Review: Soen – LOTUS

Soen Lotus

Schweden-Happen.

Reflektion ist wichtig, ein unbezahlbares Gut in dieser schnelllebigen Zeit. Aber man muss sich Zeit dafür nehmen. Und genau das tun Soen mit ihrem vierten Album LOTUS. Bereits seit 2004 existieren Soen in den Köpfen der Musiker, das erste musikalische Lebenszeichen ließ jedoch bis 2010 auf sich warten, das Album-Debüt COGNITIVE kam dann 2012. Von der Original­be­setzung sind nur noch Sänger Joel Ekelöf (ehemals Willowtree) sowie Drummer Martin Lopez (vormals bei Opeth) übrig, der kanadische Gitarrist Cody Ford ist das brandneue Pferd im Stall. Noch weiter als auf dem Vorgänger LYKAIA (2017) entfernt man sich von den Tool-Einflüssen des Erstlings. ›Opponent‹ beginnt mit einem partiellen Doppel-Bassdrum-Gewitter, recht untypisch für den Fünfer. Kein wirklich gelungener Einstieg, einfach weil die Originalität fehlt. Danach wird es viel besser: Die ereignisreiche Achterbahnfahrt ›Martyrs‹ erinnert zwar frappierend an A Perfect Circle, ohne jedoch als bloße Kopie durchzugehen. Immer wenn die Band den Fuß vom Gas nimmt, wird sie zwingend, dann haben die Songs Raum und Zeit zu atmen. Wenn es hektisch wird (›Covenant‹), wird es etwas beliebig. Einfach und schlicht kann der Fünfer auch (›River‹). Am besten sind jedoch die weitläufigen ›Lotus‹ und ›Lunacy‹ – Gebilde voller melancholischer und düsterer Klänge, die Musik progressiv und technisch anspruchsvoll, allerdings doch sehr eingängig. Wundervoll.

8/10

Soen
LOTUS
SILVER LINING/WARNER

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