Review: Ozzy Osbourne – ORDINARY MAN

-

Review: Ozzy Osbourne – ORDINARY MAN

- Advertisment -

Ozzy Osbourne Ordinary Man

Ein unerhörter Mann

Je größer der Star, um so größer und dunkler der Schatten, den er vorauswirft. Beim „Prince Of Darkness“ ist der – wen wundert‘s – riesig, ein ganzes Schattenreich. Da wird nicht nur die Journaille, sondern sogar die eigene Plattenfirma im Dunkeln gelassen. Keine Infos, eigentlich keine Musik und dann kommt kurz vor Veröffentlichung auch noch der Knaller: ein Interview von Ozzy und Sharon, in dem erstmals die ganze Wahrheit über seine einjährige Auszeit enthüllt wurde. Nicht nur ein Sturz stecke dahinter, Ozzy leide außerdem unter einer besonderen Art der Parkinson-Krankheit. Da rückt ein schnödes Rockalbum in den Hintergrund, ORDINARY MAN aber bleibt dort nur bis man es zu hören bekommt, und das durften wir – genau ein einziges Mal. Zunächst die zum Zeitpunkt der Listening-Session noch halb-geheimen, bemerkenswerten Fakten: Der tapfere Ozzy singt. Die Songs schrieb er zusammen mit Gitarrist und Produzent Andrew Watt (Post Malone). Zudem bestand die Band für die Sessions aus der festen Rhythmusgruppe Chad Smith (Red Hot Chili Peppers) und Duff McKagan (Guns N’ Roses), vervollständigt durch mehrmalige Einsätze von Tom Morello (Rage Against The Machine) und Slash. Ach ja, und einen Song, die obligatorische spät-lennonsche Ballade, begleitet dann noch Sir Elton John am Klavier, der dabei auch eine Strophe des Titelstücks einsang.

Mit diesem Hochkompetenzteam entstanden zehn (+1) Lieder, die im Verbund weniger eine schwere Metal- als eine marschierende Schweinerock-Platte ergeben, nachvollziehbar dem Personal geschuldet. Das neue Umfeld – zwar ist es schade, dass Zakk Wylde angeblich nicht mal etwas von den Aufnahmen gewusst habe, dafür kam nach unseren Kenntnissen Gus G. dem Studio nicht zu nah – tat Ozzy gut. ORDINARY MAN ist kreativ wertvoll, kann überraschen und unterhalten, beweist Humor und bedient sich – wenn es schon sein muss – an immer gültigen Classic-Rock-Versatzstücken von Motörhead oder den Beatles (was ja beinahe das Gleiche ist). Das Fehlen von Zakk, die Existenz der peinlichen Trapigen Anbiederung ans Jungvolk namens „Take What You Want“ feat. Travis Scott sowie die zum Zeitpunkt der Listening-Session noch nicht beurteilbare Produktionsqualität verringert die Bewertung um einen Punkt. Dennoch kann bereits gesagt werden, dass ORDINARY MAN das wohl beste Ozzy-Album seit DOWN TO EARTH (2001), wenn nicht sogar seit NO MORE TEARS (1991) ist. Hoffentlich ist es nicht sein letztes.

8 bzw. mittlerweile 9 von 10 Punkten

Ozzy Osbourne
ORDINARY MAN
SONY

2 Kommentare

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Das Neueste

Thunder im Interview: „Es ist doch nur Rock’n’Roll…“

Sie wissen natürlich, dass es momentan andere Prioritäten gibt, aber man kann Thunder ihren Frust darüber, nicht mit ihrem...

Thundermother: Größtes, kleinstes Konzert in Berlin

Nachdem im Berliner Olympiastadion schon Rekorde für das größte Publikum aufgestellt wurden, gibt es jetzt einmal das Gegenteil: das...

Reach: Über THE PROMISE OF A LIFE im Video-Interview

In den letzten Jahren waren Reach eine dieser schwedischen Rockbands, wie man sie inzwischen gut kennt. Lange Haare, sleazig...

Alice Cooper: Über seine Covid-19-Erkrankung

Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit, Schwächeanfälle – so beschreibt Alice Cooper seine Erfahrungen mit Covid 19. Der Zeitung Arizona Republic gegenüber erwähnte Alice...
- Werbung -

Lainey Wilson: Mit dem Wohnwagen nach Nashville

Mit ihrem Majorlabeldebüt SAYIN’ WHAT I’M THINKIN’ geht für die Singer-/Songwriterin Lainey Wilson ein über Jahre gehegter Traum in...

Meilensteine: The Pretty Things mit EMOTIONS

18 April 1967: Auf der dritten LP EMOTIONS lenkt sich der Fokus von R’n’B auf Psychedelia. Prinzipiell durchliefen sämtliche Bands...

Pflichtlektüre

Review: Adriano Celentano – PEPPERMINT TWIST & MORE

Celentanos dritter LP-Streich: 24.000 Küsse vom Italo-Elvis. Als der Rock’n’Roll...

Brian Fallon: Seht das Video zu ›Painkillers‹

The-Gaslight-Anthem-Chef Brian Fallon hat den Clip zum Titeltrack seines...
- Advertisement -

Das könnte dir auch gefallen
Für dich empfohlen