Review: Rod Stewart – ANOTHER COUNTRY

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Review: Rod Stewart – ANOTHER COUNTRY

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rod stewartSo ehrlich wie möglich: Rods Versuch, alte Glanzzeiten erneut aufleben zu lassen.

Wenn Rod Stewart nicht gemeinsam mit Gattin Penny Lancaster der Kosmetikerin einen Besuch abstattet oder im hauseigenen Fitness­studio überflüssige Pfunde abtrainiert, dann versucht er seine seit Jahren ein wenig ramponierte Reputation als Künstler mit Auf­nahmen im Heimstudio aufzupolieren. Auch ANOTHER COUNTRY, sein 29. Album seit 1969, übt sich in dieser Disziplin. Nachdem sein letztes Werk TIME, das erste seit vielen Jahren mit Selbstkomponiertem, 2013 weltweit hohen Zu­­spruch erntete, hat der 70-Jährige wieder Blut ge­­­leckt. Dass ANOTHER COUNTRY weder an solistische Glanztaten der Frühphase, geschweige denn an das authentisch trunkene Rock-Blues-Gepolter der Faces heranreicht, muss man nicht extra erwähnen. Allerdings bemüht sich Stewart mit Co-Autor und -Produzent Kevin Savigar redlich, Authentizität, Niveau und Tiefgang zu erzielen. Der Opener ›Love Is‹ weckt mit Fiddle und Banjo im Intro Erinnerungen an einstige Sternstunden, ein Rezept, das sich in der Stadionhymne ›We Can Win‹, ›Hold The Line‹ und im Titelsong wiederholt. An Gary Moore erinnert der groovige Rock-Blues ›Please‹ mit vollfetten Gitarrensoli und Stewarts erstaunlich voluminösem Kieksen in hohen Lagen. ›Walking In The Sunshine‹, ein durch nervendes Drum-Hauruck bemühtes Selbstplagiat zwischen ›Young Turks‹ und ›Tonight I’m Yours (Don’t Hurt Me)‹, geht mit mediterranem Zwischenspiel sofort ins Ohr und auch gleich wieder raus. Karibischen Einschlag verzeichnet ›Love And Be Loved‹ – sowas konnte Kollege Robert Palmer besser. Die Ballade ›Way Back Home‹ deutet Querverweise zu ›Sailing‹ an, steigert sich zum hymnischen Chorgelage. ›Can We Stay Home Tonight?‹ orientiert sich an Klas­sikern wie ›You’re In My Heart (The Final Acclaim)‹ und ›Tonight’s The Night (Gonna Be Alright)‹. Im auf Blues-Rock getrimmten ›The Drinking Song‹ stampft der Rhythmus von ›Maggie May‹ und die Gitarrensoli klingen, als wäre Mark Knopfler am Werk gewesen. Als die Standard-CD-Version be­­reits zu Ende ist, trumpft Stewart dann noch mit handfestem ›Every Rock’n’Roll Song To Me‹ auf, perfekt austariert mit Dylan’schem Mundharmo­nika-Solo und schwebender Hammondorgel. ›One Night With You‹ zitiert die Bin-ich-heute-wieder-sexy-Disco-Phase, doch fast am Ende wartet die perfekte Überraschung: Das mit Python Lee Jackson 1968 eingespielte Original des Prog-Blues-Rock-Epos ›In A Broken Dream‹ – heute so wertvoll wie damals, zumal es die auf sanften Wohlklang geeichte AMERICAN-SONGBOOK-Klientel eher verstören dürfte.

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