Toto: Für die Ewigkeit

Toto PressebildSeit mehr als 40 Jahren ziehen Steve Lukather, David Paich und Co. durch die Musikwelt und sorgen mit ihrem zeitlosen AOR für grandiose Momente. Damit soll jedoch wahrscheinlich bald Schluss sein.

hr aktueller Live-Mitschnitt 40 TOURS AROUND THE SUN enthält noch einmal eine Menge Erinnerungen für die Ewigkeit. Im Zuge der aktuellen Jubiläums- bzw. Abschiedstour erklärt das gut gelaunte Gitarrengenie Steve im Interview mit CLASSIC ROCK, dass er seine Band auch nach all den Jahren nicht als Arbeit, sondern vor allem als ein Stück Familie wahrnehme. „Man kann es so vergleichen: Mit Toto ist das wie nach 40 Jahren Sex mit derselben Frau. Wenn man ab und zu noch eine beeindruckende Reaktion bekommt, dann ist das voll in Ordnung“, lacht er. Mit so viel Erfahrung im Musikbusiness kommt unumgänglich eben auch so manche Weisheit.

Und wenn sich Herr Lukather eines angeeignet hat, dann sind es treffende Metaphern. Zurzeit arbeitet er zusammen mit Regisseur Nigel Coles (bekannt durch die Bruce-Springsteen-Dokumenta­tion „Born To Run“) an einem Biopic über sein Schaffen als einer der gefragtesten Songwriter auf diesem Planeten. „Wir sind gerade noch in der Vorproduktion, aber im Kern soll es um die Zeit von 1977 bis Ende der 90er gehen, als Studiomusiker noch gefragte Arbeiter waren, die quasi in ,echt‘ die Alben mit eingespielt haben, bevor die modernen Maschinen das Ruder in der Musikproduktion übernommen haben.“ Es soll allerdings kein großer Kinofilm à la „Bohemian Rhapsody“ werden, man wolle eher in Richtung DVD gehen und gegebenenfalls über eine Verbreitung via Netflix oder andere Streaming-Anbieter nachdenken.

„Ich bin wirklich verdammt froh und auch stolz, von der und für die Musik zu leben. Man mag es zwar nicht wahrhaben, aber so langsam neigt sich die Ära der großen Rockkünstler dem Ende zu und ich bin mir nicht sicher, ob es jungen Bands noch möglich sein wird, eine Karriere hinzulegen, die Jahrzehnte überdauert.“ Seinem Empfinden nach würden sich viele der modernen Musikproduktionen nicht authentisch anhören, es fehle an Herz und Tiefe: „Es ist ein bisschen so, wie wenn jemand zehn Stück Würfelzucker in einen Kaffee wirft. Der Erstgeschmack mag okay sein, aber nach ein paar Schlucken stellt man die Tasse dann doch lieber weg.“

Bei Toto habe er von Anfang an ein gutes Gefühl gehabt, denn jeder der Vollblutmusiker hatte dasselbe Ziel vor Augen: mit dieser Band etwas Zeitloses erschaffen. In diesem Zuge kommt man natürlich nicht um den Song herum, der die Truppe wohl unsterblich gemacht hat. „Es ist wirklich verrückt, auf was für ein popkulturelles Level ›Africa‹ inzwischen gehoben wurde. Jeden Tag sehen wir neue lustige Memes oder bizarre Coverversionen, in denen der Song auf allen möglichen Gegenständen oder Lebensmitteln wie Obst und Gemüse gespielt wird. Wir lachen uns jedes Mal wieder den Hintern darüber ab, auf was für Ideen die Leute im Internet kommen.“ Diesen riesigen Hype hätte er eigentlich so nie erwartet, da ›Africa‹ für ihn am wenigsten nach Toto klinge. Bis Ende des Jahres stehen noch zahlreiche Shows auf dem Plan, denn Lukather zufolge soll danach wirklich Schluss sein. „Wir sind jetzt zu dem Entschluss gekommen, dass wir doch nicht mehr die Jüngsten sind. Wir alle haben Familien, auf die wir uns mehr konzentrieren wollen.“

Die AOR-Veteranen würden daher umso mehr die nächsten Auftritte sowie die gemeinsame Restzeit mit ihren Fans genießen. Für Steve haben die Gigs in Deutschland einen besonders schmackhaften Reiz, da er selbst deutsche Wurzeln hat und ein großer Freund des bayerischen Biers ist. Und wenn es Toto nicht mehr gibt, sollten die Chancen, Lukather auf dem jährlichen Münchner Oktoberfest zufällig zu begegnen, gar nicht so schlecht stehen.

1 KOMMENTAR

  1. Sie haben es sich verdient,den Ruhestand.Für mich die beste Band…es gibt nichts vergleichlich besseres…Toto forever…

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