Review: Van Morrison – ASTRAL WEEKS

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Review: Van Morrison – ASTRAL WEEKS

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astral weeksVan Morrisons erster Meilenstein in transparentem Vinyl.

Vom Geist des globalen Progressiv-Trends um 1967/68 ließ sich auch der von Nordirland in die Vereinigten Staaten ausgewanderte Van Morrison inspirieren: ASTRAL WEEKS, sein im November 1968 inoffiziell zweites, nach Meinung des kleinen rothaarigen Genies mit der schwarzen Mordsstimme aber erstes Solowerk, entstand in einer Epoche gesellschaftlichen Umbruchs. Vor allem aber in einer Phase, in der Morrison durch alte Verträge sowohl künstlerisch wie existenziell durch seinen Mentor und Bang-Records-Labelchef Bert Berns Restriktionen erfuhr.

Berns plötzlicher Herztod im Dezember 1967 brachte zusätzliche Komplikationen mit sich, da dessen Witwe massiv gegen Morrison agierte, weil sie glaubte, er sei für den Tod ihres Gatten verantwortlich. Einer Abschiebung aus den USA entging Morrison durch Heirat mit Freundin Janet Rigsbee Monto. Niedergelassen in Cambridge, Massachusetts, gelang der Karriere-Reset mit sporadischen Auftritten in Folk Clubs nur mühsam. Um mit dem Label Warner Brothers überhaupt ins Geschäft zu kommen, sah sich Morrison gezwungen, Zugeständnisse an Witwe Berns machen: Zwei seiner noch für Bang Records eingespielten Songs, ›Madame George‹ und ›Beside You‹, musste das neue Werk beinhalten. Wie befohlen, so getan. Dennoch geriet der in drei Sessions in den New Yorker Century Sound Studios im September und Oktober 1968 mit John Payne (Flöte, Sopransaxofon), Richard Davis (Standbass), Warren Smith Jr. (Perkussion, Vibraphon), Connie Kay (Schlagzeug) sowie Jay Berliner und Barry Kornfeld (Akustik­gitarren) unter Arrangeur Larry Fallon und Pro­duzent Lewis Merenstein aufgezeichnete, kammermusikalisch pastorale Folk-Blues-Jazz-Soul-Hybride ASTRAL WEEKS zum Meilenstein.

Da stimmte einfach alles: Vom subtil außergewöhnlichen Coverdesign über die visionäre Stilüberblendung im Akustikmodus bis hin zum textlichen Symbolismus meisterlicher Metaphern in den überlangen Tracks ›Ballerina‹, ›Cyprus Avenue‹ und dem Titelsong. Gar auf knapp zehn magische Minuten brachte es das schon vom Debüt BLOWIN‘ YOUR MIND (1967) be­­kannte, aber nochmals modifizierte ›Madame George‹.

10/10

Van Morrison
ASTRAL WEEKS
RHINO RECORDS/WARNER

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