Review: Taylor Hawkins And The Coattail Riders – GET THE MONEY

Taylor Hawkins Get The Money

Wenn sich ein Verrückter selbst verwirklicht …

… dann kommt dabei etwas Verrücktes, im Falle von Foo-Fighters-Drummer Taylor Hawkins ein vollkommen verrücktes Album raus, und das im besten denkbaren Sinne des Wortes. Vor einigen Jahren hatte Hawkins zuletzt alles rausgelassen, was so an musikalischen Verhaltensauffälligkeiten in ihm schlummerte. Damals, mit seinen Birds Of Satan, war das ähnlich multipersönlich wie jetzt auf GET THE MONEY, doch wirkten die Songs da noch düsterer, gewollt sperriger. Jetzt dreht der singende Drummer, trommelnde Sänger und Yes-, Rush-, Queen- und überhaupt Classic-Rock-Wahnsinnige mit einer heterogenen, ja, schizophrenen VIP-Gästeliste komplett ab. Musical, Rockoper, 70er-Prog, Synthie-Pop, Disco, Country-Rock und Vieles mehr chargiert Hawkins auf hyperaktive Weise auf und innerhalb von zehn Songs ineinander. Dass das überhaupt nicht so anstrengend oder fürchterlich klingt, wie man es sich vorstellen mag, sondern eher zu befremdlichem Genuss gerät, liegt vermutlich am tatsächlichen musikalischen Wert dieses kreativen Drangaktes. Das hatten wohl auch – wenn sie nicht nur aus einer freundschaftlichen Geste heraus dabei waren –Nancy Wilson, Perry Pharell, Duff McKagan, Chrissie Hynde, LeAnn Rimes (!), Roger Taylor (!!), Pat Smear und (natürlich am häufigsten vertreten) Dave Grohl erkannt. Letzterer und dessen „little ego“ lassen sich übrigens in Anwesenheit, so zumindest der Verdacht, gleich im Opener von ihrem Drummer verbal aufs Übelste angreifen – ›You Never Give Me Your Money‹ (Ach was!?, Anm. d. Verf.) der Beatles lässt grüßen. Verrückt!

8/10

Taylor Hawkins And The Coattail Riders
GET THE MONEY
RCA/SONY

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