Review: Pictures – HYSTERIA

Pictures Hysteria

Hymnisch, zart und mit offenem Visier: Diese Band setzt Emotionen frei.

Die Hymne als Stilmittel des emotional aufgekratzten Mannes führt leider oft in die Kitschfalle, insbesondere dann, wenn sich hinter gen Himmel streckenden Gesten keine wirklich guten Songs verstecken. Dann ist es nur eine hohle Pose. Anders bei den Pictures: Als Kinder der 90er-Jahre hat das Quartett aus Westdeutsch­land und Berlin die emotionale Wucht des Britpop offenbar aufgesogen. Vieles klingt hier, zumindest soundästhetisch, nach den Glanzleistungen des Genres. Diese ergaben sich einst vor allem durch die Ver­einigung von eingängigem Pop-Appeal, fast unnahbarer Coolness und hedonistischem Stolz. Zarte Gitarrenläufe (gelegentlich auch ein Piano) sind hier die Ausgangsbasis, aus denen sich dann der großgedachte Songwriter-Rock erhebt. Die Pictures sind Meister ihres Fachs. Das Debüt wurde spielerisch übertroffen, sie sind nun tatsächlich bei den ganz Großen angekommen.

7/10

Pictures
HYSTERIA
FRIES BOOM BARRIER/SONY

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