK ZAPPA DURING WHICH…THE TORTURE NEVER STOPS

zappa, frankGenie und Wahnsinn. Live.

Diese Show könnte auch unter dem Titel „Der Wahnsinn hört gar nicht auf“ firmieren –denn was Meister Zappa und Band auf die Bühne stellen, geht über die Grenzen eines rein musikalischen Konzerterleb­nisses hinaus. Ein Kuriositäten-Kabarett aus Fusion-Versatz­stücken, experimentellem wie durchgeknalltem Jazz-Rock plus politischer und dadaistischer Poesie. Unver­gleichbar Zappa eben. Und doch gibt es ein paar Besonderheiten, die diesen 24 Song starken Gig hervorstechen lassen. Ursprüng­lich an einem Halloween-Abend in New York 1981 für den damals noch blutjungen und seinem Namen programmatisch folgenden Sender MTV aufgenommen, kommt das Material in besserer Qualität daher als die meisten Aufnahmen aus dieser Zeit – schließlich waren miese VHS-Mitschnitte das Maß aller Dinge.

Die 2010er-DVD-Aufarbeitung ist ebenfalls gelungen: Die Bildqualität stimmt, da das Fernsehformat zugrunde liegt, und der Ton wurde in einem soliden Stereo-Mix verarbeitet. Und die zweite Besonderheit dürfte die Chance sein, einem blutjungen Steve Vai mit der Erkenntnis auf die Finger zu schauen, dass das Gitarren-Genie schon immer wie ein Verrückter spielen konnte.

V.A. – LIVE AT WACKEN 2009: 20TH ANNIVERSARY

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live at wackenMetal-Vollbedienung zum Geburtstags-Fest(ival).

Zum 20-jährigen Jubiläum lässt sich das international größte Metal-Festival nicht lumpen und präsentiert sich auf dieser Dreifach-DVD-Rückschau vom letztjährigen Wacken:Open:Air von seiner besten Seite: hervorragende Ton- und Bildqualität, dynamisch geschnitten und mit der Kamera immer ganz nah dran am Geschehen. Zudem gibt es hier satte 513 Metal-Minuten für verhältnismäßig kleines Geld.

Während die beiden ersten DVDs den kompletten Wochenend-Wahnsinn mit je einem Song pro Band wiedergeben, gewährt die dritte Disc mit Interviews (plus weiteren Live-Tracks) auch einen Blick hinter die Kulissen. Neben D-A-D, Grand Magus, Motörhead, Pentagram, Saxon, Doro und der Premiere von Trouble mit Kory Clarke befindet sich mit ›Neon Knights‹ von Heaven & Hell auch der letzte deutsche Festival-Auftritt von Ronnie James Dio im Highlight-Programm – was diese Aufzeichnung historisch noch wertvoller macht. Fazit: Nur Dabeisein ist schöner.

Steven Wilson – INSURGENTES-THE DVD

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wilson, steven

Nachdenklich: die etwas andere Musikdokumentation.

Dieser Film war ursprünglich als kleine Beilage zur letztjährigen Solo-CD des Porcupine Tree-Frontmannes konzipiert, entwickelte aber eine Eigendynamik, wurde immer auf-wändiger und liegt nun als kunstvolle und unkonventionelle DVD mit 80 Minuten Spielzeit vor. Die kraftvolle, extrem düstere, psychedelische Bildersprache und die wirre Kameraführung faszinieren, verstören und sind anfangs nur schwer zu fassen.

INSURGENTES – THE DVD präsentiert interessante Begebenheiten aus Steven Wilsons Leben. So zeigt er seine Schule im tristen Londoner Vorort Hemel Hempstead, berichtet von seiner ersten Band Paradox, seiner Faszination für Züge und seiner Liebe zu Israel. Ein Treffen mit seinem Blackfield-Kollegen Aviv Geffen, die Cover-Artwork-Diskussion mit Mikael Akerfeldt von Opeth und Jonas Renke von Katatonia und Ausschnitte eines Gigs seines Projektes Bass Communion in Belgien bieten weitere ungewöhnliche Impressionen. Die Grundaussage dieser DVD ist jedoch eine andere, nämlich die Kritik an der Oberflächlichkeit, mit der heute Musik konsumiert wird.