Robert Plant: Roskilde, Arena Stage (05.07.2019)

Ein Luftschiffer auf visionärem Kurs

Während Jimmy Page sich mehr und mehr zum Gralshüter des Werks von Led Zeppelin entwickelt, fühlt sich Robert Plant eher dem Geist der Band verpflichtet, Neues zu wagen und der eigenen Vision zu folgen. Genau das macht der 70-Jährige schon seine ganze Solokarriere lang, aber noch radikaler in den vergangenen gut zehn Jahren.

Seit einiger Zeit begleitet ihn zu diesem Zweck eine Band, die auf den wundervollen Namen The Sensational Space Shifters hört. 
Und dass diese sechsköpfige Truppe ihren Namen zurecht trägt, hört man bei der 80-minütigen Roskilde-Show. Denn es geht der Band darum, die Musik in Bewegung zu halten, ihr neue Räume zu öffnen. Anders als bei früheren Tourneen, als Plant die Zeppelin-Songs mehr oder weniger originalgetreu in die Setlist einstreute, gilt dieser Ansatz nun auch für die Klassiker seiner alten Band, von der heute immerhin fünf der elf Songs stammen.

„Es geht zurück an die Wurzeln, aber mit einem neuen Dreh.“

Wenn man nicht wüsste, dass Plant die meisten Shows in jüngerer Zeit mit ›When The Levee Breaks‹ eröffnet, könnte man denken, er hätte den Dammbruch-Blues passend zum Dauerregen an dem Tag gewählt. Und hier wie auch bei ›Black Dog‹ sind es die orientalischen Geigeneinlagen, die den Platz der Gitarren-Explosionen von Jimmy Page einnehmen. Dazu kommen weitere exotische Saiteninstrumente, die den alten Songs ein mystisches Weltmusik-Flair verleihen So fügen sie sich harmonisch ins Programm mit aktuellen Stücken wie dem Titelsong von CARRY FIRE ein. Es geht zurück an die Wurzeln, aber mit einem neuen Dreh.

Das geht einher mit Respekt für die Pioniere: Hatten Led Zeppelin ›Gallows Pole‹ auf „III“ noch als eigenen Titel ausgegeben, so verbeugt sich Plant heute vor Leadbelly, der den Song schon1939 aufgenommen hatte.

SETLIST

1. When The Levee Breaks, 2. Turn It Up, 3. Black Dog, 4. Going To California, 5. The May Queen, 6. Carry Fire, 7. Babe I’m Gonna Leave You, 8. Little Maggie, 9. Funny In My Mind (I Believe I’m Fixin’ To Die), 10. Ramble On, 11. Gallows Pole

4 KOMMENTARE

  1. Habe Ihn und seine Band schon vor etlichen Jahren live in Stuttgart erleben können. Auch damals schon hat er und seine famose Band den alten Zep-Klassikern neues musikalisches Leben eingehaucht, will sagen hervorragend anders interpretiert. Plant ist für mich einer der herausragendsten Sänger / Musiker der Rock-Geschichte wie seine ehemalige Band Led Zeppelin.
    Wünsche uns, mir und natürlich Ihm dass er noch lange diese wunderbare Musik zelebrieren kann.
    Schön dass auch diverse Song-Urheber von Plant respektvoll benannt werden. Der mensch wächst an eigener Größe mit respektvollem Umgang anderen gegenüber………..

  2. Während viele Altstars nur noch eine schlechte Kopie ihrer selbst sind und man als Fan die Originalstücke auswendig besser mitsingt, als sie selbst (wenn sie denn überhaupt noch wirklich singen), erfindet und übertrumpft sich Robert Plant selbst. Sein musikalische Bandbreite, sein Ideenreichtum, seine Innovationskraft und die Gabe, eine herausragende Band mit exzellenten Einzelmusikern um sich zu scharen, sind eine musikalische Offenbarung, wenn man ihn live erleben darf. Diese Musik von der 70ern in die 2020er zu transportieren und zu transformieren ist unglaublich. Ich bin dankbar, das erleben zu dürfen und zolle Robert Plant großen Respekt. Auch, weil er bescheiden und respektvoll mit der Musik, den Musikern und mit dem Publikum umgeht.

  3. Robert Plant ist einfach ein genialer Musiker!In der Lage sich von Altem zu verabschieden,
    aber trotzdem in sein neue Art von Musik einfliessen lassen.Und Led Zeppelin hat eine
    tolle Songs die man audf sehr unterschiedliche Art performen kann.Und Robert Plant hat sich
    neu erfunden…Super…und Grossen Respekt!

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