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    Review: Steve Perry – TRACES

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    Review: Steve Perry – TRACES

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    Steve Perry Traces

    Review 1: Die Rückkehr des Steve Perry.

    Fast ein Vierteljahrhundert ist seit dem letzten Solowerk (FOR THE LOVE OF STRANGE MEDICINE) des ehemaligen Jour­ney-Sängers Steve Perry ins Land gezogen, satte 22 Jahre auch seit TRIAL BY FIRE, dem letzten Studio-Output Perrys mit seinen vormaligen Weggefährten. Dann hat Perry seine Muse verloren – er verschwand fast gänzlich von der Bildfläche. Vor vier Jahren dann ein paar Gehversuche mit den Eels bei deren Zugaben, im April 2017 die Aufnahme in die Rock And Roll Hall Of Fame mit Journey. Jetzt erscheint mit TRACES das nicht mehr für möglich gehaltene dritte Solowerk des Kali­forniers. Seine Muse ist scheinbar zurückgekehrt, zumindest möchte er uns das glauben lassen. Gerne möchten wir ihm vertrauen, die Songs jedoch sprechen eine gänzlich andere Sprache. Die Stimme ist noch da, die Höhen werden immer noch gut getroffen, ein dunkleres Timbre hat sich dazu gesellt. Die Vorab-Single ›No Erasin’‹ wusste nicht zu überzeugen, doch man hatte die vage Hoffnung, dass sich bessere Tracks auf dem Album verstecken. Dem ist leider nicht so, ›No Erasin’‹ ist schon die Spitze des Eisberges. „I know it’s been a long time comin’…“ – so lauten die ersten Worte, mit denen Perry ›No Erasin’‹ beginnt, in seinem Falle eine regelrechte Untertreibung. Die Songs sind zwar top produziert, jedoch bieder arrangiert, tröpfeln belanglos vor sich hin. ›Most Of All‹ erinnert von der Stimmung an Barbra Streisand, ›No More Cryin’‹ hätte auch auf RAISED ON RADIO gepasst. Lediglich ›Sunshines Gray‹ bleibt noch erwähnenswert. Das persönlichste und emotionalste Werk seiner Karriere? Ja, mag sein, aber auch mit Abstand sein belanglosestes und schlechtestes. „Ehrlich gesagt dachte ich zwischendurch sogar, dass die Mu­­sik gar kein Thema mehr für mich ist. Dass mein Herz damit abgeschlossen hatte“, gibt Perry zu Protokoll. Es wäre besser gewesen, wenn er auf sein Herz gehört hätte.

    3/10
    (William Miller)

    VERSUS

    Review 2: Eine gefühlvolle Reise.

    Gewiss war die Wartezeit von knapp 25 Jahren lang, das steht außer Frage, aber manchmal braucht es eben etwas mehr Zeit. Das Resultat namens TRACES ist vielleicht gerade deshalb ein so ungemein reifes, inspiriertes und ausladendes Album. Gleichermaßen massiv, druckvoll, aber auch ganz intim und persönlich, klingt Steve Perry nicht gerade nach einem Veteran, der seine Zehen nach langer Zeit noch einmal ins alte Rock-Fahrwasser eintauchen will – stattdessen hört man hier einen Künstler, der wirklich aufgeht in seiner Musik: Man kann sich förmlich vorstellen, wie er beim Einsingen selbst die ein oder andere Träne verdrückt. Extrem viel Gefühl, viel Soul, viel Überzeugung schwingt schon bei diesen aller ersten Zeilen des Opening-Tracks ›No Erasin’‹ mit, sodass Perry als alte Journey-Stimme sicherlich bei jedem AOR-Fan sofort ein warmes Gefühl auslösen wird. Zugleich muss man allerdings sagen, dass nicht jeder Journey-Fan hier auf seine Kosten kommt, ge­­rade weil Perry bei jedem Song sein Herz ausschüttet und eher die ruhigen Momente mit seiner spürbaren Lebenserfahrung begleiten möchte. ›In The Rain‹ zum Beispiel ist der ideale Song, um alleine im Regen stehen und ›You Belong To Me‹ oder ›We Fly‹ stechen wirklich in jedes Herz. Steve Perry berührt wieder mal wie kein Zweiter und sorgt für ein eindrückliches Kuschelrock-Album.

    7/10
    (Michael Wolf)

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