Review: Yes – THE STEVEN WILSON REMIXES

Yes Steven Wilson Remixes

Fünf optisch wie klanglich runderneuerte Hauptwerke von den Brit-Prog-Rock-Olympioniken.

Dass der britische Prog-Rock-Hansdampf-in-allen-Gassen Ste­ven Wilson nicht nur als Musiker brilliert, sondern auch sein Remix-Handwerk versteht, darauf verweisen zahllose Klangoptimierungen (u.a. Jethro Tull, King Crimson, Roxy Music). Zum 50. Jubiläum von Yes legte Wilson Hand an fünf Hauptwerke, die Langzeit-Designer Roger Dean in perfektionierte Versionen der ursprünglichen Artworks sowie in zwei Fällen in komplette Runderneu­erungen packte. Nostalgiker und Puristen springen da schon gerne mal im Quadrat. Ab dem Drittwerk THE YES ALBUM (1971) verarbeitete das 1968 in London von Sänger Jon Anderson, Bassist Chris Squire, Gitarrist Peter Banks, Key­boarder Tony Kaye und Schlagzeuger Bill Bruford gegründete Ensemble nur noch Selbstkom­poniertes. ›Starship Trooper‹, ›Perpetual Change‹ und ›Yours Is No Disgrace‹ gerieten auch dank Gitarren-Neuzugang Steve Howe, der den gefeuerten Banks ersetzte, episch lang, mit vertrackten Strukturen und sprunghaften Tempi.

Danach stieg Kaye, der sich Mellotron und Synthesizer verweigerte, aus und der klassisch geschulte Ex-Strawbs-Pianist Rick Wakeman ein. FRAGILE aus dem gleichen Jahr geriet mit dem ersten Dean-Artwork, mehr Klassik-Anteilen sowie einer kompakt editierten Single-Version des Ohrwurms ›Round­about‹, die sich in den USA in den Top 15 platzierte und den dortigen Doppel-Platin-Status des Albums förderte, weltweit zum favorisierten Werk bei Gymnasiasten und Studenten. Endgültig in den Rock-Olymp katapultierten sich Yes mit dem Suiten-artigen CLOSE TO THE EDGE (1972): ›And You And I‹ nahm mehr als zehn Minuten Zeit in Anspruch, ›Siberian Kahtru‹ immerhin noch rund neun Minuten und der Titelsong benötigte sogar die komplette A-Seite. Bill Bruford wechselte hernach zu den schrägeren und experimentelleren King Crimson, Alan White nahm seinen Posten ein.

Exzessiv künstlich geriet ein Jahr später die erste UK-Pole-Position: Vier jeweils eine Platten­seite einnehmende Suiten verteilten sich über die Konzept-Doppel-LP TALES FROM TOPOGRAPHIC OCEANS (1973). Ab da verspürte Rick Wakeman allerdings den Drang Britanniens Mythen und Sagen im Alleingang zu inszenieren. Nachfolger Patrick Moraz aus der Schweiz drückte artiger die schwarzweißen Tasten. Obwohl sich auch auf RE­­LAYER (1974) nur drei Stücke tummelten, darunter das 20-minütige ›The Gates Of Delirium‹, ge­­rieten die Klangsphären nicht gar so statisch bombastisch wie auf dem LP-Vorgänger.

9/10

Yes
THE STEVEN WILSON REMIXES
RHINO/WARNER

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