Thundermother: Gen Rock-Olymp

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Thundermother: Gen Rock-Olymp

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Thundermother promo 2020

Vor gut einem Jahr traf man Filippa Nässil von Thundermother im Münchener Backstage zum Interview. Ihre Truppe spielte damals im Vorprogramm von Rose Tattoo und musste sich einer der gewaltigsten Hitzewellen stellen, mit der sich die bayerische Landeshauptstadt in den letzten Jahren konfrontiert sah. Fast 40 Grad maß man draußen, in der Konzerthalle selbst köchelten die hartgesottenen Rockfans vor lauter Wärme in ihren eigenen Süppchen.

„Witzig, dass du das erwähnst. Das war genau der Tag, an dem ich die Lyrics zu ›Heat Wave‹ am Flughafen geschrieben habe“, erinnert sich Sängerin Guernica Mancini an jenen Abend zurück und liefert damit auch gleich die Erklärung für den Titel der neuen Platte HEAT WAVE, bei deren Entstehungsprozess einiges anders lief als auf den bisherigen Alben: „Alle von uns waren ins Songwriting involviert, wir alle konnten unsere kreative Ader einfließen lassen – ich bin eine leidenschaftliche Texterin, Filippa ist eine Meisterin der Riffs und Drummerin Emily ist grundsätzlich total musikalisch.

Außerdem haben wir bei manchen Songs mit Songwritern wie beispielsweise Soren Andersen zusammengearbeitet, was für uns komplett neu war. Mit Soren waren wir sofort auf einer Linie. Er teilt unsere Vision, er versteht, wohin wir wollen und bringt das Beste in uns hervor. Nur ein Beispiel: Bei allen drei Songs, die mit ihm zusammen entstanden sind, wurden meine Gesangsaufnahmen von den Demos verwendet. Einfach, weil ich durch ihn gleich von Anfang an zur Höchstform auflief“, so die Frontfrau mit der Blues-getränkten Stimme stolz.

Die von ihr angesprochene Vision kann vor allem als große Ambition interpretiert werden. „Wir wollten ein richtig starkes Album machen, das uns auf das nächste Level bringen kann. Es ist kein Geheimnis, dass wir Mainstream-Erfolg haben wollen. Ich denke da an eine Größe, wie sie beispielsweise die Foo Fighters erreicht haben. Es wäre toll, auch Leute außerhalb der Szene ansprechen oder sogar die Rockmusik wieder in die Mitte der Gesellschaft bringen zu können, auch wenn das vielleicht utopisch klingen mag. Uns ist klar, dass es heutzutage nicht gerade en vogue ist, wenn man Erfolg haben will. Aber wir sind nun mal ehrlich und denken, dass unser Sound eine große Bandbreite an Menschen ansprechen kann. Starke Hooks und große Refrains waren uns schon immer wichtig – vielleicht weil wir hier in Schweden mit ABBA aufgewachsen
sind.“

Neben den klassischen Thundermother-Stampfern, die meistens stark an geradlinigen Hard Rock á la AC/DC erinnern, befinden sich auf HEAT WAVE auch einige Parts und Nummern, die aus diesem doch etwas eng geschnürten Korsett ausbrechen. Da ist beispielsweise dieser eine Fingerpicking-Part, der irgendwie an die Dire Straits erinnert oder die Orgel in ›Purple Sky‹, die das Gesamtpaket erweitert: „›Purple Sky‹ ist mein Lieblingslied, weil die Lyrics sehr persönlich sind und er unserem Sound eine ganz neue Seite hinzufügt. So sehr ich diesen klassischen Rock’n’Roll auch zu schätzen weiß, Musik ist doch so viel mehr“, sinniert Mancini vor sich hin und führt diese Entfaltung vor allem auf die Demokratisierung der Bandstrukturen zurück: „Jede von uns ist ein starkes Individuum, dennoch sind wir sind jetzt an einen Punkt gelangt, wo wir wirklich eine echte Band sind. Thundermother war Filippas Idee, ihr Baby, und auf den letzten Alben hat sie das komplette Songwriting selbst in die Hand genommen. Jetzt hat sie endlich Kolleginnen gefunden, die genauso motiviert sind wie sie. Wir alle kämpfen gemeinsam für diese Band und werden sie nie aufgeben.“

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