SIMPLE MINDS: Hanau, Amphitheater

-

SIMPLE MINDS: Hanau, Amphitheater

- Advertisment -

headsIch reise…

Schon im Vorfeld des aktuellen Tourneeprogramms „5×5“ hatte die schottische Forma­tion Simple Minds demonstrativ verkünden lassen: Hits wie ›Belfast Child‹, ›Alive & Kicking‹ oder ›Don’t You (Forget About Me)‹ würden außen vor bleiben. Stattdessen erwartet die Fangemeinde ein handverlesenes Repertoire. Jeweils fünf Songs der ersten fünf Alben der Jahre 1979 bis 1982 – also ganz im Sinne der „5×5“-Box, die im Februar dieses Jahres erschien. Sänger Jim Kerr und Gitarrist Charlie Burchill, die beiden letzten Originalmitglieder der 1978 aus der Taufe gehobenen Band aus dem schottischen Glasgow, halten sich mit ihren drei Kollegen im Hanauer Amphitheater stoisch an die Prämisse und dulden keine Ausnahmen.

Unmengen an Trockeneisnebel und das Intro von ›I Travel‹ eröffnen den Rückblick in Vergangenes der späteren Stadionrockinstitution, die von 1984 an Experimentiergeist mehr und mehr ignorierte, um fortan Hits nach Schema F in Serie zu produzieren. Frontmann Jim Kerr, noch immer ausgesprochen gut bei Stimme mit seinen mittlerweile 53 Jahren, obliegt die Aufgabe des Entertainers. Mit verspielten Gesten und tänzerischen Posen untermalt er die nicht chronologisch gehaltene Werkschau: Auf ›Thirty Frames A Second‹, düstere Post-Wave-Reminiszenz vom dritten Album EMPIRE AND DANCE, folgt das naive ›Life In A Day‹, Titelsong des Debüts.

Auch ohne Millionenhits im Gepäck weiß das durch Schlagzeuger Mel Gaynor, Keyboarder Andy Gilles­pie und Bassist Ged Grimes komplettierte Quintett die Fangemeinde zu faszinieren: ›Love Song‹, ›The American‹, ›In Trance As Mission‹ und ›70 Cities As Love Brings The Fall‹ vom famosen Doppelkonzeptwerk SONS AND FASCINATION/SISTER FEELINGS CALL ziehen ebenso in den Bann wie die Clubhymne ›Celebrate‹ oder die sperrige Wave-Ode ›Changeling‹. Zum Finale servieren die Schotten das Instrumentalstück ›Theme For Great Cities‹, die Frühwerke ›Someone‹ und ›Chelsea Girls‹ sowie die stark synthetischen Popschmeicheleien ›Glittering Prize‹ und ›New Gold Dream‹. Kerr und seine Mitstreiter haben nicht zu viel versprochen: Dieser Abend war wirklich etwas ganz Besonderes, der auch ohne ihre großen Hits mehr als gut funktionierte. Ein unglaubliches Erlebnis, dass sie hoffentlich mit einer weiteren Albenkonstellation wiederholen werden.

 

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Das Neueste

Nathaniel Rateliff & The Night Sweats: Zukunft ungewiss

Nach einem Soloausflug ist Soulrock-Songwriter Nathaniel Rateliff zurück bei den Night Sweats. Auf dem neuen Album THE FUTURE zeigt...

Rückblende: Jimi Hendrix mit ›Dolly Dagger‹

Wie der berühmteste Uhrturm in London und Jimis Hauptgroupie seinen letzten großen Song inspirierten. Frühmorgens an einem Tag im August...

Video der Woche: Bon Jovi mit ›You Give Love A Bad Name‹

Am 27.11.1986 erreichten Bon Jovi mit ›You Give Love A Bad Name‹ die Pole Position der US-Single-Charts - ihr...

Jason Isbell & The 400 Unit: GEORGIA BLUE

Georgia ist blau, Trump aus dem Weißen Haus und Jason Isbell & Co. aus dem Häuschen: politisch aufgeladeneAmericana Die Country-Szene...
- Werbung -

Monster Truck: Kritik für fragwürdige Kollaboration mit Kid Rock

Kid Rock hat sich den Monster-Truck-Song ›Don't Tell Me How To Live‹ vorgeknöpft und eine eher fragwürdige Version daraus...

Deep Purple: TURNING TO CRIME

Hervorragende Plagiate Nach der durch die Bank auf der Pole Position der deutschen Media Control gelandeten „Time Trilogy“, bestehend aus...

Pflichtlektüre

Bill Wyman: Bill, der Digger

Ob auf der Suche nach antiken Gegenständen, Blues-Klassikern oder...

Krautrock Speical Volume 01/ 1970

Tocotronic, Schiller, Madsen und Luxuslärm, aber auch BAP, Grönemeyer,...
- Advertisement -

Das könnte dir auch gefallen
Für dich empfohlen