Review: Pearl Jam – GIGATON

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Review: Pearl Jam – GIGATON

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Pearl Jam Gigaton Review

Das verflixte siebte Jahr

Pearl Jam haben sieben Jahre nach dem in der Retrospektive eher durchschnittlichen LIGHTNING BOLT einiges vor. Das merkt man am Marketing-Aufwand, den die Band im Vorfeld der Veröffentlichung fährt, wie die Schnitzeljagd zum Albumcover oder das Anheulen des Mondes zur zweiten Single ›Superblood Wolfman‹. Gute und spannende Ideen sind das. Leider können die neuen Songs da nicht mithalten.

Klar, es gab schon auf einigen PJ-Alben der Vergangenheit ein paar Durchhänger, aber was das Quartett hier abliefert, ist auch wohlwollend kaum mehr als Mittelmaß. Im Einzelnen: Der Opener ›Who Ever Said‹ ist zumindest ok, wenn auch uninspiriert und deutlich zu lang. Insbesondere der recht planlose Mittelteil klingt wie ein Überbleibsel, das für BACKSPACER zu schlecht war, und ruft zu Beginn Erinnerungen an Rush meets The Who wach. ›Superblood Wolfman‹ hat einen guten Gitarrensound, sonst mutet der Song sehr unfertig und wie eine Skizze an. Auch hier klingt BACKSPACER (›Johnny Guitar‹) durch. Die erste Single, ›Dance Of The Clairvoyants‹, wirkt inspiriert, aber nicht zwangsläufig gelungen. ›Quick Escape‹ hingegen ist der beste Song des Albums, ja vermutlich der beste seit YIELD von vor 22 Jahren. Toller Groove, interessante Gitarren und Gesangsmelodie, McCready

in Hochform. ›Alright‹ verkommt zu einer total aussagelosen und belanglosen Ballade im Stile von ›Sirens‹ – das einzige, was hier etwas taugt, ist die schräge Klaviermelodie. In diesem Stil gibt es leider mit den ebenfalls beliebigen ›Seven O’Clock‹, ›Buckle Up‹ und ›Retrograde‹ (wohl die einzig verbliebene Aufnahme aus einer früheren Session zum Album) noch ein paar weitere, wenig aufmunternde Tracks im Repertoire. ›Never Destination‹ klingt ebenfalls wie ein Relikt aus einer vergangenen Session (in diesem Falle aus der AVOCADOÄra), und zählt zu einer der besseren Nummern. ›Take The Long Way‹ ist, neben ›Olé‹ und ›Can’t Deny Me‹, der heißeste Anwärter auf den schlechtesten PJ-Song, den die Truppe je aufgenommen hat. Klingt so, als hätten die übrigen vier Musiker Drummer Matt Cameron einfach gar nicht ins Studio eingeladen, so egal war ihnen der Track – und so sehr klingen die Drums nach Computer. ›Comes Then Goes‹, eine Akustiknummer, die besser auf einem Vedder-Soloalbum Platz gefunden hätte, ist vom selben Kaliber wie ›Sleeping By Myself‹.

Und schließlich ›River Cross‹: Endlich wieder etwas, das passt – der Track könnte neben ›Release‹, ›Long Road‹ oder ›Oceans‹ einen guten Show-Opener abgeben. Leider ist für Pearl Jam spätestens jetzt der Zeitpunkt gekommen, keine weiteren Platten zu machen, bevor man seinen Legendenstatus noch komplett verspielt.

5/10

Pearl Jam
GIGATON
MONKEYWRENCH/REPUBLIC/UNIVERSAL

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