Review: Brian Fallon – LOCAL HONEY

Brian Fallon Local Honey Review

Einer für alle

Es ist das dritte Soloalbum von Brian Fallon, und mit jedem sind Gaslight Anthem weiter weg. Wenn man sich seine heutigen Sachen anhört, kann man sich auch nicht so recht vorstellen, was er bei seiner alten Band noch sollte. Die großen Kämpfe der Jugend, das unbedingte Drama scheinen vorbei zu sein. „Ich bin 40, habe zwei Mädchen, eine Frau, ein Haus – das ist, was ich heute bin“, sagt er selbst. Die federnde Folkrock-Ballade ›When You’re Ready‹ hat Fallon denn auch für seine Töchter geschrieben. „In this life there will be trouble, but you shall overcome“, singt er da. Das modern produzierte ›21 Days‹ überblendet Sucht- und Beziehungsende, in ›I Don’t Mind If I’m With You‹ blitzen die alten Dämonen, die gefochtenen Kämpfe nochmal auf, im Angesicht der Liebe aber werden sie klein. ›Horses‹ erzählt von Erlösung ohne Theatralik: „In this life change comes slowly, but there is time to be redeemed“. ›Hard Feelings‹ ist einer jener Songs, wie Fallon sie wie kein Zweiter aus dem Ärmel schüttelt: eine Mischung aus Americana und New-Jersey-Romantik, in der ein „slow song“ aus einem „baby blue mercedes“ spielt. ›You Have Stolen My Heart‹ könnte am Ende schon fast wieder eine der Balladen auf AMERICAN SLANG sein.

Es sind Songs über die Zeit, wenn die Jugend vorbei und das Alter noch weit weg ist. Es gehe „100 Prozent ums Alltagsleben“, sagt Fallon, „und wenn das mein Leben ist, dann ist es wahrscheinlich auch das vieler anderer Leute.“ Wirklich spektakulär ist hier nichts, langweilig aber auch nicht.

7/10

Brian Fallon
LOCAL HONEY
LESSER KNOWN RECORDS/MEMBRAN

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