Nazareth – Harte Arbeit und ehrliches Interesse

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Als letztes Lebenszeichen der seit 2002 unverändert zusammenspielenden Besetzung mit Dan, Pete, Gitarrist Jimmy Murrison und Drummer Lee Agnew erscheint nun ROCK’N’ROLL TELEPHONE, mit dem Dan nach 23 Alben seine Abschiedsvorstellung am Mikrofon von Nazareth gibt. Obwohl von vornherein klar war, dass dies die letzte gemeinsame Platte sein würde, schwört er, dass er das Album nicht anders angegangen ist: „Ich bin an die Aufnahmen genauso herangegangen wie bei allen Platten zuvor auch. Ich hatte allerdings das Gefühl, dass es bei den übrigen Jungs in der Band anders war. Die Songs, die sie geschrieben haben, und die ganze Vorgehensweise waren schon ziemlich auf mich zugeschnitten. Natürlich würden sie das nie zugeben, aber irgendwie werden sie sich wohl schon gedacht haben: ‚Okay, lass uns diese Platte für Dan machen!‘ Sie haben sehr genau darauf geachtet, dass ich bei jedem einzelnen Song gut klinge und gut in Szene gesetzt werde. Dafür werde ich ihnen auf ewig dankbar sein. ROCK’N’ROLL TELEPHONE deckt das gesamte Spektrum dessen ab, was Nazareth für mich bedeuten. Es ist für mich deshalb ein extrem persönliches Album geworden.“ Herausgekommen ist eine kompakte Hard-Rock-Platte mit metallischen Tendenzen, die den bluesigen Sound der Frühphase der Band weitestgehend ausklammert, und natürlich dürfen auch einige balladeske Töne nicht fehlen, bevor ›God Of The Mountain‹ den perfekten Schlusspunkt setzt, in dem alle Tugenden der Band anklingen. Einige betont modern produzierte Nummern sorgen derweil dafür, dass Nazareth auch mit ihrem neuen Album nach vorn blicken – so, wie sie es immer getan haben.

Entstanden ist ROCK’N’ROLL TELEPHONE in knappen sechs Wochen. Auch das spiegelt die Arbeitermentalität wider, die sich das Quartett bis heute erhalten hat. „Jetzt mal ganz ehrlich: Das Album hat nur 13 Songs – wie lange will man daran denn arbeiten?“, fragt Dan rhetorisch. Für den Bandgründer schließt sich mit dem neuen Werk das Kapitel Nazareth. Seine alten Bandkollegen haben derweil einen Nachfolger für ihn gefunden. Linton Osbourne heißt der Sänger, der in die großen Fußstapfen treten wird. „Er ist ein guter Typ!“, sagt Dan über den 41-Jährigen, der bislang ein unbeschriebenes Blatt war, aber immerhin wie sein Vorgänger in der Gegend um Dunfermline aufgewachsen ist. „Er hat natürlich jetzt unglaublich viel zu stemmen, denn gerade in den Medien herrscht ja die Meinung vor, dass es Nazareth ohne mich nicht geben kann. Dabei ist es mir immer ausschließlich um die Musik gegangen, und es wäre doch schade, wenn es mit der Musik nicht weitergehen könnte, nur weil ich nicht mehr dabei bin.“ Doch zumindest im Publikum wird man Dan auch in Zukunft bei Nazareth-Konzerten sehen können: „Von den Proben habe ich mich ferngehalten, weil ich dachte, das würde den Druck nur unnötig erhöhen, aber wenn die Jungs bühnenreif sind, werde ich sie mir natürlich anschauen, und zwar bei jeder Gelegenheit, die sich bietet!“

NazarethDAN MCCAFFERTY: NEUE HERAUSFORDERUNGEN

Seine Bühnenkarriere musste Dan letzten Sommer beenden, seine Musikerkarriere soll aber deshalb noch lange nicht zu Ende sein. Neben dem Hintertürchen weiterer Studioaufnahmen mit Nazareth stehen Solo-Veröffentlichungen und Gastauftritte auf den Platten anderer Künstler im Raume. „Ich werde auch in Zukunft jede sich mir bietende Chance nutzen, um ins Studio zu gehen“, sagt er fast schon trotzig. „Ich bin mir nicht sicher, wer einen in die Jahre gekommenen Rock’n’Roll-Sänger auf seiner Platte dabeihaben möchte, aber falls sich jetzt jemand angesprochen fühlt – ich stehe bereit!“[/tcsublocker]

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