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    The Texas Gentlemen: Die Callboys der Stars

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    The Texas Gentlemen: Die Callboys der Stars

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    The Texas Gentlemen 2020The Texas Gentlemen haben sich als versierte Begleitband einen Namen gemacht, mit ihrem zweiten Album FLOOR IT!!! drängen sie jetzt selbst ins Rampenlicht.

    Was wäre die Musikszene ohne die Hired Guns? Ohne die versierten Studio- oder Live-Begleitmusiker, die die Stars erst so richtig zum Leuchten bringen? Zu den legendären The Wrecking Crew aus Los Angeles, den Memphis Horns und den Swampers aus Muscle Shoals gesellt sich seit ein paar Jahren ein weiteres Ensemble Hochtalentierter: The Texas Gentlemen. Seit geraumer Zeit touren sie mit den unterschiedlichsten Acts kreuz und quer durch Texas – was sie schließlich zu gemeinsamen Auftritten mit Kult-Folky Kris Kristofferson und Edel-Cowboy George Strait führte.

    Feine Sache, keine Frage. Aber so langsam wird es für das rund 25 Mitglieder zählende, im Grunde aber auf fünf Kernmusiker fußende Kollektiv Zeit, eigene Interessen in den Vordergrund zu rücken. Aktueller Beleg: das neue Album FLOOR IT!!! Die drei Ausrufezeichen sind in den 13 neuen Tracks deutlich zu hören. „Ja, das kann gut sein“, lässt Nik Lee guttural durch das Telefon brummend vernehmen, „die Band steht jetzt voll und ganz im Mittelpunkt.“ Kollege Dan Craemer pflichtet ihm bei: „Wir machen ja richtig viel als Kollektiv, und jeder von uns spielt dazu noch mit anderen Leuten zusammen. Doch wenn wir zusammenkommen, dann gibt es nur noch The Texas Gentlemen.“

    Man glaubt es ihm gerne. Denn Songs wie die 13 Titel von FLOOR IT!!! entstehen nicht mal so nebenbei. Dafür sind sie viel zu komplex und mit viel zu vielen musikalischen Geistesblitzen aufgeladen. Mehr noch: Das Album wirkt wie ein risikofreudiger Streifzug durch die letzten 50 Jahre Musikgeschichte. Sollte jemand die CD noch in einem Schallplattenladen kaufen wollen, sollte er, so Dan, am besten in der Worldmusic-Abteilung danach suchen: „Streng genommen gehören wir da hin – irgendwo zwischen Funk-Bands aus Afrika und Psychedelic Acts aus der Schweiz“, kichert er in den Hörer.

    Vielleicht wäre das Album aber auch gut in der Beat-Abteilung aufgehoben. Schließlich erinnern The Texas Gentlemen gleich in mehreren Songs – beispielsweise in ›Train To Avesta‹ und ›Hard R.‹ – frappant an die Legenden aus Liverpool. „Ich mag den Vergleich“, freut sich Nik, „die Beatles sind sicher ein großer Einfluss. Aber geplant sind die Ähnlichkeiten nicht.“ Es ergebe sich einfach so im Zusammenspiel. Jeder bringe sich ein, jeder habe so seine Ideen. Anders verhält sich die Sache, wenn sie für einen der Top-Stars die Backing-Band geben. Hier müsse man sich zurücknehmen und dem Star ein gutes Gefühl auf der Bühne vermitteln.

    Das gelang den Gentlemen auch bei der Jet-Set-Party von Top-Promoter Louis Messina (Taylor Swift, Kenny Chesney, Eric Church u. a.) in Austin, als sie unter anderem Ed Sheeran und George Strait begleiten sollten. Während sie dem Auftritt von George Strait entgegenfieberten („ein Traum wird wahr“, so Dan), löste die Show mit Ed Sheeran keinen erhöhten Pulsschlag bei den Herren aus. „Keinesfalls“, lässt Nik seinen Bass erklingen, „ehrlich gesagt, kannte ich ihn vorher gar nicht.“ Erst im Nachhinein sei ihm klar geworden, welchen Stellenwert er im Pop habe. „Die Show mit ihm war trotzdem cool“, sagt Dan, „dass wir mit George Strait aber anschließend ordentlich Tequila gebechert haben, ist noch mal ganz was anderes.“

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