Jackson Browne: München, Tollwood (30.06.)

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Jackson Browne: München, Tollwood (30.06.)

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Jackson Browne Photo by Nels IsraelsonGroßes Zelt, noch größere Emotionen

Es sind die kleinen Momente, die einen solchen Abend unvergesslich machen. Etwa der Blick dieses jungenhaften 66-Jährigen, als er sich, beide Hände flach auf die Brust gelegt, tief verbeugt. Fast glaubt man, einen Tränenschimmer in diesen Augen zu erkennen. Knapp drei Stunden hat Jackson Browne im stickigen Konzertzelt des Münchner Tollwood-Festivals auf der Bühne gestanden. Zwei Zugaben hat er mit seiner brillanten Band gegeben, zuletzt das legendäre ›The Load-Out/Stay‹ zelebriert. Und nun steht er da an der Bühnenkante mit diesem gerührten, etwas ungläubigen Blick und sieht in all die glücklichen Gesichter. Wobei die Standing Ovations hier andere sind als bei gewöhnlichen Stadionrockpartys. Stiller, introvertierter sind sie und auf ihre ganz eigene Art dennoch lauter. Dankbarkeit schwingt da mit, auch eine gewisse Fassungslosigkeit, und so mancher reibt sich verstohlen die Augen.
Wie kostbare Kleinode werden die knapp 2000 Zuschauer die Momente dieser Nacht davontragen. Etwa die grandiose Eruption von ›For Everyman‹, nach der dieser Klassiker friedlich wie eine auslaufende Welle in den Bühnenbrettern versickert. Der inbrünstige Gospel, zu dem sich ›The Pretender‹ im feierlichen Finale aufschwingt. Die kleine Unterbrechung, als Browne einen übereifrigen Ordner zurechtweist, der das Tanzen vor der Bühne verbieten will. Und immer wieder diese großartige, gänzlich unaufgeregte und so überaus präzise Band mit dem wunderbaren Greg Leisz (git, lap & pedal steel), dem Gitarristen Shane Fontayne, Bob Glaub (b), Mauricio Lewak (dr) und Jeff Young (org), dazu der stimmgewaltigen Alethea Mills.
Vom entspannten Folk-Groove von ›Barricades Of Heaven‹ über gelegentliche Ausflüge ins Country- und Rockfach (›Looking East‹) und die Byrds-Reminiszenz ›The Birds Of Saint Marks‹ bis hin zu Hits wie ›Running On Empty‹, ›Take It Easy‹ und ›Doctor My Eyes‹, die ihren Schöpfer zu einem der bedeutendsten Songwriter seiner Generation gemacht haben: München erlebte einen Sommernachtstraum und das emotionale Homecoming eines stillen Giganten.

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