The Allman Brothers – BROTHERS AND SISTERS SUPER DELUXE EDITION

-

The Allman Brothers – BROTHERS AND SISTERS SUPER DELUXE EDITION

AllmanLord I was born a ramblin’ man: Überleben nach der Katastrophe.

Auf der Fronthülle tummelt sich Vaylor Trucks in herbstlicher Idylle, der kleine Sohn von Schlagzeuger Butch Trucks. Die Rückseite ziert Brittany Oakley, Tochter von Bassist Berry Oakley. Im Innencover des aufklappbaren Vinyloriginals posiert vor ländlich rustikalem Holzhaus eine große, glücklich Familie: Musiker, Manager, Roadies, Ehefrauen, Freundinnen, Kinder und Haustiere. Weitergehen muss das Leben, wollen die freundlich in die Kamera gerichteten Gesichter sagen. Gleich zwei Katastrophen binnen eines Jahres ereilte das 1969 in Macon, Georgia von den Brüdern Duane und Greg Allman gegründete Southern Rock Ensemble: Duane Allman stirbt bei einem Motorradunfall Ende Oktober 1971, Berry Oakley kommt ebenfalls bei einem Motorradunfall im November 1972 ums Leben – beide wurden 24 Jahre alt. Ausgerechnet mit BROTHERS AND SISTERS, im August 1973 erschienen und das erste Album nach der Doppelkatastrophe, gelingt der nunmehr mit Bassist Lamar Williams und Keyboarder Chuck Leavell neu zusammen gewürfelten Formation ein Superlativ. Ihr erstes und einziges Nummer-1-Werk in den USA wirft auch noch zwei weltweit erfolgreiche Singles ab: Das signifikante Instrumental ›Jessica‹ sowie die gemütliche Country-Rock-Studie ›Ramblin’ Man‹ – für beide zeichnet sich Gründungsmitglied und Gitarrist Richard „Dickey“ Betts verantwortlich, der vier von insgesamt sieben Titeln verfasst und Duane Allmans Rolle als kreativer Kopf der Band übernommen hat. Greg Allmans verrockter Auftaktsong ›Wasted Words‹ und der angejazzte ›Come And Go Blues‹ zeugen von erstklassigem Potenzial für ein künstlerisches Gegengewicht zu Betts. Für rhythmisches Rückgrat sorgt die Doppelschlagzeugbesetzung mit Jaimoe und Butch Trucks im Zusammenspiel mit Lamar Williams. Doch vor allem Neuzugang Chuck Leavell, heutzutage in Lohn und Brot bei den Rolling Stones, setzt Akzente. Lediglich als Gastgitarristen fungieren Tommy Talton und Les Dudek. Zum 40. Jubiläum wurden für die SUPER DELUXE EDITION von BROTHERS AND SISTERS weder Kosten noch Mühen gescheut: Auf vier CDs finden sich das digital optimierte Original, neun Archivraritäten aus Outtakes, Jam Sessions und Proben sowie ein kompletter Konzertmitschnitt mit 17 Songs aus dem Winterland Ballroom in San Francisco von 1973.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Das Neueste

Sweet: Andy Scott über Steve Priests Extravaganz

Im großen Titelstory-Interview sprach Andy Scott, "last man standing" des Original-Line-Ups von Sweet, zweieinhalb Stunden über das Vermächtnis seiner...

Philip Sayce: THE WOLVES ARE COMING

Corona ist schuld: Der Guitar-Hero Philip mutiert zum Zappelphilip Freunde der E-Gitarre kennen die Helden der Szene. Sayce spielte nicht...

Vanessa Peters: FLYING ON INSTRUMENTS

Singer/Songwriterin mit eigener Note – und brillanten Lyrics Vanessa Peters ist eine Wandlerin zwischen den Welten. Das ist durchaus geografisch...

Modern English: 1 2 3 4

Urbesetzung mit neuem Schwung Man redet nicht zuerst über sie, wenn es um Post-Punk geht, aber man darf sie nicht...

Robby Krieger And The Soul Savages: ROBBY KRIEGER AND THE SOUL SAVAGES

Der Doors-Gitarrist macht es sich zwischen Soul, Jazz, Rock und Blues gemütlich Wer es nicht wusste: Robby Krieger war Gründungsmitglied...

Ace Frehley: 10.000 VOLTS

Atze - eins a Ob das neue Album des früheren KISS-Gitarristen Ace Frehley die ehemaligen Kollegen Gene und Paul wirklich...

Pflichtlektüre

Those Damn Crowes – POINT OF NO RETURN

Ansichtssache Ist es ein gutes Zeichen, wenn einem die Musik...

Lebenslinien: Peter Criss

Peter Criss ist der originale Catman. In den siebziger...

Das könnte dir auch gefallen
Für dich empfohlen