Titelstory: Tom Petty – America’s Sweetheart

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Titelstory: Tom Petty – America’s Sweetheart

1968 schließt Petty die Highschool ab und versucht sich ein Jahr am College. Seinem Vater soll er gesagt haben, dass dieser ihn bitte in Ruhe lassen solle, er werde es schon mit 35 Jahren zum Millionär gebracht haben. Darauf angesprochen, grinst Petty: „Das mag ich gesagt haben. Damals glaubte ich daran. Es war mir auch egal. Ich wusste, wenn mein Vater mich machen ließ und ich Musik machen konnte, würde ich sehr glücklich werden.“

1970 wird aus den Epics Mudcrutch. Mit den beiden Toms (Petty am Bass, Leadon an der Gitarre) und dem Drummer Randall Marsh fehlt nur noch ein zweiter Sechssaiter: Mike Campbell wird von Marsh empfohlen, nach nur einem Song (›Johnny B. Goode‹) ist der dünne, ruhige Student aus Jacksonville mit an Bord. Nach dem vergeblichen Versuch mit Jim Lenahan (dem späteren Lichttechniker der Heartbreakers) am Mikro teilen sich Petty und Leadon den Gesang. Mudcrutch werden in Gainesville zu Beginn der 70er eine feste Größe und teilen sich oft die Bühne mit einer anderen neuen Band aus Jacksonville, die sich seit 1969 Lynyrd Skynyrd nennt.

“Ich kenne Tom Petty seit 1977, ein Jahr später waren sie Stars. Hätten sie mich damals gefragt, ich hätte Fleetwood Mac für sie verlassen.” – Stevie Nicks

Als sie sich in Macon/Georgia bei Capricorn Records, dem Label der Allman Brothers, vorstellen, wird ihnen keine große Zukunft bescheinigt, sie klängen zu britisch und ihre Songs seien zu kurz. Petty: „Jede Band versuchte sich mit Slide-Gitarren und langen Jams. Obwohl auch wir die Allmans mochten, war uns das viel zu langweilig.“ Wie klingen Mudcrutch also? Sie versuchen, die sogenannte „British Invasion“ mit den 50er-Jahre-Bands UND dem kalifornischen Country Rock von Buffalo Springfield, den Byrds und den Flying Burrito Brothers zu verbinden. Dort spielt übrigens Tom Leadons älterer Bruder Bernie, der sich später genau wie Felder den Eagles anschließt.

Mudcrutch gehen mit geliehenem Geld in das Studio in Miami, in dem Eric Clapton ›Layla‹ aufgenommen hat, aber sie haben keine Erfahrung. Die Single ›Up In Mississippi‹/›Cause Is Understood‹ floppt und sie müssen weiter in einer Ausziehbude namens Dub’s auftreten, um Geld zu machen. Fünf Gigs pro Nacht, sechsmal pro Woche. Nachdem Tom Leadon gefeuert wird, engagieren Mudcrutch den einheimischen Keyboarder Benmont Tench (geboren 7. September 1953), um den Sound interessanter zu machen. Der erinnert sich an „einen ganz merkwürdigen Sound, eine Mischung aus Country und Rock, mit diesen irren Instrumentalpassagen. Ich hatte eine Menge zu tun, um Toms Gitarren-Parts zu lernen.“

Auch von Mike Campbell ist der Keyboarder angetan, aber nicht nur, weil dieser so gut ist, sondern weil er es nicht zeigt: „Mike hat sein Können nie heraushängen lassen, wie die anderen Gitarristen zu der Zeit. Ihm ging es immer mehr um den Spaß, nicht darum, so schnell wie möglich zu spielen.“

Aber bevor Tench sich voll auf die Musik konzentrieren kann, muss erst dessen Vater, ein Richter, überzeugt werden. Pettys flammendes Plädoyer über das musikalische Talent und die goldene Zukunft der Band überzeugt den Juristen schließlich und er erlaubt seinem Sohn, die Uni zu verlassen. Mit dem Gitarristen Danny Roberts sind Mudcrutch zu fünft und es wird Zeit, etwas zu unternehmen. 1974 sind sie in Gainesville an ihr Limit gekommen.

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