Meat Loaf: Über Eigenheiten, Erfolg und Erfahrungen

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Meat Loaf: Über Eigenheiten, Erfolg und Erfahrungen

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meat loafVon Urin als Wundermittel gegen Stimmverlust hält Meat Loaf ebenso wenig wie von Menschen, die Flaschen auf Musikerinnen werfen. Zudem weiß er heute auch ganz genau, in welche seiner Platten er besser kein Geld investiert hätte.

(Ein Artikel aus unserem Archiv aus dem Jahr 2016)

Geboren wurde er als Marvin Lee Aday. Später hat er seinen Vornamen in „Michael“ ändern lassen. Aber eigentlich kennt ihn die Welt nur als Meat Loaf. Seine Freunde hingegen nennen ihn schlicht „Meat“. Der Mann aus Dallas, Texas, ist spätestens seit 1977 jedem Rockfan ein Begriff. Mit BAT OUT OF HELL hat er eines der erfolgreichsten Alben des Genres veröffentlicht, über 43 Millionen Mal ist die Platte bis heute verkauft worden. Eine Leistung, die man nicht so einfach toppen kann. Daher wird sich Meat Loaf schwer tun, mit seinem jüngsten Werk BRAVER THAN WE ARE auch nur annähernd an diese Zahl heranzukommen. Das Gute daran: Er weiß das auch. Daher gibt er einfach sein Bestes. Mit 69 Jahren ist er entspannt genug, nicht mehr jedem Ruhmhappen hinterherhecheln zu müssen.

Meat, denkst du, du schaffst es, den Erfolg von BAT OUT OF HELL noch einmal zu wiederholen oder sogar zu toppen?
Ich denke gar nicht in solchen Dimensionen. Es gibt nur eine Sache, die ich tun kann: zu versuchen, dieselbe Integrität zu erreichen wie damals. Es ist mir seither nie wieder gelungen. Jetzt zum ersten Mal wieder – und ich habe eine verdammt lange Zeit dafür gebraucht.

Es gibt eine Menge Gerüchte um dich und deine Eigenheiten. Eines davon stammt aus den Achtzigern und besagt, dass du Urin getrunken hättest, um deine Stimme zu stärken. Wahr oder falsch?
Falsch. Jim Steinman [,der als Komponist bei u. a. BAT OUT OF HELL mitarbeitete,] hat diese Story im Übrigen in die Welt gesetzt. Diese Art von Humor ist genau nach seinem Geschmack…

Würdest du deine eigene Pisse trinken, um deine Stimme zu retten?
Aber selbstverständlich, da muss ich keine Sekunde überlegen!

Eine andere gemeine Frage: Wer von beiden ist besser – Hugh Laurie als Piano­spieler oder Jack Black als Sänger?
Ihr glaubt doch wohl nicht allen Ernstes, dass ich diese Frage ernsthaft beantworte, oder? Pah! Da könnte ich auch gleich Äpfel mit Orangen vergleichen. Nein, nein, so nicht. Aber eines kann ich euch verraten: Jack Black war im Studio selbstbewusster als Hugh Laurie. Hugh ist nämlich ziemlich nervös gewesen. Falls das bei Jack auch der Fall gewesen sein sollte, so konnte er das zumindest ziemlich gut verbergen… Jedenfalls haben sich beide echt den Arsch aufgerissen für ihre Parts [auf HANG COOL, TEDDY BEAR von 2010], das möchte ich hier noch betonen.

„Ich weiß, dass es sich wie ein Klischee anhört, aber für mich zählt wirklich nur der Moment. Jede Sekunde ist wichtig.“

Du bist 1988 beim Reading Festival mit Flaschen beworfen worden und hast die Bühne verlassen. Was war heftiger verletzt: dein Gesicht oder dein Stolz?
Keines von beiden. Das war das einige Mal, an dem ich während einer Show von der Bühne marschiert bin. Denn anfangs bin ja nicht ich, sondern Bonnie Tyler, die mit mir aufgetreten ist, beschmissen worden. Sie wurde übel am Auge getroffen. Das konnte ich nicht auf uns sitzen lassen, also habe ich die Leute angeschrien, was das denn sollte. Und dann erst sind sie auf mich losgegangen. Die logische Konsequenz war, die Show sofort abzubrechen. Wenn ich den Typen erwischt hätte, der Bonnie das angetan hat, würde er heute noch am Stock gehen, so viel steht fest…

Was kann Meat Loaf, was niemand sonst schafft?
Alles mögliche! Es gibt nur eine Ausnahme: alles, was mit handwerklichen Tätigkeiten zu tun hat, ist nichts für mich. Ich könnte zwar in der Not einen platten Reifen wechseln, aber ich ziehe es trotzdem vor, den Pannendienst zu holen.

Welchen Moment würdest du als Tiefpunkt deiner Karriere bezeichnen?
Die letzten Monate des Jahres 2007. Alles um mich herum erschien mir nur noch schwarz. Es gab nur noch Negatives zu vermelden. Was ich durchgemacht habe, würden die Leute noch nicht mal Osama Bin Laden an den Hals wünschen.

Verrate uns deine besten und schlimmsten Drogenerfahrungen!
Am beschissensten sind Steroide. Sie machen einen unglaublich aggressiv. Man würde am liebsten in den nächsten Zoo marschieren und dem Löwen im Gehege den Kopf abreißen. Die beste Droge ist Nikotin. Obwohl Rauchen schlecht für den Körper ist und ich nicht vorhabe, wieder damit anzufangen, hat es mir doch tierisch Spaß gemacht, mit John Belushi in einen Club zu gehen, mir eine anzuzünden und dazu ein schönes Glas Jack Daniel’s reinzuziehen.

Erinnerst du dich noch an die fürchterlichste Review, die du je über dich lesen musstest?
Oh ja, und ob! Wir hatten 1978 im Hammersmith Odeon in London gespielt. Und der Bericht darüber im „Melody Maker“ hatte folgende Überschrift: „Fat Out Of Hell“. Es ging nicht in einer Silbe über meinen Gesang oder die Songs oder sonst irgendwas Musikalisches. Nein, es ging dem Schreiber nur darum, im Dreck zu wühlen, denn nur dafür war er gekommen. Und daher wählte er die billigsten und schmutzigsten Phrasen, die man sich nur vorstellen kann.

Deine größte Geldverschwendung?
BAT OUT OF HELL III. Ganz klar.

Auf welche deiner Leistungen bist du richtig stolz?
Ich weiß, dass es sich wie ein Klischee anhört, aber für mich zählt wirklich nur der Moment. Jede Sekunde ist wichtig.

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