William Patrick Corgan – OGILALA

-

William Patrick Corgan – OGILALA

William Patrick Corgan OgilalaSanfte Töne vom Ex-Smashing-Pumpkin.

Bei manchen Künstlern fällt es be­­kanntlich schwer, ihr Werk ge­­trennt von ihrer Persönlichkeit zu betrachten. Billy, pardon: William Patrick Corgan ist ein solcher. So sehr er in den 90er-Jahren als verwundeter, aber unbeugsamer Held der Unverstandenen zu Ruhm und Platinverkäufen kam, hat er mit seiner brüsken Art, einigen verqueren Ansichten und einem offensichtlich nicht unbedingt unterdimensionierten Ego doch viele Sympathien verspielt und bleibt für viele eine Reizfigur. Zumindest auf seinem zweiten Solowerk vermeidet er aber jeglichen Konfrontationskurs und serviert stattdessen elf getragene, pianolastige, teils fast schon nackte Stücke, in denen man Gitarren mit der Lu­pe suchen muss. Unter der guruhaften Ägide von Rick Rubin werden daraus ein paar zurückhal­tende, aber doch emotionsstarke Perlen von un­­leugbarer Schönheit, während an anderer Stelle keine griffige Substanz zu erkennen ist. Wie immer dominiert Corgans markante Stimme aber das Geschehen so sehr, dass man die ganze Cho­se fast auf eine Frage reduzieren kann: Mag man sie? Dann wird man hier auch Zugang finden. Wenn nicht, hilft auch die schönste Melodie wenig. Gewartet hat wohl niemand auf diese Platte, lieben werden sie wohl nur die Wenigsten, aber hörenswert ist sie durchaus. Trotzdem: wenn Corgan, dann bitte mit krachigen Riffs.

6/10

William Patrick Corgan
OGILALA
BMG RIGHTS/WARNER

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Das Neueste

Yes: Drummer Alan White verstorben

Alan White, Schlagzeuger von Yes, ist im Alter von 72 Jahren gestorben. Das teilte seine Frau in folgendem Statement...

Simon McBride: THE FIGHTER

Musterschüler in der „School Of Rock“ Gerade erst haben Deep Purple angekündigt, dass Gitarrist Simon McBride vorübergehend für ihren Stamm-klampfer...

Michael Schenker Group: UNIVERSAL

Eine gut geölte Maschine Michael Schenker befindet sich seit dem Michael-Schenker-Fest-Erstling RESURRECTION (2018) ohne Zweifel im zweiten Frühling seiner (Platten-)Karriere....

Def Leppard: DIAMOND STAR HALOS

Das funkelnde zwölfte Studioalbum zeigt die Truppe aus Sheffield kraftvoll wie eh und je Der Titel dieser siebten Platte des...

Rückblende: Stevie Nicks und Tom Petty mit ›Stop Draggin’ My Heart Around‹

Ein Song, den Tom Petty schon aussortiert hatte, wurde über Umwege zu einem Petty/Nicks-Duett – und dem massiven Singlehit,...

Scorpions: Don’t Stop Believing

Während der bescheidenen Feierlichkeiten zum 50. Jubiläum ihrer ersten Veröffentlichung bereiten sich die Scorpions auf ihr 19. Album ROCK...

Pflichtlektüre

Trveheim Festival Vol. 4: München/Hallbergmoos, 23.-24.08.

Bereits zum vierten Mal öffnete das ausverkaufte Trveheim seine...

Tour: The Sweet

55 Millionen verkaufte Alben und Welthits wie ›The Ballroom...
- Advertisement -

Das könnte dir auch gefallen
Für dich empfohlen