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The Strokes – THE NEW ABNORMAL

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Das Comeback-Album der New Yorker braucht Zeit

Es ist fast 20 Jahre her, dass die Strokes als Rich Kids in Röhrenjeans den Rock’n’Roll gerettet haben. Nach ihrem genialen Debüt brachten sie in den Nullerjahren zwei gute, aber nicht gleichermaßen überwältigende Platten heraus. Julian Casablancas gelang mit PHRASES FOR THE YOUNG zum Ende des Jahrzehnts ein ziemlich großartiges Soloalbum, die 10er habe man sich frei genommen (obwohl zwei Alben erschienen sind), sagte der Sänger vor kurzem bei einer Show in Brooklyn: „Jetzt sind wir aufgetaut und zurück“. THE NEW ABNORMAL schließt in mancher Hinsicht an den Vorgänger COMEDOWN MACHINE von 2013 an. Wie dort durchbricht Casablancas seinen cool-gezogenen Gesang immer wieder mit Falsett-Passagen, auch die Synthesizer sind geblieben. Der Opener ›The Adults Are Talking‹ klingt fast nach The XX, ›Selfless‹ hat traumartige Teile, ›Brooklyn Bridge To Chorus‹ ist ein retrofuturistischer Synthpop-Dance-Track mit Anleihen bei Daft Punk. Klingt wild? Es geht so weiter. ›Eternal Summer‹ wirkt wie zwei Songs in einem: harter New Yorker Underground meets Funk. In ›Bad Decisions‹ ist sie wieder da, diese typische gelangweilte Strokes-Coolness, gepaart mit nervöser Indie-Energie, auch ein bisschen New Wave scheint durch.

Es gibt tranceartige, lethargische Abschnitte auf THE NEW ABNORMAL, gerade gegen Ende, übersteuernde Elektronik, verfremdete Gitarren, Nostalgie auch. In Interludes zwischen den Songs sind eine Art Regieanweisungen zu hören, auch von Produzent Rick Rubin. Diese Work-In-Progress-Atmosphäre und die funky Leichtigkeit der kurzen Zwischenspiele erinnert an Indie-R’n’B-Darling Dev Hynes, in dessen Videos sich Casablancas zwischenzeitlich herumtrieb. Es ist keine schlechte Platte, aber eine, in die man sich erst mal reinhören muss. Es kommt viel zusammen, genau wie auf dem Cover von Pop-Artist Basquiat. New-York-Ikonen unter sich.

8 von 10 Punkten

The Strokes, THE NEW ABNORMAL, RCA/SONY

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