Yes – THE QUEST

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Yes – THE QUEST

Das erste Album ohne ein einziges Originalmitglied

THE QUEST ist das 22. Studioalbum der englischen Progressive-Rock-Pioniere Yes. Es ist das erste mit Bassist Billy Sherwood seit THE LADDER (1999) und das erste seit dem Tod von Original-Basser Chris Squire im Jahr 2015, was es zum ersten Yes-Studio-Output ohne eines der ursprünglichen Mitglieder macht. Bereits vor knapp zwei Jahren begannen Yes, gemeinsam an Material für einen neuen Longplayer zu arbeiten. Nachdem alle Tourneen ab März 2020 wegen der COVID-19-Pandemie verschoben worden sind, wurde die Arbeit daran während des Lockdowns wieder aufgenommen. Die Gruppe tauschte online Ideen aus, bevor sich Gitarrist Steve Howe, Keyboarder Geoff Downes und Sänger/Akustik-Gitarrist Jon Davison in England trafen, um die Songs letztendlich aufzunehmen. THE QUEST wurde von Howe produziert, das erste Yes-Album seit dem 1994 erschienenen TALK (für das damals Gitarrist Trevor Rabin verantwortlich zeichnete), das von einem Mitglied ausgeführt wurde. THE QUEST fühlt sich für das Quintett wie ein Schritt nach vorne an (was sollen sie auch sonst sagen), aber es gibt natürlich ausreichend historische Anspielungen auf die klassischen Yes-Alben der Vergangenheit, jede Menge Retro-Klänge wie der ehrwürdige Hammond-Sound.

›Dare To Know‹ spiegelt Howes Yes-Stammbaum mit einigen klassischen 70er-Jahre-Gitarren-Licks wider und featuret darüber hinaus auch den Einsatz eines kompletten Orchesters, das übrigens auch in ›Minus The Man‹, einer Warnung, dass künstliche Intelligenz keine Seele hat, eingesetzt wird. Der Opener, das dreiteilige ›The Ice Bridge‹, befasst sich mit den Gefahren des Klimawandels, ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch THE QUEST zieht und auch in ›A Living Island‹, dem bereits erwähnten ›Dare To Know‹, in ›Leave Well Alone‹ und ›Music To My Ears‹ aufgegriffen wird. Sherwood und Drummer Alan White haben ihre Rhythmus-Parts in Los Angeles eingespielt. White musste sich dabei nach 43 Jahren Zusammenspiel mit dem verstorbenen Chris Squire erst mal an seinen neuen Takt-Partner gewöhnen. Squire selbst war es, der Sherwood der Band empfohlen hat und als dessen Mentor fungierte. Ein wenig kitschig gerät ›Sister Sleeping Soul‹, der erste Song auf der zweiten CD, wohingegen ›Mystery Tour‹ eine leider nicht wirklich gelungene und vollkommen im Pathos badende Hommage an die Beatles ist.

6 von 10 Punkten

Yes, THE QUEST, INSIDE OUT/SONY

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