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Start Blog Seite 1272

Vorspiel: Petter Calrsen

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Dass Skandinavien viele kreative Musiker hervor- bringt ist kein Geheimnis. Auch Petter Carlsen zählt zu ihnen. Der junge Musiker aus dem Norden Norwegens ist ein Meister gefühlvoller Klänge. Während sein Debüt YOU GO BIRD nur in seiner Heimat veröffentlicht und dort große Erfolge feiern konnte, kommt sein Zweitling CLOCKS DON’T COUNT nun auch endlich ins restliche Europa.

„Ich hätte nie gedacht, dass YOU GO BIRD Erfolg haben könnte“, gibt der junge Singer/Songwriter zu. „Ich meine, das war mein Debüt und ich hatte keine Ahnung, was ich von all dem halten sollte. Ich habe Jahre an diesem Album gearbeitet und war glücklich, dass es auch anderen gefiel. Und ich freue mich darüber und bin stolz, dass CLOCKS DON’T COUNT nun einer größeren Menge an Menschen zugänglich gemacht wird.“

Seine Einflüsse sind vielfältig und zum Großteil auch um einiges härter, als es sein eigener Sound vermuten lässt. „Ich hörte schon immer viel Rock und Heavy Rock“, grinst der Norweger. „Mit dieser Musik habe ich gelernt, selbst Musik zu machen. Einer der wichtigsten Songs aller Zeiten für mich ist Metallicas ›Fade To Black‹. Und eine weitere große Inspirationsquelle sind Anathema. Ihr Album ETERNITY zog sozusagen in meinem CD-Player ein und verbrachte dort eine sehr lange Zeit.“ Deren Sänger und Gitarrist Vin- cent Cavanagh singt auch auf Petters Song ›Built To Last‹. „Wir lernten uns im Tourbus kennen”, erklärt Carlsen die Zusammenarbeit. „Ich begegnete erst Danny Cavanagh. Er spielte in Oslo und ich drückte ihm spontan meine EP in die Hand. Ein paar Wochen später schrieb er mir eine Mail und sagte, dass ihm meine Musik sehr gefalle. Und plötzlich war ich Support-Act ihrer ‚We’re Here Because We’re Here’- Tour.“

Doch Carlsen braucht im Grunde keine Hilfe, um gefühlvolle und bewegende Songs zu schreiben. „Die Ideen brechen meistens einfach aus mir heraus“, lacht er. „Manchmal kommt alles auf einmal, manchmal nur einzelne Puzzleteile. Ich schreibe am liebsten nachts, wenn die Zeit keine Rolle spielt wenn ‚clocks don’t count’“.

 

Vorspiel: Ihsahn

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Mit Emperor schrieb der norwegische Gitarrist und Sänger Vegard Sverre Tveitan alias Ihsahn Extrem-Metal-Geschichte, nach deren Auflösung etablierte er sich als einer der interessantesten neuen Prog-Musiker. Drei Alben, alle mit „A“ beginnend, veröffentlichte er vor EREMITA, dem aktuellen Werk: THE ADVERSARY, ANGL und zuletzt AFTER, drei Alben, die er als „Trilogie“ bezeichnet. Mit der Ansage, danach sei alles offen – was, wenn man EREMITA hört, auch einschließt, einfach da weiterzumachen, wo AFTER endete. „Ja, diese Aussage war vielleicht eher irreführend. Nach sowas erwarten viele immer etwas heroisch anderes, einen radikalen Bruch“, lacht Ihsahn. „Wobei der Rahmen für dieses Album, also das Szenario, das der Musik zugrundeliegt, tatsächlich radikal anders ist als bei AFTER. Musikalisch hingegen schließt es ziemlich an das an, was ich auf dem letzten Album gemacht habe.“

Gerade die Freiheit, sich nicht neu erfinden zu müssen, beflügelte den 36-Jährigen. „Die ,Trilogie‘, also die ersten drei Soloalben, hatten vor allem die Aufgabe, für mich persönlich eine neue Metal-Plattform zu definieren. Ich hatte bei Emperor mehr und mehr das Gefühl, dass mir mein eigenes Kind aus dem Arm genommen wird und sich unter dem abstrakten Mantel einer ,Kultband‘ verselbstständigt. Deswegen begann ich mit THE ADVERSARY, mir den Heavy Metal wieder anzueignen – mit teils sehr traditonellen, Maiden-beeinflussten Riffs. ANGL und AFTER haben diesen Prozess abgeschlossen, indem ich mehr und mehr eigene Noten einbrachte und letztlich aus der Neudefintion für mich meinen neuen Stil entwickelte.“

Während AFTER, so Ihsahn, vor allem die cinematografischen Aspekte seiner Musik herausstellte, sei EREMITA „introvertierter und psychologischer. Die Stimmung des Albums ist wie ein Film Noir, ein Mann auf der Flucht vor etwas Unausgesprochenem – es hat ein Gefühl vager Bedrohung.“ Ihsahn beginnt grundsätzlich mit einem derartigen, meist ziemlich abstrakten Drehbuch im Kopf. „Darauas ergibt sich die Palette, mit der ich die Songs komponiere“, erklärt er. „Ich möchte Alben erschaffen, die Abwechslung bieten, schnelle und langsame Songs, extrem technische und eher simple, aber dabei als Ganzes zusammengehören. Um dieses kreative Ziel zu erreichen, ist so ein Scrapbook, ist diese Festlegung auf ein bestimmtes Szenario, enorm hilfreich.“

Interessant ist auch der eigentliche Kompositionsprozess. Ihsahn gilt als einer der innovativsten modernen Gitarristen – aber das „Gitarrenheldentum“ verkneift er sich in seinem Studio konsequent: „Ich schreibe alles auf der Gitarre, aber bis zu den abschließenden Aufnahmen benutze ich für die Gitarre einen MIDI-Klaviersound. Die Idee dahinter ist folgende: Wenn das Material auch in diesem Gewand Atmosphäre und Dynamik hat, muss es funktionieren.“ Es sei eben Kompositionsarbeit – durch aus im klassischen Sinn: „Nicht umsonst haben klassische Komponisten immer ein Klavier. Auf ihm hört man Akkordstrukturen einfach am besten und man kann beurteilen, ob die Grundstruktur eines Songs etwas taugt. Natürlich ist es verlockend, schon beim Song- schreiben die expressiven Elemente, die man mit der E-Gitarre erzeugen kann, als tragenden Teil eines Songs einzubauen aber es ist auch sehr gefährlich, weil sich das Besondere an ihnen oft nur schwer rekonstruieren lässt. Insofern bevorzuge ich einen cleanen Kompositionsprozess und lasse mich dann gehen, wenn diese Kompositionen zum dem werden, was schließlich auf der CD landet.“

 

Vorspiel: Gun

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Es gibt Bands, die sich reformieren, ohne dass man je mitbekommen hatte, dass sie sich aufgelöst oder noch schlimmer je existiert haben.

Außerhalb der Britischen Inseln wird es wohl vielen so gehen, wenn man den Bandnamen Gun erwähnt, schließlich waren sie vornehmlich in ihrer Heimat angesagt. Gibt man jedoch den Hinweis auf die famose Coverversion von Cameos Überhit ›Word Up!‹, mit der die Schotten auch bei uns in die heavy rotation kamen, wissen die meisten Rockfans, von wem die Rede ist.

Wobei es etwas unfair ist, Gun ausgerechnet auf den einen Hit zu reduzieren, der nicht aus ihrer Feder stammte. Damals, Anfang bis Mitte der neunziger Jahre, konnten sie nämlich mit ihren Alben GALLUS (1992) und SWAGGER (1994) Kritiker wie Fans gleichermaßen mit frischem, unverbrauchtem, jegliche Grunge-Einflüsse abwehrendem Powerrock begeistern. Live waren die Gizzi-Brüder und ihre Band eine sichere Bank, die auch in Deutschland auf eine treue Fangemeinde zählen konnte.

Doch wie so oft war der Hype nicht von Dauer. Nach dem Quasi-Durchbruch mit SWAGGER ebbte das Interesse an der Band ab, bis man 1998 schließlich die Auflösung bekannt gab und sich anderen Projekten widmete.

Diese waren offenbar nicht allzu packend, denn nach zehnjähriger Abwesenheit ohne vorzeigbare Ergebnisse an anderer Stelle wurden Gun 2008 wieder aktiv. Statt der befürchteten Gleichgültigkeit schlug ihnen eine Welle der Begeisterung entgegen, die Reunion-Auftritte wurden zum Triumphzug, der Funke war wieder entzündet.

Nun hätte man sich wohl auf altem Lorbeer ausruhen und als gut gebuchter nostalgia act ein bisschen Spaß mit lukrativen Nebenwirkungen haben können. Doch für die Glasgower war klar, dass man nicht nur bekannte Hits abfeiern, sondern wieder im aktuellen Musik- geschehen mitspielen wollte. Passenderweise heißt das Ergebnis dieser Ambitionen BREAK THE SILENCE, denn hier wird nicht nur ein jahrelanges Schweigen der Band endgültig beendet, das Album tritt auch äußerst forsch auf den Plan und erinnert uns mit Nachdruck daran, wofür man Gun einst so innig geliebt hatte: für ihre unbändige, über- schäumende Energie und hörbare Freude an der Sache. Welcome back!

Vorspiel: Frankie Chavez

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Während Griechenland die Schlagzeilen bestimmt, vergisst man fast, dass Portugal ebenfalls am wirtschaftlichen Abgrund steht. Doch in einem Land, das die Melancholie in Form der berühmten saudade und des noch berühmteren Fado in der Volksseele trägt, macht man einfach weniger Wind um so ein bisschen Krise.

Wundern sollte es jedenfalls niemand, dass die Blues-Musik am Tejo auf fruchtbaren Boden fällt, schließlich ist sie seelenverwandt mit dem Fado und folglich bestens geeignet, um laue Nächte im Bairro Alto zu beschallen. Frankie Chavez tut das auch mit größter Begabung und maximaler Leidenschaft, wie sein neues Album FAMILY TREE belegt. Hier spielt der Multiinstrumentalist wie einer der arrivierten Granden des Genres, aber lässt seine Heimat nicht außen vor: Welcher US-Blueser nimmt schon die klassische portugiesische Gitarre in die Hand?

So schafft Frankie Chavez seine ganz eigene Version des Bluesrock, die Folk und moderne Einflüsse ebenso zulässt wie einen unverhohlenen Enthusiasmus, den so mancher Delta-Fundi schon als Sakrileg empfindet. Blues, so viel steht fest, muss eben keine Musik nur für die traurigen Momente sein, sondern darf durchaus auch mal Spaß machen!

Den hat Frankie sichtlich, wenn er auf der Bühne steht, und nachdem er in seiner Heimat schon in ehrwürdigen Hallen auftreten durfte, ist nun auch die Eroberung des Rests der Welt dran. Nach ausgedehnten Konzertreisen durch Portugal führt sein Weg 2012 auch nach Nordamerika, und Europa wartet ebenfalls auf den begnadeten Komponisten und Musiker!

Zeit also für gute News aus der südwestlichsten Ecke des Kontinents und sollte sich der verdiente Erfolg nicht einstellen, muss eben wieder die saudade ran. Wir wetten jedoch, dass es dazu nicht kommen wird!

Vorspiel: Zodiac

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Blues Rock aus Münster geht und zwar sehr gut. Das beweisen Zodiac, eine aus den beiden dort ansässigen Gruppen Rocketchief und Long Distance Calling neu zusammengesetzte Truppe. Komplettiert wird der westdeutsche Vierer von Sänger und Gitarrist Nick van Delft. Wie es zu der gefeierten 70er Rock-Kombo samt Genre übergreifenden Stileinflüssen kam und was uns mit ihrem Debüt A BIT OF DEVIL erwartet, berichtet Zodiac- Gitarrist Stephan Gall im Gespräch mit CLASSIC ROCK.

Nachdem es um ihre alte Band immer ruhiger wurde, war für Gall und seinen Bassist Robert Kahr klar, was zu tun war. „Robert und ich dachten, das kann es doch nicht gewesen sein und so haben wir uns umgesehen“, so Gall. In LDC-Schlagzeuger Janosch Rathmer, den Gall bereits aus früheren Metal-Zeiten kannte, und Eat The Gun-Frontmann van Delft fanden die beiden die perfekten Gespielen für einen urigen und dennoch frischen Sound.

Durch die Einflüsse, die jeder der vier Münsteraner mitbrachte, entstand eine Mischung, die in der Musikpresse auf großes Lob stieß. „Wir schreiben die Songs alle mit- einander. Auch Janosch bringt sich stark mit ein. Er ist ein Drummer mit einem sehr großen musikalischen Verständnis. Von Nick kommt ganz klar der Blues und ich stamme aus der Metal-Ecke. Nur wenn wir alle mit einem Song zufrieden waren, kam er auf das Album. So wollten wir zugleich die große Bandbreite und eine gute Qualität gewährleisten“, erklärt Gall.

Die Begeisterung der Kritiker über die EP des vergangenen Jahres ging so weit, dass im Zusammenhang mit Zodiac so überirdisch große Namen wie Led Zeppelin, Pink Floyd und Queens Of The Stone Age genannt wurden. „Als wir erst einmal gejammt und entschieden hatten, dass wir etwas aufnehmen wollten, hatte ich schon das Gefühl, dass die ganze Sache etwas kann. Dass es aber so gut ankommen würde, konnten wir nicht ahnen. Das wäre ja auch ein wenig überheblich gewesen. Überhaupt weiß man nie, ob und warum etwas gut ankommt“, so der bodenständige Gitarrist.

Mit all den Lorbeeren im Gepäck ging es dann für Zodiac in diesem Jahr an ihren ersten Langspieler. Ihr Erst- lingswerk nahmen sie mit Martin Meinschäfer in dessen Megaphon Tonstudios auf, wo er bereits mit der Blues- Größe Henrik Freischlader gearbeitet hatte. “Wir kannten seine Arbeit und so fragten wir bei ihm an. Freunlicherweise machte er für uns einen Termin frei. Er fand das Demo cool und meinte, er habe Bock darauf“, erinnert sich Gall.

Was dabei entstand die acht Songs auf A BIT OF DEVIL – hat großes Potenzial. Dennoch ist Gall lange genug im Musikgeschäft, um nicht verklärt nach vorne zu blicken: „Ich möchte meine Erwartungen einfach nicht zu hoch schrauben, damit ich dann nicht zu sehr enttäuscht werde.“

So gelassen Stephan Gall ist, so entspannt wollen Zodiac auch ihre nähere Zukunft angehen. Ihnen ist klar, dass ihr Schlagzeuger Janosch, der mit Long Distance Calling eine gut laufende Band hat, nicht immer Zeit haben kann. „Bisher haben wir von dem bekannten Namen ja auch eher profitiert“, das ist Gall klar. Während andere Bands alle Möglichkeiten nutzen, um live zu spielen, wollen Zodiac sorgfälltig auswählen. „Wir müssen nicht jedes Wochenende in einem anderen Jugendtreff auftreten. Wir wollen darauf achten, dass das Ambiente und das Umfeld stimmt. Nach einigen Festivals im Sommer wollen wir im Herbst dann auf unsere erste Tour gehen“, so die Pläne der Vier.

 

Vorspiel: Ulver

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Die Wölfe heulen wieder! Nachdem Ulver 2011 mit WARS OF THE ROSES ein gefeiertes Album voll dunkel-intensiv schimmernden Abspace-Indie-Artpops ablieferten, sind die exzentrischen Norweger um Vordenker Kristoffer Rygg nun in noch erdfernere Sphären aufgebrochen: die Hochzeit des Psychedelic Rock der sechziger und siebziger Jahre. Eine Phase, die es Kris besonders angetan hat, denn er ist mit solcher Musik im Plattenschrank seiner Eltern aufgewachsen. Und wer scheinbar mühelos von Black Metal über Folk und Ambient-Gewaber zu Edelpop und Multimedia-Installationen so ziemlich alle anspruchsvollen Kunstrichtungen und Musikgenres bedient hat, der kann eben auch mal ein Covers-Album voll obskurer Hippie-Perlen, von denen nie jemand gehört hat, in die Welt setzen. No risk, no fun!

Aber Spaß macht dieses Werk mit dem sperrigen Titel CHILDHOOD‘S END – LOST & FOUND FROM THE AGE OF AQUARIUS durchaus. Faszinierend ist dabei nicht nur die Tatsache, dass so gut wie niemand die Originale kennt, sondern auch, dass sie niemand kennt, obwohl sie teils von sehr namhaften Acts jener Zeit stammen. Jefferson Airplane, die Byrds, Troggs, Pretty Things oder Beau Brummels fanden sich absolut in höheren Chartregionen und gingen mit unsterblichen Klassikern in die Rockgeschichte ein ihre hier versammelten Stücke sind hingegen fast nur Die-hards ein Begriff. Zu Millionensellern werden sie auch nach der Ulver-Generalüberholung nicht aber zu einem charmant abgehobenen Sammelsurium der Verschrobenheit, das mit gewohnt sakraler Atmosphäre perfekt in die eklektische Diskografie der nordischen Grenzgänger passt.

Vorspiel: H-Blockx

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Kurz und knapp HBLX heißt das mittlerweile siebte Studioalbum der größten Crossover-Kapelle, die Deutschland in den neunziger Jahren zu bieten hatte. Seit zwei Jahrzehnten gibt es jetzt die H-Blocks. Für einige Zeit ging man sich aus dem Weg. Dennoch war die Band nie aufgelöst. Nun fanden sich die H-Blockx wieder zusammen und besonnen sich auf ihre Wurzeln. Das drückt auch der auf den ersten Blick etwas kryptische Albumtitel aus. HBLX war die Abkürzung, mit der sie in den Anfangstagen ihre Tonbänder beschrifteten. Im Interview mit CLASSIC ROCK zeigt sich Sänger Henning Wehland nachdenklich und euphorisch zugleich.

„Ich glaube, dass es schon viele Leute gibt, die von der Platte überrascht sein werden“, freut sich Wehland über eine ganz neue Seite seiner Band. „Wenn ich dieses Album aus der Sicht eines Fans betrachte, denke ich mir: Scheiße, so hätten eigentlich alle Platten klingen müssen.“

Besonderen Wert legen die Blx darauf, zu betonen, wie niedrig ihre Erwartungen an mögliche Verkäufe von HBLX sind. „Die Erfahrungen der letzten 20 Jahren haben mir gezeigt, dass man eine Platte wie TIME TO MOVE, die eineinhalb Jahre in den Charts ist und sich 800.000 mal verkauft, schwer zu wiederholen ist. Wenn das passieren sollte, wäre das natürlich mega. Wenn es nicht klappt, kann ich auch damit umgehen.“

Egal, wie es nun kommen mag, für Henning Wehland zählt besonders eins: „Es ist ganz klar eine Platte, auf die ich stolz bin.“ Und so blickt Wehland auch gerne auf die kommenden Monate: „Wir haben jetzt einen langen Festival-Sommer vor uns. Unsere Tour ist geplant. Ich finde, das hat jetzt alles Hand und Fuß und alle haben das Gefühl, da geht wieder was.“

Auch wenn sich die vier Münsteraner ab und an in persönlichen Konflikten verloren hatten, war die Bühne der Ort, an dem sie sich wieder zusammenrauften. „Live waren die H-Blockx immer eine Bank. Des- halb freue ich mich umso mehr über das neue Material, weil es sich live so gut umsetzen lässt.“

HBLX hat Tinte, Gudze, Steddy und Henning in neuen Schwung versetzt. So lässt Wehland dann auch verlauten: „Ein ‚Wir lösen uns auf und spielen unsere letzte Tour‘ wird es bei uns nie geben. Das Potenzial immer weiter zu bestehen ist bei uns da. Ich kann mir sogar vorstellen, noch in diesem Jahr nochmal ins Studio zu gehen.“

 

Vorspiel: Kopek

Schneller Ruhm ist nicht das Metier von Dan Jordan und seiner Band Kopek. WHITE COLOR LIES mag das Debütalbum der Iren sein, doch niemand kann ihnen vorwerfen, übereilt ein unausgegorenes Produkt auf den Markt zu werfen die Anlaufphase betrug satte zehn Jahre. „Wir wollten erst mal unsere Fähigkeiten verbessern, unser Talent zu etwas Feinschliff verhelfen, bevor wir unsere erste Platte aufnehmen. Also tourten wir jahrelang durch die Welt und verdienten uns unsere Sporen. Es war uns wichtig, dass wir absolut bereit waren, unser Bestes zu geben, als die Zeit gekommen war, ins Studio zu gehen!“

Ein bewundernswertes Arbeitsethos, das sich ausgezahlt hat, denn niemand würde auf den Gedanken kommen, WHITE COLLAR LIES sei ein Debüt. Mit sicherer Hand liefern Kopek eine süffig süchtigmachende Rockgranate nach der nächsten ab, wandeln selbstbewusst durch alle Strömungen härterer Gitarrenmusik der letzten 40 Jahre, mixen Grunge- Elemente mit Sleaze, Stonerrock, Glam und einer großen Portion 70s-Led Zep-Groove, um ein zeitloses Gebräu von unleugbarer Potenz zu kredenzen. Mit ›Love Is Dead‹ ist mindestens ein Hit darunter, der, nach ersten Erfolgen in der nordamerikanischen Radioland- schaft, den Weg zu weltweiter Anerkennung ebnen dürfte.

Was nicht nur in musikalischer Hinsicht ein Gewinn wäre, denn Dan hat nicht vor, mit inhaltsleerem Gepoltere berühmt zu werden. Wie schon der Titel (in etwa „Lügen der Oberschicht“) andeutet, wird hier mit Botschaft gerockt. „Ja, wir werden immer wieder belogen von denen, die am Ruder sitzen. Das Thema bewegt mich schon immer, also muss ich mich dazu äußern. Die Dinge in unserer Gesellschaft sind so gewaltig schief gelaufen, dass es niemand leugnen kann. Aber alle sind so apathisch, dass sie glauben, nichts ändern zu können. OK, ich bin nicht so naiv, zu glauben, eine Band können etwas bewegen. Aber ich glaube an die Kraft der Musik: Sie kann viele völlig verschiedene Menschen einen und für eine Sache mobilisieren. Diese Hoffnung habe ich nicht aufgegeben.“ Hauptsache, es vergehen nicht weitere zehn Jahre bis zur nächsten Kopek-Platte!