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    Review: Renaissance – LIVE AT FILLMORE WEST 1970

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    Review: Renaissance – LIVE AT FILLMORE WEST 1970

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    renaissance fillmore westRares Live-Dokument der Progvisionäre um Keith Relf.

    Ende der 60er hatten Frontmann Keith Relf und Schlagzeuger Jim McCarty genug von den Yardbirds. „Wir waren vier oder fünf Jahre mehr oder weniger ununterbrochen auf Tour gewesen, hatten mehr oder weniger dasselbe Material bei jeder Show gespielt“, erinnert sich McCarty. Die Kreativität innerhalb der Band sei aufgebraucht gewesen. Die beiden zogen die Konsequenz und formten eine neue Gruppe: Renaissance. Keyboarder John Hawken und Bassist Louis Cennamo komplettierten das Gespann. Und Relfs Schwester Jane, die ihren Bruder beim Gesang unterstützte.

    Nach einigen Gigs in Europa ging’s auf US-Tour und am 6. März 1970 ins Fillmore West in San Francisco. Einige Besucher an diesem Abend dürften relativ überrascht gewesen sein, was sie da serviert bekamen. Fast verschwunden waren der kraftvolle Rhythm & Blues, die Popmelodien und der dominante Gitarrensound der Herren Clapton, Beck und Page, der die Yardbirds zu Hauptdarstellern der British Invasion gemacht hatte. Stattdessen: Mäandernde Lieder mit langen Instrumentalpassagen, ein experimentelles Gebräu aus Rock, Jazz, Folk, Funk, Blues, Psychedelia und klassischen Motiven. „Die Leute waren schon etwas sprachlos, als wir ihnen mit Beethoven kamen“, erinnert sich McCarty.

    Auch wenn das damals nicht jedem passte, der Einfluss, den Renaissance damit auf Prog und Jazzrock hatten, ist in der Rückschau kaum zu leugnen. Vorliegender Konzertmitschnitt versammelt vier Songs. Neben dem 14-minütigen ›No Name Raga‹ sind das ›Innocence‹, ›Wanderer‹ und ›Bullet‹, alle vom Debüt der Briten, die in ihrer Urbesetzung nur zwei Platten aufnahmen, bevor Annie Haslam mit neuer Formation eher symphonisch-experimentelle Wege einschlug.

    Die Aufnahmen auf LIVE AT FILLMORE WEST stammen aus dem persönlichen Archiv von Jim McCarty, der Sound ist daher etwas dumpf und verwaschen, vor allem Keith Relfs Gesang eher als Hintergrundrauschen zu hören. Klangperfektionisten dürfte das stören. Als Zeitdokument ist diese Platte dennoch von unbestreitbarem Wert. Und für Fans ein echtes Geschenk.

    7/10

    Renaissance
    LIVE AT FILLMORE WEST 1970
    sireenia/broken silence

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