Siggi Schwarz: Es lodert und lodert

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Siggi Schwarz: Es lodert und lodert

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Siggi Schwarz gehört zu den besten und renommiertesten deutschen Rockgitarristen. Nach längerer Zeit präsentiert der Routinier wieder ein neues Album, THE FIRE INSIDE zeigt ihn als nimmermüden Verfechter des klassischen Gitarrenrock.

Schon die ersten Takte seines nunmehr elften Albums THE FIRE INSIDE lassen keine Zweifel aufkommen: Hier meint es einer ernst mit dem Rock. Mit dem Gitarrenrock. Hart, breitbeinig, deftig und heftig steigt Siggi Schwarz, der nette Virtuose aus dem bayerischen Heidenheim, mit dem Opener ›Spend The Night With Me‹ in das neue Werk ein.

Ein Sound der alten, klassischen Schule, bei dem Deep Purple, UFO, Whitesnake, MSG oder ZZ Top grüßen lassen. Ein Zufall ist das nicht. Schließlich hat Siggi Schwarz in seiner seit 1990 andauernden Karriere mit den meisten von ihnen schon mal zusammengearbeitet – auf der Bühne oder im Studio. Kaum ein Held der Zunft, von dem Siggi nicht die Telefonnummer hätte. „Im Laufe der Zeit habe ich viele von ihnen kennengelernt“, untertreibt er schamlos im Gespräch mit CLASSIC ROCK und fügt hinzu, dass er zu den meisten von ihnen Kontakt gehalten habe. „Ihnen“, das sind u. a. die nicht ganz unbekannten Herren Billy Gibbons (ZZ Top), Michael Schenker, Steve Lukather (Toto) und Bernie Marsden (UFO). „Als ich als Profi anfing, waren das natürlich meine Helden“, sagt er. Als er dann später selbst zu einem zumindest nationalen Gitarren-Star aufstieg, kreuzten sich immer wieder ihre Wege. Mal spielte er mit seiner Band im Vorprogramm, mal arbeitete er, wie im Falle von Steve Lukather, an einem gemeinsamen Album, mal, und das belegt die musikalische Qualität von Schwarz, produzierte er Michael Schenker. Wirken diese legendären Größen auf ihn nicht einschüchternd? Oder ist gerade das Gegenteil der Fall: Motivieren sie ihn zu Höchstleistungen? „Sie bleiben alle meine Heroes mit größtem Respekt“, bekennt er, „doch wenn ich mit ihnen im Studio oder auch live zusammenarbeite, dann geschieht das auf Augenhöhe.“ Bei der Michael-Schenker-Tour habe man sich beispielsweise die Soli brüderlich geteilt. „Das war wunderbar und extrem anspornend. Jeder von uns hat seinen eigenen Stil und sein eigenes Feeling – wir haben uns da herrlich ergänzt.“

Das klingt nach „Abteilung Gänsehaut“. Und verlockend, auch auf seinem neuen Album auf Stargast-Power zu setzen. „Tatsächlich habe ich anfangs darüber nachgedacht“, verrät er, „aber im Laufe des Entstehungsprozesses hat sich ein Sound und eine Vorgehensweise herauskristallisiert, auf die ich mich voll konzentrieren wollte: der Classic-Rock-Sound im Stile der späten 70er-Jahre.“ Um diesen so speziellen wie zeitlosen Klang hinzubekommen, sollten die Basic Tracks gemeinsam live im Studio eingespielt werden. „Das ergibt eine unglaubliche Frische und Dynamik“, meint er und vergisst dabei nicht, die musikalischen Leistungen seiner jungen Rhythmusgruppe herauszustreichen: „Bene Neuner am Schlagzeug und Benni Jud am Bass haben einen tollen Job gemacht“. Das gilt freilich auch für den aus New York stammenden Sänger und Co-Autoren Dave Schaefer, der für das vokale Tüpfelchen auf dem i verantwortlich zeichnete.

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