Review: Sebadoh – ACT SURPRISED

Sebadoh Act Surprised

Indierock zwischen Euphorie und Verzweiflung.

Nicht, dass man Sebadoh in den Jahren, in denen man nichts von ihnen hört, vermissen würde. Aber wenn dann die neue Platte läuft, ist man sofort wieder gefangen von dieser Indierock-Welt, in der Melancholie und Lärm immer Hand in Hand gehen. ACT SURPRISED fordert die Band – was schwer fällt, denn Über­raschungen bietet das Trio um Dinosaur-Jr.-Bassist Lou Barlow eigentlich nicht. Eher verfeinert er zusammen mit seinen ewigen Band-Buddys Jason Loewenstein und Bob D’Amico die Formel, nach der Sebadoh seit Ende der 80er-Jahren arbeiten. ›Celebrate The Void‹ heißt einer der neuen Songs, das ist ein guter Leitgedanke für diese Band: Das Leben ist eine Leerstelle – diese gilt es zu feiern und zwar am besten zu einem wirbelnden Schlag­zeug, jubilierenden Gitarren und traurig-trotzigen Gesangsmelodien. Doch Sebadoh bieten noch eine zweite Ebene: Keine andere Indierock-Band kann derart traurig klingen. ›Medicate‹ ist ein Beispiel, eine sehnsüchtige Melodie in Moll, getragen von einem scheppernden Schlagzeug, das die Tränen jedoch auch nicht zu trocknen vermag. ›Reykjavik‹ ist zum Abschluss die melancholische Erinnerung an die besseren Zeiten einer Beziehung: Früher war’s schön, heute ist’s egal.

7/10

Sebadoh
ACT SURPRISED
FIRE RECORDS

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