Pearl Jam: Berlin, Kindl-Bühne Wuhlheide

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Pearl Jam: Berlin, Kindl-Bühne Wuhlheide

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Pearl Jam liveGewohnt experimentierfreudig und mit Spaß an der Sache, insgesamt aber vor allem emotional bewegend.

Schon beim Vorprogramm ist Eddie Vedder nicht zu bremsen. Er lässt Ben Harper und seinen Alternative-Kollegen zwar ein paar Minuten Zeit, das Publikum von deren Eigenkompositionen zu überzeugen, doch dann stürmt er selbst auf die Bühne. Gemeinsam mit Harper gibt der Pearl Jam-Fronter Queens ›Under Pressure‹ zum Besten. Wenig später kommt er mit seinen angestammten Band-Kollegen Jeff Ament, Mike Mc-Cready, Stone Gossard, Matt Cameron und Boom Gaspar zurück ins Rampenlicht. Und setzt gleich zum nächsten Tribut an: Mit ›Long Road‹ starten die Seattle-Rocker ins Set – und beweisen damit, dass bei ihnen nichts, aber auch gar nichts gesetzt ist. Zwischen BACKSPACER-Stoff (›Got Some‹) und TEN-Krachern (›Why Go‹) machen Pearl Jam keinen Unterschied, sie sehen sich als genreübergreifender Act. Das beweisen sie mit ihrem stilsicheren Mix aus ruhigen Momenten und Mega-Riffern wie ›Even Flow‹. Und auch weitere unerwartete Aktionen stehen auf dem Pearl Jam-Programm: Bei der ungezügelten Version von MC5s ›Kick Out The Jams‹ bekommt der Sechser Verstärkung von Peter Buck und Scott McCaughey (R.E.M.). Danach jedoch verzieht sich die Wut – und macht Platz für handfeste Trauer: Eddie Vedder gedenkt mit zitternder Stimme der Toten, die vor exakt zehn Jahren während des Roskilde-Gigs der Band im Gedränge ums Leben gekommen sind. Ausgelassenes Feiern zu ›Alive‹ und dem abschließenden ›Yellow Ledbetter‹ ist nach dieser Ansage zwar nicht mehr möglich – dafür aber gebührt der Band voller Respekt dafür, dass sie ihre Betroffenheit vor ihren Fans, am heutigen Abend sind es 18.000, so offen zeigen.

 

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